Zum Inhalt springen

Jörg Mittelsten Scheid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Jörg Mittelsten Scheid (* 7. Mai 1936 in Wuppertal) ist ein deutscher Unternehmer. Er leitete von 1969 bis 2005 den Vorwerk-Konzern. Mittelsten Scheid war zudem Vizepräsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Präsident von Eurochambres (Dachverband der europäischen Kammerorganisationen) und Mitglied der Enterprise Policy Group der Europäischen Kommission.

Herkunft, Schule und Hochschulausbildung

Jörg Mittelsten Scheid ist ein Sohn von Werner Mittelsten Scheid (* 26. April 1904; † 16. September 1953).<ref>Lebensdaten Werner Mittelsten Scheid nach <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bergischer Datenpool 27 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 22. Dezember 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/datenpool.bvff.de, Abruf am 14. Oktober 2016.</ref> Nach der Trennung seiner Eltern zog Jörg Mittelsten Scheid mit seiner Mutter nach Bayern und besuchte das Landheim Schondorf, ein Internat am Ammersee.<ref>Thorsten Breitkopf: Der Erfolg bleibt in der Familie. In: Rheinische Post vom 20. Dezember 2010.</ref>

Anschließend studierte er Rechtswissenschaften an den Universitäten München, Innsbruck, Genf, Oxford und Würzburg. Erstes und zweites Staatsexamen folgten. Für seine Promotion verbrachte er ein Jahr zu Forschungszwecken in Indien. Seine 1970 veröffentlichte Dissertation befasst sich mit der Teilung Indiens. Nach der Promotion, die er mit summa cum laude abschloss,<ref>Helge Pross: Der Geist der Unternehmer. 100 Jahre Vorwerk & Co. 1883–1983. Claasen Verlag, Düsseldorf 1983, S. 168. ISBN 3-546-47589-5.</ref> strebte der Staats- und Völkerrechtler eine Habilitation an und hielt als Assistent Vorlesungen.<ref>Stefanie Scharbau: Der Tradition verpflichtet. In: Handelsblatt vom 28. November 2002. Online als Stefanie Scharbau: Jörg Mittelsten Scheid: Der Tradition verpflichtet. In: karriere.de. 28. November 2002, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Mai 2018; abgerufen am 14. Oktober 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.karriere.de Georg Weishaupt: Zeit für eine Revolution. In: Handelsblatt. 1. November 2005, abgerufen am 14. Oktober 2016. T. Kewes, C. Nesshöver: Der Familien-Manager. Wie Jörg Mittelsten Scheid einst Indiens Premierminister Nehru verdutzte und aus der Traditionsmarke Vorwerk einen Weltkonzern formte. In: Handelsblatt vom 19. Mai 2006.</ref>

Leiter von Vorwerk

Jörg Mittelsten Scheid brach seine wissenschaftliche Karriere 1966 ab. Er folgte stattdessen einer Bitte seines Onkels Erich Mittelsten Scheid und trat als Urenkel des Firmengründers Carl Vorwerk in das Wuppertaler Unternehmen Vorwerk & Co. KG ein.<ref>Stefanie Scharbau: Der Tradition verpflichtet. In: Handelsblatt vom 28. November 2002. Online als Stefanie Scharbau: Jörg Mittelsten Scheid: Der Tradition verpflichtet. In: karriere.de. 28. November 2002, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Mai 2018; abgerufen am 14. Oktober 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.karriere.de</ref> 1969 übernahm er die Führung des Unternehmens als persönlich haftender Gesellschafter.<ref>Tanja Kewes: Auf der Saugspur. In: Handelsblatt. 4. Oktober 2005, abgerufen am 15. Oktober 2016.</ref>

Anfang 2006 wechselte Jörg Mittelsten Scheid an die Spitze des Beirates der Vorwerk & Co. KG<ref>Peter Lausmann: Pakistans politische Lage ist fatal, aber immerhin stabil; zur Person [von Jörg Mittelsten Scheid]. In: Westdeutsche Zeitung (Ausgabe gesamt) vom 7. Juni 2013.</ref> und amtierte in dieser Funktion bis Ende 2012. Seither gehört er dem Beirat als Ehrenvorsitzender an.<ref>„Wir könnten weiter sein“. In: Wirtschaftswoche Nr. 39 vom 24. September 2012. Klaus Koch: Wechsel: Vorwerk besetzt Führungsgremien neu. In: Westdeutsche Zeitung (Ausgabe Wuppertal) vom 9. Februar 2013. Dieter Fockenbrock: Vorwärts mit Vorwerk. In: Handelsblatt vom 12. Mai 2014. Lothar Leuschen: Direktvertrieb ist sein Erfolgsgeheimnis. In: Westdeutsche Zeitung (Ausgabe gesamt) vom 7. Mai 2016.</ref>

Verbands- und Beratungstätigkeiten (Auswahl)

