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See-Brachsenkraut

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(Weitergeleitet von Isoetes lacustris)

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See-Brachsenkraut
Datei:IsoetesLacustris.jpg

See-Brachsenkraut (Isoetes lacustris)

Systematik
Unterabteilung: Lycopodiophytina
Klasse: Bärlapppflanzen (Lycopodiopsida)
Ordnung: Brachsenkrautartige (Isoetales)
Familie: Brachsenkrautgewächse (Isoetaceae)
Gattung: Brachsenkräuter (Isoetes)
Art: See-Brachsenkraut
Wissenschaftlicher Name
Isoetes lacustris
L.

Das See-Brachsenkraut (Isoetes lacustris) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Brachsenkräuter (Isoetes), einer systematisch isoliert stehenden Gruppe der Ordnung der Bärlapppflanzen (Lycopodiopsida).<ref name="HasslerOnline" /> Diese Wasserpflanze ist in Europa und Nordamerika verbreitet.

Beschreibung

Datei:Illustration Isoetes lacustris0.jpg
Illustration des See-Brachsenkrautes (Isoetes lacustris): (A) Ganze Pflanze -
(1) Blattgrund mit Sporangium am Grund und Blatthäutchen darüber - (2) Längsschnitt und (3) Querschnitt des Blattgrundes mit dem gekammerten Sporangium - (4) Querschnitt durch Sprossbasis
Datei:Isoetes lacustris.jpg
Habitus im Habitat

Das See-Brachsenkraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 3 bis 15 Zentimetern erreicht. Sie hat eine unverzweigte, gestauchte, knollenförmige Sprossachse, die sekundäres Dickenwachstum zeigt. An der Sprossachse steht eine Rosette von bis über 70 binsenförmigen Blättern. Die dunkel-grünen, steifen Blätter sind am Grund flach rinnig, oberwärts stielrund, 5 bis 20, selten bis 40 Zentimeter lang<ref name="Dostál1984" /> sowie 2 bis 3 Millimeter breit mit kurz zugespitztem oberen Ende.<ref name="Fischer2008" /> Die Ligula ist kaum länger als breit.<ref name="Dostál1984" />

Die Sporangien stehen in einer Grube am Grund der scheidig erweiterten Blätter, die im oberen Drittel von einem Schleier (Velum) bedeckt wird.<ref name="Dostál1984" /> Die Makro- und Mikrosporophylle sind gleich gestaltet, wobei erstere außen an der Rosette stehen, letztere innen. Die weißlichen Makrosporen haben eine dicht netzrunzelige<ref name="Dostál1984" /> Oberfläche und einen Durchmesser von 530 bis 700 µm. Die hellbräunlichen Mikrosporen messen etwa 40 × 30 µm und haben meist niedrig, teilweise leistenartig verlängert-warzige, selten glatte Oberfläche.<ref name="Dostál1984" /> Die Sporen reifen von Juli bis September.

Das Prothallium ist eingeschlechtig, kurzlebig und verbleibt in der Spore. Die Spermatozoiden sind vielgeißelig.

Das See-Brachsenkraut ist dekaploid mit einer Chromosomenzahl von 2n = 110.<ref name="Fischer2008" />

Ökologie

Vorlage:Hinweisbaustein Die Sporenreife des See-Brachsenkrauts erfolgt im Spätsommer und im Frühherbst, Keimung und Embryobildung wurden kaum bekannt.

Alte Blätter lösen sich im Herbst ab und werden dann am Ufer des Sees angeschwemmt. Hier vermutet man die Prothalienentwicklung und die Befruchtung. Losgelöste Blätter (die Makro- und Mikrosporangien enthalten) können auch von Vögeln an andere Gewässer verschleppt werden.

Vorkommen

Das See-Brachsenkraut ist in Europa, in Nordamerika und in Japan verbreitet.<ref name="HasslerOnline" /> In Europa kommt das See-Brachsenkraut in West-, Nord- und Osteuropa vor, in Mitteleuropa ist es selten.<ref name="Fischer2008" /> In Europa findet man es vor allem in Nordeuropa, Großbritannien, Irland, Island, in den skandinavischen Ländern, Finnland, in den angrenzenden Teilen Russlands, und in Dänemark. Vereinzelt tritt es auch in Spanien, in den Pyrenäen und im französischen Zentralmassiv auf. Es steigt in Polen bis 1230 Meter Meereshöhe auf.<ref name="Dostál1984" />

In Deutschland ist das See-Brachsenkraut bundesweit stark gefährdet, in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern ist es bereits ausgestorben.<ref name="FloraWeb" /> In Österreich kommt und kam es nicht vor; ältere Angaben über Vorkommen in einigen Salzburger Seen sind „vermutlich irrtümlich“.<ref name="Fischer2008" /> Aus der Schweiz sind nur drei Fundgebiete in den Zentralalpen bekannt, die Bestände gelten als stabil bis leicht abnehmend.<ref name="Buwal1999" /> In Deutschland ist die Art gesetzlich geschützt.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" />

Das See-Brachsenkraut wächst untergetaucht (submers) in nährstoffarmen (oligotrophen) und kalkarmen Kaltwasserseen mit sandigem oder kiesigem Grund und ist pflanzensoziologisch der Klasse Littorelletea, also den Strandlings-Gesellschaften, zuzuordnen. Es kommt bis in 5, selten bis in 8 Metern Wassertiefe vor.<ref name="Fischer2008" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Isoetes lacustris erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 1100.<ref name="HasslerOnline" />

Trivialnamen

Den deutschsprachigen Trivialnamen Brachsenkraut erhielt es von dem Fisch Brachse (Abramis brama), mit dem es in Pommern in großen Mengen auf den Markt kam.<ref name="Dostál1984" />

Belege

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Isoetes lacustris L., Gewöhnliches Brachsenkraut. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Fischer2008"> </ref> <ref name="Dostál1984"> Josef Dostál: Isoetaceae. In: </ref> <ref name="Buwal1999"> Daniel M. Moser: Isoëtes lacustris L. – See-Brachsenkraut – Isoëtaceae. In: Christoph Käsermann, Daniel M. Moser (Hrsg.): Merkblätter Artenschutz – Blütenpflanzen und Farne. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, Bern 1999, S. 168–169 (PDF-Datei). </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2024"> Michael Koltzenburg: Isoetes. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 126. </ref> <ref name="HasslerOnline"> Michael Hassler: Taxon in Suchmaske eintragen bei World Ferns. - Synonymic Checklist and Distribution of Ferns and Lycophytes of the World. Version 19.2 vom März 2024. </ref> </references>

Weblinks

Commons: See-Brachsenkraut (Isoetes lacustris) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien