Internationale Energieagentur
| International Energy Agency — IEA — | |
|---|---|
| class="notheme" colspan="2" style="padding: 1em 0; text-align: center; background-color:#Vorlage:Standardfarbe" | Logo | |
| Bestehen | seit 15. November 1974 |
| Hauptsitz | Paris, Datei:Flag of France.svg Frankreich |
| Executive Director | Datei:Flag of Turkey.svg Fatih Birol |
| Website | iea.org |
Die Internationale Energieagentur (IEA, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine interstaatliche Kooperationsplattform im Bereich der Erforschung, Entwicklung, Markteinführung und Anwendung von Energie und Energietechnologien. Des Weiteren verwaltet die IEA die strategische Ölreserven ihrer 32 Mitglieder.
Die IEA ist nicht zu verwechseln mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO bzw. IAEA).
Geschichte und Organisation
Am 15. November 1974 wurde die Internationale Energiebehörde (IEA) als autonome Einheit der OECD von 16 Industrienationen mit Sitz in Paris gegründet.<ref>Katrin Forgó: Die Internationale Energieagentur, Grundlagen und aktuelle Fragen, Forschungsinstitut für Europafragen, Wirtschaftsuniversität Wien, EI Working Papers / Europainstitut No. 36, Dezember 2000, abgerufen am 15. November 2009.</ref><ref>Henning Türk: The oil crisis of 1973 as a challenge to multilateral energy cooperation among Western industrialized countries. In: Historical Social Research. Band 39 (2014), S. 209–230 (ssoar.info).</ref> Hintergrund der Gründung war die damalige Ölkrise und der Anspruch an ein gemeinsames, strategisches Vorgehen in der Energiekrise und danach.<ref>Henning Türk: Energiesicherheit nach der Ölkrise. Die Internationale Energie-Agentur 1974-1985. Wallstein Verlag, Göttingen 2023, ISBN 978-3-8353-5484-5.</ref>
Beschluss des Rates – Gründungsvertrag
Die IEA wurde per Beschluss des Rates gegründet.<ref></ref> Artikel 6 behandelt die Aspekte zur Energieversorgungssicherheit in Bezug auf Erdöl:
(a) Der Verwaltungsrat beschließt und führt ein Internationales Energieprogramm zur Zusammenarbeit im Energiebereich durch. Dessen Ziele sind:
- (i) Entwicklung eines gemeinsamen Niveaus der Notfall-Selbstversorgung mit Öl;
- (ii) Festlegung gemeinsamer Nachfragebegrenzungsmaßnahmen im Notfall;
- (iii) Festlegung und Umsetzung von Maßnahmen zur Verteilung von verfügbarem Öl im Notfall;
- (iv) Entwicklung eines Informationssystems über den internationalen Ölmarkt und eines Rahmens für Konsultationen mit internationalen Ölkonzernen;
- (v) Entwicklung und Umsetzung eines langfristigen Kooperationsprogramms zur Verringerung der Abhängigkeit von Ölimporten, einschließlich Energieeinsparung, Entwicklung alternativer Energiequellen, Energieforschung und -entwicklung sowie der Lieferung von natürlichem und angereichertem Uran;
- (vi) Förderung der Kooperationsbeziehungen mit Ölförderländern und anderen Ölverbrauchsländern, insbesondere mit Entwicklungsländern.
Der Verwaltungsrat kann weitere Maßnahmen der Zusammenarbeit im Energiebereich beschließen, die er für notwendig erachtet, und das Programm im Übrigen einstimmig unter Berücksichtigung der verfassungsrechtlichen Bestimmungen der teilnehmenden Länder ändern.
