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Høyre

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Vorlage:Infobox Politische Partei

Datei:Høyre Stortingsvalg 2021.svg
Høyres Stimmanteile bei der Wahl 2021

Høyre (Abkürzung H; Nynorsk Høgre; deutsch Rechte, gebräuchliche Bezeichnung Konservative) ist eine konservative Partei in Norwegen mit einer Mitte-rechts-Ausrichtung. Sie wurde am 25. August 1884 gegründet. Vorsitzende ist seit Februar 2026 Ine Eriksen Søreide.

Geschichte

Gründung und erste Ministerpräsidenten

Die Partei Høyre wurde am 25. August 1884 gegründet und ist Norwegens zweitälteste Partei. Erster Parteivorsitzender wurde Emil Stang.<ref name="historie" /> Im Gegensatz zur Partei Venstre setzte sie sich dafür ein, dass die Regierung unabhängig vom Nationalparlament Storting agieren solle. So sollte es nicht möglich sein, dass das Parlament der Regierung die Unterstützung entzieht. Schließlich setzte sich die Venstre mit dem System, dass die Regierung von der Unterstützung des Parlaments abhängig sein sollte, durch. In den 1880er-Jahren setzte sich die Partei vor allem für die Rechte der Staatsbediensteten und der oberen sozialen Schichten ein. Die Høyre trat dafür ein, die Gesellschaftsstrukturen weitgehend zu bewahren und galt als Gegnerin von politischen und sozialen Reformen.<ref>Høyre. In: nsd.no. Norsk senter for forskningsdata, abgerufen am 25. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Bis etwa 1905 sprach sich die Partei für die Aufrechterhaltung der Union mit Schweden aus.

Emil Stang fungierte in der Zeit von 1889 bis 1891 und erneut von 1893 bis 1895 als Ministerpräsident. Von 1895 bis 1898 regierte schließlich Francis Hagerup.<ref name="snl" /> Im Jahr 1894 erzielte die Partei 49,4 % der Stimmen bei der Stortingswahl, was das beste Ergebnis der Partei bei einer solchen Wahl ist.<ref name="historie">Høyres historie. In: Høyre. Abgerufen am 25. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Jahr 1903 wurde Hagerup erneut Ministerpräsident.<ref name="snl">Høyre. Store norske leksikon, abgerufen am 25. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Zeit nach der Unionsauflösung

Nach der Auflösung der Union zwischen Norwegen und Schweden erhielt die Høyre erstmals mit Jens Bratlie im Jahr 1912 erneut einen Ministerpräsidenten. In dieser Zeit begann die Partei sich verstärkt für Landwirte einzusetzen und befürwortete einen Getreidezoll.<ref name="snl" /> In der Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg gingen die Wahlergebnisse der Partei zurück. Dies geschah unter anderem auch, weil neue Parteien gegründet worden waren.<ref name="historie" /> Mit Otto Bahr Halvorsen und Ivar Lykke stellte die Partei in dieser Zeit zwei weitere Ministerpräsidenten. Als prägende Figur der Partei entwickelte sich jedoch vor allem Carl Joachim Hambro, der von 1928 bis 1934 und erneut von 1945 bis 1954 der Partei vorstand und auch mehrere Jahre als Stortingspräsident fungierte.<ref name="snl" />

Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu mehreren Regierungen der Arbeiderpartiet mit einer absoluten Mehrheit im Parlament. Wie andere Parteien auch, konnte die Høyre in dieser Zeit kaum in das politische Geschehen eingreifen.<ref name="snl" /> Die Høyre begann jedoch ab 1945 wieder bessere Wahlergebnisse zu erzielen.<ref name="historie" /> Nachdem die Regierung Gerhardsen IV im August 1963 scheiterte, regierte die bürgerliche Regierung Lyng unter Høyre-Politiker John Lyng vom 28. August bis zum 25. September 1963. Erneute Regierungsbeteiligung hatte die Høyre in der Regierung Borten unter Per Borten von der Senterpartiet. Die Regierungszeit dauerte von 1965 bis 1971 an.<ref name="snl" />

Bei der Parlamentswahl 1981 erhielt die Høyre 31,7 % und damit das beste Ergebnis seit 1924.<ref name="historie" /> Aus der Wahl ging die Regierung Willoch hervor, bei der Høyre-Politiker Kåre Willoch die Minderheitsregierung zunächst ohne Beteiligung anderer Parteien anführte. Zwischen 1983 und 1986 kam es zu einer Koalition mit der Kristelig Folkeparti (KrF) und der Senterpartiet. Die Koalition verlor bei der Wahl 1985 ihre Mehrheit im Parlament und es kam erst zwischen 1989 und 1990 wieder zu einer kürzeren Regierungszusammenarbeit und Ministerpräsident Jan P. Syse.<ref name="snl" />

Seit 2001

In den Jahren 2001 bis 2005 war Høyre erneut an der Regierung beteiligt. In die Mitte-rechts-Koalition der zweiten Regierung Bondevik brachte Høyre die mit Abstand meisten Mandate ein, musste das Amt des Regierungschefs jedoch der Kristelig Folkeparti überlassen. Bei der Wahl 2005 erzielte Høyre schließlich mit 14,1 % der Stimmen ihr schlechtestes Wahlergebnis seit 1945, bei der folgenden Parlamentswahl im Jahr 2009 erreichte sie 17,2 %.<ref name="historie" />

Vor allem durch die Stimmengewinne der rechten Fremskrittspartiet (FrP) war es für die konservativ-bürgerlichen Parteien ab 1985 lange schwer geworden, Mehrheiten zu finden. Vor der Stortingswahl 2009 zeigten sich die Parteien offen für eine Zusammenarbeit, die Regierung Stoltenberg II konnte allerdings ihre Mehrheit behalten.<ref name="snl" /> Nach der Wahl 2013 schlossen die Konservativen am 7. Oktober 2013 eine Koalitionsvereinbarung mit der Fremskrittspartiet.<ref>Die wichtigsten Kursänderungen einer Regierung Solberg (norwegisch) aftenposten.no, 7. Oktober 2013</ref> Die Regierung Solberg wurde am 16. Oktober gebildet, nachdem die scheidende Regierung Jens Stoltenberg II wie angekündigt ihren Rücktritt eingereicht hatte. Der Regierung trat nach der Wahl 2017 auch die Venstre bei, im Januar 2019 folgte die KrF. Somit wurde die Regierung eine Mehrheitsregierung. Diesen Status behielt die Regierung unter Erna Solberg bis Januar 2020, als die Fremskrittspartiet austrat. Nach der Stortingswahl 2021 endete Solbergs Amtszeit als Ministerpräsidentin.<ref name="snl" />

Positionen

Die Høyre selbst bezeichnet sich als liberalkonservative Partei.<ref>Om Høyre. Høyre, abgerufen am 25. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In ihrer Parteisatzung erklärt die Høyre, dass ihr Ziel eine „konservative Zukunftspolitik“ sei. Diese soll auf einer „christlichen Kulturgrundlage, dem Rechtsstaat und der Demokratie“ aufbauen.<ref>Høyres lover. In: hoyre.no. Høyre, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Mai 2023; abgerufen am 25. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/hoyre.no</ref> In einem Grundsatzprogramm aus dem Jahr 2019 hält die Partei fest, dass das Recht auf privates Eigentum und die soziale Marktwirtschaft grundlegende Voraussetzungen für eine Demokratie seien, die Wohlfahrt, Vielfalt und Chancen für alle Menschen erzeuge. Bezüglich der Marktwirtschaft wird weiter erklärt, dass die Märkte so frei und offen und die Eingriffe von öffentlicher Seite so klein wie möglich sein sollten. Des Weiteren spricht sich die Partei in ihrem Programm dafür aus, dass Norwegen die Zusammenarbeit mit der Europäischen Union (EU) weiter ausbauen und ein vollwertiges Mitglied der EU werden sollte.<ref>Høyres prinsipprogram. Høyre, 16. März 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. Mai 2021; abgerufen am 25. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/hoyre.no</ref>

Parteivorsitzende

Ministerpräsidenten

Wahlergebnisse zum Storting

Jahr Mandate Prozent
1961 29 19,3
1965 31 20,3
1969 29 18,8
1973 29 17,2
1977 41 24,5
1981 53 31,8
1985 50 30,4
1989 37 22,2
1993 28 17,0
1997 23 14,3
2001 38 21,2
2005 23 14,1
2009 30 17,2
2013 48 26,8
2017 45 25,0
2021 36 20,4
2025 24 14,6

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Weblinks

Commons: Høyre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Høyre Offizielle Website (norwegisch, englisch, polnisch)

Einzelnachweise

<references />

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Parteien im Storting

Arbeiderpartiet • Høyre • Fremskrittspartiet • Senterpartiet • Sosialistisk Venstreparti • Kristelig Folkeparti • Venstre • Miljøpartiet De Grønne • Rødt • Pasientfokus

