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Interlübke

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Interlübke | Lübke GmbH

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Interlübke Logo.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 1937
Sitz Rheda-Wiedenbrück
Leitung Sebastian Freund
Mitarbeiterzahl 155
Umsatz 20 Mio. Euro<ref name="westfalen-blatt.de 2019" />
Branche Möbelindustrie
Website www.interluebke.com
Stand: 2018

Die Interlübke Lübke GmbH (Eigenschreibweise interlübke) ist ein Möbelunternehmen aus Rheda-Wiedenbrück in Ostwestfalen. Das Unternehmen ist auf Designmöbel spezialisiert.

Geschichte des Unternehmens

Im Jahr 1937 gründeten die Brüder Hans und Leo Lübke in Wiedenbrück die Gebrüder Lübke GmbH & Co. KG, eine „Spezialfabrik für polierte Schlafzimmer“. Der Markenname Interlübke entstand 1963. Der Namensbestandteil „Inter“ verweist auf „Interieur“ und „Internationalität“, der zweite auf den Namen der damaligen Inhaberfamilie.

Nach Wachstumsphasen stellten sich in den 1990er Jahren Verluste ein. Eine Produktlinie Unit konnte auf dem Massenmarkt nicht den gewünschten Erfolg erzielen.<ref>Schränke wie nach innen getragene Pelzmäntel. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. September 2006</ref>

Horst Lübke, Sohn von Hans Lübke, der seit 1972 geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens war, zog sich 1995 aus der Geschäftsführung in den Beirat zurück. Im selben Jahr stieg Helmut Lübke, der zuvor nur mit zwölf Prozent beteiligt gewesen war, in das väterliche Unternehmen ein, stellte die Produktlinie „Unit“ ein und entwickelte das Programm in Richtung eines Herstellers von Luxus-Systemmöbeln weiter.<ref>Henning Peitsmeier: Luxusmöbel ohne Bömmelchen und Goldbrokat, faz.net, 15. Januar 2005</ref>

Helmut Lübke verstarb am 3. Oktober 2006 bei einer privaten Afrika-Reise.<ref>Der Unternehmer Helmut Lübke ist tot. In: handelsblatt.com, 5. Oktober 2006</ref> Anschließend übernahm sein Sohn Leo Lübke das Unternehmen, das 2007 einen Rekordumsatz von 46 Mio. Euro erzielte,<ref>Möbelhersteller interlübke meldet Insolvenz an, rp-online.de, 24. Oktober 2012</ref> zusätzlich zur Leitung des Polstermöbelherstellers Cor (Oktober 2006 bis Oktober 2014). Leo Lübke näherte beide Marken aneinander an, gemeinsame Cor+Interlübke-Einrichtungshäuser entstanden.

Am 22. Oktober 2012 stellte das Unternehmen Interlübke beim Amtsgericht Bielefeld einen Eigenantrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, am 14. Januar 2013 gelang der Neubeginn von Interlübke in Form einer übertragenden Sanierung. Die Veräußerung der Unternehmensassets inklusive der Markenrechte an die Lübke GmbH & Co. KG mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Leo Lübke wurde mit diesem Tag wirksam.<ref>Beginn einer neuen Ära besiegelt. interluebke.de. Januar 2013, abgerufen am 18. Juni 2016.</ref>

Am 8. Oktober 2014 teilte Interlübke den Erwerb des Unternehmens durch die Unternehmer Peter Rutishauser und Richard Lenz mit.<ref>Erfahrene Unternehmer erwerben interlübke. interluebke.de. Oktober 2014, abgerufen am 18. Juni 2016.</ref><ref>Möbelhersteller: Interlübke an Investoren verkauft, 8. Oktober 2014</ref> Beide führten Interlübke bis zum 31. Mai 2016 gemeinsam als geschäftsführende Gesellschafter. Zum 1. Juni 2016 schied Peter Rutishauser aus der Geschäftsführung aus und blieb weiterhin Gesellschafter. Die gemeinsame Ausstellung von Cor und Interlübke wurde aufgelöst.<ref>Cor und Interlübke trennen Ausstellung. In: die-glocke.de. 12. Juni 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 22. September 2021.</ref>

Ab dem 1. Juni 2016 führten Johannes Schulte und Richard Lenz das Unternehmen als geschäftsführende Gesellschafter.<ref>Johannes Schulte wird neuer geschäftsführender Gesellschafter. interluebke.de. Juni 2016, abgerufen am 18. Juni 2016.</ref> Im August 2016 schied Schulte wieder aus der Geschäftsführung aus. Sein Nachfolger wurde Patrik Bernstein, der ab 23. August 2016 als Geschäftsführer im Unternehmen war.<ref>Schulte ist bei Interlübke wieder ausgeschieden. euwid-holz.de. August 2016, abgerufen am 30. Juni 2017.</ref><ref>Patrik Bernstein führt Interlübke. die-glocke.de vom 8. August 2016, abgerufen am 30. Juni 2017.</ref><ref>Friderieke Schulz: Möbelhersteller Interlübke möchte 2018 wieder Gewinn schreiben, nw.de, 15. September 2017</ref>