Leitung
Seit September 2015 ist Fatih Birol der Exekutivdirektor der IEA, zuvor war er zwanzig Jahre deren Chef-Ökonom.<ref>IEA Chief Economist Fatih Birol is named Agency’s next Executive Director. In: www.iea.org. Abgerufen am 15. Oktober 2016.</ref>
Aktivitäten
Notfallölreserven
Historisch sind der IEA die strategische Ölreserven von 32 Staaten (Stand 2026) anvertraut, mit denen sie durch die Freigabe von Erdöl in den Ölmarkt eingreifen kann.<ref>OPEC: Streit um strategische Ölreserven. In: Handelsblatt online. 27. Juni 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 3. Januar 2014; abgerufen am 29. Juni 2011.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„IEA makes 60 million barrels of oil available to market to offset Libyan disruption“ ( vom 26. Juni 2011 im Internet Archive) Presseerklärung der IAE vom 23. Juni 2011</ref><ref>A. B. C. News: International Energy Agency announces largest ever release of reserve oil amid Iran war. Abgerufen am 11. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Einsatz der strategischen Ölvorräte hat sich jedoch gewandelt. Während diese bei der Gründung der IEA nach Einsparung und Ölumverteilung als letztes Instrument zur Bekämpfung einer Ölkrise angesehen wurden, gelten die Ölvorräte seit einem Beschluss der IEA vom November 1984 als „first line of defence“ (dt. „erste Verteidigungslinie“). Damit reagierte die IEA auf einen Strategiewechsel der USA, die unter der Präsidentschaft Ronald Reagans ihre Ölreserven massiv aufstockten, um für den Krisenfall gewappnet zu sein.<ref>Henning Türk: Energiesicherheit nach der Ölkrise. Die Internationale Energie-Agentur 1974-1985. Wallstein Verlag, Göttingen 2023, ISBN 978-3-8353-5484-5, S. 132–142.</ref><ref></ref>
Diese Notfallölreserven der IEA-Mitglieder umfassen (Stand 2026) circa 1.200 Millionen Barrel (MB) und weitere 600 MB „Industriereserven“ werden im Rahmen staatlicher Vorgaben gehalten.<ref>Matt Sedensky, Wyatte Grantham-Philips: Oil shock from Iran war prompts countries to open strategic reserves. In: AP. 9. März 2026, abgerufen am 13. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Energiewirtschaft
Die IAE sammelt und wertet eine Vielzahl von Daten zu allen Energieträgern und Verbrauchern aus. Die jährlich erscheinenden „Key Energy Statistics“ und der „World Energy Outlook“ sind vielzitierte Berichte in der Energiewirtschaft. Auch das World Energy Council (WEC) veröffentlicht seine eigenen Berichte.
Positionen (Auswahl)
Aussagen zum Erneuerbare-Energien-Gesetz
In ihrem Länderbericht 2013 urteilt die IEA über die deutsche Energiepolitik, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) habe sich „als sehr wirksames Instrument zur Verbreitung der erneuerbaren Energien und insbesondere der Stromerzeugung durch Biomasse, Windenergie und Photovoltaik erwiesen. Zudem hat es sich als erfolgreich bei der Drosselung der Kosten erwiesen, wie sich in besonderem Maße an der Senkung der Einspeisetarife für Solarstrom zeigt, zu der es in Antwort auf die rasche Expansion dieser Technologie in den letzten vier Jahren gekommen ist.“ Darüber hinaus stellt der Bericht fest:
„Deutschland muss […] mit der Entwicklung kosteneffizienter marktorientierter Konzepte fortfahren, um die erwartete Expansion der dargebotsabhängigen erneuerbaren Energien zu begleiten. Außerdem müssen Kosten und Nutzen gerecht und transparent, unter besonderer Beachtung der privaten Haushalte, auf alle Marktteilnehmer verteilt werden. Die Expansion der erneuerbaren Energien muss in Zukunft parallel zum zeitnahen Ausbau der Übertragungs- und Verteilungsnetze erfolgen. Zudem bedarf es eines stabilen Regulierungsrahmens, um langfristige Finanzierungsmöglichkeiten für die Netzbetreiber zu gewährleisten. Darüber hinaus gilt es, Deutschlands Kapazität zur Deckung des Spitzenlastbedarfs auf mittlere Sicht weiter genau zu beobachten.“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IEA: Energiepolitik der IEA-Länder – Deutschland. 2013 ( vom 14. September 2013 im Internet Archive) (PDF; 724 kB)</ref>
