Vorherrschendes Gewässer der Gemeinde ist die Ems, deren Quellen unmittelbar nördlich der Gemeindegrenze auf Stukenbrocker Gebiet liegen. Weitere Fließgewässer, welche auf dem Gemeindegebiet entspringen oder es durchqueren, sind der Haustenbach, der Knochenbach, der Krollbach, der Kastenbach, der Schwarzwasserbach, der Furlbach, der Holtebach und der Hallerbach. Der Ortskern von Hövelhof befindet sich auf 109 m Höhe über NN.
Das Gemeindegebiet liegt in der „großen Emsterrasse“, die hier oberflächennah aus einer Folge von Kiesen, Sanden und Schluffen der Weichseleiszeit besteht. In zunehmender Tiefe liegen oft Vorschüttsande und Beckentone der Saalekaltzeit, die durch Schmelzwasserablagerungen entstanden sind, oder Sedimente der ausgehenden Holstein-Warmzeit. An der Oberfläche selbst finden sich häufig Uferwälle, Flugsande, Dammbetten, Dünen und Moore der ausgehenden Weichseleiszeit und der Nacheiszeit.
Unter den durch das Eiszeitalter gebildeten Schichten befindet sich Festgesteinsuntergrund, der aus leicht nach Westen geneigten Tonmergelsteinen („Emscher-Mergel“), Kalkmergel-, Mergelkalk- und Kalksteinen des Erdmittelalters besteht. Darunter befindet sich ein Sockel aus gefalteten Gesteinen des Erdaltertums (Devon, Karbon).
Grundwasser kommt in den Lockergesteinen des Eiszeitalters mäßig vor, in den Rinnen der Emsterrasse auch in größeren Mengen. Der oberste Grundwasserstock wird in den Lockergesteinen gebildet. Zwischen diesen und dem zweiten Grundwasserstock in Festgesteinen der tieferen Oberkreide treten lokal geringdurchlässige Einlagerungen auf. In diesem zweiten Grundwasserstock ist Wasser von Nordosten nach Südwesten zunehmend versalzt. Sand und zum Teil auch Kies sind in den Ablagerungen der Ems und ihrer Zuflüsse reichlich vorhanden und sind zur Nutzung als Mauer- und Füllsand geeignet.
Die Böden im Gemeindegebiet bestehen aus grundwasserbeeinflussten Böden (Gleye, Niedermoore) und etwa fünf bis zehn Meter höher gelegenen, trockeneren Terrassensanden des Pleistozäns. Hier ist ein häufiger Wechsel zwischen Böden aus nacheiszeitlichen Fluss- und Bachablagerungen und Böden aus Geschiebelehm und Flugsanden anzutreffen. Diese Wechsel verleihen der Landschaft ein leicht welliges Profil. An Standorten mit Grundwasserständen zwischen 60 und 100 cm unter der Oberfläche entstanden in nährstoffarmen Sanden Podsol-Gleye, in denen sich verfestigte und daher für die Landwirtschaft nachteilige Horizonte aus Raseneisenstein oder Ortstein gebildet haben. Eine landwirtschaftliche Nutzung war erst nach Brechen dieser Schichten und zum Teil Plaggenauftrag und Entwässerung möglich. An Standorten mit Grundwasserständen zwischen 100 und 200 cm unter der Oberfläche bildeten sich stark podsolierte Gley-Podsole, bzw. Podsole, sofern kein Grundwasseranschluss vorhanden ist. Diese Standorte ermöglichen nur ertragsarmen und dürregefährdeten Ackerbau.<ref name="GD">Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geowissenschaftliche Gemeindebeschreibung Hövelhof (Memento vom 13. Mai 2014 im Internet Archive)</ref>
Die als „große Landgemeinde“ klassifizierte Gemeinde Hövelhof bedeckt eine Fläche von 70,67 km², davon gehören 19,72 km² zum Truppenübungsplatz und 3,34 km² sind Gemeindeforst. Den größten Flächenanteil nehmen Landwirtschafts- und Waldfläche mit zusammen etwa 78,4 % ein.<ref name="LDS-Kommunalprofil">Kommunalprofil Hövelhof. (PDF) Statistisches Landesamt für Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 24. April 2026.</ref> Die größte Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung ist etwa 9,8 km, in Ost-West-Richtung etwa 13,2 km.
