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Mein Name ist Nobody

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Il mio nome è Nessuno)
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Produktionsland Italien, Frankreich, Deutschland
Originalsprache Italienisch
Erscheinungsjahr 1973
Länge 116 Minuten
Altersfreigabe

</ref>

Stab
Regie Tonino Valerii
Drehbuch Ernesto Gastaldi
Produktion Sergio Leone
Fulvio Morsella
Musik Ennio Morricone
Kamera Armando Nannuzzi
Giuseppe Ruzzolini
Schnitt Nino Baragli
Besetzung
Synchronisation

Mein Name ist Nobody (Originaltitel: Il mio nome è Nessuno) ist ein Italowestern mit einigen humorvollen Elementen von Tonino Valerii nach einer Idee von Sergio Leone. Die italienisch-deutsch-französische Koproduktion stammt aus dem Jahr 1973.

Handlung

Im Jahr 1899, als sich der „Wilde Westen“ schon seinem historischen Ende zugeneigt hat: Der alternde Revolverheld Jack Beauregard ist aufgrund seiner vielen Taten in den vergangenen Jahrzehnten ein berühmter Mann geworden, hat sich aber auch viele Feinde gemacht. Nun möchte er sich ohne großes Aufsehen nach Europa einschiffen, um sich dort zur Ruhe zu setzen, benötigt für die Überfahrt aber noch 500 Dollar. Zudem stellen ihm seine Feinde bis in den Friseursalon hinein nach, wobei er deren Mordversuchen geschickt ausweicht.

Auf seinen Reisen trifft Beauregard auf das schräge Schlitzohr Nobody, einen seiner größten Bewunderer. Nobody ist fest dazu entschlossen, seinem Idol einen fulminanten, denkwürdigen Abgang zu verschaffen, und möchte dessen Konfrontation mit der „Wilden Horde“, einer kampfstarken Bande aus 150 Outlaws, arrangieren. Dieser Gedanke an einen Endkampf ist Beauregard sehr zuwider. Zugleich ist aber auch die Bande an dem Tod von Beauregard interessiert: Die Banditen nutzen eine wertlose Goldmine, um ihr gestohlenes Gold zu waschen. Sullivan, der Minenbesitzer, fungiert nur als Strohmann. Beauregards Bruder Nevada Kid und einem alten gemeinsamen Freund namens Red gehörten beide Anteile an der nunmehr scheinbar wertvollen Mine, und beide wurden durch die Bande getötet.

Daher fürchten die Bande und Sullivan, dass Beauregard auf Rache sinnen könnte, und möchten ihn umbringen lassen. Als er im örtlichen Saloon die Schießkünste von Nobody bemerkt, beauftragt Sullivan Nobody, Beauregard zu töten, doch Nobody hilft Beauregard stattdessen dabei, einige von Sullivans Männern auszuschalten. Wenig später reitet die Wilde Horde in die Stadt, um Dynamitstangen zu holen, die sie in ihren Satteltaschen verstauen. Später konfrontiert Beauregard den unbewachten Sullivan, der um sein Leben fürchtet. Doch Beauregard entgegnet ihm, sein Bruder sei ihm egal, und nimmt lediglich zwei Goldsäcke sowie 500 Dollar für seine Überfahrt nach Europa mit. Dann macht er sich auf den Weg, um einen Zug nach New Orleans zu nehmen. Er glaubt, damit der von Nobody erhofften Konfrontation mit der Wilden Horde aus dem Weg gegangen zu sein.

Als Beauregard inmitten der leeren Prärie auf den Zug wartet, hört er auf einmal ein Trappeln von vielen Pferden – die Wilde Horde naht. Aber auch Nobody erscheint mit einem gestohlenen Zug und ermuntert Beauregard zum Kampf. Beauregard bleibt keine Wahl, so dass er tatsächlich mit einer letzten Heldentat in die Geschichte eingeht – er besiegt die Bande allein, indem er auf die mit Dynamit gefüllten Satteltaschen der Reiter schießt. Nun ist er endgültig in die Geschichte des Wilden Westens eingegangen. Um sich ihrer Rache zu entziehen, lässt sich Beauregard anschließend von Nobody in einem medienwirksam inszenierten Duell in New Orleans zum Schein erschießen.