Ölversorgungssicherheit
Seit 2007 warnte die IEA wiederholt vor zunehmend deutlicheren Verknappungstendenzen auf den internationalen Ölmärkten. Angesichts steigender Nachfrage und abnehmender Fördermenge bestehe die Gefahr einer baldigen Ölknappheit – ein Szenario, das insbesondere von Anhängern der Peak-Oil-Theorie schon seit langem erwartet wird. Die IEA schrieb, dass die weltweiten Ölförderkapazitäten voraussichtlich sinken würden und die Ölreserven ebenso. Fast die Hälfte des Bedarfs müsse in Zukunft mittels neu erschlossener Ölfelder gedeckt werden, weil bestehende Reserven nach und nach versiegen. Je stärker die globale Ölnachfrage bei einem Aufschwung sein werde – vor allem in den USA, China und Indien –, desto früher könne dieser Engpass eintreten und das Weltwirtschaftswachstum drosseln. Alles deute auf eine „Angebotskrise“ hin, wodurch die Preise auf „Rekordniveau“ steigen könnten. Ein Ölpreis von bis zu 200 Dollar pro Barrel sei möglich. Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) empfahl daher u. a. eine stärkere Ölförderung durch die Opec und mehr Energieeffizienz.<ref>Michael Kläsgen: "Die nächste Ölkrise kommt". 17. Mai 2010, abgerufen am 11. März 2026.</ref><ref>Preisexplosion: Energieagentur schlägt Alarm - neue Ölkrise in fünf Jahren. In: Der Spiegel. 10. Juli 2007, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 11. März 2026]).</ref>
Nubuo Tanaka, von 2007 bis 2011 Executive Director der IEA, äußerte sich auf einer Energiekonferenz in London Ende Oktober 2007 besorgt in Hinblick auf die künftige Ölversorgungssicherheit: “Despite five years of high oil prices, market tightness will actually increase from 2009. New capacity additions will not keep up with declines at current fields and the projected increase in demand” (Den seit fünf Jahren hohen Ölpreisen zum Trotz wird die Marktverknappung [an Öl] von 2009 an tatsächlich zunehmen. Neue Reservenergänzungen werden mit dem Förderrückgang in den derzeit ausgebeuteten Ölfeldern und mit dem zu erwartenden Anstieg der Nachfrage nicht Schritt halten).<ref>Client Challenge. In: ft.com. Financial Times, abgerufen am 26. Oktober 2025.</ref> Tatsächlich fiel der Ölpreis im zweiten Halbjahr 2007 stark (von ~140 USD auf ~40 USD im Dezember 2007) und schwankte nach dem Ende einer weltweiten Wirtschaftskrise in den Jahren 2012 bis 2015 zwischen 100 und 120 USD.
World Energy Outlook
In ihrem World Energy Outlook 2008<ref>Volltext (PDF; 9,5 MB)</ref> bezeichnete die IEA die konventionellen Energieträger (Öl, Kohle und Gas) erstmals als „eindeutig nicht zukunftsfähig“ aus ökologischer, aus wirtschaftlicher und aus sozialer Sicht. „Dazu bedarf es nichts Geringerem als einer Energierevolution“. Erstmals warnte die IEA darin vor einer „katastrophalen, irreversiblen Schädigung des Weltklimas“ (→ globale Erwärmung). Da sich der Rückgang der Ölfördermengen beschleunige, bei gleichzeitigem Anstieg des Verbrauchs um 45 Prozent, seien Engpässe beim Öl wahrscheinlich. Mit welchen Ölquellen der steigende Bedarf gedeckt werden solle, wie viel die Förderung dieses Öls kosten werde und wie viel die Verbraucher dafür zahlen müssten, sei sehr ungewiss.<ref>S. 37 (Executive Summary) und S. 276 (PDF; 9,5 MB)</ref>
Im World Energy Outlook 2013<ref>World Energy Outlook 2013 – Analysis. 11. November 2013, abgerufen am 26. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> empfahl die IEA stärkere Anstrengungen zur Energieeffizienz. Voraussetzung für mehr Energieeffizienz sei, die weltweiten Subventionen für fossile Energieträger abzuschaffen, die 2012 544 Milliarden US-Dollar betrugen, während erneuerbare Energien mit 100 Milliarden Dollar unterstützt wurden.<ref>World Energy Outlook (executive summary, pdf)</ref>