Historisch bedingt gliedert sich die Gemeinde Hövelhof in die Ortsteile Hövelhof, Klausheide, Staumühle, Espeln, Riege, Hövelriege und Hövelsenne. Die Hauptsatzung der Gemeinde unterscheidet diese Ortsteile jedoch nicht. Des Weiteren gibt es noch die Ortslagen Bentlake, Untersenne und Hasendorf östlich des Ortskerns. Im Zuge der Erweiterung des Truppenübungsplatzes Senne musste fast der gesamte erst ab Mitte des 17. Jahrhunderts in Form von Riegen (Reihendorf) entstandene, im Osten von Hövelhof gelegene Ortsteil Hövelsenne ab 1939 geräumt werden. Einschließlich der aus dem Jahr 1800 stammenden Schule (1966) und der erst 1923 errichteten St. Josefskirche (1974) mussten 135 Häuser und Höfe geräumt werden.<ref name="Atlas" />
Geschichte
Der Name der Gemeinde leitet sich von einem gleichnamigen alten Vollmeierhof ab, der mindestens auf das Jahr 1000 zurückgeht. Die erste urkundliche Erwähnung des Hövelhofes im nordöstlichen Delbrücker Land stammt aus dem Jahre 1446. Knapp 200 Jahre später, im Jahr 1645, starb der letzte Meier zu Hövel kinderlos. Der Hövelhof fiel daher an den Landesherren, den Fürstbischof von Paderborn zurück.<ref>Wilhelm Honselmann: Hövelhof, Meier zu Hövel, Hövelmeier und Hövelmann. In: Genealogie vol. 35 (1986), S. 257–269.</ref> Um 1659 entstand das „Neue Dorf“ (Niendorp) am Krollbach.<ref>Straßennamen der Gemeinde Hövelhof und ihre Bedeutung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Obere Bielefelder Landstraße (Memento vom 30. Oktober 2014 im Internet Archive) (PDF; 16 kB)</ref><ref>Karte des Hochstifts Paderborn von 1672 in den Monumenta Paderbornensia: Commons</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref> Neben dem Hofhaus wurde 1661 das Jagdschloss der Paderborner Fürstbischöfe erbaut, und Anfang des 18. Jahrhunderts erfolgte der Bau der ersten Hövelhofer Kirche innerhalb der Gräfte des Schlosses. Sie wurde 1706 fertiggestellt. Neun Jahre später kam es zur Gründung der katholischen Kirchengemeinde Hövelhof und der Abpfarrung von der Mutterkirche St. Johannes Baptist Delbrück. 1782 wurde eine größere Kirche am Standort der heutigen Pfarrkirche erbaut.
Nach dem Ende der Herrschaft des Fürstbischofs von Paderborn im Jahre 1802 wurde das Delbrücker Land zunächst preußisch. Im Königreich Westphalen bildete Hövelhof von 1807 bis 1813 eine Gemeinde im Kanton Neuhaus des Distrikts Paderborn im Departement der Fulda.<ref name="LWL">Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.); Projekt Westfälische Geschichte : "Königliches Decret, wodurch die Eintheilung des Königreichs in acht Departements angeordnet wird", mit: "Verzeichniß der Departements, Districte, Cantons und Communen des Königreichs", S. 109 (PDF; 5,1 MB)</ref> 1813 fiel Hövelhof wieder an Preußen und 1816 kam die Gemeinde zum neuen Kreis Paderborn.
