Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium (Münnerstadt)
| Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Schulform | Gymnasium | |||||
| Schulnummer | 0215 | |||||
| Gründung | 1660 | |||||
| Adresse | Dr.-Ortloff-Weg 1 | |||||
| Ort | Münnerstadt | |||||
| Land | Bayern | |||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Koordinaten | 50° 15′ 8″ N, 10° 11′ 16″ O
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| Schüler | 417 (Schuljahr 2024/25)<ref name="Schuldatenbank">Joh.-Philipp-v.-Schönborn-Gymnasium Münnerstadt in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und KultusVorlage:Abrufdatum</ref> | |||||
| Lehrkräfte | 36 hauptamtliche (Schuljahr 2024/25)<ref name="Schuldatenbank" /> | |||||
| Leitung | Peter Rottmann | |||||
| Website | www.schoenborn-gymnasium.com | |||||
Das Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium ist ein 1660 gegründetes sprachliches, humanistisches und wirtschaftswissenschaftliches Gymnasium in Münnerstadt im Landkreis Bad Kissingen. Im Schuljahr 2024/25 besuchten 417 Schülerinnen und Schüler die Schule. Sie wurden von 36 hauptamtlichen Lehrkräften unterrichtet.<ref name="Schuldatenbank" />
Geschichte
Das Gymnasium wurde im Jahr 1660 durch den Würzburger Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn mit Unterstützung des Weltpriesterordens der Bartholomiten gegründet. Nach der Auflösung dieses Ordens im Jahr 1680 übertrug Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenberg die schulische Leitung 1685 den Augustinern. Diese prägten das geistige und pädagogische Profil der Schule für mehr als ein Jahrhundert.
Im Zuge der Säkularisation 1803 wurde das Gymnasium verstaatlicht und den Augustinern die unmittelbare Verantwortung entzogen. Dennoch blieben sie dem Schönborn-Gymnasium bis in die Gegenwart eng verbunden. Die Schule wurde zunächst als humanistisches Gymnasium geführt, später kam ein neusprachlicher Zweig hinzu.
Einen wichtigen Entwicklungsschritt stellte das Jahr 1969 dar, als das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus das Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium als eines von wenigen Gymnasien in Bayern auswählte, um in den Jahrgangsstufen 12 und 13 die Kollegstufe einzuführen. Dieses pädagogische Modell erlangte unter der Bezeichnung „Münnerstädter Modell“ überregionale Bekanntheit.
Zum Schuljahr 1999/2000 beteiligte sich die Schule am Schulversuch „Europäisches Gymnasium“.
Seit September 2002 nahm das Schönborn-Gymnasium am Pilotprojekt „Achtjähriges Ganztagsgymnasium“ teil, das schrittweise von der 5. bis zur 10. Jahrgangsstufe aufgebaut wurde. Bereits im Schuljahr 2002/03 verzeichnete die Schule mit 54 Anmeldungen die höchste Zahl unter den bayerischen Ganztagsgymnasien. Der Unterricht ist seither durch eine rhythmisiert gestaltete Tagesstruktur, neue Unterrichtsmethoden, gezielte Förderung sowie eine kind- und jugendgemäße Freizeitgestaltung geprägt.
Mit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8) endete 2011 das neunjährige Gymnasium. In der Folge umfasste die Schule bis 2024 die Jahrgangsstufen 5 bis 12. Zum Schuljahr 2024/25 wurde der wirtschaftswissenschaftliche Zweig als weitere Ausbildungsrichtung eingeführt. Mit der Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) besteht seit dem Schuljahr 2025/26 wieder eine 13. Jahrgangsstufe.
Ausbildungsrichtungen und Sprachenfolge
Das Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium ist als sprachliches, humanistisches und wirtschaftswissenschaftliches Gymnasium organisiert. Die Schülerinnen und Schüler können ab der 5. Jahrgangsstufe entweder mit Englisch oder Latein beginnen. Ab der 6. Jahrgangsstufe tritt wahlweise Latein oder Französisch hinzu. In der 8. Jahrgangsstufe besteht die Möglichkeit, Altgriechisch, Spanisch oder den wirtschaftswissenschaftlichen Zweig mit Wirtschaft und Recht beziehungsweise Wirtschaftsinformatik zu wählen. Zusätzlich kann ab der 11. Jahrgangsstufe Italienisch als spätbeginnende Fremdsprache belegt werden.
Ganztagsgymnasium
Seit dem Schuljahr 2004/05 bietet das Schönborn-Gymnasium Unterricht in gebundener Ganztagsform an. Dieser ist durch eine enge pädagogische Betreuung, und rhythmisiertes Lernen gekennzeichnet. Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, ihr Mittagessen im benachbarten Studienseminar St. Josef einzunehmen. Schriftliche Aufgaben werden an Tagen mit Nachmittagsunterricht in der Schule erledigt. Der gebundene Ganztagsbetrieb umfasst die Jahrgangsstufen 5 bis 10 und erstreckt sich montags bis donnerstags von 8:00 bis 16:10 Uhr sowie freitags bis 13:00 Uhr, mit der Möglichkeit einer Betreuung bis 14:00 Uhr.
