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Jordanów Śląski

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(Weitergeleitet von Jordansmühl)
Jordanów Śląski
Wappen der Gmina Jordanów Śląski
Jordanów Śląski (Polen)
Jordanów Śląski (Polen)
Jordanów Śląski
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Wrocławski
Gmina: Jordanów Śląski
Geographische Lage: 50° 52′ N, 16° 52′ OKoordinaten: 50° 51′ 50″ N, 16° 52′ 7″ O
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Einwohner: 1148 (<ref> Szukacz.pl, Jordanów Śląski - Informacje dodatkowe, abgerufen am 18. September 2010 </ref>)
Postleitzahl: 55-065
Telefonvorwahl: (+48) 71
Kfz-Kennzeichen: DWR
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Breslau
Datei:02019 0887 (2) Neolithische Widderfigur von Jordanow, um etwa von 3500 bis 2500 v. Chr, südliche Gruppe der TRB, Schlesien.jpg
Widder von Jordansmühl
Datei:Jordansmuhl-Sammlung Duncker (5413644).jpg
Rittergut Jordansmühl um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Datei:Jordanow Slaski Saint Stanislaus church 2015 P01.JPG
Kirche St. Stanislaus in Jordanów Śląsk

Jordanów Śląski (deutsch Jordansmühl, schlesisch Jottsmühle) ist ein Ort in der Landgemeinde Jordanów Śląski mit 3273 Einwohnern (Stand 1. Januar 2024) im Powiat Wrocławski der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.

Geographie

Jordanów Śląski liegt etwa. 17 Kilometer nördlich von Niemcza (Nimptsch), 20 Kilometer nordwestlich von Strzelin (Strehlen) und 35 Kilometer südlich von Breslau.

Nachbarorte sind Glinica (Gleinitz) im Südwesten, Świątniki (Schwentnig) im Westen, Dankowice (Dankwitz) im Südosten, Popowice (Poppelwitz) im Nordosten, Wilczkowice (Wilschkowitz) im Norden.

Geschichte

Das jungsteinzeitliche Gräberfeld von Jordansmühl führte zur Einführung der gleichnamigen Jordansmühler Kultur. Ein tönerner Widder von diesem Fundplatz ist im Wappen des Ortes abgebildet.<ref>Seger H.: Der Widder von Jordansmühl. In: Jahrbuch für prähistorische und ethnographische Kunst (IPEK) 4 1928 S. 13–17</ref> Es ist dem Wappen des ritterlichen Geschlechts von Gregersdorf entlehnt, die bis ins 17. Jahrhundert Erbherren von Jordansmühl waren.<ref>Jahrbuch für schlesische Kirchengeschichte. Verlag Unser Weg, 1980, ISBN 978-3-87836-341-5.</ref> Möglicherweise wurde das Straßenangerdorf im 13. Jahrhundert als Ostsiedlung nach Deutschem Recht gegründet. Die Ersterwähnung erfolgte 1282 in einer Urkunde, die Graf Franz von Tinz ausstellte.<ref>Winfried Irgang, Historische Kommission für Schlesien: Schlesisches Urkundenbuch: 1282-1290. Böhlau, 1971, ISBN 978-3-412-06191-3.</ref> Es gehörte zum piastischen Herzogtum Brieg, mit dem es 1675 durch Heimfall an Böhmen fiel. 1299 tritt in einer Urkunde als Zeuge der Bürger von Breslau Hermann, Scholz de Jordani molendivo auf.<ref>Aloys Lerche: Die territoriale Entwicklung der schlesischen Johanniter-Kommenden Gross-Tinz, Beilau, Lossen und Alt-Zülz bis zum Jahre 1333: Kapitel 3: I. Gross-Tinz. Schlesische Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau., 1912, S. 31.</ref><ref>Gerhard Pfeiffer: Das Breslauer Patriziat im Mittelalter. Trewendt & Granier, 1929.</ref>

Jordansmühl bestand aus zwei Anteilen. 1471 besaß Ruprecht Tschesch einen Anteil, Anfang des 14. Jahrhunderts die Herren von Schweinichen. Letztere brachten bis 1517 den größten Teil des Dorfes an sich. Nach dem Aussterben der Herren von Gregersdorf kaufte 1630 der Landesälteste des Fürstentums Brieg, Sigismund von Pfeil und Klein-Ellguth das Gut. Nach dessen Tod fiel der Besitz an die Witwe Ludmilla geborene von Gregersdorf. Der Dreißigjährige Krieg bewirkte einen Bevölkerungsrückgang. In Jordansmühl existierten zu dieser Zeit sieben verlassene Bauernhöfe. 1651 zählte die Pfarrei 300 Erwachsene Gläubige. 1682 kaufte es Sebald von Saurma.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Jordansmühl mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. Die alten Verwaltungsstrukturen wurden aufgelöst und Jordansmühl in den Kreis Nimptsch eingegliedert. 1771 waren die Besitzer die Familie von Taubadel, nach ihnen die Herren von Münchow und 1773 Graf von Sandreczky und Sandraschütz. Ende des 18. Jahrhunderts gehörte es Hans Graf von Sandreczky. 1783 zählte der Ort zwei herrschaftliche Vorwerke, eine evangelische Kirche, ein Pfarr- und Schulhaus, 14 Bauern, 29 Gärtner, eine Mühle und 20 Angerhäusler. Der zweite Anteil gehörte zur Landgemeinde Groß-Tinz und enthielt drei Bauern und fünf Häusler. Die Einwohneranzahl in beiden Anteilen betrug 567 Menschen.<ref>Friedrich Albert Zimmermann: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien. Trang., 1783, S. 38.</ref>

1845 besaß den ersten Anteil der Erb-Landmarschall Erdmann Graf von Sandreczky-Sandraschütz, den zweiten Anteil die Bahr’schen Erben, bis 1810 die Malteser Kommende. 1845 umfasste der erste Anteil: 70 Häuser, ein herrschaftliches Schloss, zwei Vorwerke, 808 Einwohner, davon 38 katholisch und der Rest evangelisch, eine evangelische Pfarrkirche mit Pfarrwidum unter dem Patronat der Grundherrschaft, eine evangelische Schule, eine Freischoltisei, eine Wassermühle, eine Brau- und Brennerei, 19 Handwerker, sieben Händler und zwei Krämer. Der zweite Anteil enthielt: Drei Bauerngüter, eine Freihäuslerstelle, ein Auergarten, ferner zwei Wiesen und zwei einzelne Hufen, insgesamt 11 Häuser, 39 Einwohner, davon 6 katholisch und der Rest evangelisch. Zur hiesigen Parochie waren gepfarrt: Jordansmühl, Bischkowitz, Dankwitz, Dürr-Hartau, Jeseritz, Mlietsch, Poppelwitz, gastweise Gleinitz, Johnsdorf und Kanigen.<ref>Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topograph. Übersicht der Dörfer, Flecken, ... der königl. Preußischen Provinz Schlesien (etc.) 2., verm. Auflage. Graß, 1845, S. 260.</ref> Von 1862 bis 1945 gehörte das Gut der Familie von Kriegsheim. 1880 wurde aus den Landgemeinden Jordansmühl, Mlietsch und Poppelwitz der Amtsbezirk Jordansmühl gebildet.<ref>Amtsbezirk Jordansmühl. Abgerufen am 4. Dezember 2020.</ref> 1943 wurden 1300 Einwohner gezählt.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Jordansmühl mit dem größten Teil Schlesiens 1945 an Polen. Nachfolgend wurde es durch die polnische Administration in Jordanów Śląski umbenannt. Die deutschen Einwohner wurden, soweit sie nicht schon vorher geflohen waren, vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner stammten teilweise aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war.

Sehenswürdigkeiten

  • Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Stanislaus (polnisch Kościół św. Stanisława Biskupa) war bis 1945 die evangelisch-lutherische Pfarrkirche des Ortes. Die Kirche von Jordansmühl wurde 1335/42 erstmals erwähnt.<ref>Verein für Geschichte Schlesiens: Zeitschrift des Vereins für Geschichte Schlesiens. F. Hirt, 1930.</ref> Mit der Einführung der Reformation 1534 wurde sie den Protestanten übergeben. Die heutige Kirche wurde im 15. Jahrhundert erbaut, 1715 ein neuer Kirchturm errichtet, 1738 im Barockstil umgebaut, 1945 teilweise zerstört, 1946 den Katholiken übergeben und neu geweiht. Von der barocken Innenausstattung haben sich erhalten: ein Hölzerner Altar und Kanzel aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts, ein hölzernes Taufbecken aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, ein hölzerner Orgelprospekt von 1887 aus der Werkstatt des Schweidnitzer Orgelbauunternehmens Schlag & Söhne, hinter dem Altar und an der Südwand des Presbyteriums Grabsteine aus dem 16./17. Jahrhundert. Die Kirche ist umgeben von einem Friedhof mit Umfassungsmauer.<ref>Gmina JORDANÓW ŚLĄSKI. Abgerufen am 4. Dezember 2020.</ref>
  • Ehemaliges Pfarrhaus aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, diente nach 1945 zeitweise als Schule.

Landgemeinde

Verkehr

Der Bahnhof Jordanów Śląski lag an der Bahnstrecke Kobierzyce–Piława Górna.

Persönlichkeiten

Weblinks

Commons: Jordanów Śląski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>