Jahrhunderthalle (Frankfurt am Main)
Die Jahrhunderthalle ist eine Konzert- und Kongresshalle in Frankfurt am Main.
Bau und Name
Mitte der 1950er Jahre wurden die Architekten Friedrich Wilhelm Kraemer und Ernst Sieverts beauftragt, eine Halle anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Farbwerke Hoechst AG zu planen. Nach 17-monatiger Bauzeit wurde sie am 11. Januar 1963 eröffnet.<ref name="AZ-MZ 2013-01-11 II">Ein Ufo im Frankfurter Westen – Jahrhunderthalle: Heute vor genau 50 Jahren, am 11. Januar 1963, wurde der Kuppelbau eröffnet; in: Verlagsgruppe Rhein Main, Allgemeine Zeitung Mainz: Ressort Kultur, Seite 27, am Freitag, 11. Januar 2013</ref> Die statische Beratung erfolgte durch das Büro von Hubert Beck aus Frankfurt am Main.
Die freistehende Halle ist trotz ihrer geringen Höhe auch von weitem gut zu erkennen. Grund dafür ist die für die 1960er Jahre ungewöhnliche Bauweise. Die Halle besteht aus einem rechteckigen Sockelgeschoss mit einer Grundfläche von ca. 13.000 Quadratmetern<ref>Happy Birthday, Jahrhunderthalle., In: Bild regional vom 11. Januar 2013, abgerufen am 2. Dezember 2022.</ref>, in der das Foyer und die kleineren Säle sowie das Restaurant untergebracht sind. Darüber spannt sich eine Kuppel mit sechs Auflagepunkten. Der Durchmesser beträgt etwa 85 Meter. Der Kuppelsaal umfasst eine Fläche von 4.800 m² und bietet je nach Umfang der Bestuhlung bis zu 2.700 Sitzplätze, bei Veranstaltungen mit überwiegend Stehplätzen Platz für 4.800 Gäste.<ref>Webseite der Jahrhunderthalle Frankfurt, abgerufen am 8. Juli 2018</ref> Die einzigartige Raumakustik ermöglicht die vielseitige Nutzung des Saals.
Die Halle stand anfangs im Eigentum des Hoechst-Konzerns und wurde 1999 für eine symbolische D-Mark an die Deutsche Entertainment AG (DEAG) in Berlin verkauft.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( vom 4. März 2016 im Internet Archive)</ref>
Der ursprüngliche Name der Halle Jahrhunderthalle Hoechst ist nach dem Unternehmen gebildet und nicht nach dem Stadtteil Frankfurt-Höchst. Die Halle befindet sich auf einem nördlichen Ausläufer der Sindlinger Gemarkung,<ref>Judith Dietermann: Gemüse, das nach Bockenheim gehört. In: fnp.de. 5. November 2018, abgerufen am 17. Februar 2024.</ref> jedoch innerhalb der Stadtteilgrenzen von Unterliederbach.
Seit dem 60. Jubiläum lautet der offizielle Name „myticket Jahrhunderthalle Frankfurt“.<ref>Jahrhunderthalle Frankfurt: Neuigkeiten, Myticket Jahrhunderthalle wird 60. Abgerufen am 8. Februar 2023.</ref>
Der Volksmund gab dem Bau einige Spitznamen:
- Winnackers Wirtschaftswunderwarze oder Winnackers Wohlstands-Pocke nach Karl Winnacker, dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden der Hoechst AG<ref>Nicht nur Louis Armstrong war da Frankfurter Neue Presse vom 6. Januar 2013</ref>
- Pyramidom (mit m) als alliterative Persiflage auf das in der Hoechst-AG gefertigten Schmerzmittel Pyramidon
- Iglu nach der Bauform eines Iglus
- Calimeros Ei nach der Eierschalen-Kopfbedeckung von Calimero<ref>Jörg Ortmann: Ein halbes Jahrhundert Jahrhunderthalle (bild.de, 11. Januar 2013)</ref>, einem Anime-Küken
Nutzung
Die Jahrhunderthalle wird für Konzerte und Hauptversammlungen genutzt, zum Beispiel von der Deutsche Post AG.<ref name="AZ-MZ 2013-01-11 II" /> Das erste Konzert gab Yehudi Menuhin. 1969 folgte Janis Joplins einziges Konzert in Deutschland, organisiert von dem örtlichen Promoter Fritz Rau.
Am 21. Februar 1970 ließ Rau dort auch Jethro Tull auftreten. Bei ihrem ausverkauften Konzert warfen randalierende Rockfans die vordere Glasfront der Jahrhunderthalle ein, um sich Zutritt zu verschaffen. Es entstand ein Schaden von 40.000 DM; Sicherheitsdienste gab es damals noch nicht. Wegen der Krawalle erwogen die Hauseigentümer kurzzeitig, keine Rock-Veranstaltungen mehr zu genehmigen.<ref>Fritz Rau: 50 Jahre Backstage – Erinnerungen eines Konzertveranstalters. Palmyra, Heidelberg 2005. Seite 98–101</ref>
Siehe auch
- Festhalle (Frankfurt am Main)
- Ballsporthalle Frankfurt am Main
- Jahrhunderthalle (Breslau), UNESCO-Weltkulturerbe
Literatur
- Adrian Seib: Jahrhunderthalle. In: Freunde Frankfurts, Wilhelm E. Opatz (Hrsg.): Frankfurt 1960–1969. Architekturführer. Niggli Verlag, Zürich 2016, ISBN 978-3-7212-0943-3, S. 56–63.
Weblinks
- Offizielle Website der Jahrhunderthalle
- Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Jahrhunderthalle, Hoechst. In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen.
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 50° 5′ 57″ N, 8° 31′ 8″ O
{{#coordinates:50,099166666667|8,5188888888889|primary
|dim=500
|globe=
|name=
|region=DE-HE
|type=landmark
}}
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Halle
- Sportstätte in Frankfurt am Main
- Konzerthaus in Deutschland
- Industriekultur Rhein-Main (Frankfurt am Main)
- Kulturdenkmal in Frankfurt am Main
- Erbaut in den 1960er Jahren
- Bauwerk in Frankfurt-Sindlingen
- Frankfurt-Unterliederbach
- Bauwerk der Moderne in Frankfurt am Main
- Kuppelbauwerk
- Bauwerk aus Beton
- Sportstätte für Badminton in Deutschland
- Spielstätte für Musik in Frankfurt am Main