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Julián Grimau

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(Weitergeleitet von Julian Grimau)
Datei:The Soviet Union 1963 CPA 2949 stamp (Commemoration of Julián Grimau García (1911-1963), Spanish anti-fascist fighter. Julian Grimau and a worker with a red flag in his hands).jpg
Julián Grimau in einer sowjetischen Briefmarke, 1963
Datei:Der Grabstein von Julian Grimau in Madrid.jpg
Der Grabstein von Julian Grimau in Madrid auf dem Zivilfriedhof

Julián Grimau García (* 18. Februar 1911 in Madrid; † 20. April 1963 ebenda) war ein spanischer Kommunist, der trotz weltweiter Proteste unter dem Franquismus zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde.

Leben

Julián Grimau war zunächst Mitglied der linksliberalen Partei Izquierda Republicana (dt.: Republikanische Linke), bevor er der Kommunistischen Partei Spaniens (PCE) beitrat.<ref>Julián Grimau, el último ejecutado de la guerra civil. Asociación para la Recuperación de la Memoria Histórica, abgerufen am 6. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs, ausgelöst durch den Militärputsch gegen die Zweite Spanische Republik im Juli 1936, war er in den Kriegsjahren Kriminalpolizist in Barcelona, wo schon sein Vater ein Polizeiinspektor gewesen war.<ref name=":0" /> In dieser Funktion soll er untergetauchte Franco-Anhänger und Angehörige der trotzkistischen kommunistischen Opposition verfolgt haben.<ref>Moisés Prieto: Grimau, Julián. In: Lexikon der Politischen Strafprozesse. Stiftung Kurt Groenewold, abgerufen am 27. November 2025.</ref>

Während des Franquismus ging er ins Exil nach Lateinamerika und später nach Frankreich. Im November 1954 wurde er auf dem V. Parteitag der PCE in Prag zum Mitglied des Zentralkomitees gewählt. Seit 1959 lebte er illegal wieder in Spanien, meist in Madrid. Hintergrund war die verstärkte Industrialisierung Spaniens seit den 1950er Jahren und damit auch die Möglichkeit unter Industriearbeitern den Widerstand gegen den Franquismus zu organisieren.

Am 27. November 1962<ref name=":0" /> wurde Grimau von der spanischen Geheimpolizei in Madrid<ref name=":1" /><ref>El Comité Ejecutivo del Partido Comunista de España: Lamamiento del Partido Comunista de España al pueblo español y la opinión publica internacional. Mundo Obrero. Ministerio de Cultura, 1. Dezember 1962, abgerufen am 20. September 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> festgenommen, bestialisch gefoltert<ref>Nicolás Sartorius, Javier Alfaya: La Memoria Insumisa. Sobre la Dictadura de Franco. España Calpe, Madrid 1999, ISBN 84-239-7792-7, S. 241–243.</ref> und 1963 von einem Militärgericht wegen seines Wirkens im Bürgerkrieg in einem Schnellprozess mit der Begründung zum Tode verurteilt, er leiste „fortgesetzte militärische Rebellion“.<ref>Jesús Duva: El regreso de Julián Grimau. In: El País. 19. November 2006, abgerufen am 5. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":0">Bartolomé Bennassar, Jean-Pierre Amalric, Jacques Beyrie, Lucienne Domergue: Histoire des Espagnols – XVIIIe–XXe siècle (= Marguerite de Marcillac [Hrsg.]: Collection Tempus. Band 2, Nr. 378). 2. Auflage. Band 2. Éditions Perrin, Paris 2011, ISBN 978-2-262-03441-2, S. 595 f.</ref> Obwohl weltweit Protest gegen das Todesurteil eingelegt wurde – so hatten sich Königin Elisabeth II. von England,<ref name=":0" /> Papst Johannes XXIII.,<ref name=":0" /> der sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow und selbst der spanische Minister Fernando María de Castiella Maíz<ref name=":0" /> in der Sitzung des Ministerrats vom 19. April 1963 für Grimaus Begnadigung eingesetzt – wurde er in den Morgenstunden des 20. April von einem Peloton von Wehrpflichtigen erschossen.<ref name=":1">Teresa Maria Amiguet Molina: Julián Grimau. In: La Vanguardia. 20. April 2018, abgerufen am 5. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

1989 wurde das Urteil aufgehoben und Grimau vollständig rehabilitiert.<ref>Daniela Dahn: Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute. Die Einheit – Eine Abrechnung. Rowohlt Verlag, Hamburg 2019, S. 139.</ref>

Rezeption

Aldo Moro von der italienischen Democrazia Cristiana sprach von der Hinrichtung als einem Fall von „politischer Rache“.<ref name=":0" />

Der französische Historiker Bartolomé Bennassar urteilte, dass die franquistische Diktatur sich mit dem Prozess gegen den einstigen Kriegsteilnehmer Grimau die Chance nahm, mit einem milden Urteil ein Zeichen der Versöhnung zu setzten und so zu zeigen, dass der Bürgerkrieg wirklich zu Ende war.<ref name=":0" />

Erinnerung

In der DDR wurde an Grimau erinnert, indem Straßen und Klubs nach ihm benannt wurden. So wurde zum Beispiel 1963 die Ostra-Allee in Dresden in Julián-Grimau-Allee umbenannt. Nach der friedlichen Revolution in der DDR und der Wiedervereinigung wurde dies 1991 rückgängig gemacht. In Berlin-Niederschöneweide existiert nach wie vor eine Grimaustrasse. In Berlin-Adlershof existiert nach wie vor eine Gedenktafel zu Ehren Grimaus.<ref>Gedenktafeln in Berlin: Julian Grimau. Abgerufen am 4. November 2025.</ref>

Weblinks

Commons: Julián Grimau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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