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Judith Grümmer

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Judith Grümmer bei der Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 2024

Judith Grümmer (* 1958 in Köln) ist eine deutsche Rundfunkjournalistin, Audiobiografin, Autorin und Gründerin der gemeinnützigen Familienhörbuch gGmbH.

Leben und Arbeiten

Judith Grümmer studierte Geschichte, Geografie und Pädagogik in Köln mit Magisterabschluss. Während ihres Studiums war sie beim Westdeutschen Rundfunk zunächst als Fernsehjournalistin tätig, bevor sie sich ab Mitte der 1980er Jahre vor allem auf Hörfunkmoderation und Rundfunkarbeit bei WDR und Deutschlandfunk konzentrierte und ihre Liebe für den Hörfunk entdeckte. „Menschen eine Stimme geben“ wurde für sie zum Leitsatz ihrer journalistischen Arbeit. 2004 gründete sie dann zunächst das Redaktionsbüro „Familienhörbuch“, um neben ihrer Radioarbeit zunächst insbesondere mit Senioren private Audiobiografien ihrer eigenen Lebensgeschichten zu erarbeiten.

Ihre journalistischen Schwerpunkte lagen viele Jahre insbesondere in den Themengebieten Wissenschaft&Bildung mit Schwerpunkt auf Medizin, dort mit dem Schwerpunkt auf Palliativmedizin und Sterbebegleitung. In vielen ihrer Reportagen und Features dokumentierte sie Begegnungen mit Menschen, deren Lebensalltag durch Krankheit, Tod, existenzielle Krisen geprägt sind.

Seit 2004 galt lange Jahre ihr ehrenamtliches und journalistisches Interesse der Freiwilligenarbeit in Bolivien und der sozialpolitischen Entwicklung in diesem Land. So entstanden 2008 und 2009 in mehreren vielmonatigen freiwilligen Sozialeinsätzen der Journalistin, in Zusammenarbeit mit dem Bolivianischen Jugendherbergswerk, das Frauen- und Jugendprojektes „Cinco Palillos“ in den bolivianischen Anden sowie zahlreiche weitere journalistische Projekte.

Als Tochter des Kölner Künstlers Jürgen Hans Grümmer engagiert sie sich seit 2008 für den künstlerischen Nachlass ihres Vaters und hat eine Monografie über ihn veröffentlicht. Seit 2010 setzt sie sich für den Erhalt und die fachgerechte Sanierung des denkmalgeschützten Kölner Opernbrunnens ein. 2018 wurde sie in die Fachjury zur Möblierung des Kölner Offenbachplatzes berufen. Außerdem setzt sie sich als Erbin des künstlerischen Urheberrechts für eine sorgsame Weiterentwicklung des Kölner Universitätsgeländes ein, das in den 1960/70er Jahren von ihrem Vater als dreidimensionales Gesamtkunstwerk durchgeplant und realisiert worden war.

Neben ihrer Arbeit als Journalistin initiierte sie ab 2014 das Projekt Familienhörbuch „Audio-Biografien schwer erkrankter Mütter und Väter. Patienten erzählen für ihre Kinder“.<ref>Leonie Gubela: Letzte Worte. In: Die Tageszeitung: taz. 26. Oktober 2019, ISSN 0931-9085, S. 24 (taz.de [abgerufen am 26. Oktober 2019]).</ref> Die Entwicklung des Familienhörbuchs wurde schon in seiner Pilotphase von Fachleuten des Bonner Universitätsklinikums unter der wissenschaftlichen Leitung von Lukas Radbruch wissenschaftlich beraten und begleitet, um verbindliche Qualitätsstandards zu entwickeln, beschreiben und definieren zu können. Die Pilotstudie wurde von der RheinEnergieStiftung gefördert. Der positive Effekt auf die lebenslimitierend erkrankten Elternteile konnte in einer ersten Studie nachgewiesen werden.<ref>Henning Cuhls, Michaela Hesse, Gülay Ates, Lukas Radbruch: Audiobooks from terminally ill parent for their children – a qualitative evaluation. In: BMC Palliative Care. Band 20, 9. November 2021, ISSN 1472-684X, doi:10.1186/s12904-021-00872-6.</ref>

Zwei weitere Studien zur Wirkung des Familienhörbuchs sind zurzeit in Arbeit. Das Familienhörbuch ist Teil der Initiative zur Umsetzung der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“.

2019 gründete Grümmer die Familienhörbuch gGmbH mit dem Ziel, möglichst vielen anfragenden, unheilbar erkrankten Müttern und Vätern mit minderjährigen Kindern in ganz Deutschland und den Anrainerstaaten, die für sie kostenfreie Erstellung einer professionellen Audiobiografie anbieten zu können und diese Form der Audiobiografiearbeit im Gesundheitswesen zu etablieren. Das persönliche Familienhörbuch macht die elterliche Lebensgeschichte in der vertrauten Stimme hörbar und bewahrt sie für die Nachwelt auf. Judith Grümmer ist die geschäftsführende Gesellschafterin der als gemeinnützig anerkannten Organisation Familienhörbuch gGmbH.

Judith Grümmer ist verwitwet und Mutter von drei Söhnen.

Auszeichnungen

Literatur und Hörbücher

  • (als Hrsg.): Jürgen Hans Grümmer. Maler und Bildhauer. Die Neue Sachlichkeit, Lindlar 2010, ISBN 978-3-942139-09-0 (anlässlich der ersten posthumen Ausstellung im Kunsthaus Rhenania in Köln vom 2. Oktober 2010 bis 17. Oktober 2010, mit Beiträgen von Jürgen Becker, Conny Czymoch, Diter Frowein-Lyasso, Thomas Hackenberg, Christopher Schroer und Jo Schulte-Frohlinde).
  • (zusammen mit Max Steiner als Hrsg.): Mosaico Boliviano – Bolivien in Reportagen, Interviews und Momentaufnahmen. Steiner & Grümmer, Köln 2011, ISBN 978-3-00-033447-4.
  • Leben Sie wohl. Geschichte und Zukunft der Palliativmedizin. Ein Hörbuch, hrsg. von der Deutschen Krebshilfe.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Das Pallitiavmedizin-Hörbuch der Deutschen Krebshilfe (Memento vom 27. Mai 2012 im Internet Archive)</ref>
  • Neue Wege gehen. Ein Hörbuch über den Alltag erwachsener Menschen mit geistigen Behinderungen. Hrsg. von der Lebensgemeinschaft Eichhof.
  • Heike Fink. Mein Jahr mit dem Tod. Wie ich den großen Unbekannten besser kennenlernte. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2018, ISBN 978-3-641-21723-5.<ref>Mein Jahr mit dem Tod. Abgerufen am 6. Juni 2024.</ref>

Hörfunkproduktionen

Dokumentarfilme

  • „Unter dem Asphalt liegt der Strand – Ein grauer Schulhof wird grün“. Deutschland 1999, 30 Min., f., Dokumentarfilm, WDR-Fernsehen
  • „Mit der Straßenbahn durch NRW“. Deutschland 1981, 15 Min., Reportage von und mit Judith Grümmer<ref>alpha-retro: Mit der Straßenbahn durch NRW (1981). In: prisma Online. 1981, abgerufen am 13. November 2023.</ref>

Weblinks

Commons: Judith Grümmer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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