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Jüdische Gemeinde Bad Kissingen

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Die Jüdische Gemeinde von Bad Kissingen, eines unterfränkischen Kurorts im bayerischen Landkreis Bad Kissingen, ist erstmals für das Jahr 1298 belegt und existierte bis zu den antisemitischen Verfolgungen des Nationalsozialismus.

Geschichte

Anfänge

Die erste Erwähnung von Juden in Bad Kissingen steht in Zusammenhang mit dem Rintfleisch-Pogrom des Jahres 1298, in dem ein angeblicher Fall von Hostienschändung im unterfränkischen Röttingen (Landkreis Würzburg) zu Judenverfolgungen durch Rintfleisch (je nach Quelle verarmter Ritter bzw. Fleischermeister) führte.<ref name=Beck-Walter-13>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 13</ref> Ob das Pogrom in Kissingen stattfand, ist nicht gesichert, da es für diese Zeit ansonsten keine weiteren Hinweise auf Juden im Ort gibt. Diesbezügliche Einträge im Nürnberger Memorbuch lassen eine Verwechslung Kissingens mit dem Ort Kitzingen vermuten, doch sprechen die auch graphisch unterschiedliche Schreibweise beider Ortsnamen sowie das Auftreten von Judenverfolgungen in der Kissinger Umgebung gegen eine solche Verwechslung.<ref name=Beck-Walter-13/>

Infolge des Rintfleisch-Pogroms wurden die Kissinger Juden gegen die Entrichtung von Abgaben unter der Obhut von Adeligen wie beispielsweise (ab 1500) der Familie von Erthal zu Schutzjuden; sie lebten auf dem heute noch erhaltenen Judenhof in der heutigen Bachstraße.<ref name=Beck-Walter-15>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 15</ref> Diese Maßnahme führte jedoch im Lauf der Zeit zu einer Ghettoisierung der Juden.<ref name=Beck-Walter-15/> Im Jahr 1644 lag die Anzahl der in Kissingen lebenden Schutzjuden bei 163.<ref name=Beck-Walter-16>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 16</ref> 1705 entstand nahe dem Judenhof ein jüdisches Bet- und Schulhaus (am Standort der heutigen Bachstraße 2); diesem folgte 1851/52 die „Alte Synagoge“.<ref name=Beck-Walter-20-26>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 20–26</ref>

Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam es einerseits durch das Auftauchen fremder Betteljuden<ref name=Beck-Walter-16/><ref>Walter Mahr: Geschichte der Stadt Bad Kissingen. Ein Abriß. Bad Kissingen 1959, S. 117.</ref> zum Konflikt zwischen christlichen und jüdischen Interessen und andererseits im Jahr 1740 zu einer – allerdings erfolglosen – Beschwerde des Stadtrates gegenüber Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn-Buchheim über zu viele im Ort lebende Juden.<ref name=Beck-Walter-16/>

Emanzipation nach 1813

Bad Kissinger Rabbiner im 19. und 20. Jahrhundert
Name Amtszeit
R. Moses 1799–1809
David Wolff ????–1824
Lazarus Adler 1840–1852
Gabriel Hirsch Lippman 1852–1864
Moses Löb Bamberger 1867–1899
Seckel Bamberger
(Neffe und Schwiegersohn von Moses Löw Bamberger)
1902–1932
Max Ephraim 1932–1938
Bevölkerungsentwicklung
Jahr Anzahl der Juden im Ort Anteil an der Gesamtbevölkerung
1816 181 17,0 % von insgesamt 1.064
1837 210 13,1 % von 1.600
1867 314 12,1 % von 2.591
1880 356 9,2 % von 3.873
1900 333 7,0 % von 4.757
1910 307 5,3 % von 5.831

Ein erster großer Schritt zur gesellschaftlichen Emanzipation der Juden bedeutete das Bayerische Judenedikt von 1813, welches den Juden Rechte zusicherte.<ref name=Beck-Walter-17>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 17</ref> Eine weitere Verbesserung für die Situation der Juden trat 1861 durch die Abschaffung des „Matrikelparagraphen“ ein, der bis dahin den erlaubten Anteil jüdischer Einwohner an der Bevölkerung begrenzt hatte.<ref name=Beck-Walter-17-18>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 17–18</ref> Mit der Deutschen Reichsgründung waren die Juden als deutsche Staatsbürger gleichberechtigt.<ref name=Beck-Walter-18>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 18</ref> Die Kissinger Juden konnten aus dem Judenhof ausziehen und spielten bald eine wichtige Rolle im Handels- und Bankwesen des Ortes.<ref name=Beck-Walter-18/> Gleichzeitig stieg wegen der Wirtschaftskrise der 1870er Jahre, des Kulturkampfs, des Niedergangs des Liberalismus sowie eines aggressiven völkischen Nationalismus eine antisemitische Stimmung im Land.<ref name=Beck-Walter-18/>

Etwa im Jahr 1839 entstand das Distriktsrabbinat Bad Kissingen.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 28–31</ref> Für 1817 ist der Jüdische Friedhof von Bad Kissingen erstmals belegt (das in vielen Quellen genannte Jahr 1801 für die Einweihung des Friedhofs hat sich nicht eindeutig nachweisen lassen), nachdem die in Kissingen verstorbenen Juden vorher auf dem Jüdischen Friedhof in Pfaffenhausen (Pfaffenhausen ist heute Gemeindeteil von Hammelburg) bestattet worden waren.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 26–27</ref><ref>Denis André Chevalley, Stefan Gerlach: Stadt Bad Kissingen (= Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege [Hrsg.]: Denkmäler in Bayern. Band VI.75/2). Karl M. Lipp Verlag, München 1998, ISBN 3-87490-577-2, S. 26–27.</ref><ref>Thomas Ahnert, Peter Weidisch (Hrsg.): 1200 Jahre Bad Kissingen, 801–2001, Facetten einer Stadtgeschichte. Festschrift zum Jubiläumsjahr und Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung. Sonderpublikation des Stadtarchivs Bad Kissingen. Verlag T. A. Schachenmayer, Bad Kissingen 2001, S. 313–316</ref> Das 1705 in der heutigen Bachstraße erbaute Bet- und Schulhaus wurde 1851/1852 durch die am gleichen Standort erbaute und 1927/28 abgerissene „Alte Synagoge“ ersetzt.<ref name=Beck-Walter-20-26/> Anfang der 1890er Jahre gab es erste Pläne für einen Synagogenneubau, die mit der am 16. Juni 1902 eingeweihten „Neuen Synagoge“ umgesetzt wurden.<ref name=Beck-Walter-20-26/>

In Bad Kissingen wirkten verschiedene jüdische Gemeindeeinrichtungen und Vereine, so der Chevra-Verein, die Gesellschaft Erholung, der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (C. V.), der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (R. j. F.), die Zionistische Vereinung für Deutschland (ZVfD) und der orthodoxe Jugendbund Esra.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 31–44</ref> Es entstanden verschiedene Hotels, Pensionen und Sanatorien, die von jüdischen Familien geführt wurden wie das Hotel Ehrenreich (Kurhausstraße/Ecke Lindesmühlpromenade, später Theresienstraße; von Lehrer Eliezer Lazarus Ehrenreich und später von seiner Tochter Rifka und deren Ehemann Emil Jeidel geführt), das Hotel Herzfeld, das Hotel Schwed und das Hotel Geschwister Seelig. Unter den Sanatorien und Kurhäusern wären zu nennen das Diätkurhaus Apolant (Menzelstraße 8/9), das Kurhaus „Villa Holländer“ (Bismarckstraße 12; geführt von Nathan Bretzfelder) sowie die Kurhäuser von Dr. Philipp Münz (Theresienstraße 7), Ida Neuburger (Hartmannstraße 5) sowie Bella Regensburger und Klara Rosenau (Bismarckstraße 15). Zu den Kurgästen Bad Kissingenes gehörten auch zahlreiche Juden, von denen einige aus dem Ausland wie England, den USA, Frankreich, Russland und Ungarn stammten. Einige von ihnen starben während ihrer Kurzeit in Bad Kissingen, wie zum Beispiel Großhändler und Philanthrop Michael Nassatisin, der im Jahr 1931 im Alter von 54 Jahren in Bad Kissingen verstarb.