Auf dem Grabstein von Beauregard ist zu lesen: Nobody war schneller beim Ziehen, was allerdings in englischer Sprache auch als Niemand war schneller beim Ziehen gelesen werden kann. Nobody ist zum bekannten Revolverhelden geworden und Beauregard sieht einem ungestörten Lebensabend in Europa entgegen. In einem Brief schreibt Beauregard an Nobody, dass dieser nun kein „Niemand“ mehr sei und das Leben für ihn als bekannter Revolverheld härter werden wird.

Produktionsnotizen

  • Die Idee zum Film stammt von Sergio Leone, der auch als Co-Regisseur neben Tonino Valerii sowie als Produzent am Film beteiligt war. Für das Projekt gelang es ihm, Henry Fonda als Partner von Terence Hill zu gewinnen. Die Filmmusik komponierte Ennio Morricone.
  • Gedreht wurde unter anderem in der Geisterstadt Mogollon im Bundesstaat New Mexico, außerdem im Indianerreservat Acoma Pueblo, der Geisterstadt Cabezon, der früheren Mission von San Esteban Del Rey und in den Kalkdünen von White Sands ebenfalls in New Mexico. Es war einer der wenigen mit Sergio Leone verbundenen Filme, dessen Außenaufnahmen größtenteils in den Vereinigten Staaten von Amerika gemacht wurden. Die Filmaufnahmen dauerten neun Wochen.
  • Für die Kostüme war Vera Marzot verantwortlich.

Trivia

  • Der Filmtitel zitiert die Odyssee: Odysseus überlistet den Polyphem, indem er sich als „Niemand“ zu erkennen gibt. Auf Jack Beauregards vermeintlichem Grabstein steht entsprechend: „Nobody was faster on the draw“.
  • Für den Titel The Wild Horde arrangierte Morricone einen Ausschnitt aus Wagners Ritt der Walküren mit einem Klang, der an Autohupen erinnert.
  • Beim Scheinduell hört man eine Version von The man with the Harmonica aus dem Film Spiel mir das Lied vom Tod, ebenfalls von Ennio Morricone, sowie weitere Musikstücke, jedoch leicht verändert, aus Westernfilmen, in denen Henry Fonda einst mitwirkte.
  • Bei der berühmten Duellszene im Saloon verpasst Nobody Don John (Marc Mazza) insgesamt 25 Ohrfeigen. John hat dabei keine Chance, zu ziehen, da Nobody abwechselnd zuschlägt, blitzschnell die beiden Waffen aus Johns Doppelholster herauszieht und wieder zurücksteckt. Eine ähnliche Duellszene beinhaltet bereits der Film Vier Fäuste für ein Halleluja (1971), in dem Terence Hill alias Trinity den Profi-Kartenspieler Wildcat Hendricks (Tony Norton) mehrfach ohrfeigt und dabei immer wieder den eigenen Revolver in rasendem Tempo zieht und wieder ins Holster steckt.
  • In der Szene auf dem Indianer-Friedhof liest Nobody den Namen auf einem Grabstein als Sam Peckinpah, dies auch in der englischsprachigen Version. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich die Widmung auf dem Kreuz jedoch als „Sam Pekompek“.
  • The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz ist ein Film Sam Peckinpahs von 1969. Wild Bunch ist auch die englischsprachige Bezeichnung der „wilden Horde“ (im italienischen Original „Mucchio Selvaggio“) aus dem Nobody-Film. Peckinpahs Name taucht auch in der Friedhof-Szene auf, wo er auf einem der Gräber steht.
  • Der Kinostart des Films in der Bundesrepublik Deutschland war am 13. Dezember 1973, die Erstausstrahlung im deutschen Fernsehen am 17. August 1985 im Abendprogramm des ZDF<ref>Mein Name ist Nobody. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 22. August 2024.</ref><ref>Spiegel.de.</ref>.

Soundtrack

Il mio nome è nessuno
Soundtrack von Ennio Morricone

Veröffent-
lichung

1973

Label(s)

General Music

Format(e)

LP

Genre(s)

Filmmusik, Easy Listening

Titel (Anzahl)

10/23

Produktion

Francesco Miracle

Alle Kompositionen sind von Ennio Morricone, bis auf ein Zitat aus Richard Wagners Walkürenritt.

Titelliste

Seite 1

  1. Il mio nome è Nessuno (3:10)
  2. Buona fortuna Jack (5:00)
  3. Mucchio Selvaggio (2:40)
  4. Se sei qualcuno è colpa mia (4:47)

Seite 2

  1. Con I Migliori Auguri (2:00)
  2. Uno Strano Barbiere (6:58)
  3. Più delle Walkirie (2:18)
  4. Una Insolita Attesa (2:00)
  5. Balletto degli Specchi (1:30)
  6. La Favola dell'Uccellino (1:44)

Besetzung

  • Alessandro Alessandroni: Kunstpfeifen
  • I Cantori Moderni di Alessandro Alessandroni: Chor
  • Arnaldo Graziosi: Piano, Keyboards
  • Bruno Battisti D’Amario: Gitarre (Solo)
  • Edda Dell’Orso: Gesang
  • Gino Agostinelli: Trompete
  • Giorgio Carnini: Synthesizer
  • Marianne Gazzani Eckstein: Flöte
  • Silvano Chimenti: E-Gitarre
  • Vincenzo Restuccia: Perkussion

Deutsche Fassung Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.

Die deutsche Synchronbearbeitung fertigte die Rainer Brandt Filmproduktion, Berlin, an. Für Dialogbuch und Synchronregie war Rainer Brandt verantwortlich.<ref>Mein Name ist Nobody. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 15. Februar 2021.</ref>
Nicht zuletzt aufgrund der deutschen Dialog-Erfindungen genießen die Nobody-Filme bis heute große Beliebtheit. Die Dialoge weichen oft nicht unerheblich von den ansonsten sprachlich eher schmuckloseren Originaldialogen ab. In gewisser Weise entwickelt so die deutsche Dialogebene ein Eigenleben und eine Eigendynamik gegenüber den ohnehin schon sehr originären übrigen filmischen Ebenen (Handlung, Schauspiel, Kameraführung, Kostüm/Ausstattung und Musik).

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Jack Beauregard Henry Fonda Ernst Wilhelm Borchert
Nobody Terence Hill Thomas Danneberg
Sullivan Jean Martin Klaus Miedel
John R. G. Armstrong Martin Hirthe
Anführer der Wilden Horde Geoffrey Lewis Joachim Kemmer
Don John Marc Mazza Gerd Martienzen
Sheriff Piero Lulli Arnold Marquis

DVD-Veröffentlichung

Der Film erschien zusammen mit Nobody ist der Größte 2005 als in Bild und Ton komplett restaurierte Version auf DVD. Dabei handelt es sich erstmals um eine vollständige Fassung mit vollständigem Bildausschnitt und allen bis dahin fehlenden Szenen. In Italien erschien im April 2009 eine Fassung auf Blu-ray Disc in voller 1080p-Auflösung. Diese enthält jedoch nur die italienische Tonspur.<ref>Mein Name ist Nobody bei Bluray-disc.de; abgerufen am 31. Januar 2010</ref> Zwei Jahre nach Mein Name ist Nobody kam der Film Un Genio, Due Compari, Un Pollo in die Kinos, der vom deutschen Verleih den Titel Nobody ist der Größte erhielt. Leone griff in diesem Film erneut auf den Nobody-Charakter zurück, verlegte jedoch die Handlung in die Zeit der Indianerkriege und gab der Hauptrolle den Namen Joe Thanks. In Anlehnung an das Nobody-Wortspiel des ersten Films wird hier mit dem Doppelsinn des Nachnamens Thanks gespielt, was allerdings in der deutschen Synchronfassung weitgehend verloren geht, so dass für den deutschen Zuschauer die Verbindung beider Filme zueinander nur durch den Verleihtitel hergestellt zu werden scheint.

Kritiken

„Man albert flott.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Abendzeitung, München

„Mißglückter Versuch, aus Hollywood-, Italo- und Klamaukwestern eine neue Variante zu schaffen.“

„Es wird zugeschlagen, daß die Abenteurerherzen hüpfen.“

Münchner Merkur, München

Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh der Produktion das Prädikat wertvoll.

Der Philosoph Harry Lehmann hält den Film für ein singuläres Kunstwerk der Postmoderne, das deren Grundprinzipien meisterhaft vorführte, noch bevor deren grundlegende theoretische Erfassung durch Denker wie Leslie Fiedler (Popularität), Umberto Eco (Ironie) und Charles Jenks (Doppelcodierung) erfolgte<ref>Harry Lehmann: Mein Name ist Postmoderne. Wie ein Western zum Kunstfilm wurde. 6. Dezember 2025, abgerufen am 6. Dezember 2025.</ref>.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Filme von Tonino Valerii