Im World Energy Outlook 2014 drängte die IEA erneut auf stärkere Maßnahmen für Energieeffizienz und Versorgungssicherheit und stellte erstmals Szenarien bis zum Jahr 2040 vor. Der Weltenergiebedarf nehme bis 2040 um 37 % zu, was Druck auf die Energieversorgung erzeuge. Kohle und Öl würden bis dahin wachsen und sich anschließend auf dem Verbrauchsniveau einpendeln. Erneuerbare Energien würden zügig zunehmen, aufgrund stark fallender Kosten und staatlicher Förderung, und Kohle als wichtigsten Energieträger ablösen. Allein die Hälfte der zusätzlichen Nachfrage werde durch Erneuerbare gedeckt. Erneuerbare, Öl, Erdgas und Kohle würden 2040 jeweils ein Viertel des globalen Primärenergieverbrauchs stellen.<ref>Signs of stress must not be ignored, IEA warns in its new World Energy Outlook. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Oktober 2016; abgerufen am 11. März 2026.</ref>
Im World Energy Investment Outlook 2014<ref>WEO-2014 Special Report: World Energy Investment Outlook – Analysis. 2. Juni 2014, abgerufen am 26. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> berichtete die IEA, dass im Jahr 2013 ca. 1,6 Billionen Dollar weltweit im Energiesektor investiert wurden, hiervon mehr als 1 Billion für fossile Energieträger und 250 Mrd. für erneuerbare Energien. Aufgrund des Schwerpunkts fossiler Energien steuere die Welt auf eine globale Erwärmung um vier Grad zu. Um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, sei allerdings kein großer finanzieller Mehraufwand notwendig. „Das Geld muss nur anders ausgegeben werden.“ Insgesamt prognostizierte die IEA, dass innerhalb von 20 Jahren weltweit 48 Billionen US-Dollar investiert werden müssten, um die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten. Die jährlichen Investitionen würden auf zwei Billionen ansteigen. Für erneuerbare Energien forderte die IEA weltweite Investitionen von 5,8 Billionen Dollar bis 2035.<ref>IEA-Apell: Energiesicherheit der Welt ist nicht gewährleistet - WELT. Abgerufen am 11. März 2026.</ref>
Im World Energy Outlook Special Report 2015 forderte die IEA im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 ein ambitioniertes UN-Klimaschutzabkommen, nach dem die globalen Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2020 ihren Höhepunkt erreichen sollen. Subventionen für fossile Energieträger sollten beendet werden und Investitionen in erneuerbare Energien deutlich erhöht werden.<ref>IEA sets out pillars for success at COP21. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. September 2016; abgerufen am 11. März 2026.</ref> Am 12. Dezember 2015 schlossen 154 Vertragsparteien das Übereinkommen von Paris.
Mitgliedstaaten
Die IAE hat drei Kategorien: die offiziellen Mitglieder, Beitrittskandidaten und assoziierten Länder. Stand 2026 sind 32 Staaten Mitglieder. Die Länder Russland, Saudi-Arabien, Irak, Iran (vgl. auch die GCC-Länder) sind nicht Teil der IEA.
Die folgende Übersicht gilt für 31 Mitglieder und einen Stand von 2022:<ref name="iea.org Membership">Membership - About. Abgerufen am 11. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> (in alphabetischer Sortierung)
- Datei:Flag of Australia (converted).svg Australien
- Datei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien
- Datei:Flag of Denmark.svg Dänemark
- Datei:Flag of Germany.svg Deutschland
- Datei:Flag of Estonia.svg Estland
- Datei:Flag of Finland icon.svg Finnland
- Datei:Flag of France.svg Frankreich
- Datei:Flag of Greece.svg Griechenland
- Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich
- Datei:Flag of Ireland.svg Irland
- Datei:Flag of Italy.svg Italien
- Datei:Flag of Japan.svg Japan
- Datei:Flag of Canada (Pantone).svg Kanada
- Datei:Flag of Lithuania.svg Litauen
- Datei:Flag of Luxembourg.svg Luxemburg