Schüleraustausche und Studienfahrten
Das Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium pflegt ein anspruchsvolles Fahrten-Konzept. Bereits in der 5. Jahrgangsstufe nehmen die Schülerinnen und Schüler an einem Schullandheimaufenthalt in Reichmannshausen teil, der vor allem dem sozialen Miteinander dient. In der 6. Jahrgangsstufe folgt eine Fahrt an die Nordsee, während in der 7. Jahrgangsstufe traditionell ein Skikurs in Flachau (Österreich )angeboten wird. In der 9. Jahrgangsstufe besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an einem Schüleraustausch mit dem Kossuth-Lajos-Gimnázium in Mosonmagyaróvár (Ungarn). Weitere Austauschangebote halten derzeit die modernen Fremdsprachen parat, Französisch - mit Stenay, Partnerstadt Münnerstadts - und Spanisch mit der Holmberg-Schule Quilmes/Buenos Aires. Die 10. Klassen unternehmen alljährlich eine einwöchige Studienfahrt nach Berlin, bevor die 12. Jahrgangsstufe mit der Abiturfahrt, etwa in die Toskana oder nach Katalonien, den Fahrtenkanon abschließt. Ergänzt werden diese Angebote durch Tagesfahrten in bestimmten Fächern (z. B. ins Pompejanum/Latein) und Exkursionen in den Leistungsfächern.
Kulturelles Angebot
Das Schulleben wird geprägt durch ein vielfältiges musikalisches und kulturelles Angebot. Neben einem Unter-, Mittel- und Oberstufenchor bestehen die John-Philipps Big Band, ein Bläserensemble sowie ein Schulorchester mit angeschlossenem Nachwuchsorchester. Diese Ensembles treten regelmäßig bei schulischen Veranstaltungen sowie beim öffentlichen Neujahrskonzert auf. Ergänzt wird das kulturelle Profil der Schule durch Aufführungen der Theatergruppe und durch regelmäßige Lesungen.
Generalsanierung
Die beiden Gebäudetrakte der Schule aus den Jahren 1962 und 1972 wurden ab März 2006 umfassend generalsaniert. Ziel der Maßnahmen war insbesondere die Erweiterung der Raumkapazitäten und die Modernisierung der baulichen Infrastruktur. Im Zuge der Sanierung entstanden unter anderem eine verglaste Aufenthaltshalle mit Cafeteria, zwei Verbindungsgänge zwischen den Gebäudeteilen, neue Fachräume für Biologie und Chemie, ein Computerraum sowie ein neu gestalteter Pausenhof. Die vollständig sanierte Schule wurde im September 2008 feierlich eingeweiht.
Mit dem Gymnasium verbundene Persönlichkeiten
Ehemalige Lehrkräfte
- Georg Michael Klein (1776–1820), Philologe, Philosoph und Hochschullehrer, Studienrektor des Gymnasiums
- Josef Gutenäcker (1800–1886), Professor am Gymnasium und Mitglied im Historischen Verein für den Untermainkreis
- Pius Keller (1825–1904), Augustinerpater
- Günter Wojaczek (1932–1997), Altphilologe, absolvierte hier einen Teil seines Vorbereitungsdienstes für das Lehramt an Höheren Schulen
- Hans-Josef Fell (* 1952), ehemaliger Bundestagsabgeordneter
- Kornelia Kressirer, Klassische Archäologin; 2010/11 Projektbezogene Referentin für Archäologie und griechische und römische Antike
Ehemalige Schüler
- Sigismund Büttner (1691–1742), Augustinerpater, Philosoph und Theologe
- Balthasar Wüst (1720–1761), Augustinerpater, Musiker und Komponist
- Alexius Molitor (1730–1773), Augustinerpater und Komponist
- Anton Müller (1755–1827), Arzt und erster Psychiater am Würzburger Juliusspital
- Ignaz Reder (1746–1796), Arzt und Widerstandskämpfer
- Franz Georg Benkert (1790–1859), Theologe und Buchautor
- Joseph Zeyer (1801–1875), Jurist, Abgeordneter der bayerischen Kammer der Abgeordneten
- Johann Freiherr von Lutz (1826–1890), bayerischer Minister von 1880 bis 1890 Vorsitzender im bayerischen Ministerrat
- Clemens Fuhl (1874–1935), Augustinerpater, Provinzial, Kommissär und später Generalprior des Augustinerordens
- Maximilian Schwandner (1881–1972), General
- Josef Friedrich Matthes (1886–1943), Journalist, Schriftsteller und rheinischer Separatist
- Leo Weismantel (1888–1964), Schriftsteller
- Engelbert Eberhard (1893–1958), Augustinerpater, Provinzial und später Generalprior des Augustinerordens
- Matthias Gleitze (1902–1989), Oberkreisdirektor des Landkreises Duderstadt
- Hermenegild Maria Biedermann (1911–1994), katholischer Theologe, Hochschullehrer und Augustiner-Eremit
- Friedrich Karl Röther (1919–2005), Verwaltungsjurist, Landrat von Schwäbisch Gmünd
- Lutz Eckart (1919–2000), Kunstmaler und Dozent an der Akademie für Bildende Künste in Florenz
- Arno Borst (1925–2007), Historiker
- Reinhold Vöth (1930–1997), Bayerischer Staatssekretär, Intendant des Bayerischen Rundfunks, später Vorsitzender der ARD
- Roger Gerhardy (1944–2014), Augustinerpater, Journalist, Direktor des Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses
- Hartmut Guhling (* 1968), Richter am Bundesgerichtshof
Literatur
- Joseph Gutenäcker: Geschichte des Gymnasiums in Münnerstadt. 1. Heft, Bonitas, Würzburg 1835
Weblinks
Einzelnachweise
<references />