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Hörstein

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Hörstein
Stadt Alzenau
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(3199)&title=H%C3%B6rstein 50° 3′ N, 9° 4′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(3199) 50° 3′ 19″ N, 9° 4′ 17″ O
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Höhe: 150 m ü. NHN
Fläche: 13,45 km²<ref name="Gemarkung"/>
Einwohner: 3199 (1. Aug. 2017)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. Juli 1975
Postleitzahl: 63755
Vorwahl: 06023
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Hörstein ist ein Stadtteil<ref>Alzenau und seine Stadtteile. In: alzenau.de. Abgerufen am 29. März 2025.</ref> bzw. Gemeindeteil der Stadt Alzenau im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg in Bayern.<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref>

Geographie

Gemarkung

Die Gemarkung Hörstein hat eine Fläche von 13,446 km². Sie ist in 3983 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3375,90 m² haben.<ref name="Gemarkung">Gemarkung Hörstein (090333). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 1. April 2026.</ref><ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. April 2026.</ref>

Folgende Gemarkungen grenzen an das Ortsgebiet von Hörstein:<ref name="Gemarkung"/>

Alzenau, Kälberau
und
Wasserlos
Kahl am Main Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Hemsbach
und
Mömbris
Großwelzheim
und
Dettingen am Main
Rückersbach

Lage

Der ehemalige Markt Hörstein liegt ungefähr drei Kilometer südlich von Alzenau zwischen Wasserlos und Dettingen am Fuße des Hahnenkammrückens. Die Gemarkung Hörstein reicht bis auf den Hauptgipfel des Höhenzuges. Der topographisch höchste Punkt der Gemarkung befindet sich auf dem Gipfel des Hahnenkamms mit 436 m ü. NHN (Lage)

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  }}.<ref name="DE-BY_BV">BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)</ref>

Ein Teil von Hörstein befindet sich außerhalb des geschlossenen Dorfes. Einige Häuser am nordöstlichen Ortsrand von Dettingen stehen auf der Gemarkung von Hörstein.

Name

Etymologie

Dem ursprünglichen Namen „hurstin“ liegt das althochdeutsche Wort hurst, das Gebüsch bedeutet, zugrunde.<ref name="LfO"></ref> Im Volksmund wird der Ort „Höschde“ oder „Herschte“<ref>Artikel in der PrimaSonntag: Die Ortsnamen des bayerisch-hessischen Grenzgebiets - so wie man sie im Ort ausspricht</ref> genannt.

Frühere Schreibweisen

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:<ref name="LfO" />

  • 1000 „Hurstin“
  • 1139 „Hursten“
  • 1189 „Hurste“
  • 1191 „Horsten“
  • 1247 „Horste“
  • 1427 „Hoerste“
  • 1463 „Hörstein“
  • 1592 „Hörsten“
  • 1594 „Hirstain“
  • 1605 „Hörstain“
  • 1625 „Hörstein“

Geschichte

Die älteste erhaltene Erwähnung von Hörstein befindet sich in einer Evangelienhandschrift der Abtei Seligenstadt, in der es 830 als „Hurstin“ genannt wird. Lange Zeit gehörte Hörstein dem Kloster Seligenstadt, das über Jahrhunderte die Gerichts- und Steuerherrschaft innehatte. Seit 1417 sind eigene Pfarrer in Hörstein nachweisbar.

Hörstein gehörte von 1000 bis 1184 zum Verband der Hohen Mark, zuletzt unter den Grafen Berbach. Von 1184 bis 1500 gehörte es zum Freigericht Alzenau (auch: Freigericht Wilmundsheim). Von 1500 bis 1748 stand es unter gemeinschaftlicher Regierung der Kurfürsten von Mainz und der Grafen von Hanau, von 1748 bis 1802, nachdem das Kondominat zwischen dessen Inhabern real geteilt worden war, unter kurmainzischer Alleinregierung. Am Ende des Alten Reichs gehörte Hörstein zur Amtskellerei Alzenau und Seligenstadt des Oberamts Steinheim im Vizedomamt Aschaffenburg des Erzstifts Mainz. Zöllner war Johann Kern, Accissor Peter Eckstein. Der Pfarrer hieß Johann Georg Philipp Zöller. Von 1803 bis 1816 gehörte Hörstein zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, aus dem 1806 das Großherzogtum Hessen wurde und das Hörstein 1816 an das Königreich Bayern abtrat.<ref>Diese Informationen stammen auszugsweise aus dem Heimatbuch des Marktes Hörstein 1975.</ref>

Von 1601 bis 1605 fand im Freigericht Alzenau eine große Hexenverfolgung statt. In deren Folge wurden 35 Menschen aus Hörstein hingerichtet, überwiegend auf dem Scheiterhaufen lebendig verbrannt.<ref>Peter Gbiorczyk: Zauberglaube und Hexenprozesse in der Grafschaft Hanau-Münzenberg im 16. und 17. Jahrhundert. Shaker. Düren 2021. ISBN 978-3-8440-7902-9, S. 163; Traudl Kleefeld: Wider das Vergessen. Hexenverfolgung in Franken – Stätten des Gedenkens. J. H. Röll, Dettelbach 2016. S. 34 ff.</ref>

Am 1. Juli 1862 wurde das Bezirksamt Alzenau gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Hörstein lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Hörstein war nun eine Gemeinde im Landkreis Alzenau in Unterfranken. Mit Auflösung des Landkreises Alzenau im Jahre 1972 kam Hörstein in den neu gebildeten Landkreis Aschaffenburg. Am 1. Juli 1975 wurde der Markt Hörstein im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Alzenau eingemeindet.<ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982"></ref>

Bürgermeister

  • Von 1869 bis 1881 war Michael Noll der Bürgermeister von Hörstein.
  • Es folgte Johann Kern, der 1882 bis 1890 als Erster Bürgermeister fungierte.
  • Von 1890 bis 1899 war Gottfried Karl im Amt.
  • Von 1900 bis 1928 war Eduard Kern Bürgermeister von Hörstein.
  • Ihm folgte von 1929 bis 1933 Franz Streit
  • Von 1933 bis 1939 war Christian Bott als Erster Bürgermeister tätig.
  • Von 1939 bis 1945 war Franz Stein im Amt.
  • Diesem folgte Alois Bott von 1945 bis 1956. Im Jahre 1954 wurde eine neue Schule errichtet.
  • Emil Walter war von 1956 bis 1970 Erster Bürgermeister. 1960 erhielt das Schulgebäude einen neuen Schultrakt. 1963 wurde eine Schul- und Sporthalle errichtet. 1969 wurde das neuerrichtete Rathaus eingeweiht.
  • Als letzter stand Erster Bürgermeister Hermann Kern von 1970 bis zur Eingemeindung 1975 dem Markt Hörstein vor. 1970 wurde das Schulgebäude um einen weiteren Anbau erweitert. 1975 wurde eine Fest- und Sporthalle (Räuschberghalle) errichtet.

Einwohnerentwicklung

1601–1605 wurden im Zuge der Hexenverfolgung 141 Menschen in Hörstein hingerichtet. In den Jahren 1605 und 1625 sind durch eine Pestepidemie täglich ca. 20 Personen verstorben.

Jahr Einwohnerzahl
1592 197 Familien
1737 158 Familien
1786 625
1811 838
1840 1.226
1861 1.054
1871 1.134
1880 1.151
Jahr Einwohnerzahl
1900 1.191
1910 1.467
1919 1.494
1925 1.597
1939 1.655
1940 1.995
1960 2.133
1961<ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982" /> 2.159
Jahr Einwohnerzahl
1970<ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982" /> 2.671
1971 2.742
1987 2.805
2001 3.225
2009 3.335
2012 3.500
2017<ref>Stadt Alzenau – Zahlen & Fakten. Stadt Alzenau, abgerufen am 13. Februar 2018.</ref> 3.199

Sehenswürdigkeiten und Bauwerke

Datei:Alzenau-Hörstein Königsberg.JPG
Hörstein vom Königsberg
Datei:Jüdischer Friedhof Hörstein.jpg
Baudenkmal Jüdischer Friedhof
  • Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in der Ortsmitte, der Wehrturm stammt aus dem Jahre 1449.
  • Die Wilgefortiskapelle wurde 1548 erbaut und 1804 erweitert und erhöht.
  • Der Jüdische Friedhof, in dem Bestattungen von 1812 bis 1938 aus Hörstein, Wasserlos und Alzenau stattgefunden haben.
  • Das Wasserloser Tor ist das letzte Tor, das von der einst mittelalterlichen Befestigungsanlage teilweise erhalten ist.
  • Die Synagoge der bis 1940 existierenden Jüdischen Gemeinde in der Hauptstraße 29 wurde beim Novemberpogrom 1938 geschändet, nach dem Krieg als Feuerwehrhaus genutzt und 1982 abgerissen.<ref>Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 112f.</ref>
  • Europäischer Kulturweg Alzenau I

Wirtschaft und Infrastruktur

Weinanbau

In den Weinlagen Hörsteiner Abtsberg und Hörsteiner Räuschberg gedeiht auf einer Fläche von ca. 50 Hektar Frankenwein. Auch der Schauspieler Günter Strack besaß in Hörstein einen Weinberg.

