Junioren-Fußballweltmeisterschaft 1987
| FIFA Junioren-Weltmeisterschaft Chile 1987 | |
|---|---|
| FIFA World Youth Championship Chile 1987 | |
| Anzahl Nationen | 16 (von 97 Bewerbern) |
| Weltmeister | Datei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Jugoslawien (1. Titel) |
| Austragungsort | Datei:Flag of Chile.svg Chile |
| Eröffnungsspiel | 10. Oktober 1987 |
| Endspiel | 25. Oktober 1987 |
| Spiele | 32 |
| Tore | 86 (⌀: 2,69 pro Spiel) |
| Zuschauer | 712.000 (⌀: 22.250 pro Spiel) |
| Torschützenkönig | Datei:Flag of Germany.svg Marcel Witeczek (7 Tore) |
| Bester Spieler | Datei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Robert Prosinečki |
| Datei:Yellow card.svg Gelbe Karten | 104 (⌀: 3,25 pro Spiel) |
| Datei:Red card.svg Rote Karten | 11 (⌀: 0,34 pro Spiel) |
Die 6. FIFA Junioren-Fußballweltmeisterschaft (offiziell: IV World Youth Championship for the FIFA/Coca-Cola Cup) wurde vom 10. bis zum 25. Oktober 1987 in Chile ausgetragen. 16 Mannschaften nahmen am Turnier teil. Das Finale konnte Jugoslawien mit 5:4 im Elfmeterschießen gegen die Mannschaft der Bundesrepublik Deutschland für sich entscheiden. Zum besten Spieler des Turniers wurde der Jugoslawe Robert Prosinečki gewählt, der als Mittelfeldregisseur des späteren Weltmeisters brillierte. Torschützenkönig wurde der bundesdeutsche Spieler Marcel Witeczek, dem in 6 Spielen 7 Tore gelangen.
Spielorte |
Spielorte
- Antofagasta – Estadio Regional de Antofagasta
- Concepción – Estadio Municipal de Concepción
- Santiago de Chile – Estadio Nacional de Chile
- Valparaíso – Estadio Regional Chiledeportes
Teilnehmer
Mannschaften aus dem deutschsprachigen Raum
DDR
Bei der ersten Teilnahme einer DFV-Elf an einer U-20-Weltmeisterschaft gelang dem U-18-Europameister von 1986 auf Anhieb der 3. Platz. Speziell die Achse mit Neitzel als Libero, Steinmann als Mittelfeldstratege und Sammer als Stürmer wusste zu überzeugen. Matthias Sammer wurde in die Elf des Turnieres gewählt und war mit 4 Treffern bester Torschütze seiner Mannschaft.
Die weiteren Karrieren der Spieler verliefen höchst unterschiedlich. Sammer und Steinmann wurden sehr bald Stammkräfte in ihren Vereinen und in die A-Nationalmannschaft berufen. Die weitere Laufbahn von Sammer ist bekannt, er wurde schließlich 1996 Europameister. Kracht, Herzog und Schuster wurden später auch in die DDR-Auswahl berufen, Wosz und Ritter kamen zu mehr oder minder langen DFB-Auswahl-Karrieren. Minkwitz, Lange, Hiemann und Jähnig schafften ebenfalls den Sprung in den Profifußball, während Zimmerling und Liebers durch die oberen Amateurklassen wanderten. Marco Köller gilt als Beispiel für ein gescheitertes Talent, er wurde zum Sozialfall. Uwe Amstein und Jörg Prasse haben keine Spuren mehr im leistungmäßigen Fußball hinterlassen.
Insgesamt stellten zehn Mannschaften Spieler für die Auswahl ab, Dynamo Dresden allein fünf. Auffällig ist die regionale Verteilung; allein zwölf Spieler kamen aus Mannschaften der drei sächsischen Bezirke. Vom Rekordmeister BFC Dynamo wurden hingegen nur zwei Spieler entsandt. Bemerkenswert ist weiterhin, dass auch zwei Betriebssportgemeinschaften einen Nationalspieler entsandten, da die Spielertalente sonst immer von der Kinder- und Jugendsportschule gleich an die Fußballclubs delegiert worden und dort in der Regel blieben.
- Trainer: Eberhard Vogel
BR Deutschland
Nachdem die DFB-Auswahl schon 1981 U-20 Weltmeister war, musste sie sich 1987 nur den überragenden Jugoslawen geschlagen geben. In der Mannschaft hob sich besonders Marcel Witeczek ab, der in 6 Spielen 7 Tore erzielte. Weiterhin wusste Andreas Möller zu gefallen, der als Mittelfeldmotor das Spiel seiner Elf lenkte.
Trotz dieses Erfolges stellte dieser Jahrgang später nur 3 A-Nationalspieler. Während Möller eine beeindruckende Karriere hinlegte, die er schon 1990 mit dem Weltmeister- und 1996 dann auch mit dem Europameistertitel krönte, kamen Knut Reinhardt und der spätberufene Michael Preetz nur zu wenigen Einsätzen in der DFB-Auswahl. Sie konnten sich jedoch in der Bundesliga erfolgreich etablieren und zum Teil mit ihren Vereinen große Erfolge verbuchen. Diesen Schritt schafften ebenfalls Gunther Metz, Alexander Strehmel, Martin Schneider, Detlev Dammeier, Marcel Witeczek und Michael Klinkert. Gestandene Zweitligaspieler mit Ausflügen ins Oberhaus wurden Brunn, Heidenreich, Luginger, Spyrka und Epp. Eichenauer, Clauss und Würzburger waren nur wenige Spiele im Profibereich beschieden, Andreas Claasens Spur verlor sich alsbald im Amateurfußball. Insgesamt stellten 15 Vereine Spieler für die Auswahl ab.
- Trainer: Berti Vogts
Prominente Spieler
- Datei:Flag of Nigeria.svg Nigeria: Jonathan Akpoborie
- Datei:Flag of Bulgaria (1971-1990).svg Bulgarien: Emil Kostadinow
- Datei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Jugoslawien: Robert Jarni, Igor Štimac, Zvonimir Boban, Robert Prosinečki, Predrag Mijatović, Tomislav Piplica, Davor Šuker
- Vereinigte Staaten USA: Tony Meola, Jeff Agoos, Kasey Keller
Vorrunde
Die Vorrunde wurde in vier Gruppen mit jeweils vier Mannschaften ausgetragen. Die jeweils beiden Erstplatzierten aller Gruppen qualifizierten sich für das Viertelfinale. Dieses wurde eine rein europäisch-südamerikanische Angelegenheit, da sich alle sechs europäischen Mannschaften sowie der Gastgeber Chile und Brasilien qualifizierten. Für die Brasilianer war dann bereits im Viertelfinale Schluss, während die chilenische Mannschaft etwas überraschend ins Halbfinale einzog. Am Ende stand für Chile ein 4. Platz zu Buche. Aus gesamtdeutscher Sicht war das Turnier ein großer Erfolg. Die DFB-Auswahl wurde Vizeweltmeister, während die DFV-Auswahl sich im Spiel um Platz 3 gegen den Gastgeber durchsetzte. Diese Platzierung stellt bei Nachwuchs-Weltmeisterschaften den größten Erfolg einer DDR-Auswahl dar.
Alle Spiele zur Ortszeit (UTC-4, MEZ-5).
Gruppe A
| Pl. | Land | Sp. | S | U | N | Tore | Diff. | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Datei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Jugoslawien | 3 | 3 | 0 | 0 | 12:3 | +9 | 6:0 |
| 2. | Datei:Flag of Chile.svg Chile | 3 | 2 | 0 | 1 | 7:4 | +3 | 4:2 |
| 3. | Australien Australien | 3 | 1 | 0 | 2 | 2:6 | −4 | 2:4 |
| 4. | Datei:Flag of Togo (3-2).svg Togo | 3 | 0 | 0 | 3 | 1:9 | −8 | 0:6 |
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Gruppe B
| Pl. | Land | Sp. | S | U | N | Tore | Diff. | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Vorlage:ITA-1946 Italien | 3 | 2 | 1 | 0 | 5:2 | +3 | 5:1 |
| 2. | Datei:Flag of Brazil (1968-1992).svg Brasilien | 3 | 2 | 0 | 1 | 5:1 | +4 | 4:2 |
| 3. | Datei:Flag of Canada (Pantone).svg Kanada | 3 | 1 | 2 | 0 | 4:5 | −1 | 4:2 |
| 4. | Datei:Flag of Nigeria.svg Nigeria | 3 | 0 | 1 | 2 | 2:8 | −6 | 1:5 |
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Gruppe C
| Pl. | Land | Sp. | S | U | N | Tore | Diff. | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Datei:Flag of East Germany.svg DDR | 3 | 2 | 0 | 1 | 6:3 | +3 | 4:2 |
| 2. | Datei:Flag of Scotland.svg Schottland | 3 | 1 | 2 | 0 | 5:4 | +1 | 4:2 |
| 3. | Datei:Flag of Colombia.svg Kolumbien | 3 | 1 | 1 | 1 | 4:5 | −1 | 3:3 |
| 4. | Datei:Flag of Bahrain (1972-2002).svg Bahrain | 3 | 0 | 1 | 2 | 1:4 | −3 | 1:5 |
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Gruppe D
| Pl. | Land | Sp. | S | U | N | Tore | Diff. | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Datei:Flag of Germany.svg BR Deutschland | 3 | 3 | 0 | 0 | 8:1 | +7 | 6:0 |
| 2. | Datei:Flag of Bulgaria (1971-1990).svg Bulgarien | 3 | 2 | 0 | 1 | 3:3 | ±0 | 4:2 |
| 3. | Vereinigte Staaten USA | 3 | 1 | 0 | 2 | 2:3 | −1 | 2:4 |
| 4. | Datei:Flag of Saudi Arabia.svg Saudi-Arabien | 3 | 0 | 0 | 3 | 0:6 | −6 | 0:6 |
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Finalrunde
Alle Spiele zur Ortszeit (UTC-4, MEZ-5).
Übersicht
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| Viertelfinale | Halbfinale | Finale | ||||||||
| Datei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Jugoslawien | 2 | |||||||||
| Datei:Flag of Brazil (1968-1992).svg Brasilien | 1 | |||||||||
| Datei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Jugoslawien | 2 | |||||||||
| Datei:Flag of East Germany.svg DDR | 1 | |||||||||
| Datei:Flag of East Germany.svg DDR | 2 | |||||||||
| Datei:Flag of Bulgaria (1971-1990).svg Bulgarien | 0 | |||||||||
| Datei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Jugoslawien | 1 (5)E | |||||||||
| Datei:Flag of Germany.svg BR Deutschland | 1 (4) | |||||||||
| Vorlage:ITA-1946 Italien | 0 | |||||||||
| Datei:Flag of Chile.svg Chile | 1 | |||||||||
| Datei:Flag of Chile.svg Chile | 0 | |||||||||
| Spiel um Platz 3 | ||||||||||
| Datei:Flag of Germany.svg BR Deutschland | 4 | |||||||||
| Datei:Flag of Germany.svg BR Deutschland | 1 (4)E | Datei:Flag of East Germany.svg DDR | 1 (3)E | |||||||
| Datei:Flag of Scotland.svg Schottland | 1 (3) | Datei:Flag of Chile.svg Chile | 1 (1) | |||||||
E Sieg nach Elfmeterschießen
Viertelfinale
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Halbfinale
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Spiel um Platz 3
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Finale
Beste Torschützen
Nachfolgend sind die besten Torschützen der Junioren-WM 1987 aufgeführt. Die Sortierung erfolgt nach Anzahl ihrer Treffer bzw. bei gleicher Toranzahl alphabetisch.
Auszeichnungen
Zum besten Spieler des Turniers wurde der jugoslawische Angreifer Robert Prosinečki gewählt, als zweitbester Spieler wurde dessen Teamkollege Zvonimir Boban ausgezeichnet, den dritten Platz belegte der bundesdeutsche Marcel Witeczek, der mit sieben Turniertreffern, wie schon bei der U-16-WM 1985 in China, bester Torschütze des Turniers wurde. Mit sechs Treffern gewann der jugoslawische Mittelstürmer Davor Šuker den Silbernen Schuh, der Chilene Camilo Pino erzielte fünf Treffer und erhielt den Bronzenen Schuh.
Der Fair-Play-Preis (Sports Billy Award) ging an die Mannschaft der DDR, die in sechs Spielen nur sechs gelbe Karten erhielt.
Weblinks
- Junioren-Fußballweltmeisterschaft 1987 bei FIFA.com
- Technischer Bericht der FIFA: Teil 1 (PDF; 11,2 MB) – Teil 2 (PDF; 12,2 MB)
Einzelnachweise
<references />
U-20-Weltmeisterschaften:
Tunesien 1977 |
Japan 1979 |
Australien 1981 |
Mexiko 1983 |
Sowjetunion 1985 |
Chile 1987 |
Saudi-Arabien 1989 |
Portugal 1991 |
Australien 1993 |
Katar 1995 |
Malaysia 1997 |
Nigeria 1999 |
Argentinien 2001 |
VA Emirate 2003 |
Niederlande 2005 |
Kanada 2007 |
Ägypten 2009 |
Kolumbien 2011 |
Türkei 2013 |
Neuseeland 2015 |
Südkorea 2017 |
Polen 2019 |
Indonesien 2021 |
Argentinien 2023 |
Chile 2025 |
Aserbaidschan/Usbekistan 2027
U-16 & U-17-Weltmeisterschaften:
China 1985 |
Kanada 1987 |
Schottland 1989 |
Italien 1991 |
Japan 1993 |
Ecuador 1995 |
Ägypten 1997 |
Neuseeland 1999 |
Trinidad und Tobago 2001 |
Finnland 2003 |
Peru 2005 |
Südkorea 2007 |
Nigeria 2009 |
Mexiko 2011 |
VA Emirate 2013 |
Chile 2015 |
Indien 2017 |
Brasilien 2019 |
Peru 2021 |
Indonesien 2023 |
Katar 2025 |
Katar 2026 |
Katar 2027 |
Katar 2028 |
Katar 2029
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