Im Jahr 1905 entstand auf Initiative des Rabbiners Dr. Seckel Bamberger die Israelitische Kinderheilstätte in der Salinenstraße 34; 1927 folgte am Altenberg ein Kurhospiz für Erwachsene, das bereits im Sommer 1928 196 kur- und erholungsbedürftige Juden betreute.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 31–32</ref><ref>Denis André Chevalley, Stefan Gerlach: Stadt Bad Kissingen (= Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege [Hrsg.]: Denkmäler in Bayern. Band VI.75/2). Karl M. Lipp Verlag, München 1998, ISBN 3-87490-577-2, S. 90–91.</ref><ref>Zvi Baruch Ophir, Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918–1945. Geschichte und Zerstörung, München, Wien 1979, S. 262</ref> Im März 1923 kam trotz Bemühungen die Gründung einer jüdischen Volksschule nicht zustande.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 34</ref> Kantor Ludwig Steinberger, der Vater des späteren Physik-Nobelpreisträgers Jack Steinberger, hatte sich für die Volksschule vergeblich als Religionslehrer beworben.

Zu den während des Ersten Weltkrieges aus Bad Kissingen stammenden Gefallenen zählen auch acht Mitglieder der Jüdischen Gemeinde des Ortes; ihre Namen befinden sich an Gedenktafeln im Taharahaus des Friedhofs sowie großteils an der Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges an der Westmauer des Kapellenfriedhofes.

Weimarer Republik und Drittes Reich

Antisemitismus

Im Jahr 1925 zählte die jüdische Gemeinde von Bad Kissingen 504 Mitglieder und gehörte so zu den 10 größten jüdischen Gemeinden in Bayern.<ref name=Beck-Walter-18/> Doch nahm der seit den 1870er Jahren schwelende Antisemitismus in den 1920er Jahren neue Formen an.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 55–64</ref> Ein erster Vorfall dieser Art war die Louis-Stern-Affäre, in deren Zusammenhang der Prozess gegen den New Yorker Kaufmann Louis Stern wegen angeblicher Gewaltandrohung im Jahr 1895 zu heftigen Auseinandersetzungen mit antisemitischem Charakter u. a. in der Presse führte. Louis Stern hatte mit Ehefrau Lisette und Sohn Louis Jr. eine Reunion besucht und dabei dem stellvertretenden Badkommissär (heute das Amt des Kurdirektors) Friedrich Freiherr von Thüngen (1861–1931), der den minderjährigen Sohn des Ehepaares Stern des Saales verweisen wollte, eine Ohrfeige angedroht. In dem durch den stellvertretenden Badkommissär von Thüngen angestrengten Prozess wurde Louis Stern zu einer Geld- und Haftstrafe verurteilt. Ob Friedrich von Thüngen aus antisemitischen Motiven heraus handelte, ist unklar. Friedrich von Thüngens Vorgesetzter, der Badkommissär Hermann von Mauchenheim genannt Bechtolsheim, der am fraglichen Abend nicht anwesend war, hatte in der Affäre noch zu schlichten versucht.

Der Antisemitismus wurde später durch die Wirren der Weimarer Republik noch geschürt. So sah sich die Bad Kissinger Ortsgruppe des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens im Jahr 1920 veranlasst, einen Aufruf an die Bürger gegen eine antisemitische Plakataktion im Ort zu richten.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 55–56</ref> Im Oktober 1929 verübten örtliche NSDAP-Mitglieder einen Anschlag auf die Laubhütte.<ref name=Beck-Walter-61-62>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 61–62</ref> Nach dem Protest von Vorsteher Gustav Neustädter gegen die milden Bestrafungen der Täter legte die Schweinfurter Staatsanwaltschaft erfolgreich Berufung gegen das Urteil ein.<ref name=Beck-Walter-61-62/> Im Jahr 1925 kam es zu einer Schändung des jüdischen Friedhofes.<ref name=Beck-Walter-55>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 55</ref> Die Täter konnten nicht ermittelt werden.<ref name=Beck-Walter-55/> Am 5. Juli 1930 fand ein antisemitischer Marsch von NSDAP-Mitgliedern zur Synagoge statt.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 63–64</ref> Zu den Personen, die in der Zeit antisemitisch agierten, gehörte der Bad Kissinger Juwelier und spätere Kreisleiter Karl Renner<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 56–60</ref>; der spätere Jurist Peter Deeg schrieb ein umstrittenes Buch namens „Hofjuden“<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 120–124</ref>. Als im Jahr 1934 eine jüdische karitative Organisation mit Sitz in New York 300 Schüler aufnahm, schickten Kantor Ludwig Steinberger und seine Frau ihre Söhne Herbert Lazarus und Hans Jakob „Jack“ Steinberger in die Vereinigten Staaten; sie selbst kamen 1937/38 mit Sohn Rudolf nach.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 188</ref>

Kurz nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten kam es im März 1933 zu ersten Verhaftungen und Hausdurchsuchungen gegen Juden.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 67 und 70</ref> U. a. wurde der Rabbiner Max Ephraim und der Gemeindevorstand Nathan Bretzfelder in „Schutzhaft“ genommen.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 70</ref> Realschullehrer Dr. Robert Hofmann wandte sich gegen die Diskriminierung von Juden und versorgte die Inhaftierten mit koscherem Essen.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 70–71</ref>

Datei:Bad Kissinger Stolpersteine-09.JPG
Stolperstein für Otto Goldstein

Im April 1933 wurden die jüdischen Stadträte Nathan Bretzfelder und Otto Goldstein aus dem Bad Kissinger Stadtrat ausgeschlossen.<ref name=Beck-Walter-75>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 75</ref> Am 23. August nahm sich Otto Goldstein aus Schmach über dieses Vorgehen das Leben.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 76</ref> Ähnliches geschah im Bad Kissinger Kurorchester, als Konzertmeister Carl Snoeck und Geiger Josef Lengsfeld im Jahre 1934 entlassen wurden (auch hier kam es – kurz nach der Pogromnacht – zum Freitod von Lengsfeld).<ref>Thomas Ahnert, Peter Weidisch (Hg.): 1200 Jahre Bad Kissingen, 801-2001, Facetten einer Stadtgeschichte. Festschrift zum Jubiläumsjahr und Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung. Sonderpublikation des Stadtarchivs Bad Kissingen. Verlag T. A. Schachenmayer, Bad Kissingen 2001, ISBN 3-929278-16-2, S. 343</ref>

Ende 1933 startete das Parteiblatt Fränkisches Volk eine antijüdische Diffamierungskampagne gegen jüdische und nichtjüdische Bad Kissinger Bürger.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 76–78</ref> Zu den Opfern gehörten der jüdische Bankier Ludwig Loewenthal und seine Familie<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 76–77</ref>, der jüdische Juwelier Hermann Simon Rosenau und seine Familie<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 77</ref> sowie nichtjüdische Bad Kissinger wie Studienrat Heinrich Zwick<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 77–78</ref> und der beim Badkommissariat beschäftigte Max Geiß wegen ihres judenfreundlichen Umgangs; Max Geiß verlor in diesem Zusammenhang seinen Arbeitsplatz.<ref name=Beck-Walter-78>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 78</ref> Menschen wie Zwick und Geiß gehörten in der Bad Kissinger Bevölkerung jedoch zu einer Minderheit; bei der Mehrheit wirkte die Einschüchterungspropaganda der NS-Machthaber, so dass viele den Umgang mit Juden mieden.<ref name=Beck-Walter-78/>

Jüdische Handelstreibende wurden boykottiert. Am 16. November 1934 kam es wegen angeblicher „unberechtigter Preissteigerungen“<ref>„Saale-Zeitung“, 17. November 1934</ref> zur Verhaftung der Kaufleute Daniel und Louis Liebmann, Inhaber eines Manufaktur- und Kurzwarengeschäftes in der Unteren Marktstraße 1.<ref name=Beck-Walter-98–102>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 98–102</ref> Vor ihrem Geschäft kam es zu wütenden Volksaufläufen, doch erwiesen sich die Anschuldigungen gegen die Kaufleute auf Grund der Aussage einer früheren Angestellten als haltlos.<ref name=Beck-Walter-98–102/> Am Morgen des 14. August 1935 wurde der 74-jährige Wilhelm Wittekind von zwei SS-Leuten zusammengeschlagen.<ref name=Beck-Walter-108–109>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 108–109</ref> Die beiden Täter kamen ungestraft davon; ihre Tat wurde von SS-Führer Karl Meder befürwortet.<ref name=Beck-Walter-108–109/> Im März 1933 wurde der im damaligen Nachbardorf und heutigen Stadtteil Winkels wohnhafte, ursprünglich aus Bad Kissingen stammende jüdische Textilkaufmann Julius Neumann trotz erwiesener Unschuld wegen marxistischer und kommunistischer Umtriebe inhaftiert und zum Straßenkehren verurteilt; seine Spinnstoffwaren wurden beschlagnahmt (sein weiteres Schicksal ist unbekannt).<ref>Edi Hahn: Bad Kissingen: Stadtteil Winkels 1247 – 1972, 725 Jahre Dorfgeschichte von EDI HAHN, Bad Kissingen 1985, ISBN 3-925722-00-9, S. 72f.</ref> Ebenso sind aus Garitz, welches ebenfalls 1972 Stadtteil von Bad Kissingen wurde, jeweils ein Fall von „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ sowie Unfruchtbarmachung bekannt.<ref name=Hack>Heinrich Hack: Garitz – Ein Heimatbuch, Herausgeber: Stadt Bad Kissingen, 1986, S. 77</ref> Ein weiterer Garitzer, der katholisch getaufte Konrad Kaiser, verlor am 19. März 1940 im Konzentrationslager Mauthausen sein Leben, weil er als Mitglied der Zeugen Jehovas aus Gewissensgründen Hitler-Gruß und Kriegsdienst verweigerte.<ref name=Hack/>

Als den Juden durch die Ausgrenzungspolitik immer mehr Betätigungsfelder verwehrt wurden, versuchte die israelitische Gemeinde in den Jahren 1934 und 1935, ihren Mitgliedern zumindest im innergemeindlichen Rahmen Alternativen zu bieten.<ref name=Beck-Walter-79>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 79</ref> So versuchte Rabbiner Dr. Max Ephraim, eine Wiedergenehmigung des kurz nach Hitlers „Machtergreifung“ verbotenen Jugendbundes zu erreichen, hatte jedoch keinen Erfolg.<ref name=Beck-Walter-79/> Erfolgreich war hingegen der Versuch, der israelitischen Kultusgemeinde, sich dem im Juni 1933 gegründeten Jüdischen Kulturbund anzuschließen, deren Mitglied sie am 13. März 1934 wurde.<ref name=Beck-Walter-79/><ref>Zvi Baruch Ophir, Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918–1945. Geschichte und Zerstörung, München, Wien 1979, S. 264</ref>

Im Juli 1934 kam es durch die „Schwimmbadaffäre“ zu Protesten sowohl im In- als auch im Ausland, als Oberbürgermeister Dr. Max Pollwein am örtlichen Schwimmbad ein Schild aufstellen ließ, das Juden den Eintritt zu der Badeanlage verweigerte.<ref name=Beck-Walter-80–83>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 80–83</ref> Sowohl Privatpersonen als auch offizielle Stellen wie der Berliner „Bund Deutscher Verkehrsverbände und Bäder“ kritisierten das Vorgehen und wiesen auf die negativen Auswirkungen auf den Ruf der Kurstadt hin.<ref name=Beck-Walter-80–83/> Sowohl Oberbürgermeister Pollwein als auch Kreisleiter Renner weigerten sich, das Schild entfernen zu lassen.<ref name=Beck-Walter-80–83/> Es verschwand erst mit dem Abriss des Schwimmbades.<ref name=Beck-Walter-80–83/>

Trotz der „Schwimmbadaffäre“ kamen noch zahlreiche jüdische Kurgäste nach Bad Kissingen, da hier – im Gegensatz zu vielen anderen Badeorten – ihr Aufenthalt noch nicht verboten war.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 83</ref> Am 7. August 1935 kam es im Kurgarten zu einer antisemitischen Aktion, als eine aus Kurgästen bestehende Menschenmenge demonstrativ in Ausgaben der antisemitischen Wochenzeitung „Der Stürmer“ blätterte.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 85–86</ref> Wenige Tage später, am 16. August, stellten Unbekannte Schilder auf, die Juden den Zutritt zum Kurgarten untersagten.<ref name=Beck-Walter-87>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 87</ref> Diese Schilder wurden von den Kurgartenaufsehern kurz nach Aufstellung entfernt.<ref name=Beck-Walter-87/><ref>Sta Würzburg, „Gauleitung Mainfranken XII/2“</ref> Stadt- und Badkommissar Dr. Rudolf Conrath scheiterte mit seinen Anträgen an die Würzburger Regierung nach „Abwehrmaßnahmen“. Daraufhin verfügte er in Zusammenarbeit mit Oberbürgermeister Pollwein verschiedene gegen Juden gerichtete Maßnahmen.<ref name=Beck–Walter–87–97>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 87–97</ref> So wurden jüdischen Kurgästen eigene Kurhäuser zugewiesen (diese mussten durch Schilder deklarieren, dass sie ausschließlich Juden beherbergten).<ref name=Beck–Walter–87–97/> Jüdische Kurgäste bekamen in den Kuranlagen eigene Sitzbänke zugewiesen und die Anwendung von Sole- und Moorbädern wurde eingeschränkt.<ref name=Beck–Walter–87–97/> Ende 1938/Anfang 1939 kam es schließlich zu einem generellen Aufenthaltsverbot für jüdische Kurgäste in Bad Kissingen.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 87–97</ref> Bereits am 1. Januar 1936 war für „arische“ Frauen über 45 Jahre ein Verbot erlassen worden, für jüdische Arbeitgeber zu arbeiten.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 111–113</ref>

Pogromnacht

Datei:Synagoge Kissingen 1938.jpg
Die Synagoge nach der Pogromnacht

In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es zu Verwüstungen und Plünderungen in Bad Kissingen sowie zur Beschädigung und schließlichen Zerstörung der Neuen Synagoge.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 124–136</ref> Bereits im Oktober 1938 war die Synagoge von Kreisleiter Heimbach mit der Andeutung besichtigt worden, dass „die Existenz der Synagoge […] nur eine Frage der Zeit“ sei.<ref name=Beck–Walter–124–125>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 124–125</ref>

Gegen Mitternacht erhielt SA-Obersturmbannführer Emil Otto Walter, der sich gerade in der Gaststätte Saalehof aufhielt, von einer nicht mehr feststellbaren vorgesetzten Instanz die Anweisung, Gewaltmaßnahmen zu veranlassen, die auch die Zerstörung von Wohnungseinrichtung sowie der Synagoge beinhalten sollten; die ausführenden Mitglieder der SA sollten nicht als solche zu erkennen sein.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 125–127</ref> Er und 6 bis 7 anwesende SA-Männer verließen unauffällig die Gaststätte.<ref name=Beck–Walter–127>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 127</ref> Walter gab ihnen Anweisungen zur Ausführung der Ausschreitungen und ließ weitere SA-Männer informieren.<ref name=Beck–Walter–127/>

Nachts um 1 Uhr des Pogromtages setzten Männer des SA-Sturms Bad Kissingen unter Anführung von SA-Obersturmbannführer Walter die Synagoge in Brand.<ref name=Beck–Walter–127/> Die Feuerwehr war zugegen, löschte aber den Brand nicht, sondern sollte lediglich ein Übergreifen des Feuers auf die Nachbarshäuser verhindern.<ref name=Beck–Walter–127>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 127</ref> Obwohl die schwer beschädigte Synagoge wieder hätte in Stand gesetzt werden können, wurde sie im Lauf des Jahres 1939 auf Beschluss des NS-Stadtrates abgerissen.<ref name=Beck–Walter–129+133>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 129 und 133</ref>

Während die Synagoge bis in die Morgenstunden im Innern vollständig ausbrannte, wurden an den jüdischen Geschäften der Kurstadt, an den jüdischen Hotels, Pensionen, Kureinrichtungen und Wohnungen die Fensterscheiben eingeschlagen.<ref name=Beck–Walter–127/> SA-Männer drangen auch gewaltsam in die jüdischen Häuser ein und demolierten die Inneneinrichtung.<ref name=Beck–Walter–127/> An den Pogromen in Bad Kissingen waren im Laufe des 10. November auch auswärtige Schläger beteiligt. Die SA-Sturmführer der Orte Brückenau, Hammelburg und Bad Kissingen hatten in geheimer telefonischer Absprache vereinbart, ihre Stürme ortsvertauscht einzusetzen.

Nach der Demolierung ihrer Häuser, Geschäfte und Wohnungen wurde 28 jüdische Männer und eine jüdische Frau am 10. November 1938 in Bad Kissingen verhaftet und in das Amtsgerichtsgefängnis der Stadt abgeführt.<ref name=Beck–Walter–127–128>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 127–128</ref> Am späten Nachmittag des Pogromtages wurden einige jüdische Häftlinge von der SA durch die Straßen der Stadt getrieben und unter Schmährufen gezwungen, an einer „bezeichneten Stelle“ des jüdischen Friedhofes eine Grube auszuheben.<ref name=Beck–Walter–127–128/> Dort vermutete der damalige NSDAP-Kreisleiter von Bad Kissingen, Willy Heimbach (1938–1944), „seit einiger Zeit verschiedenes, belastendes Material“.<ref name=Beck–Walter–127–128/> Es wurden an dieser Stelle des Friedhofes jedoch nur einige jüdische Ritualien gefunden und zur Sichtung in den Luftschutzkeller des NS-Kreishauses gebracht.<ref name=Beck–Walter–127–128/>

Die Geschehnisse der Pogromnacht fanden nicht bei allen Bad Kissinger Bürgern Zustimmung.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 135–136</ref> Wie das Bad Kissinger Bezirksamt in seinem Monatsbericht vom November 1938 bemerkte, reichten die dementsprechenden Reaktionen der Bevölkerung von fehlender Zustimmung bis hin zu offener Ablehnung und Anzeigen.<ref name=Beck–Walter–135>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 135</ref> Die Bevölkerung sah in den Maßnahmen eine unangemessene Härte gegen die Juden verbunden mit einer sinnlosen Zerstörung von Sachwerten; ferner seien die Maßnahmen nicht mit den Anforderungen vereinbar, die im Rahmen des Vierjahresplanes an die Bevölkerung gestellt würden.<ref name=Beck–Walter–135/> Es ist schwierig festzustellen, wie hoch der Anteil jener in der Bevölkerung war, die die Geschehnisse kritisierten.<ref name=Beck–Walter–135/> So dürften viele, die die Aktionen in der Pogromnacht missbilligten, aus Angst geschwiegen haben.<ref name=Beck–Walter–135/>

Einer derjenigen, die offen Kritik äußerten, war der katholische Stadtkaplan Franz Hartinger, der in einer Religionsstunde an der Bad Kissinger Berufsschule die Zerstörung der Synagoge kritisierte.<ref name=Beck–Walter–136>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 136</ref> Später bestritt Hartinger, öffentlich Kritik geübt zu haben<ref name=Sta–Wü–Hartinger>Sta Wü, Gestapo: 443 Hartinger</ref>, so dass das Landgericht Bamberg Ende April 1939 das Verfahren gegen ihn einstellte.<ref name=Beck–Walter–136/> Vom Oberstaatsanwalt in Schweinfurt bekam Hartinger lediglich eine eindringliche Verwarnung.<ref name=Sta–Wü–Hartinger/>

Auch in nationalsozialistischen Kreisen stießen die Geschehnisse auf Kritik.<ref name=Beck–Walter–135/> So berichtete Wilhelm Müller, seit 1. November 1938 neben Hermann Kolb als evangelischer Pastor in Bad Kissingen tätig, dass der in der Stadt als Nazi bekannte Inhaber des Feinkostgeschäfts neben dem Pfarrhaus am Morgen nach der Pogromnacht von den Beschädigungen an der Synagoge berichtete und sich empörte: „Jetzt sind die Synagogen an der Reihe, und dann kommen die Kirchen dran“.<ref name=Beck–Walter–135/>

Von Albert Susann, dem katholischen Stadtpfarrer Bad Kissingens, ging keine Kritik gegen die NS-Machthaber und deren Antisemitismus aus.<ref name=Beck–Walter–136–138>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 136–138</ref> Wegen seiner guten Kontakte zu den Parteistellen begegnete ihm die Landgeistlichkeit mit einem gewissen Misstrauen.<ref name=Beck–Walter–136–138/> Laut Wilhelm Zirkelbach, Bad Kissinger Kaplan von 1936 bis 1938, sei Susann zwar kein Antisemit gewesen, jedoch ab 1936 aus Angst keinen Kontakt zu Juden gehabt oder ihnen gar geholfen.<ref name=Beck–Walter–136–138/> Entschiedener zeigte sich der evangelische Stadtpfarrer Hermann Kolb, was sich bereits in seiner Antrittspredigt vom 6. Januar 1935 äußerte.<ref name=Beck–Walter–136–138/> Während seiner Karfreitagsspredigt vom 19. April verließen einige uniformierte Männer demonstrativ die Kirche; Kolb konnte seine Predigt jedoch wenig später wieder fortsetzen.<ref name=Beck–Walter–136–138/> Am 1. Mai 1935 wurde Kolb jedoch auf Befehl des Bezirksamtsvorstands Dr. Conrad in Schutzhaft genommen, auf Grund der Bemühungen seiner evangelischen Gemeinde, die über den Kirchenvorsteher Maßnahmen zu seiner Freilassung unternahm, sowie der offenen Parteinahme zu seinen Gunsten durch seinen katholischen Pfarrerskollegen Albert Susann, am 3. Mai 1935 wieder freigelassen.<ref name=Beck–Walter–136–138/><ref>Vgl. Arbeitskreis der bayerischen Alt-BKler (Hrsg.): Gedenkschrift, S. 7</ref> Gegen den Widerstand von Landesbischof Hans Meiser bemühte sich die Partei bei der Kirchenleitung um die Versetzung von Pfarrer Kolb.<ref name=Beck–Walter–136–138/>

Ausgrenzung, Auswanderung und Deportation

Die vom Hitlerregime durch die Pogromnacht verfolgten Ziele (Ausgrenzung sowie Druck zur Auswanderung) wirkten sich auch in Bad Kissingen aus.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 138–161</ref> So entschlossen sich von den 344 Juden, die im Jahr 1933 in Bad Kissingen lebten, 123 Juden zur Auswanderung sowie 143 Juden zum Umzug in eine andere deutsche Stadt.<ref name=Beck–Walter–139>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 139</ref> Allein in den beiden Jahren 1938 und 1939 entschlossen sich 49 Bad Kissinger Juden zur Auswanderung (mehr als ein Drittel der Bad Kissinger Juden) und 83 Bad Kissinger Juden (mehr als die Hälfte der Bad Kissinger Juden) zum Umzug in eine andere deutsche Stadt.<ref name=Beck–Walter–139/><ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 140 (Tabelle)</ref> Die letzten Auswanderungen sind für das Jahr 1941 – kurz vor Erlass des Auswanderungsverbotes durch das Hitlerregime im Oktober dieses Jahres – zu verzeichnen.<ref name=Beck–Walter–139+141>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 139 und 141</ref> Neben Faktoren wie Krankheit und Alter hinderte die restriktive Einwanderungspolitik vieler Länder auch viele Bad Kissinger Juden an der Emigration.<ref name=Beck–Walter–141>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 141</ref> Die wichtigsten Länder, die jüdische Emigranten aus Bad Kissingen aufnahmen, waren die USA, Palästina und England.<ref name=Beck–Walter–142–145>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 142–145</ref>

Nach der Zerstörung der Synagoge sowie der Beschlagnahme des Betsaals im benachbarten Gemeindehaus bereits Ende 1937/Anfang 1938 war auch das jüdische Gemeindeleben in Bad Kissingen praktisch lahmgelegt.<ref name=Beck–Walter–145–146>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 145–146</ref> Im Januar 1939 sowie im Mai 1939 ersuchte Gemeindevorstand Nathan Bretzfelder vergeblich um die Genehmigung von Gottesdiensten im Betsaal.<ref name=Beck–Walter–145–146/> Zwar äußerte die Gestapo keine Bedenken, doch fürchtete die Kissinger Kreisleitung eine Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung sowie ein öffentliches Ärgernis beim Auftreten der Juden.<ref name=LRA–BK>LRA BK „Nationalsozialistische Zeit“</ref><ref name=Beck–Walter–145–146/> Ende 1939 bat Gemeindevorsteher Gustav Neustädter schließlich die israelitische Kultusverwaltung in Würzburg um Hilfe, die sich Anfang Januar 1940 – allem Anschein nach erfolgreich – bei der Würzburger Gestapo für die Belange der Bad Kissinger Juden einsetzte.<ref name=Beck–Walter–145–146/> Kreisleiter Heimbach sandte am 7. März 1940 die vom Bad Kissinger Landratsamt an ihn gerichtete Anfrage „ohne Erinnerung zurück“<ref name=LRA–BK/>, so dass die inzwischen nur noch etwa 50 Mitglieder starke jüdische Gemeinde Bad Kissingens wieder die Möglichkeit erhalten haben dürfte, Gottesdienste abzuhalten.<ref name=Beck–Walter–145–146/>

Datei:Bad Kissinger Stolpersteine-12.JPG
Stolperstein für Lazarus Frank in der Erhardstraße 21

Der Bad Kissinger Studienrat Heinrich Zwick und seine Frau Hermine gehörten zu den Einwohnern der Stadt, die sich nicht einschüchtern ließen, und weiterhin engen Kontakt zu ihrem jüdischen Vermieter Lazarus Frank pflegten.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 147–149</ref> Ende Oktober 1939 wurde Zwick von Mitmieter Karl H. bei seinem Vorgesetzten Ernst Puchtler, dem Direktor der Bad Kissinger Oberrealschule, denunziert.<ref name=Beck–Walter–147>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 147</ref> Zweck der Denunzierung war anscheinend, über Puchtler eine Maßregelung, Versetzung oder Entlassung durch das Kultusministerium zu erreichen.<ref name=Beck–Walter–147/><ref name=Sta–Wu–Zwick>Sta Wü, Gestapo: 18089 Hermine Zwick</ref> Puchtler sah jedoch von einer Meldung an das Ministerium ab.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 147–148</ref><ref name=Sta–Wu–Zwick/> Am 18. und 19. April 1940 führte die Würzburger Gestapo umfangreiche Verhöre in der Angelegenheit durch und erhielt hierdurch weitere denunzierende Aussagen.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 148</ref> Lazarus Frank bestätigte eine Freundschaft zwischen den Familien Frank und Zwick.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 148–149</ref> Hermine Zwick hingegen sagte zum Schutz ihrer Familie aus, die Kontakte zu Lazarus Frank seien über das übliche Mietverhältnis nicht hinausgegangen.<ref name=Beck–Walter–149>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 149</ref> Hermine Zwick wurde verhaftet und in das Hammelburger Gerichtsgefängnis gebracht.<ref name=Beck–Walter–149/> Das Untersuchungsverfahren gegen sie wurde eingestellt; nach drei Wochen Gefängnis wurde sie aus der Haft entlassen.<ref name=Beck–Walter–149/> Das inzwischen informierte Kultusministerium unternahm keine weiteren Maßnahmen.<ref name=Beck–Walter–149/>

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges änderte sich die Judenpolitik des NS-Regimes.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 149–151</ref> An die Stelle der bisherigen Politik, Juden durch Aktionen wie die Pogromnacht zur Auswanderung zu nötigen, ging es nun darum, die Juden in ihrem alltäglichen Leben weitgehend einzuschränken sowie um die Heranziehung zur Zwangsarbeit als Vorstufe zur Deportation.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 149–150</ref> Beispielsweise galt laut Anordnung von Heinrich Himmler vom 9. September 1939 ein nächtliches Ausgangsverbot für Juden, so dass Juden ab 20:00 Uhr die Wohnung nicht mehr verlassen durften.<ref name=Beck–Walter–150>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 150</ref> Oberbürgermeister Adalbert Wolpert, Nachfolger von Max Pollwein, verschärfte dieses Verbot für die Juden von Bad Kissingen, wurde jedoch am 18. September 1939 von der Würzburger Gestapo aufgefordert, seine „weitgehenden Ausgehbeschränkungen“ wieder aufzuheben; „weitere Beschränkungen der Ausgangszeiten für Juden von seiten untergeordneter Behörden“ würden dem „ausdrücklichen Befehl des Reichsführers SS und Chefs der Deutschen Polizei“ widersprechen.<ref>Sta Wü, Sammlung Schuhmacher 9/1 (60)</ref><ref name=Beck–Walter–150/> Am 30. November 1939 gab die Würzburger Gestapo bekannt, Juden dürften ohne triftigen Grund keine Bahnhöfe oder Lokalitäten mehr betreten sowie „deutschbürtige Personen“ in deren Wohnungen oder Geschäftsräumen aufsuchen.<ref name=Beck–Walter–150/> Im Jahr 1940 folgten weitere Maßnahmen wie die Beschränkung der täglichen Einkaufszeit auf eine Stunde sowie die Heranziehung zur Zwangsarbeit.<ref name=Beck–Walter–150/> Juden konnten gezwungen werden, in sogenannten Judenhäusern zusammenzuziehen; diese nationalsozialistische Ghettoisierung stellte eine organisatorische Vorbereitung für die späteren Deportationen dar.<ref name=Beck–Walter–150–151>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 150–151</ref> Solche so genannten Judenhäuser gab es allem Anschein nach auch in Bad Kissingen.<ref name=Beck–Walter–150–151>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 150–151</ref><ref>Sta Wü, Sammlung Schuhmacher 9/1 (63)</ref>

Im Februar 1940 musste der aus nur noch zwei Mitgliedern bestehende Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde von Bad Kissingen über die Mustersatzung abstimmen.<ref name=Beck–Walter–146–147>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 146–147</ref> Dies bedeutete die Herabstufung der Kultusgemeinde von einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zu einem Eingetragenen Verein.<ref name=Beck–Walter–146–147/> Dadurch konnte sich die Kultusgemeinde nunmehr lediglich aus freiwilligen Steuern finanzieren und war zudem nun völlig schutzlos dem Zugriff der Parteistellen und Behörden ausgeliefert.<ref name=Beck–Walter–146–147/><ref>Baruch Zvi Ophir, Falk Wiesmann (Hrsg.): Die Jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. München/Wien 1979, S. 27</ref> Mit dem Ausschluss der jüdischen Gemeinde Bad Kissinges aus der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland sowie der Ernennung eines Treuhänders für die Gemeinden des Bezirksrabbinats<ref>Baruch Zvi Ophir, Falk Wiesmann (Hrsg.): Die Jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. München/Wien 1979, S. 267</ref> gingen die Selbstverwaltung und Rechtsfähigkeit der jüdischen Gemeinde Bad Kissingens offiziell und definitiv zu Ende.<ref name=Beck–Walter–146–147/>

Allein bei den Deportationen vom Mai und April 1942 kam es zu Deportation von 40 Bad Kissinger Juden nach Izbica (im April) und Theresienstadt (im Mai).<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 152–161</ref> Vor ihrer Deportation mussten die noch in Bad Kissingen verbliebenen Juden ihren Besitz verkaufen oder mussten dem Verkauf zustimmen; der Erlös kam auf ein spezielles Sonderkonto.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 159</ref> Insgesamt 69 Bad Kissinger Juden wurden deportiert und verloren in den Konzentrationslagern ihr Leben.<ref>Jüdische Mitbürger 1934–1945. Dokumentation des Stadtarchivs Bad Kissingen.</ref> Die Deportationen bedeuteten das Ende der Jüdischen Gemeinde von Bad Kissingen.<ref>Baruch Zvi Ophir, Falk Wiesmann (Hrsg.): Die Jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. München/Wien 1979, S. 15</ref>

Das Schicksal der deportierten Juden lässt sich nur schwer rekonstruieren.<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 159–161</ref> Wie es auch bei den andernorts deportierten Juden der Fall war<ref>Baruch Zvi Ophir, Falk Wiesmann (Hrsg.): Die Jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. München/Wien 1979, S. 29</ref>, sind auch die Bad Kissinger Juden, die nach Izbica deportiert wurden, wahrscheinlich noch in Izbica oder später in Belzec, Sobibor oder in Trawniki umgekommen.<ref name=Beck–Walter–160>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 160</ref> Ähnliches gilt auch für die meisten nach Theresienstadt deportierten Juden, die – bis auf Emilie Schloss, die im Jahr 1945 befreit wurde – entweder in Theresienstadt oder anderen Vernichtungslagern ihr Leben verloren.<ref name=Beck–Walter–160/> Neben Emilie Schloss ist Rose Löwenthal die einzige Bad Kissinger Jüdin, deren Überleben gesichert ist, da sie nach dem Krieg einen Wiedergutmachungsprozess führte.<ref name=Beck–Walter–160/><ref>Sta Wü, Gestapo: 6445 Ludwig Löwenthal</ref>

Nach 1945

Datei:Bad Kissinger Stolpersteine.jpg
Offizielles Logo der „Stolpersteine“

Nach Kriegsende lebten mehrere Juden als „Displaced Persons“ in Bad Kissingen (30 jüdische Einwohner im November 1945, 125 im Januar 1946, 144 im Juli 1946). Viele von ihnen wanderten später nach Gründung des Staates Israel aus.