- Datei:Flag of Mexico.svg Mexiko
- Datei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande
- Datei:Flag of New Zealand.svg Neuseeland
- Datei:Flag of Norway.svg Norwegen
- Datei:Flag of Austria.svg Österreich
- Datei:Flag of Poland.svg Polen
- Datei:Flag of Portugal.svg Portugal
- Datei:Flag of Spain.svg Spanien
- Datei:Flag of Sweden.svg Schweden
- Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz
- Datei:Flag of Slovakia.svg Slowakei
- Datei:Flag of South Korea.svg Südkorea
- Datei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechien
- Datei:Flag of Turkey.svg Türkei
- Datei:Flag of Hungary.svg Ungarn
- Datei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten
Elf Staaten haben den Status eines assoziierten Landes:
- Datei:Flag of Egypt.svg Ägypten
- Datei:Flag of Argentina.svg Argentinien
- Datei:Flag of Brazil.svg Brasilien
- Datei:Flag of the People's Republic of China.svg Volksrepublik China
- Datei:Flag of India.svg Indien
- Datei:Flag of Indonesia.svg Indonesien
- Datei:Flag of Morocco.svg Marokko
- Datei:Flag of Singapore.svg Singapur
- Datei:Flag of South Africa.svg Südafrika
- Datei:Flag of Thailand.svg Thailand
- Datei:Flag of Ukraine.svg Ukraine
Fünf Staaten streben derzeit die Mitgliedschaft an:
Kontroversen
Photovoltaik-Zubau
Die IEA wird von Wissenschaftlern und Verbänden mehrfach für ihre drastischen Fehlprognosen zu Wachstumspotential und Kosten der erneuerbaren Energien in den jährlich herausgegebenen World-Energy-Outlook-Berichten kritisiert. Insbesondere unterschätzte sie den tatsächlichen Photovoltaik-Zubau wiederholt bei weitem.<ref name="Creutzig"></ref><ref name=":0" /> So schrieb der Energiewirtschaftler Konrad Mertens, die IEA sei „eher den fossilen Energien zugewandt“ und traue der Photovoltaik „auch für die Zukunft immer nur gerade das Wachstum zu, das aktuell bereits eingetreten war“. So habe die IEA 2004 für 2030 eine PV-Leistung von 80 GW prognostiziert; dieser Wert wurde 2012 erreicht. 2008 habe sie für 2030 200 GW PV-Leistung erwartet, 2017 habe der reale Wert jedoch bereits bei über 400 GW gelegen. Zudem habe sie noch 2017 prognostiziert, dass die Preise großer Photovoltaikanlagen bis im Jahr 2030 auf 1000 $/Kilowatt Peak fallen würden. Diese Vorhersage sei sogar nach nur einem Jahr von der Realität überholt worden.<ref>Konrad Mertens: Photovoltaik: Lehrbuch zu Grundlagen, Technologie und Praxis. 4. Auflage, München S. 340.</ref>
Beispielsweise wurde im World Energy Outlook 2015 ein Abbruch des Marktwachstums der Photovoltaik angenommen; dieser Prognose zufolge sollte der künftige Zubau unter die Rate von 2013 fallen.<ref>Energy Watch Group releases PV graphics to again highlight IEA’s unrealistic renewable scenarios, PV Magazine, Nov 2015; Energy Watch Group: IEA erstellt im WEO 2015 irrationale Szenarien für die künftige Entwicklung der Solarstromerzeugung. Nov 2015</ref> Tatsächlich stieg der Zubau drastisch an.<ref name="Manager" />
Eine 2015 publizierte Studie der Energy Watch Group und der TU Lappeenranta kam zum Ergebnis, dass die IEA zwischen 1994 und 2014 regelmäßig das Wachstum von Photovoltaik und Windenergie unterschätzte. Die von der IEA im Jahr 2010 veröffentlichten Projektionen für Photovoltaik für das Jahr 2024 wurden der Studie zufolge bereits im Januar 2015 erreicht (180 GW), was die IEA-Prognose für 2015 um den Faktor 3 übersteigt. Die Windkapazitäten von 2010 überstiegen die 2002 gemachten Projektionen um 260 % und die Voraussagen aus 2005 um 104 %. Die IEA-Voraussagen für Windkraft für das Jahr 2030 seien also bereits 20 Jahre früher erreicht worden. Ähnlich habe die IEA die Bedeutung von Kohle, Öl und Atomkraft regelmäßig überschätzt. So gehe die IEA trotz eines Rückgangs der Atomkraft unverändert von einem jährlichen Wachstum von ca. 10 GW im kommenden Jahrzehnt aus.