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Johanneskirche (Heidelberg-Neuenheim)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Johanneskirche Ostseite.JPG
Johanneskirche, Blick von Osten
Datei:Heidelberg Johanneskirche Innenraum 20110110.jpg
Innenraum mit Blick zu Altar und Orgel
Datei:Kanzel Johanneskirche.JPG
Kanzel

Die Johanneskirche ist eine neugotische evangelische Kirche im Heidelberger Stadtteil Neuenheim, die in den Jahren von 1899 bis 1902 errichtet wurde.

Geschichte

Nach der Eingemeindung Neuenheims nach Heidelberg im Jahr 1891 wuchs der neue Stadtteil rasch. Die alte Johanneskirche am Neuenheimer Marktplatz, seit der Reformation evangelisch, war bald zu klein. 1895 wurde eine Erweiterung geplant, schließlich beschloss man aber den Neubau einer größeren Kirche außerhalb des alten Dorfkerns. Im Jahr 1900 wurde an einem Knick der Handschuhsheimer Landstraße der Grundstein für die neue Kirche gelegt, die den Namen von der alten Kirche übernahm, allerdings nun auf den Evangelisten Johannes, nicht auf Johannes den Täufer bezogen. Am 11. Mai 1902 wurde die neue Johanneskirche im Beisein des Großherzogs Friedrich I. eingeweiht.

Die Pläne für den Bau stammten vom Architekten und großherzoglich badischen Oberbaudirektor Hermann Behaghel, der zahlreiche historistische Kirchenbauten in Baden entwarf. Die Johanneskirche war sein erster Kirchenneubau in Heidelberg, ihr folgten die Christuskirche in der Weststadt, die Kreuzkirche in Wieblingen und die Friedenskirche in Handschuhsheim.

Beschreibung

Datei:Innenansicht der Johanniskirche Heidelberg-Neuenheim - LABW - Generallandesarchiv Karlsruhe 69 Baden, Sammlung 1995 F I Nr. 221, 4 (cropped).jpg
Innenraum anno 1902

Die Kirche orientiert sich in ihrem Stil an der burgundischen Frühgotik, ist aber im Gegensatz zu gotischen Kirchen als Zentralbau ausgeführt. Der Grundriss basiert auf einem griechischen Kreuz, wobei der südliche Arm (hinter dem Altar) als Konfirmandensaal abgetrennt ist. Die Kirche steht frei an einer Straßengabelung, so ist die Fassade nach drei Seiten hin wirkungsvoll gestaltet. Über dem Haupteingang im Norden ragt der markante, 55 m hohe Turm auf.

Der Innenraum folgt dem damals neuen Wiesbadener Programm, das die Funktionalität in den Vordergrund rückt und die Einheit von Kanzel, Altar und Orgel propagiert. So flankieren Kanzel und Taufstein den Altar, über dem sich die Orgel befindet. Als typische Predigtkirche weist die Johanneskirche an allen Seiten umlaufende Emporen auf. Von der ursprünglichen Ausmalung hat sich nur die Darstellung der Bergpredigt über dem Altar erhalten, der Rest wurde bei einer Renovierung im Jahr 1957 entfernt.

Die heutige Orgel wurde 1974 von der Firma Friedrich Weigle in Echterdingen gebaut und verfügt über 36 Register.<ref>Heidelberg/Neuenheim, Johanneskirche – Organ index, die freie Orgeldatenbank. Abgerufen am 14. März 2026.</ref>

Kirchenmusiker

Literatur

  • Hans Gercke: Kirchen in Heidelberg. 1. Auflage. Schnell und Steiner, Regensburg 2011, ISBN 978-3-7954-2413-8, S. 76–78.
  • Vom Täufer zum Apostel. Johanneskirche in Neuenheim ist 100 Jahre alt. In: Stadtblatt Stadt Heidelberg, Nr. 20 vom 15. Mai 2002.
  • Hans-Jürgen Holzmann: Johanneskirche und Johanneshaus in Heidelberg-Neuenheim. verlag regionalkultur, Ubstadt-Weiher u. a. 2022, ISBN 978-3-95505-351-2.

Weblinks

Commons: Evangelische Johanneskirche (Neuenheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 49° 25′ 4,4″ N, 8° 41′ 26,5″ O

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