  • Jörg Mittelsten Scheid amtierte von 1985 bis 1997 als Präsident der Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid. Seit 1997 ist er Ehrenpräsident dieser Kammer.<ref>Dr. Jörg Mittelsten Scheid – 65 Jahre. In: DVZ Nr. 60 vom 19. Mai 2001. Peter Lausmann: Pakistans politische Lage ist fatal, aber immerhin stabil; zur Person [von Jörg Mittelsten Scheid]. In: Westdeutsche Zeitung (Ausgabe gesamt) vom 7. Juni 2013.</ref>
  • Von 1988 bis 2001 war er Vizepräsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages.<ref>Dr. Jörg Mittelsten Scheid – 65 Jahre. In: DVZ Nr. 60 vom 19. Mai 2001. Dr. Mittelsten Scheid feiert seinen 70. Geburtstag. In: Textilwirtschaft Nr. 19 vom 11. Mai 2006.</ref>
  • Von 1990 bis 1991 zählte er zu den Mitgliedern der Steuerreformkommission der deutschen Bundesregierung.<ref name="Munzinger">Jörg Mittelsten Scheid im Munzinger-Archiv, abgerufen am 4. Januar 2019 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref>
  • Von 1993 bis 1997 gehörte er dem Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft an.<ref name="Munzinger" />

Auszeichnungen und Ehrungen

Familie und Vermögen

Am 29. Dezember 1988 heiratete Jörg Mittelsten Scheid Vivica Charlotte Natalie Gräfin zu Stolberg-Wernigerode standesamtlich, die kirchliche Trauung folgte am 27. Mai 1989.<ref>Vivica Charlotte Natalie Gräfin zu Stolberg-Wernigerode auf thepeerage.comVorlage:Abrufdatum .</ref> Jörg Mittelsten Scheid hat vier Kinder.<ref>Georg Weishaupt: Zeit für eine Revolution. In: Handelsblatt. 1. November 2005, abgerufen am 14. Oktober 2016.</ref>

Das Vermögen der Familie Mittelsten Scheid wurde im Oktober 2013 im Sonderheft des Manager MagazinsListe der 500 reichsten Deutschen“ mit 1,4 Milliarden Euro beziffert. Die Familie erreichte damit Platz 87.<ref>Die 500 reichsten Deutschen, Manager Magazin-Sonderheft, Oktober 2013, S. 29.</ref>

Publikationen (Auswahl)

  • Die Teilung Indiens. Zur Zwei-Nationen-Theorie. Verlag Wissenschaft und Politik, Köln 1970;
  • Gedanken zum Familienunternehmen, Poeschel, Stuttgart 1985, ISBN 978-3-7910-0385-6.
  • Die Unternehmer der Familie Mittelsten Scheid 1764–2004, Vorwerk & Co. KG., Wuppertal 2004;
  • Die diversifizierte Familien-Holding: Familienunternehmen wandeln sich – und mit ihnen die Beiräte. In: Christoph Achenbach, Frederik Gottschalck (Hrsg.): Der Beirat im Mittelstand. Erfahrungsberichte aus der Praxis. Fachverlag der Verlagsgruppe Handelsblatt, Düsseldorf 2012, S. 39–48, ISBN 978-3-942543-28-6.
  • Pulverfass Pakistan. Eine Gefahr für den globalen Frieden? Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 2013, ISBN 978-3-89479-808-6.
  • Vertrauen im Familienunternehmen. Müller + Busmann, Wuppertal 2019, ISBN 978-3-941217-12-6.<ref>Vorwerk-Miteigentümer: Warum Vertrauen die Basis des Erfolges ist. In: Westdeutsche Zeitung. 5. Juli 2019, abgerufen am 4. Februar 2023.</ref>
  • Die verblassende Demokratie. Essays. Frankfurter Allgemeine Buch, Frankfurt 2024, ISBN 978-3-96251-193-7.<ref>Peter Kurz: Meinungsfreiheit unter Druck. In: Westdeutsche Zeitung. 17. Juni 2024, abgerufen am 21. November 2024.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Handelskammer von Elberfeld und Barmen (1834–1871):
Heinrich Kamp | Heinrich Feldmann-Simons | Carl Hecker | Caspar Wilhelm Meckel | Julius Möller | Friedrich Wilhelm Simons-Köhler | Jacob Wilhelm Haarhaus

Handelskammer zu Barmen (1871–1917):
Friedrich Wilhelm Osterroth | Friedrich von Eynern jr. | Philipp Barthels | Max Albert Molineus

Handelskammer zu Elberfeld (1871–1917):
Wilhelm Meckel jr. | Friedrich Wilhelm Strücker | Wilhelm Meckel jr. | Friedrich Wilhelm Strücker | August Schoeller | Wilhelm Boeddinghaus jr. | Carl August Jung | Heinrich Ernst Schniewind

Handelskammer für den Wuppertaler Industriebezirk (1917–1930):
Max Albert Molineus | Ernst Meyer-Leverkus | Rudolf Ziersch

Bergische Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Remscheid (1930–1943):
Rudolf Ziersch | Franz Paul Hager | Friedrich Wachs

Industrie- und Handelskammer Wuppertal (1945–1977):
Wilhelm Vorwerk | Max Kretschmann | Harald Frowein | Walter Salzer

Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid (1977–):
Georg Kroll | Jörg Mittelsten Scheid | Friedhelm Sträter | Thomas Meyer Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein