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Iodsäure

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Struktur von Iodsäure
Allgemeines
Name Iodsäure
Andere Namen
  • Jodsäure
  • Iod(V)-säure
Summenformel HIO3
Kurzbeschreibung

farblose, rhombische, piezoelektrische Kristalle<ref name="roempp">Eintrag zu Iodsäure. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 231-962-1
ECHA-InfoCard 100.029.056
PubChem 24345
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 175,91 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="roempp" />

Dichte

4,63 g·cm−3 <ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Schmelzpunkt

110 °C (Zersetzung)<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

pKS-Wert

0,804<ref>A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1.</ref>

Löslichkeit
  • sehr leicht in Wasser (2690 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS" />
  • nahezu unlöslich in Ethanol, Chloroform und Diethylether<ref name="roempp" />
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS"/>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272​‐​314
P: 210​‐​221​‐​280​‐​303+361+353​‐​305+351+338​‐​310<ref name="GESTIS" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Iodsäure, auch Jodsäure, ist eine Halogensauerstoffsäure, wie Chlorsäure und Bromsäure. Sie ist die einzige der Halogen(V)-säuren des Typs HXO3, die sich wasserfrei isolieren lässt.

Herstellung

Iodsäure wird durch Oxidation von Iod mit starken Oxidationsmitteln wie Salpetersäure (HNO3), Chlor, Chlorsäure oder Wasserstoffperoxid (H2O2) gewonnen:<ref>G. Brauer (Hrsg.), Handbook of Preparative Inorganic Chemistry 2nd ed., Band 1, Academic Press 1963, S. 316–8.</ref>

<math>\mathrm{I_2 + 6 \ H_2O + 5 \ Cl_2 \ \rightleftharpoons \ 2 \ HIO_3 + 10 \ HCl}</math>

Die entstehende Salzsäure muss aus dem Gleichgewicht entfernt werden, da sie die Iodsäure wegen der Rückreaktion reduzieren und das Gleichgewicht auf die linke Seite verschieben würde. Dies kann beispielsweise mit Quecksilber(II)-oxid (HgO) erreicht werden.

Eigenschaften

Datei:Iodic acid (GeoMuseum Cologne).JPG
Zuchtkristall aus Iodsäure, ausgestellt im GeoMuseum Köln

Nach dem VSEPR-Modell ist Iodsäure trigonal pyramidal aufgebaut. Iodsäure bildet durchsichtige, farblose, rhombische Kristalle, die sich in Wasser sehr leicht lösen. Der Stoff ist eine mittelstarke Säure mit dem pKs-Wert 0,804 und wirkt stark oxidierend. Iodsäure ist polymorph. Neben der thermodynamisch stabilen, nichtzentrosymmetrischen α-Form existiert auch eine metastabile, zentrosymmetrische γ-Form.<ref>A. Fischer, M. Lindsjö: γ-HIO3 – a metastable, centrosymmetric polymorph of iodic acid. In: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie. 631(9), 2005, S. 1574–1576, doi:10.1002/zaac.200500099.</ref>

Iodate

Iodate sind die Salze der Iodsäure der allgemeinen Formel M(IO3)n (M=Metall, n=abhängig von der Wertigkeit des Metalls). Sie sind beständiger als Chlorate und Bromate, aber wie diese starke Oxidationsmittel. Aus Iodaten kann man Iodsäure durch Reaktion mit Schwefelsäure freisetzen.

Sicherheitshinweise

Iodsäure und Iodate sind sehr starke Oxidationsmittel und können mit reduzierenden Stoffen wie Schwefel, Metallpulver oder organischen Substanzen explosionsartig reagieren.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Hypoiodige Säure | Iodige Säure | Iodsäure | Periodsäure Vorlage:Klappleiste/Ende