Ig-Nobelpreis
Der Ig-Nobelpreis ([<templatestyles src="IPA/styles.css" />], englischsprachiges Wortspiel: ignoble „unwürdig, schmachvoll, schändlich“), gelegentlich als Anti-Nobelpreis bezeichnet, ist eine satirische Auszeichnung, um wissenschaftliche Leistungen zu ehren, die „Menschen zuerst zum Lachen, dann zum Nachdenken bringen“ (to honor achievements that first make people laugh, and then make them think). Vergeben wird der Preis von der in Cambridge (USA) erscheinenden Zeitschrift Annals of Improbable Research.<ref name="about-IG"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />About The Ig® Nobel Prizes ( vom 16. August 2018 im Internet Archive) Internetseite der Annals of Improbable Research, abgerufen am 7. April 2013 (engl.)</ref> Die erste Preisverleihung fand 1991 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) statt, seit 2012 wurden die Preise an der Harvard-Universität überreicht, zuletzt wieder am MIT. Im Jahr 2026 soll die Verleihung mit Zürich als Austragungsort erstmals außerhalb der USA stattfinden.<ref>Ig-Nobelpreise – dieses Jahr neu in Zürich. In: srf.ch. 10. März 2026, abgerufen am 10. März 2026.</ref>
Bedingungen für die Nominierungen und Wahl
Bedingung für eine Nominierung ist, dass die Entdeckung erst zum Lachen und dann zum Nachdenken führen soll.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig What Is This Ig?] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 16. Oktober 2012 (englisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Helen Pilcher: Laughter in the lab. In: Nature Online vom 1. Oktober 2004 (englisch).</ref> Außerdem muss das Forschungsthema neuartig sein. Niemand darf vorher eine ähnliche wissenschaftliche Arbeit abgeliefert haben.
Die Preise werden von einer Jury, dem Ig Nobel Board of Governors, verliehen. Sie setzt sich nach Angaben der ausrichtenden Zeitschrift Annals of Improbable Research aus Nobel- und Ig-Nobelpreisträgern, wissenschaftlichen Autoren, Sportlern, Trägern öffentlicher Ämter (public officials) und anderen bekannteren oder weniger bekannten Personen (other individuals of greater or lesser eminence) zusammen. Traditionell wird außerdem am letzten Tag ein zufälliger Passant für die Entscheidungsfindung zugeladen.<ref>Ig Nobel Nominations Internetseite der Annals of Improbable Research, abgerufen am 7. April 2013 (englisch).</ref>
Die Preise werden jeweils im frühen Herbst verliehen, in der Regel kurz vor der Bekanntgabe der Empfänger des Nobelpreises.
Preisträger
Wegen seiner Bestrebungen, die Wasserstoffbombentechnik weiterzuentwickeln, war der Physiker Edward Teller 1991 einer der Ersten, die diesen Preis erhielten („für seinen lebenslangen Einsatz, die Bedeutung von ‚Frieden‘ nachhaltig zu verändern“). Der Physiker Robert Matthews erhielt ihn für seine Studien zu Murphys Gesetz, insbesondere für den Nachweis, dass Toastbrotscheiben dazu neigen, auf die gebutterte Seite zu fallen.
Jacques Benveniste war lange Zeit der einzige Laureat, der den Preis zweimal erhielt, nämlich 1991 und 1998. Joseph B. Keller wurde bei der Verleihung des Ig-Nobelpreises im Bereich Physik von 2012 außerdem auch rückwirkend zum Co-Preisträger von 1999 (ebenfalls Physik) erklärt und ist seitdem ebenfalls Doppellaureat.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Improbable Research (Winners of the Ig® Nobel Prize).] improbable.com, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 22. September 2017 (englisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Weitere Preisträger, die den Preis zweimal erhielten, sind Patricia Yang und David Hu, die 2015 und 2019 jeweils mit dem Ig-Nobelpreis für Physik ausgezeichnet wurden.
Mit Andre Geim gibt es einen Wissenschaftler, der sowohl Ig-Nobel- (2000) als auch Nobelpreisträger (2010) ist.
Sonstiges
Bis zu seinem Tod im Dezember 2018 fungierte Roy Glauber jahrelang als Besenmeister, der während der Zeremonie die Bühne von unzähligen Papierfliegern befreit, mit denen die Preisträger beworfen werden. 2005 konnte Glauber dieses Amt nicht ausüben, weil er mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet wurde.
Im April 2019 fand erstmals in Deutschland eine Ig-Nobel-Nacht mit Marc Abrahams und Mark Benecke statt.<ref>Richard Friebe: Perverse Stockenten- und Menschenfüße im Wodka. Marc Abrahams, Erfinder der Ig-Nobelpreise, kommt – mit Special Guest – ins Tempodrom. In: Tagesspiegel (Berlin) vom 12. April 2019.</ref>
2022 wurde Ig-Nobelpreis mit dem Heinz-Oberhummer-Award für Wissenschaftskommunikation ausgezeichnet.
Nachdem bereits 2025 mehrere eingeplante ausländische Teilnehmer wegen Bedenken gegenüber der Grenz- und Visapolitik der Trump-Administration der Preisverleihung ferngeblieben waren, entschieden die Veranstalter, die Zeremonie 2026 erstmals – und vermutlich für längere Zeit – außerhalb der USA zu veranstalten. In einer Pressemitteilung hieß es, es sei nicht möglich „mit gutem Gewissen“ internationale Preisträger oder Journalisten zu bitten, in die USA zu reisen.<ref>After 35 years, Ig Nobel ceremony to leave the U.S. Auf: science.org vom 11. März 2026.</ref>
Literatur
- Marc Abrahams (Hrsg.): Der Einfluss von Erdnussbutter auf die Erdrotation. Birkhäuser, Basel 2002, ISBN 3-7643-5941-2.
- Marc Abrahams: IG Nobel Prizes. Orion, London 2002, ISBN 0-7528-5150-0.
- Mark Benecke: Lachende Wissenschaft. Aus den Geheimarchiven des Spaß-Nobelpreises. Lübbe, Bergisch Gladbach 2005, ISBN 3-404-60556-X.
- Mark Benecke: Warum man Spaghetti nicht durch zwei teilen kann. Lübbe, Bergisch Gladbach 2009, ISBN 3-7857-2368-7.
- Klaus Roth: Nobel oder Ig®Nobel? Stockholm oder Harvard. In: Chemie in unserer Zeit. Band 41, Nr. 2, 2007, S. 118–126, doi:10.1002/ciuz.200600416.
- Mark Benecke: Warum Nacktbilder zu Gedächtnislücken führen. Lübbe, Bergisch Gladbach 2023, ISBN 978-3-404-61747-0
Siehe auch
Weblinks
- Improbable Research (englisch)
Einzelnachweise
<references />