In den 1820er Jahren brach eine Sumpffieberepidemie in Hövelhof aus, der rund 800 Bürger zum Opfer fielen.<ref name="dr-schmidt">Straßennamen der Gemeinde Hövelhof und ihre Bedeutung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dr-Schmidt-Straße (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) (PDF; 13 kB)</ref><ref>Straßennamen der Gemeinde Hövelhof und ihre Bedeutung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wassermannsweg (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) (PDF; 11 kB)</ref> Zu einem weiteren großen Bevölkerungsverlust kam es 1851 durch eine Hungersnot und Hungertyphus in Hövelhof und Stukenbrock.<ref>Ueber den Nothstand in einem Theile von Westphalen. In: Schlesisches Kirchenblatt, 1851, Nr. 40, S. 499–500.</ref> Im Jahre 1903 brannte der „Hövelhof“ ab.
1957 wurde die evangelische Johanneskirche gebaut und eingeweiht.<ref name="Johanneskirche">Evangelische Johannes-Kirchengemeinde: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Chronik der Kirchengemeinde (Memento vom 3. Mai 2014 im Internet Archive)</ref> Zwei Jahre später wurden Teile der Gemeinde Ostenland (Bentlake, Alkenbrink und die Kreissiedlung Klausheide) eingemeindet, und 1975 wurde mit Auflösung des Amtes Schloß Neuhaus Hövelhof amtsfreie Gemeinde. Teile der bisherigen Gemeinde Ostenland (Espeln und Klausheider Siedlung) wurden im Zuge dessen eingemeindet. Am 31. Oktober 1978 wurde der Personenverkehr über Verl nach Gütersloh-Nord mit der Teutoburger Wald-Eisenbahn eingestellt. 1982 wurde die Ev. Johannes-Kirchengemeinde selbstständig.
Religionen
In Hövelhof gibt es die katholische Kirchengemeinde St. Johannes Nepomuk mit Pfarrvikarieämtern in Herz Jesu in Hövelriege und Herz Jesu in Espeln sowie die evangelische Johannes-Kirchengemeinde mit der Johannes-Kirche an der Breslauer Straße. Darüber hinaus bestehen in Hövelhof auch freikirchliche Gemeinden, darunter die Evangeliumschristen-Baptisten-Gemeinde Hövelhof<ref>www.ecb-hoevelhof.de</ref> an der Klausheider Straße und die Christliche Gemeinde Hövelhof<ref>www.gv-echb.de</ref> an der Sennestraße.
Klausheide gehört seit der Gründung der Gemeinde im Jahr 1807 zu Hövelhof. Am 1. Oktober 1958 wurden die Kreissiedlung, Bentlake und Alkenbrink aus der Gemeinde Ostenland im Amt Delbrück nach Hövelhof umgegliedert.<ref></ref>
Nach dem Sauerland/Paderborn-Gesetz, das die kommunale Neuordnung am 1. Januar 1975 regelt, wurde das Amt Schloß Neuhaus aufgelöst, und Hövelhof wurde eine amtsfreie Gemeinde mit eigener Verwaltung. Der Ortsteil Espeln und die Klausheider Siedlung wurden aus der Gemeinde Ostenland der Gemeinde Hövelhof zugeordnet.<ref></ref>
Einwohnerentwicklung
Datei:Hövelhof - population development.svgBevölkerungsentwicklung in Hövelhof von 1818 bis 2007 (obere Linie: heutiger Gebietsstand, untere Linie: jeweiliger Gebietsstand)
Jahr
Einwohner
1818
1.684
1867¹
1.975
1916¹
2.387
1939¹
4.454
1950¹
6.434
1961¹
7.886
1965
8.609
1970¹
9.636
Jahr
Einwohner
1974
10.283
1975
11.436
1980
12.126
1985
12.516
1987¹
12.599
1990
13.346
1995
15.167
2000
15.773
Jahr
Einwohner
2005
16.020
2007
15.900
2008
15.938
2009
16.021
2010
15.980
2012
15.706
2022
16.522
¹ Volkszählungsergebnis
Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf den jeweiligen Gebietsstand der Gemeinde.
Der Gemeinde Hövelhof ist mit Urkunde des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen vom 25. Juni 1962 das Recht verliehen worden, ein Wappen und ein Siegel mit diesem Wappen zu führen.
„In Grün ein silberner (weißer) Wellenbalken über einem silbernen (weißen) Jagdhorn. Im silbernen (weißen) Schildhaupt ein rotes durchgehendes Kreuz.“<ref>Wappen der Gemeinde Hövelhof</ref><ref name="Hauptsatzung">Hauptsatzung der Gemeinde Hövelhof (PDF)</ref>
Bedeutung:
Das Wappen der Gemeinde Hövelhof zeigt geschichtliche und geographische Symbole:
Das Kreuz im oberen Feld deutet auf das Bischofskreuz der Fürstbischöfe von Paderborn hin, die seit dem Mittelalter bis zur Säkularisation im Jahre 1803 Landesherren waren.
Die Wellenlinie symbolisiert den Reichtum Hövelhofs an Bächen, von denen der bedeutendste die Ems ist.
Das Jagdhorn deutet auf den Bau des Jagdschlosses auf dem Hövelhof durch den Fürstbischof Dietrich Adolf von der Recke im Jahre 1661 hin. Der Standort des Schlosses führte zunächst zur Entstehung der katholischen Kirchengemeinde und letztlich auch zur Erhebung Hövelhofs zur selbständigen Gemeinde im Jahre 1807.
Das vorherrschende Grün im Wappen steht für den Reichtum der Gemeinde an Wald- und Grünflächen.
Siegelbeschreibung:
„Die Gemeinde Hövelhof führt ein Dienstsiegel mit dem Gemeindewappen und der Umschrift „Gemeinde Hövelhof Krs. Paderborn“.“<ref name="Hauptsatzung" />
Des Weiteren ist der Gemeinde Hövelhof mit Urkunde des Regierungspräsidenten Detmold vom 16. September 1971 das Recht verliehen worden, ein Banner zu führen.
Bannerbeschreibung:
„Von Grün und Weiß längsgestreift mit dem Wappen der Gemeinde im oberen Drittel.“<ref name="Hauptsatzung" />
Städtepartnerschaften
Datei:Friedenseiche Hoevelhof-1.jpgAn der Friedenseiche wurden die Partnerschaftsurkunden mit der französischen Partnerstadt Verrieres unterzeichnet
Seit 1971 pflegt die Gemeinde Hövelhof eine Städtepartnerschaft mit Verrières-le-Buisson in Frankreich. Jährlich wechselnd finden Besuche an Pfingsten in den befreundeten Gemeinden statt. Auch Schüleraustausche der beiden Gemeinden werden jährlich durchgeführt.
Seit dem 16. August 2007 führen die Gemeinde Hövelhof und die 4./Panzerbataillon 203 der Panzerbrigade 21 aus dem benachbarten Augustdorf ebenfalls eine Partnerschaft.
Im Ortsteil Riege findet sich das Dorfschulmuseum. Es ist in einer 200 Jahre alten Schule, die unter Denkmalschutz steht, untergebracht. Auf dem Dach findet sich noch eine Schulglocke und der Garten ist auch noch unverändert. Über 1200 historische Schulbücher und Geräte und Arbeitsmittel aus dem Unterricht werden ausgestellt. Bei Malerarbeiten 1950 konnte ein Goldenes ABC aus dem 19. Jahrhundert freigelegt werden, welches 24 Lebensregeln zu den Buchstaben vermittelt.
Das Heimatzentrum-Senne<ref>Heimatzentrum-Senne: Internetauftritt</ref> setzt sich aus dem Heimathaus und dem Haus des historischen Handwerks zusammen. Letzteres wurde 2005 in ehrenamtlicher Arbeit errichtet. Dort werden verschiedene alte Handwerke, wie Korbmacher, Seiler und Dorfschmied gezeigt. Das Heimathaus ist ein für Hövelhof typisches Gebäude. Hier ist auch eine Backstube eingerichtet, so dass bei verschiedenen Veranstaltungen eigenes Brot gebacken werden kann. Die gesamte Anlage ist nach telefonischer Absprache zu besichtigen.
Musik
In den Gemeinden Hövelhof und Hövelriege sind Kirchenchöre aktiv. Die Kolpingsfamilie Hövelhof hat einen Chor à la carte; in Hövelsenne und Espeln gibt es Männergesangvereine.
In Hövelhof gibt es ein Akkordeonorchester, ein Jagdhornbläsercorps und ein Blasorchester. Im Ortsteil Hövelriege gibt es eine Blaskapelle und ein Schützen-Tambour-Corps. Die Emslandjäger sind eine Musikkapelle, deren Mitglieder in Espeln und Steinhorst leben.
Bauwerke
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Die Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk Hövelhof ist bereits der vierte Kirchenbau der Gemeinde. Da die Vorgängerkirchen immer in einem schlechten Zustand und für die aufstrebende Gemeinde Hövelhof zu klein waren, wurde 1977 die vierte Hövelhofer Pfarrkirche gebaut.
Im Ortskern, unweit der Katholischen Pfarrkirche, befindet sich das ehemalige Jagdschloss der Fürstbischöfe zu Paderborn. Die gesamte Anlage war ehemals von Gräften umgeben. Das 1661 durch Fürstbischof Dietrich Adolf von der Recke errichtete Haupthaus präsentiert sich als schlichter zweigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach. Nach dem Vorbild des bei Wiedenbrück gelegenen Herrensitzes Haus Außel verfügt es an den Ecken über vier diagonal gestellte Standerker. 1780 wurde der an Eingangsseite befindliche Vorbau errichtet. Von den beiden Nebengebäuden ist das rechte mit der Jahreszahl 1774 bezeichnet. Das ehemalige Schloss wird heute als katholisches Pfarrhaus genutzt.
Der Ramselhof ist einer der ältesten Gutshöfe in Hövelhof. Die Anfänge der Hofgeschichte reichen bis in das 12. Jahrhundert zurück. Das erhaltene Hofhaus wurde 1744 errichtet und ist in einem Park gelegen. Der Gutshof ist in Privatbesitz, allerdings gibt es einmal im Monat die Gelegenheit, hier standesamtlich zu heiraten.<ref>Ramselhof in Hövelhof. In: derramselhof.de. Abgerufen am 24. April 2026.</ref>
Der Apelhof wurde 1719 von Johan Apelmeier und Anna Catherina Beckehöver erbaut und gehört zu Hövelhofs Urhöfen. Der Hof, der sich an einem Baggersee befindet, hatte lange Zeit die Adresse Hövelhof 1. Seit 1961 befindet sich auf dem Hofgelände ein Campingplatz, welcher heute über 500 Plätze für (Dauer-)Camper bietet<ref>Wie alles begann – Campingplatz Apelhof. Abgerufen am 8. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>.
Parks
In Hövelhof gibt es den Park Verrières, der nach der Partnerstadt in Frankreich benannt worden ist. Von den Bürgern werden zur Erholung die Wanderwege in der Moosheide und im Hövelhofer Forst genutzt. Rund um den Ramselhof gibt es einen kleinen nichtöffentlichen Park.
In Hövelhof befinden sich insgesamt fünf Naturschutzgebiete, davon drei ausschließlich im Gemeindegebiet sowie zwei weitere in ortsübergreifender Lage.
Der Ramselbruch ist ein 55 Hektar großes Naturschutzgebiet nordwestlich von Hövelhof. Es besteht aus Waldbeständen, die für den Raum der Senne typisch sind. Weiterhin gibt es Heidemoore, Dünen und Feuchtwiesen. Das Gebiet gehört zu den ältesten Naturschutzgebieten in Ostwestfalen-Lippe.