Von den ehemaligen Bad Kissinger Juden kehrte aber keiner mehr nach Bad Kissingen zurück.<ref name=Beck–Walter–193>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 193</ref> Auch Physik-Nobelpreisträger Jack Steinberger zögerte zunächst, seinen Geburtsort zu besuchen, folgte dann aber im Jahre 1989 der Einladung von Gotthilf Riedel, dem damaligen Rektor des städtischen Gymnasiums.<ref name=Beck–Walter–191–192>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 191–192</ref> Jack Steinberger war selbst Schüler des Gymnasiums gewesen, welches im Jahr 2001 zu Ehren des Physikers in „Jack-Steinberger-Gymnasium“ umbenannt wurde.<ref name=Beck–Walter–191–192/> In der Dankesrede betonte er, dass sein anfänglich mulmiges Gefühl bald der Freude gewichen sei.<ref name=Beck–Walter–191–192/><ref>„Main-Post“ vom 3. Juni 1989</ref> Seitdem hat Steinberger Bad Kissingen mehrmals besucht, zuletzt im Mai und Juni 2011.<ref>Jack Steinberger setzt klar auf Sonnenkollektoren – „Main-Post“ vom 22. Juni 2010</ref><ref>Steinberger zeichnet Mathe-Asse aus – „Main-Post“ vom 23. Juni 2010</ref><ref>Luftballons und Vorträge: Was Bad Kissingen auf die Beine stellte, um Jack Steinberger zu feiern – „Main-Post“ vom 5. Juni 2011</ref>

Im Jahr 1959 wurde im ehemaligen Gemeindehaus in der Promenadestraße 2 ein Betsaal eingerichtet, der im August 1996 zur Erinnerung an seinen 1989 verstorbenen Gründer und Vorbeter in „Josef-Weissler-Synagoge“ umbenannt wurde.<ref name=Beck–Walter–193/> Im Jahr 1993 entstand in der Rosenstraße mit dem Kurheim Eden-Park (seit 2020 Kurheim Beni Bloch) das einzige koscher geführte Gästehaus in Deutschland.<ref>ZWST benennt Kurheim nach Beni Bloch. In: Juedische-Allgemeine.de. 20. Januar 2020, abgerufen am 21. April 2022.</ref>

Am 8. Oktober 2008 beschloss der Stadtrat von Bad Kissingen, im Rahmen des „Stolpersteine“-Projektes zum Gedenken an die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten Juden auch Stolpersteine in Bad Kissingen zu verlegen. Die erste Verlegung Bad Kissinger Stolpersteine wurde am 19. Juni 2009 durch den Ideengeber des Projektes, Gunter Demnig, vorgenommen.<ref>Bad Kissinger Stolpersteine. In: BadKissingen.de. Abgerufen am 21. April 2022.</ref>

Stolpersteine

Datei:Bad Kissinger Stolpersteine-08.JPG
Gunter Demnig mit Oberbürgermeister Kay Blankenburg

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Nach dem Beschluss des Bad Kissinger Stadtrates zur Beteiligung an Gunter DemnigsStolpersteine“-Projekts vom 8. Oktober 2008 fand die erste Stolperstein-Verlegung in Bad Kissingen am 19. Juni 2009 statt.