Am 27. Februar 2018 erwarb Axel Schramm, Inhaber und Geschäftsführer des Bettenherstellers Schramm Werkstätten, sowie Präsident des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, die Mehrheit an dem Unternehmen interlübke. Weitere Anteile übernimmt die MB Mittelständische Beteiligungsgesellschaft aus Osnabrück.<ref>Der Möbelpräsident steigt bei Interlübke ein. Frankfurter Allgemeine, Ausgabe vom 28. Februar 2018, abgerufen am 29. November 2019.</ref><ref>Axel Schramm steigt ein. Möbelmarkt.de, Ausgabe vom 28. Februar 2018, abgerufen am 29. November 2019.</ref> Neben Patrik Bernstein, der Geschäftsführer blieb, brachten sich ab dann auch Axel Schramm und sein Sohn Philipp Schramm ins operative Geschäft ein.<ref name="Glocke 2019">Interlübke auf dem Weg zu neuer Strahlkraft. In: Die Glocke. 15. Januar 2019, abgerufen am 21. September 2021.</ref><ref>Lilu soll es richten. Frankfurter Allgemeine, Ausgabe vom 23. März 2018, abgerufen am 29. November 2019.</ref> Im Februar 2019 verließ Patrik Bernstein das Unternehmen und Philipp Schramm wurde alleiniger Geschäftsführer.<ref name="westfalen-blatt.de 2019">Patrick Bernstein verlässt Möbelunternehmen – Umsatz im Jahr der Übernahme stabil: Schramm führt Interlübke allein, westfalen-blatt.de, 17. Januar 2019</ref><ref name="Glocke 2019" /> Anfang September 2021 wurde Sebastian Freund zum Geschäftsführer der Lübke GmbH.<ref>Sebastian Freund (39) ist seit 1. September 2021 neuer Geschäftsführer bei der Lübke GmbH., moebelmarkt.de, 14. September 2021</ref> Im August 2022 kaufte Familie Oehmke das Unternehmen und Frank Oehmke übernahm im Oktober 2023 die Geschäftsführung.

Im April 2026 meldete das Unternehmen Insolvenz beim Amtsgericht Bielefeld an, das einen vorläufigen Insolvenzverwalter einsetzte.<ref>Henryk Hielscher, Florian Weyand: Möbelindustrie - Interlübke meldet Insolvenz an. In: wiwo.de. 27. April 2026, abgerufen am 29. April 2026.</ref><ref name=":0">Iran-Krieg als Auslöser - Möbelhersteller Interlübke ist insolvent. In: t-online.de. 28. April 2026, abgerufen am 29. April 2026.</ref><ref name=":1">Richard Strobl: Berühmter deutscher Möbel-Hersteller meldet Insolvenz an: „Akuter Auslöser war der Iran-Krieg”. In: merkur.de. 29. April 2026, abgerufen am 29. April 2026.</ref> Begründet wird die Insolvenz mit Energiekosten im Zuge des Irankriegs, insbesondere durch teureres Heizöl und Preiserhöhungen von Lieferanten.<ref name=":0" /><ref name=":1" /><ref>Simon Rahe: Interlübke ist insolvent – steigende Kosten durch den Irankrieg ist laut Unternehmen die Ursache. 28. April 2026, abgerufen am 28. April 2026.</ref><ref name=":2">Nordrhein-Westfalen: Interlübke aus Rheda-Wiedenbrück ist insolvent. In: tagesschau.de. 28. April 2026, abgerufen am 29. April 2026.</ref> Für die mehr als 100 Beschäftigten am Standort Rheda-Wiedenbrück wird der Betrieb vorerst fortgesetzt, während die Suche nach einem Investor läuft.<ref name=":1" /><ref name=":2" />

Produktion

Datei:Kitchen chair made by Lübke. Germany.jpeg
Lübke (Interlübke) Küchenstuhl, Mid-Century

Die Fertigung erfolgt ausschließlich am Standort Rheda-Wiedenbrück, ungefähr 20 bis 25 Prozent des Umsatzes wurde vor der Übernahme des Unternehmens im Jahr 2018 im Ausland erzielt.<ref>Schramm wird Mehrheitseigner des Rheda-Wiedenbrücker Unternehmens: Möbelpräsident kauft Interlübke, westfalen-blatt.de, 1. März 2018: „Bei Interlübke liegt der Exportanteil bei 20 bis 25 Prozent.“</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive />

Koordinaten: 51° 50′ 15,5″ N, 8° 17′ 53″ O

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