Das Naturschutzgebiet Rixelbruch besteht aus einem Erlenbruchwald auf sandigem Untergrund in der Niederung des Furlbachs nördlich des Ortsteils Riege und umfasst etwa 5,2 Hektar.
Das Naturschutzgebiet Apels Teich erstreckt sich von der Salvatorstraße bis zur Autobahn A33 und ist knapp 40 Hektar groß. Der 2,3 Hektar große ältere Teil besteht aus einem Heideweiher, einem feuchten sennetypischen Erlenbruchwald, sowie einer Sanddüne mit einem Eichen-Birkenwald. Es stellt den Rest einer ursprünglichen Sennelandschaft vor dem Eindringen der Kiefer dar, die seit den letzten 300 Jahren die Sennelandschaft prägt.
Zwischen Hövelhof und Ostenland befindet sich das knapp 122 Hektar große vorrangig aus Feuchtwiesen bestehende Naturschutzgebiet Erdgarten-Lauerwiesen. Teile der artenreichen Schutzfläche reichen bis in das Gebiet der Stadt Delbrück hinein.
In Hövelhof gibt es über 20 Vereine, die der Bevölkerung sportliche Aktivitäten bieten. Neben den klassischen Ballsportarten wie Fußball, Handball, Volleyball, Tennis und Tischtennis gibt es Angebote wie Badminton, Reiten oder die Kampfsportart Ju-Jutsu. Radsport, ein Schwimmverein, eine DLRG-Ortsgruppe und integrativer und Rehabilitationssport runden den sportlichen Bereich ab. Die HSG Augustdorf/Hövelhof ist ein Zusammenschluss der Handballabteilungen der TuSG Augustdorf und des HC Hövelhof und spielt derzeit in der Oberliga Westfalen. Der größte Erfolg der Mannschaft ist der Aufstieg in die 2. Bundesliga zur Saison 2002/03. Der Badminton Club Phönix Hövelhof spielt in der Regionalliga. Zudem erreichte die Jugendmannschaft 2015 bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften den dritten Platz.<ref>Deutsche Mannschaftsmeisterschaft 2015. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Dezember 2021; abgerufen am 7. April 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Der mit Abstand mitgliederstärkste Verein ist die St. Hubertus Schützenbruderschaft Hövelhof e. V. mit 2037 Mitgliedern (Stand 2009). Untergliedert ist das Bataillon in fünf Kompanien, mit jeweiligen Zügen und Gruppen, aus denen wiederum eine Schießsportabteilung, die Jungschützenabteilung, die Fahnenschwenkergruppe, eine Blaskapelle, ein Spielmannszug und die fürstbischöflichen Böllerschützen hervorgehen. Im September 2009 richtete die Hövelhofer Schützenbruderschaft das Bundesschützenfest aus. An dem Ereignis nahmen 30.000 Schützen im Hövelhofer Ortszentrum teil.
Veranstaltungen und Feste
An jedem Donnerstagvormittag ist auf dem Marktplatz Hövelmarkt an der Kirche Wochenmarkt. Anfang April findet im gleichnamigen Ortsteil das Espelner Mofarennen statt. Am 30. April und am 1. Mai wird auf dem Hövelmarkt das Frühlingsfest gefeiert. Ende Juni findet das jährliche Schützenfest der St. Hubertus Schützenbruderschaft Hövelhof statt. Die St. Libori-Bürgerschützen Hövelriege-Liemke feiern ihr Schützenfest Anfang August. Ebenfalls im August feiert die Biologische Station Kreis Paderborn-Senne das Heideblütenfest auf dem Gelände der Heidschnuckenschäferei in der Senne. Im September veranstaltet der Espelner Bürgerverein das Heimat- und Erntedankfest in Espeln. Am ersten Wochenende im Oktober richtet der Verkehrsverein Hövelhof das traditionelle Volksfest Hövelmarkt aus und im Dezember den Weihnachtsmarkt im Ortskern von Hövelhof.