Bisher verlegte Stolpersteine<ref>Liste der Bad Kissinger Stolpersteine</ref><ref>Website des Biografischen Gedenkbuchs der Bad Kissinger Juden während der NS-Zeit</ref>
Name Lebensdaten Beruf / Anmerkung Todesursache Standort Stolperstein
Hirsch Adler 1875–1942 Manufakturhändler Tod im KZ Auschwitz Hartmannstraße 5 Datei:Stolperstein für Hirsch Adler (Bad Kissingen).jpg
Jeanette Adler 1873 – ?? Deportation in das KZ Theresienstadt, Tod vermutlich im KZ Auschwitz, genauer Todeszeitpunkt unbekannt Hartmannstraße 5 Datei:Stolperstein für Jeanette Adler (Bad Kissingen).jpg
Susanne Adler 1920 – ?? Tod im KZ Auschwitz, genauer Todeszeitpunkt unbekannt Hartmannstraße 5 Datei:Stolperstein für Suse Adler (Bad Kissingen).jpg
Therese Adler, geb. Rosenthal 1887 – ?? Deportation in das Ghetto Izbica, Tod wahrscheinlich im Ghetto Krasnystaw, genauer Todeszeitpunkt unbekannt Hartmannstraße 5 Datei:Stolperstein für Therese Adler (Bad Kissingen).jpg
Ella Apolant 1871–1944 Empfangsdame Tod im Ghetto Theresienstadt Menzelstraße 8 Datei:Stolperstein für Ella Apolant (Bad Kissingen).jpg
Kehla Bamberger 1893 – ?? Tod im Ghetto Krasnystaw Promenadestraße 17 Datei:Bamberger Nannette und Kehla.JPG
Nannette Bamberger 1870 – ?? Kurhalterin Tod im Ghetto Krasnystaw Promenadestraße 17 Datei:Bamberger Nannette und Kehla.JPG
Babette Bauer, geb. Schloß 1884 – ?? Haushaltshilfe im Hause Frank Deportation in das Ghetto Izbica, Tod im Ghetto Izbica, genauer Todeszeitpunkt unbekannt Erhardstraße 21 Datei:Bad Kissinger Stolpersteine-14.JPG
Hermann Baumblatt 1864–1942 Bäckermeister Tod im Ghetto Theresienstadt Badgasse 4 Datei:Stolperstein für Hermann Baumblatt (Bad Kissingen).jpg
Sara Baumblatt, geb. Neuburger 1867–1942 Tod im Ghetto Theresienstadt Badgasse 4 Datei:Stolperstein für Sara Baumblatt (Bad Kissingen).jpg
Fanny Bloemendal 1879–1943 Hausfrau Tod im KZ Auschwitz Theresienstraße 10 Datei:Stolperstein für Fanny Bloemendal (Bad Kissingen).jpg
Manfred Bloemendal 1912–1944 Kaufmann Tod im KZ Auschwitz Theresienstraße 10 Datei:Stolperstein für Manfred Bloemendal (Bad Kissingen).jpg
Josef Bloemendal 1907–1944 Kaufmann Tod im KZ Auschwitz Theresienstraße 10 Datei:Stolperstein für Josef Bloemendal (Bad Kissingen).jpg
Siegfried Bloemendal 1880–1943 Gastronom Tod im KZ Auschwitz Theresienstraße 10 Datei:Stolperstein für Siegfried Bloemendal (Bad Kissingen).jpg
Clara Frank, geb. Ansbach 1863–1936 Hausfrau Freitod am 11. Juli 1936 Erhardstraße 21 Datei:Bad Kissinger Stolpersteine-13.JPG
Lazarus Frank 1862–1942 Vieh- und Pferdehändler Tod im KZ Theresienstadt Erhardstraße 21 Datei:Bad Kissinger Stolpersteine-12.JPG
Otto Goldstein 1889–1933 Kaufmann, Unternehmer, Stadtrat Freitod am 23. August 1933 nach Amtsenthebung Rathausplatz 1
(vor dem Rathaus)
Datei:Bad Kissinger Stolpersteine-09.JPG
Erna Gutmann, geb. Haas 1890–1942? Hausfrau Deportation in das Getto Izbica oder in das Ghetto Krasnystaw, genauer Todesort und -zeitpunkt unbekannt Kurhausstraße 37 Datei:Stolperstein für Erna Gutmann (Bad Kissingen).jpg
Felix Gutmann 1876–1942? Unternehmer Deportation in das Getto Izbica oder in das Ghetto Krasnystaw, genauer Todesort und -zeitpunkt unbekannt Kurhausstraße 37 Datei:Stolperstein für Felix Gutmann (Bad Kissingen).jpg
Hedwig Haas 1887–1942? Hausfrau Deportation in das Ghetto Krasnystaw, genauer Todesort und -zeitpunkt unbekannt Hartmannstraße 5 Datei:Stolperstein für Hedwig Haas (Bad Kissingen).jpg
Selma Hartmann, geb. Stern 1876–1942? Hausfrau Deportation in das Ghetto Krasnystaw, genauer Todesort und -zeitpunkt unbekannt Maxstraße 24 Datei:Stolperstein für Selma Hartmann (Bad Kissingen).jpg
Theo Hartmann 1883–1942? Kaufmann Deportation in das Ghetto Krasnystaw, genauer Todesort und -zeitpunkt unbekannt Maxstraße 24 Datei:Stolperstein für Theo David Hartmann (Bad Kissingen).jpg
Adele Heymann, geb. Baum 1866–1943 Hausfrau Tod im KZ Theresienstadt Marktplatz 2 Datei:Bad Kissinger Stolpersteine-17.JPG
Solms Heymann 1858–1944 Textilkaufmann Tod im KZ Theresienstadt Marktplatz 2 Datei:Bad Kissinger Stolpersteine-16.JPG
Lina Hofmann, geb. Thalheimer 1880–1941 Hausfrau Deportation in das KZ Theresienstadt, Tod im KZ Treblinka Untere Marktstraße 2 Datei:Stolperstein für Lina Hofmann (Bad Kissingen).jpg
weitere Bilder
Louis Hofmann<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 174–176</ref> 1871–1933 Bankier Tod durch Gehirnschlag in Bad Kissingen Untere Marktstraße 2 Datei:Stolperstein für Louis Hofmann (Bad Kissingen).jpg
weitere Bilder
Hermann Holländer 1878–1938 Kurzwarenhändler Opfer der Novemberpogrome von 1938; gestorben am 12. Nov. 1938 Maxstraße 24 Datei:Bad Kissinger Stolpersteine-10.JPG
Nanette Holländer, geb. Stern 1873–1942 Tod im KZ Theresienstadt Maxstraße 24 Datei:Stolperstein für Nanette Holländer (Bad Kissingen).jpg
Konrad Kaiser 1894–1940 Arbeiter
Erster Stolperstein außerhalb der Bad Kissinger Kernstadt (Stadtteil Garitz) sowie erster Stolperstein für einen Nichtjuden.<ref>„Der Statistik des Schreckens entrissen – Erstmals liegt in Bad Kissingen jetzt auch ein Stolperstein für ein nichtjüdisches Opfer der Nationalsozialisten“ – „Main-Post“-Artikel vom 13. August 2013</ref>
Tod im KZ Mauthausen Jahnstraße 35 Datei:Stolperstein für Konrad Kaiser (Bad Kissingen).jpg
Else Kissinger 1879 – ?? Hausfrau Deportation nach Izbica, genauer Todesort und -zeitpunkt unbekannt Hemmerichstraße 8 Datei:Stolperstein für Else Kissinger (Bad Kissingen).jpg
Emma Kissinger 1875 – ?? Hausfrau Deportation in das KZ Treblinka, genauer Todeszeitpunkt unbekannt Hemmerichstraße 8 Datei:Stolperstein für Emma Kissinger (Bad Kissingen).jpg
Ludwig Kissinger 1887 – 1942 Kaufmann Deportation in das Vernichtungslager Sobibor, Ermordung kurz darauf Marktplatz 17 Datei:Stolperstein für Ludwig Kissinger (Bad Kissingen).jpg
Siegfried Kissinger 1876–1942? Kaufmännischer Angestellter Deportation in das KZ Treblinka, genauer Todeszeitpunkt unbekannt Hemmerichstraße 8 Datei:Stolperstein für Siegfried Kissinger (Bad Kissingen).jpg
Salomon Leuthold 1862–1943 Textilkaufmann Tod im KZ Theresienstadt Marktplatz 2 Datei:Stolperstein für Salomon Leuthold (Bad Kissingen).jpg
Anna Liebmann, geb. Kaufmann 1885 – ?? Textilkauffrau Deportation in das Ghetto Izbica, genauer Todeszeitpunkt unbekannt Untere Marktstraße 1 Datei:Stolperstein für Anna Liebmann (Bad Kissingen).jpg
weitere Bilder
Daniel Liebmann 1876 – ?? Textilkaufmann Deportation in das Ghetto Izbica, genauer Todeszeitpunkt unbekannt Untere Marktstraße 1 Datei:Stolperstein für Daniel Liebmann (Bad Kissingen).jpg
weitere Bilder
Isidor Löwenstein 1896–1942? Schlosser Deportation in das Ghetto Krasnystaw, genauer Todesort und -zeitpunkt unbekannt Hemmerichstraße 12 Datei:Stolperstein für Isidor Löwenstein (Bad Kissingen).jpg
Hannchen Löwenthal, geb. Oberzimmer 1855–1942 Hausfrau Tod im Ghetto Theresienstadt Hartmannstraße 5 Datei:Bad Kissinger Stolpersteine-10.JPG
Ludwig Loewenthal 1898–1944 Bankier Tod im KZ Theresienstadt Ludwigstraße 5 Datei:Ludwig und Willi Loewenthal, Stolpersteine, Bad Kissingen.jpg
Willi Loewenthal 1928 – ?? Schüler Deportation in das KZ Bergen-Belsen, genauer Todeszeitpunkt unbekannt Ludwigstraße 5 Datei:Ludwig und Willi Loewenthal, Stolpersteine, Bad Kissingen.jpg
Selma Löwenthal 1889–1943? Bankier Tod im KZ Auschwitz Ludwigstraße 1 Datei:Stolperstein für Selma Löwenthal (Bad Kissingen).jpg
Else Löwinsky 1883–1942 Hotelier Tod im Ghetto Theresienstadt Untere Markstraße 3 Datei:Stolperstein für Else Löwinsky (Bad Kissingen).jpg
Herta Losmann 1893 – ?? Altmaterial- und Rohstoffhändlerin Deportation in das Ghetto Izbica, genauer Todesort und -zeitpunkt unbekannt Hemmerichstraße 4 Datei:Stolperstein für Herta Losmann (Bad Kissingen).jpg
weitere Bilder
Josef „Ben“ Losmann 1891 – ?? Altmaterial- und Rohstoffhändler Deportation in das Ghetto Izbica, genauer Todesort und -zeitpunkt unbekannt Hemmerichstraße 4 Datei:Stolperstein für Josef Losmann (Bad Kissingen).jpg
weitere Bilder
Carola Manasse, geb. Kissinger 1883–1942 Hausfrau Deportation nach Riga, genauer Todesort und -zeitpunkt unbekannt Hemmerichstraße 8 Datei:Stolperstein für Carola Kissinger (Bad Kissingen).jpg
Amalie Mann 1867–1943 Metzgereikauffrau Tod im KZ Theresienstadt Bachstraße 6 Datei:Stolperstein für Amalie Mann (Bad Kissingen).jpg
Sabine Mann 1870–1944 Metzgereikauffrau Tod im KZ Theresienstadt Bachstraße 6 Datei:Stolperstein für Sabine Mann (Bad Kissingen).jpg
Sophie Mann 1869–1943 Metzgereikauffrau Tod im KZ Theresienstadt Bachstraße 6 Datei:Stolperstein für Sophie Mann (Bad Kissingen).jpg
Ernestine Mannheimer, geb. Kissinger 1872–1944 Hausfrau Tod im KZ Auschwitz Kirchgasse 11 Datei:Stolperstein für Ernestine Mannheimer (Bad Kissingen).jpg
Irma Mayer, geb. Bretzfelder 1895 – ?? Hausfrau Deportation in das KZ Theresienstadt, Tod im KZ Auschwitz, genauer Todeszeitpunkt unbekannt Kurhausstraße 12 Datei:Sally und Irma Mayer, Stolperstein, Bad Kissingen.jpg
Sally Mayer
mit Ehefrau Irma, geb. Bretzfelder<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 178–179</ref>
1889 – 1944 prakt. Arzt und Badearzt, Leiter des Kranken- und Altersheimes der „Israelitischen Kranken- und Pfründnerhausstiftung“ in Würzburg Deportation in das KZ Theresienstadt, Tod im KZ Auschwitz, genauer Todeszeitpunkt unbekannt Kurhausstraße 12 Datei:Sally Mayer, Stolperstein, Bad Kissingen.jpg
Camilla Michels, geb. Löwenthal 1890 – ?? Hausfrau Vermutliche Deportation ins Konzentrationslager Majdanek oder ins Transit-Ghetto Izbica im Mai oder Juni 1942 Hartmannstraße 5 Datei:Stolperstein für Camilla Michels (Bad Kissingen).jpg
Irene Müller, geb. Hofmann 1898 – ?? Textilkauffrau Deportation in das Ghetto Izbica, genauer Todesort und -zeitpunkt unbekannt Untere Marktstraße 3 Datei:Stolperstein für Irene Müller (Bad Kissingen).jpg
Leopold Müller 1889 – ?? Textilkaufmann Deportation in das Ghetto Izbica, Tod im Ghetto Krasnystaw, genauer Todeszeitpunkt unbekannt Untere Marktstraße 3 Datei:Stolperstein für Leopold Müller (Bad Kissingen).jpg
Dr. med. Alfred Münz 1897–1944 Badearzt Deportation in das KZ Theresienstadt, Tod im KZ Auschwitz Theresienstraße 1 Datei:Stolperstein für Dr. Alfred Münz (Bad Kissingen).jpg
Dr. med. Pinkus Philipp Münz 1864–1944 Sanitätsrat Tod im KZ Theresienstadt Theresienstraße 1 Datei:Münz Philipp.JPG
Ida Neuburger, geb. Löwenthal 1889 – 1942 Kurhalterin Tod im KZ Theresienstadt Hartmannstraße 5 Datei:Stolperstein für Ida Neuburger (Bad Kissingen).jpg
Julius „Juller“ Neumann<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 170–174</ref> 1894–1942 Textilkaufmann Tod im Ghetto Izbica Ludwigstraße 9 Datei:Stolperstein für Julius Neumann (Bad Kissingen).jpg
Karl Neumann 1860–1942 Textilkaufmann Tod im Ghetto Theresienstadt Ludwigstraße 9 Datei:Stolperstein für Karl Neumann (Bad Kissingen).jpg
Ernst David Neustädter 1926 – ?? Schlosser Deportation in das Ghetto Izbica, genauer Todesort und -zeitpunkt unbekannt Promenadestraße 2 Datei:Stolperstein für Ernst Neustädter (Bad Kissingen).jpg
Gustav Neustädter
mit Ehefrau Paula und Sohn Ernst David
1892 – ?? Letzter Vorsteher der Jüdischen Kultusgemeinde, Gründer des Schochtimverbandes Bayern Deportation in das Ghetto Izbica, genauer Todesort und -zeitpunkt unbekannt Promenadestraße 2 Datei:Stolpersteine 04.JPG
Paula Neustädter, geb. Bacharach 1896 – ?? Hausfrau Deportation in das Ghetto Izbica, genauer Todesort und -zeitpunkt unbekannt Promenadestraße 2 Datei:Stolperstein für Paula Neustädter (Bad Kissingen).jpg
Hermann Sigmund Rosenau 1894–1944 Juwelier Tod im KZ Auschwitz Kurhausstraße 10 Datei:Stolperstein für Hermann Sigmund Rosenau (Bad Kissingen).jpg
Paula Rosenau, geb. Feuchtwanger 1878–1943? Hausfrau Tod im KZ Auschwitz, genauer Todeszeitpunkt unbekannt Kurhausstraße 10 Datei:Stolperstein für Paula Rosenau (Bad Kissingen).jpg
Simon Hermann Rosenau 1861–1943? Juwelier Tod im KZ Auschwitz, genauer Todeszeitpunkt unbekannt Kurhausstraße 10 rahmrnlos
Cäcilie Rosenbaum, geb. Kissinger 1873–1943 Hausfrau Tod im Ghetto Theresienstadt Spargasse 9 Datei:Stolperstein für Cäcilie Rosenbaum (Bad Kissingen).jpg
Martha Rosner, geb. Dannheimer 1873–1942? Hausfrau Tod im Ghetto Theresienstadt, genauer Todeszeitpunkt unbekannt Erhardstraße 18 Datei:Stolperstein für Martha Rosner (Bad Kissingen).jpg
Benedikt Schloß 1875–1943 Schuhwarenhändler Tod im KZ Theresienstadt Maxstraße 31 Datei:Stolperstein für Benedikt Schloss (Bad Kissingen).jpg
Emilie Schloß, geb. Holländer 1875–1947 Deportation in das KZ Theresienstadt, 1945 befreit, 1947 in der Schweiz gestorben Maxstraße 31 Datei:Stolperstein für Emilie Schloss (Bad Kissingen).jpg
Thekla Schloß 1902 – ?? Tod im KZ Auschwitz, genauer Todeszeitpunkt unbekannt Maxstraße 31 Datei:Stolperstein für Thekla Schloss (Bad Kissingen).jpg
Anni Stern 1924 – ?? Schülerin Deportation in das Ghetto Izbica, genauer Todesort und -zeitpunkt unbekannt Hemmerichstraße 12 Datei:Stolperstein für Anni Stern (Bad Kissingen).jpg
Thekla Stern, geb. Heimann<ref>Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen., S. 176–178</ref> 1891 – ?? Eisenwarenhändlerin Deportation in das Ghetto Izbica, genauer Todesort und -zeitpunkt unbekannt Hemmerichstraße 12 Datei:Stolperstein für Thekla Stern (Bad Kissingen).jpg
Dr. Siegfried Wahle 1869–1941 Sanitätsrat Tod im KZ Kauen Ludwigstraße 9 Datei:Stolpersteine 05.JPG
Selma Wolff, geb. Kissinger 1877–1942 Sanitätsrat Deportation in das Ghetto Litzmannstadt und dann in das Vernichtungslager Kulmhof; dort ermordet. Marktplatz 17 Datei:Stolperstein für Selma Wolff (Bad Kissingen).jpg

Literatur

(chronologisch geordnet)

  • Hans-Jürgen Beck: Juden in Bad Kissingen während der Zeit des Nationalsozialismus. Würzburg 1987.
  • Hans-Jürgen Beck, Rudolf Walter: Jüdisches Leben in Bad Kissingen. Stadt Bad Kissingen, Bad Kissingen 1990, DNB 911057900.
  • Cornelia Binder, Michael Mence: Last Traces/Letzte Spuren von Deutschen jüdischen Glaubens im Landkreis Bad Kissingen. Binder/Mence, Wartmannsroth 1992, DNB 956260411.
  • Gerhild Ahnert: Zum Gedenken an unsere ehemaligen jüdischen Schüler. In: Gerhild Ahnert, Frey Erich, Gusinde Horst (Hrsg.): Festschrift 125 Jahre Gymnasium Bad Kissingen 1871–1996. Gymnasium Bad Kissingen, Bad Kissingen 1996, DNB 949221546.
  • Hans-Jürgen Beck: Der Glanz der Thora – Zeugnisse jüdischen Lebens in Franken. (= Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung vom 10. November 2004 bis 31. Januar 2005 im Bismarck-Museum Bad Kissingen). Stadt Bad Kissingen, Bad Kissingen 2004, ISBN 978-3-934912-06-9.
  • Cornelia Binder, Michael Mence: Nachbarn der Vergangenheit – Spuren von Deutschen jüdischen Glaubens im Landkreis Bad Kissingen mit dem Brennpunkt 1800 bis 1945. Binder, Wartmannsroth 2004, ISBN 978-3-00-014792-0.

Weblinks

Einzelnachweise

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