<ref>The projections for the future and quality in the past of the World Energy Outlook for solar PV and other renewable energy technologies. Matthieu Metayer, Christian Breyer, Hans-Josef Fell, 28. September 2015. Abgerufen am 25. Januar 2021</ref> In einer Presseaussendung stellt die IEA mit dem Satz „80% of the increase in global electricity generation in 2024 was provided by renewable sources and nuclear“ die Atomstromproduktion so neben die erneuerbaren Energieträger, als würden beide im großen Stil ausgebaut werden. Während sie für die Erneuerbaren bekanntgab, dass diese um 700 GW ausgebaut wurden,<ref>Growth in global energy demand surged in 2024 to almost twice its recent average - News. 24. März 2025, abgerufen am 15. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> verschwieg sie, dass Atomstromkapazitäten nicht einmal um ein Hundertstel davon, nämlich 6,84 GW ausgebaut wurden.<ref>PRIS - Home. Abgerufen am 15. April 2025.</ref> Im mit der Presseaussendung angekündigten Dokument gibt sie den Zuwachs der Atomstromkapazität mit 7 GW an,<ref>Global Energy Review 2025. IEA, März 2025, abgerufen am 15. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> verschweigt darin aber, dass im selben Jahr nach ihren eigenen Zahlen durch Abschaltungen von AKWs 2,89 GW weggefallen sind.<ref>PRIS - Home. Abgerufen am 15. April 2025.</ref>
In Reaktion auf den weltweit dynamischen Ausbau der erneuerbaren Energien, der die Prognosen deutlich übertraf, korrigierte die IEA im Jahr 2016 ihre Prognosen etwas.<ref>Two Charts That Show How Renewable Energy Has Blown Away Expectations. In: Bloomberg.com. (bloomberg.com [abgerufen am 11. März 2026]).</ref> Auch im Jahr 2017 schätzte die IEA den Photovoltaik-Zubau geringer ein als die real erreichten Werte und prognostiziert für die langfristige Zukunft fallende Zubauwerte.<ref name="Manager">Nils-Viktor Sorge, manager magazin: World Energy Outlook der IEA ignoriert Solarenergie seit Jahren. 17. November 2017, abgerufen am 11. März 2026.</ref> Auch im 2018 erschienenen World Energy Outlook prognostizierte die IEA in ihrem Basiszenario bis 2035 einen kontinuierlichen Rückgang des weltweiten Photovoltaikzubaus.<ref>Sandra Enkhardt: IEA versus the reality of solar PV. In: pv magazine International. 20. November 2018, abgerufen am 11. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Kernenergie
Laut den Meinungen einzelner Medien gilt die IEA als Kernenergie-freundlich.<ref>Kernkraft: Internationale Energie-Agentur gegen Atomausstieg - WELT. Abgerufen am 11. März 2026.</ref><ref>Thorsten Denkler: "Wir brauchen ab 2020 neue Kernkraftwerke". 17. Mai 2010, abgerufen am 11. März 2026.</ref><ref name="taz">Stephan Kosch: IEA wird grüner: Öl-Lobby fordert Energierevolution. In: Die Tageszeitung: taz. 12. November 2008, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 11. März 2026]).</ref>
Siehe auch
- Atomzeitalter
- World Energy Outlook – jährlich erscheinende Publikation der Internationalen Energieagentur (IEA)
- Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO)
- Internationale Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA)
- Nuclear Energy Agency (NEA), eine Teilorganisation der OECD für Aspekte zur zivilen Nutzung der Kernenergie und Kerntechnik
- World Energy Council (WEC)
Literatur
- Henning Türk: Energiesicherheit nach der Ölkrise. Die Internationale Energieagentur 1974-1985, Wallstein Verlag, Göttingen 2023, ISBN 978-3-8353-5484-5
Weblinks
- Offizielle Website IEA. Abgerufen am 11. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Interner Fehler
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Zitat
- Energieagentur
- Internationale Wirtschaftsorganisation
- OECD
- Wirtschaftsorganisation (Paris)
- Internationale Organisation (Paris)
- Gründung einer politischen Organisation 1974
- Erdölwirtschaft
- Industriepolitik
- Wirtschaftspolitik
- Energiepolitik