Kulinarische Spezialitäten
Als regionale Spezialität darf das Hövelhofer Sennebier gelten, welches in einigen örtlichen Gaststätten ausgeschenkt wird und bei den lokalen Getränkelieferanten erhältlich ist. Gebraut wird das Sennebier in Detmold von der Brauerei Strate.
Bis 1978 wurde der Bahnhof Hövelhof auch von Personenzügen der 1903 fertiggestellten Bahnstrecke Ibbenbüren–Hövelhof der Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE) bedient. Die Strecke verlief aus Gütersloh kommend über Verl und Kaunitz. Aktuell wird für die heutige im Besitz von Captrain Deutschland befindliche Güterverkehrsstrecke eine Reaktivierung des Personennahverkehrs zwischen Gütersloh und Verl diskutiert; eine Verlängerung Kaunitz – Hövelhof ist in den Planungen (noch) nicht vorgesehen. Am ersten Sonntag im Dezember verkehrt jedoch jedes Jahr auf der TWE eine Dampflokomotive mit dem Teuto-Express als Museumsbahn von Gütersloh zum Hövelhofer Nikolausmarkt.
Im Straßenpersonennahverkehr verkehren Regionalbusse nach Paderborn, Gütersloh und Stukenbrock (mit Umsteigemöglichkeit nach Bielefeld-Brackwede). Der Hövelhofer Ortsbus (HOB) verbindet seit 1997 alle Ortsteile miteinander. Der Ortsbus hat in Hövelhof den Schulbus abgelöst. Alle Fahrten wurden öffentlich, und es wurden weitere Fahrten in den Ferien und am Nachmittag eingeführt<ref>Ortsbus schreibt bereits schwarze Zahlen. In: Neue Westfälische, 5. September 1998.</ref>
Am Wochenende und vor ausgewählten Feiertagen fährt ein Nachtbus von Paderborn.
Die AutobahnA 33 Bielefeld–Bad Wünnenberg durchquert das Gemeindegebiet mit zwei Abfahrten (Stukenbrock-Senne und Paderborn-Sennelager) in unmittelbarer Nähe zum Ort.
In Hövelhof sind zwei regionale Tageszeitungen vertreten, zum einen die Lokalausgabe des Westfälischen Volksblatts, eine regionale Bezeichnung des Westfalen-Blatts, und zum anderen die Neue Westfälische mit Regionalteil. Beide Zeitungen beziehen ihren Mantel von ihren jeweiligen Mantelredaktionen aus Bielefeld. Zudem erscheint vierteljährlich im Hochstift Paderborn die Zeitschrift Die Warte für die Kreise Paderborn und Höxter mit Beiträgen zur Regionalgeschichte, Literatur und Kunst.
Monatlich per Hausverteilung in Hövelhof erscheinen die Magazine Hövelhofer Rundschau und Senneforum.
In der Freiwilligen Feuerwehr Hövelhof sind über 80 Feuerwehrleute aktiv. Die Jugendfeuerwehr besteht aus 23 Jugendlichen im Alter von 12–17 Jahren.
Seit 1972 unterhält die Gemeinde Hövelhof ein eigenes Hallenbad mit einem 25-Meter-Becken. Jährlich wird es von etwa 53.000 Badegästen besucht.<ref>Gemeinde Hövelhof: Porträt des Hallenbads Hövelhof</ref>
Das Kinder- und Jugendzentrum der Gemeinde, genannt Haus der Jugend – HOT Hövelhof, ist etwa 900 Quadratmeter groß und hat ein Café, einen Computerraum, Krabbelräume, verschiedene Spielgeräte wie Kicker etc. und ein großes Außengelände mit Skateanlage, Minifußballfeld und Grillmöglichkeit. Von Montag bis Samstag können sich Kinder- und Jugendliche in ihrer Freizeit dort aufhalten.
