Borstige Schuppensimse
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| Borstige Schuppensimse | ||||||||||||
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| Datei:Isolepis setacea.jpeg
Borstige Schuppensimse (Isolepis setacea) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Isolepis setacea | ||||||||||||
| (L.) R.Br. |
Die Borstige Schuppensimse oder Borstige Moorbinse (Isolepis setacea) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Sie ist in der Alten Welt weit verbreitet. Sie wird manchmal als Zierpflanze verwendet.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Borstige Schuppensimse wächst in Horsten oder dichten Matten als einjährige oder nur wenige Jahre ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 2 bis 10 (selten bis zu 30) Zentimeter. Sie bildet kriechende Rhizome. Der gerade oder etwas gebogene Stängel ist stielrund mit einem Durchmesser von nur 0,3 bis 0,5 Millimeter. Die Blattspreiten sind flach oder rinnig und nur bis zu 0,5 Millimeter breit und bis zu 9 Zentimeter lang. Sie können aber auch rudimentär sein.<ref name="Schultze-Motel1980" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober. Das bis 3 Zentimeter lange Hüllblatt des Blütenstandes setzt den Stängel fort, steht aufrecht und kann später etwas gekrümmt sein. Der scheinbar seitenständige, köpfchenförmige Blütenstand enthält ein bis vier (maximal bis zu zehn) Ährchen. Die Ährchen sind sitzend oder fast sitzend<ref name="Schultze-Motel1980" /> und eiförmig mit einer Länge von 2 bis 3 Millimeter sowie einer Breite bis zu 2 Millimeter und enthalten 10 bis 40 Blüten. Die Spelzen sind kahl, länglich-eiförmig, 1,3 bis 2,1 Millimeter lang und 0,6 bis 1,2 Millimeter breit, bräunlich oder purpurn, mit etwa sieben Nerven und einem breiten, grünen Kiel. Die Blüte enthält zwei bis drei Staubblätter und drei Narben.<ref name="Schultze-Motel1980" />
Die zusammengedrückt-dreikantige Nuss besitzt konvexe Seiten, ist 0,5 bis 1,2 Millimeter lang und trägt eine kurze Stachelspitze. Sie ist längsseits mit Rippen versehen und zart quer gestreift; ihre Farbe ist graubraun bis rotbraun.<ref name="Schultze-Motel1980" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.
Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet der Borstigen Schuppensimse umfasst Europa (außer im äußersten Süden und Norden), Afrika, West- und Zentralasien mit Sibirien, Indien, China, außerdem Australien. Eingeschleppt kommt sie auch in Nordamerika vor. In Europa kommt sie in fast allen Ländern vor und fehlt nur in Finnland, Montenegro, Nordmazedonien und in Moldau.<ref name="Euro+Med" />
In Mitteleuropa kommt sie in den Mittelgebirgen und in den Alpen über Silikatgestein nur bis etwa 1200 m<ref name="Oberdorfer8" /> vor, hier ist sie selten, über Kalk fehlt sie fast überall. Die Höhe von 1200 Meter erreicht sie in Tirol.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Sie kommt im mitteleuropäischen Tiefland östlich der Weser zerstreut vor, westlich davon ist sie aber selten.<ref name="Aichele-Schwegler 2000" />
Die Borstige Schuppensimse wächst gern als Pionierpflanze auf nassen, mäßig sauren Sand- oder Torfböden.<ref name="Oberdorfer8" /> Sie bevorzugt Ufer von Gräben in Hoch- und Zwischenmooren, sie geht aber auch in niedere, nasse Streuwiesen oder auf sandige, auch im Sommer nicht vollkommen austrocknende Waldwege. Gelegentlich tritt sie hier als einer der ersten Besiedler auf dem noch nackten Boden auf.<ref name="Aichele-Schwegler 2000" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4+w+ (nass aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />
Sie ist eine Kennart des Stellario uliginosae-Scirpetum setacei im Unterverband Juncenion bufonii des Verbandes Nanocyperion.<ref name="Oberdorfer8" />
Ökologie
Die Borstige Schuppensimse wird durch Wasser- und Watvögel verbreitet, und sie findet sich, bei sonst zusagenden Standortverhältnissen, bevorzugt entlang der großen Vogelstraßen.<ref name="Aichele-Schwegler 2000" />
Taxonomie
Diese Art wurde 1753 unter dem Namen Scirpus setaceus durch Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht.<ref name="SpPl" /> Robert Brown stellte 1810<ref name="Brown 1810" /> die Gattung Isolepis auf, deren Typusart sie ist. Weitere Synonyme für Isolepis setacea <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) R.Br. sind: Isolepis gracillima <templatestyles src="Person/styles.css" />(Kohts) Nyman, Isolepis lenticularis <templatestyles src="Person/styles.css" />Nees ex Boeck., Isolepis pleurocarpa <templatestyles src="Person/styles.css" />Hochst. ex C.B.Clarke, Isolepis saviana <templatestyles src="Person/styles.css" />Link, Isolepis setacea var. aberdarica <templatestyles src="Person/styles.css" />R.W.Haines & Lye, Mariscus setaceus <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Moench, Schoenoplectus setaceus <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Palla, Scirpus gracillimus <templatestyles src="Person/styles.css" />Kohts.<ref name="tropicos" /> Sie wurde früher in die größere Gattung der Simsen (Scirpus) gestellt, wird heute aber meist zur Gattung Isolepis gestellt.
Literatur
- Wolfram Schultze-Motel: Scirpus. In:
- Robert Anthony DeFilipps: Scirpus. In
- S. Galen Smith: Isolepis. In:
Einzelnachweise
<references> <ref name="Oberdorfer8"></ref> <ref name="tropicos">Isolepis setacea bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Aichele-Schwegler 2000"></ref> <ref name="SpPl">Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 49 (Digitalisat).</ref> <ref name="Brown 1810">Robert Brown: Prodromus Florae Novae Hollandiae. Verlag Richard Taylor et socii, London 1810, S. 221 (online).</ref> <ref name="Schultze-Motel1980">Wolfram Schultze-Motel: Familie Cyperaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band II, Teil 1, S. 33–34. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4.</ref> <ref name="InfoFlora"> Isolepis setacea (L.) R. Br. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Euro+Med"> P.Jiménez-Mejías, M.Luceño (2011+): Cyperaceae. Datenblatt Isolepis setacea In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>
Weblinks
- [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: R. V. Lansdown, 2012. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.
- Isolepis setacea (L.) R. Br., Borstige Schuppensimse. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Borstige Schuppensimse. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Verbreitungskarte im Quadrantenraster auf deutschlandflora.de (Netzwerk Phytodiversität Deutschland e.V.)
- Vorlage:BIB
- Verbreitung auf der Nordhalbkugel aus: Eric Hultén, Magnus Fries: Atlas of North European vascular plants. 1986, ISBN 3-87429-263-0 bei Den virtuella floran. (schwed.)
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)