Weitere Parteien in Fylkestingen

Norgesdemokratene • Folkeaksjonen nei til mer bompenger • Nordkalottfolket • Partiet De Kristne • Pensjonistpartiet

Weitere Parteien im Sameting

Johttisápmelaččaid listu • Norske Samers Riksforbund • Samefolkets Parti

Ehemals in Parlamenten vertreten

Árja • Kystpartiet • NKP

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Christen-Democratisch en Vlaams (Belgien) | Demokraten für ein starkes Bulgarien (Bulgarien) | Bewegung „Bulgarien der Bürger“ (Bulgarien) | GERB (Bulgarien) | Union der Demokratischen Kräfte (Bulgarien) | Kristendemokraterne (Dänemark) | Det Konservative Folkeparti (Dänemark) | Christlich Demokratische Union (Deutschland) | Christlich-Soziale Union in Bayern (Deutschland) | Isamaa (Estland) | Kansallinen Kokoomus-Samlingspartiet (Finnland) | Kristillisdemokraatit (Finnland) | Les Républicains (Frankreich) | Nea Dimokratia (Griechenland) | Fine Gael (Irland) | Alternativa Popolare (Italien) | Unione di Centro (Italien) | Popolari per l’Italia (Italien) | Forza Italia (Italien) | Südtiroler Volkspartei (Italien) | Partito Autonomista Trentino Tirolese (Italien) | Hrvatska demokratska zajednica (Kroatien) | Hrvatska demokršćanska stranka (Kroatien) | Vienotība (Lettland) | Tėvynės sąjunga (Litauen) | Chrëschtlech-Sozial Vollekspartei (Luxemburg) | Partit Nazzjonalista (Malta) | Christen-Democratisch Appèl (Niederlande) | Österreichische Volkspartei (Österreich) | Platforma Obywatelska (Polen) | Polskie Stronnictwo Ludowe (Polen) | Centro Democrático e Social – Partido Popular (Portugal) | Partido Social Democrata (Portugal) | Uniunea Democrată Maghiară din România (Rumänien) | Partidul Mișcarea Populară (Rumänien) | Partidul Național Liberal (Rumänien) | Kristdemokraterna (Schweden) | Moderata samlingspartiet (Schweden) | Kresťanskodemokratické hnutie (Slowakei) | Hnutie Slovensko (Slowakei) | Demokrati (Slowakei) | Szövetség-Aliancia (Slowakei) | Slowenische Demokratische Partei (Slowenien) | Slovenska Ljudska Stranka (Slowenien) | Nova Slovenija – Krščanska Ljudska (Slowenien) | Partido Popular (Spanien) | TOP 09 (Tschechien) | Křesťanská a demokratická unie – Československá strana lidová (Tschechien) | Dimokratikos Synagermos (Zypern)

Assoziierte Parteien
Partia Demokratike e Shqipërisë (Albanien) | Bošnjačka stranka (Montenegro) | Innere Mazedonische Revolutionäre Organisation – Demokratische Partei für Mazedonische Nationale Einheit (Nordmazedonien) | Høyre (Norwegen) | Die Mitte (Schweiz) | Srpska napredna stranka (Serbien) | Allianz der Vojvodiner Ungarn (Serbien)

Parteien mit Beobachterstatus
Hajastani Hanrapetakan Kussakzutjun (Armenien) | Scharangutjun (Armenien) | Belaruskaja Chryszijanskaja Demakratyja (Belarus) | Ruch za Svabodu (Belarus) | Stranka demokratske akcije (Bosnien und Herzegowina) | Hrvatska demokratska zajednica Bosne i Hercegovine (Bosnien und Herzegowina) | Hrvatska Demokratska Zajednica 1990 (Bosnien und Herzegowina) | Partija demokratskog progresa (Bosnien und Herzegowina) | Ertiani Nazionaluri Modsraoba (Georgien) | evropuli sakartvelo (Georgien) | Lidhja Demokratike e Kosovës (Kosovo) | Partidul Liberal Democrat din Moldova (Moldau) | Partidul Acțiune și Solidaritate (Moldau) | Platforma Demnitate și Adevăr (Moldau) | Kristelig Folkeparti (Norwegen) | Partito Democratico Cristiano Sammarinese (San Marino) | Ukraiinski demokratitxni alians za reformi (Ukraine) | Batkiwschtschyna (Ukraine) | Jevropejśka Solidarnist (Ukraine) | Samopomitsch (Ukraine)

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