Die Winzergenossenschaft Hörstein e.G. wurde 1903 gegründet. Sie hat 30 Mitglieder, 5 Hektar Fläche und wurde mehrfach mit dem Weinbau-Ehrenpreis des Landkreises Aschaffenburg ausgezeichnet, zuletzt 2020<ref>Frankenwein Aktuell: Weinbau-Ehrenpreis überreicht an Winzergenossenschaft Hörstein eG. 9. Dezember 2020, abgerufen am 6. April 2025.</ref> und 2023.<ref>Frankenwein Aktuell: Staatsehrenpreise und Ehrenpreise für fränkische Winzer. 24. Oktober 2023, abgerufen am 6. April 2025.</ref>

Einrichtungen

  • Kindergarten
  • Grundschule
  • Kinderhort AWO Wilde Kerle

Ehrenbürger

  • Josef August Eichelsbacher (1884–1968), Schulrat i. R., Heimatforscher und Autor, wurde 1954 die Ehrenbürgerschaft des Marktes Hörstein verliehen.

Partnergemeinde

Seit Mai 1971 bestand zwischen der Marktgemeinde Hörstein und PfaffstättenÖsterreich in Niederösterreich eine Gemeindepartnerschaft, die auch nach der Gebietsreform weiterhin besteht.

Ständige Veranstaltungen

  • Ostereiersuchen, Kückenguggen und Bobby-Car-Rennen für Kids beim KTZV Hörstein 1922 eV (immer am Ostermontag)
  • Giggelskerb mit offener Hörsteiner Bobby-Car Team Triathlon Meisterschaft für über 18-Jährige des KTZV Hörstein 1922 eV (am zweiten Juliwochenende)
  • Hähnewettkrähen beim KTZV Hörstein 1922 eV (immer am Pfingstmontag)
  • Kappenabend bei den Gigglern des KTZV Hörstein 1922 eV
  • Hörsteiner Kerb der Freiwilligen Feuerwehr Hörstein (immer im August)
  • Hörsteiner Herbst (immer im Oktober)

Literatur

  • Arbeitsgemeinschaft zur Heimatforschung und Heimatpflege des Landkreises Alzenau, Landrat des Kreises (Hrsg.): Unser Kahlgrund 1956–2006. Heimatjahrbuch für den Landkreis Alzenau. ISSN 0933-1328.
  • Arbeitsgemeinschaft für Heimatforschung (Hg.): Bildstöcke und Flurdenkmäler des Landkreises Alzenau. 1971.
  • Josef August Eichelsbacher (Hg.): Heimatbuch des Kahlgrundes. I. Teil: Geschichte und Sagen. 1928.
  • Josef August Eichelsbacher (Hg.): Heimatbuch des Kahlgrundes. II. Teil: Land und Leute. 1930.
  • Manfred Frühwacht, Joachim Schulmerich: Wege zum Wein-auf Frankens Urgestein. Cocon-Verlag, Hanau 2011, ISBN 978-3-86314-208-7.
  • Heimat- und Geschichtsverein Alzenau (Hg.): Gedenkbuch für Kriegsopfer von Hörstein. Alzenau, Druck: Ropa Copy, Roland Hirsch, 2004.
  • Markt Hörstein (Hg.): Markt Hörstein 1975, Heimatbuch. Druck: J.Götz OHG, 1975.
  • Stadt Alzenau (Hg.): Alzenauer Stadtbuch, Beiträge zur Geschichte der Stadt Alzenau und ihrer Stadtteile. Alzenau, Druck: J.Götz KG, 2001, ISBN 3-00-008608-0.
  • Stadt Alzenau (Hg.): Alzenauer Beiträge zur Heimatgeschichte. Band 2, Ehre deine Eltern, Der Jüdische Friedhof von Hörstein. Alzenau, Druck: Steiner, 2004, ISSN 1610-4897.
  • Vorlage:Stumpf Bayern 2. Teil 1853

Weblinks

Einzelnachweise

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Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein