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Iodwasserstoffsäure

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Jodwasserstoffsäure)
Allgemeines
Name Iodwasserstoffsäure
Andere Namen
Summenformel HI(aq)
Kurzbeschreibung

schwach gelbliche, wässrige, saure Lösung von Iodwasserstoff – färbt sich an Luft und Licht durch freiwerden von Iod dunkel<ref name="GESTIS"/>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN (für Iodwasserstoff)
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 127,91 g·mol−1
Aggregatzustand

wässrige Lösung

pKS-Wert

−10 (bei 25 °C)<ref name="williams">chem.wisc.edu: pKa Data, Compiled by R. Williams (PDF; 645 kB).</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314
P: 280​‐​305+351+338​‐​310<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Iodwasserstoffsäure ist eine Lösung von Iodwasserstoff (HI) in Wasser. Ihre Salze heißen Iodide. Sie ist nach Flusssäure, Salzsäure und Bromwasserstoffsäure das vorletzte Glied in der Reihe der Halogenwasserstoffsäuren. Die Säurestärke nimmt innerhalb der Hauptgruppe zu. Allerdings ist Iodwasserstoffsäure nicht nur die stärkste stabile Halogenwasserstoffsäure (nach dem instabilen Astatwasserstoff), sondern auch die stärkste bekannte stabile sauerstofffreie Säure überhaupt (vgl.: Säurestärke).

In den Handel kommt Iodwasserstoffsäure meist als 56,7-prozentige Säure. Dies entspricht dem Azeotrop, das bei 126,7 °C siedet. Die Dichte beträgt bei 25 °C 1,708 g/cm3<ref>A. F. Holleman, N. Wiberg: Anorganische Chemie. 103. Auflage. 1. Band: Grundlagen und Hauptgruppenelemente. Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2016, ISBN 978-3-11-049585-0, S. 505 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Synthese

Iodwasserstoffsäure kann wie folgt hergestellt werden:

Ein Syntheseweg erfolgt mittels Verdrängungsreaktion. Hierbei wird die Iodwasserstoffsäure mittels einer starken Säure (Phosphorsäure) aus ihrem Salz (Kaliumiodid) freigesetzt und anschließend abdestilliert. Es entsteht Iodwasserstoff und ein Phosphorsalz des Kaliums, Kaliumphosphat.

<math>\mathrm{3 \ KI + H_3PO_4 \longrightarrow 3 \ HI + K_3PO_4}</math>
Kaliumiodid und Phosphorsäure reagieren zu Iodwasserstoff und Kaliumphosphat.

Eine weitere Synthese ist durch Oxidation von Schwefelwasserstoff mit Iod möglich. Dabei flockt elementarer Schwefel aus, während der Iodwasserstoff gelöst bleibt. Der Schwefel kann anschließend abfiltriert werden.<ref>G. Brauer (Hrsg.), Handbook of Preparative Inorganic Chemistry 2nd ed., vol. 1, Academic Press 1963, S. 286–289.</ref>

<math>\mathrm{I_2 + H_2S_{aq} \longrightarrow 2 \ HI_{aq} + S \downarrow}</math>
Iod und Schwefelwasserstoff reagieren in wässriger Lösung zur Iodwasserstoffsäure und Schwefel, der in wässriger Lösung ausflockt.

Eine weitere Synthese von Iodwasserstoff erfolgt mittels eines Zweischritt-Prozesses: Zuerst wird Iod mit Phosphor in einer sauerstoffarmen Umgebung verbrannt. Anschließend wird das entstandene Phosphortriiodid langsam in Wasser gegeben.

<math>\mathrm{2 \ P + 3 \ I_2 \longrightarrow 2 \ PI_3}</math>
Phosphor und Iod reagieren zu Phosphortriiodid.
<math>\mathrm{2 \ PI_3 + 6 \ H_2O \longrightarrow 6 \ HI + 2 \ H_3PO_3}</math>
Phosphortriiodid und Wasser reagieren stark exotherm unter der Bildung von Iodwasserstoffsäure und Phosphonsäure.

Nachweis

Der Nachweis der Iodidionen kann mit Silbernitrat-Lösung vorgenommen werden. Hierbei wird ein gelber, äußerst schwerlöslicher Niederschlag von Silberiodid beobachtet. Dieser ist um Zehnerpotenzen schwerer löslich als jener der anderen Silberhalogenide. Deshalb wird bei Zugabe von gesättigter Silberchlorid-Lösung zu einer iodidhaltigen Lösung ein Niederschlag beobachtet.

Sicherheitshinweise

Iodwasserstoffsäure wirkt auf Haut, Atemwege und Schleimhäute stark reizend. Sie ist als starke Säure in der Lage lebendes Gewebe zu zerstören (Verätzung). Schwere, schlecht oder gar nicht heilende Verletzungen können die Folge einer Iodwasserstoffsäureverätzung sein.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Halogenwasserstoffe: Fluorwasserstoff | Chlorwasserstoff | Bromwasserstoff | Iodwasserstoff | Astatwasserstoff

Halogenwasserstoffsäuren: Flusssäure | Salzsäure | Bromwasserstoffsäure | Iodwasserstoffsäure  Vorlage:Klappleiste/Ende