Die Justizvollzugsanstalt Hövelhof wurde im Ortsteil Staumühle als offener Jugendstrafvollzug 1948 gegründet und 1993 um eine Pflegeabteilung erweitert. Die Unterbringung der jugendlichen Gefangenen erfolgt üblicherweise in Wohneinheiten mit zwei bis drei Bewohnern, allerdings stehen auch 40 Einzelhafträume zur Verfügung. Die räumlich getrennte Pflegeabteilung hat 31 Haftplätze.
In Hövelhof gibt es fünf kommunale Kindergärten und drei Kindergärten in katholischer Trägerschaft. Darüber hinaus gibt es drei Grundschulen, von denen zwei – die Mühlenschule und die Kirchschule – katholische Bekenntnisschulen sind. Die Krollbachschule ist eine Ganztagsschule; auf ihr wird Hauptschulunterricht erteilt. Angrenzend an die Hauptschule ist die Franz-Stock-Realschule. Gymnasien befinden sich in den unmittelbaren Nachbargemeinden in Verl, Schloß Holte-Stukenbrock, Rietberg, Delbrück und Paderborn.
Die Gemeinde Hövelhof gehört seit dem 1. Juni 2010 dem Volkshochschulzweckverband Büren, Delbrück, Salzkotten, Bad Wünnenberg an.
Bisher wurden die Aufgaben der Volkshochschule vom Volksbildungswerk Hövelhof e. V. durchgeführt.
Das Volksbildungswerk ist für die Kulturaufgaben der Gemeinde weiterhin tätig. Dazu gehören unter anderen der Plattdeutsche Kreis, das Akkordeonorchester, das Jugendblasorchester, der literarische Arbeitskreis, der Kunstkreis und die Studienfahrten.
Im Jahr 2007 wurden an den Schulen der Gemeinde mit 95 Lehrkräften insgesamt 1573 Schüler unterrichtet, davon 46,9 % an den Grundschulen, 20,7 % an der Hauptschule, 31,3 % an der Realschule sowie 1,1 % an der Förderschule.<ref name="LDS-Kommunalprofil" />
Hövelhofer Unternehmen
Hövelhofer Unternehmen sind in folgenden Branchen vertreten: Maschinenbau, Metallverarbeitung, Verpackungen und Kartonagen, Kunststoffe, Pharmazie und Nahrungsmittelergänzung, Lichtwerbung, Möbel und Vertrieb sowie Produktion von Kaffeeautomatensystemen. Zusätzlich finden sich die typischen Handwerksbetriebe.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Josef Henrichsmeyer (1891–1967), Gründer der geha-Möbelwerke, größtes Unternehmen in Hövelhof, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr und Oberst der Schützen<ref>Gemeinde Hövelhof: Josef Henrichsmeyer (PDF; 17 kB)</ref>
Josef Förster (1906–1991), Altbürgermeister von Hövelhof
Heinz Sallads (1931–2006), Altbürgermeister von Hövelhof<ref>Gemeinde Hövelhof: Ratssitzung vom 10. Februar 2000</ref>
Cornelia Poletto (* 1971, Hamburg; aufgewachsen in Hövelhof), Fernsehköchin
Literatur
Johannes Buschmeier, Carsten Tegethoff: Hövelhof: Bilder zur Geschichte. Regionalverlag Thomas P. Kiper, 2007, ISBN 3-936359-24-5.
Johannes Buschmeier: Straßen und Wege in Hövelhof. Bonifatius, Paderborn 1995.
Josef Heller, Karl-Heinz Brake: Für das Leben der Welt: Gedanken zum Tabernakel in der Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk zu Hövelhof. Kath. Pfarramt St. Johannes Nepomuk, 1989.
275 Jahre St. Johannes Nepomuk zu Hövelhof: die Pfarrkirchen Hövelhofs unter dem Patronat des Heiligen seit 1706. Kath. Pfarramt St. Johannes Nepomuk, 1981.
Hövelsenne: Geschichte e. Kirche u. ihrer Gemeinde. Kath. Filialkirchengemeinde St. Joseph, 1974.