Henning von Puttkamer (Politiker, 1826)
Henning von Puttkamer (* 26. Februar 1826 auf Gut Deutsch Karstnitz, Landkreis Stolp, Pommern; † 30. Dezember 1907 ebenda) war ein königlich preußischer Appellationsgerichtsrat, Gutsbesitzer und Abgeordneter des Reichstages.
Leben
Henning von Puttkamer entstammte der uradligen pommerschen Familie Puttkamer. Seine Eltern waren Wilhelm von Puttkamer (1782–1858) und Louise von Thulemeyer (1793–1877).<ref>Louise war die Tochter des preußischen Justizministers Friedrich Wilhelm von Thulemeyer aus einer Verbindung mit Louise Eleonore Busse aus Neuruppin. Sie erhielt am 11. September 1811 die preußische Adelslegitimation unter Beilegung des väterlichen Namens und Wappens. – Quelle: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XIV, Seite 427, Band 131 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2003, ISBN 3-7980-0831-2.</ref> Er besuchte das Pädagogium zu Charlottenburg bei Berlin (später Kaiserin-Augusta-Gymnasium genannt) und das Akademische Gymnasium Danzig und studierte 1847–1850 Rechtswissenschaften in Heidelberg und Berlin.<ref name="Hirth" >Georg Hirth: Deutscher Parlaments-Almanach, 11. Ausgabe – 1. März 1874, Hirth, Leipzig 1874, S. 86 (Google Books).</ref> 1850–1856 war er Auskultator und Gerichtsreferendar in Dortmund und Frankfurt a. d. Oder. Nachdem er 1856–1863 zunächst als Assessor tätig gewesen war, wirkte er 1863–1872 als Kreisrichter in Sorau in der Niederlausitz. Seit dem 1. April 1872 fungierte er als preußischer Appellationsgerichtsrat in Posen.<ref name="Hirth" />
Puttkamer betätigte sich als alteingesessener pommerscher Großgrundbesitzer auch politisch als Mitglied der Nationalliberalen Partei. Als Vertreter des 8. Wahlkreises, Regierungsbezirk Frankfurt a. d. Oder, Sorau, für diese Partei gehörte er 1867 dem Reichstag des Norddeutschen Bundes seit dessen Konstituierung an und ab 1871 auch dem Reichstag des Deutschen Kaiserreiches.<ref name="Hirth" /><ref name="AnnDR" >Die Mitglieder des Deutschen Reichstages – Biographische Notizen, in: Annalen des Deutschen Reiches für Gesetzgebung, Verwaltung und Statistik, Jahrgang 1872, Hirth, Leipzig 1872, Sp. 191–286, insbesondere Sp. 252 (Google Books).</ref><ref>Kenneth F. Ledford: From General Estate to Special Interest. German Lawyers 1878–1933. Cambridge, 1996, S. 63.</ref> Seit 1865 war er Gutsherr auf Deutsch Karstnitz und dem Nachbargut Benzin (beide Landkreis Stolp), da sein Bruder Anselm kinderlos gestorben war. Außerdem war er Gutsherr auf Groß-Küssow (Landkreis Pyritz), das Anfang des 19. Jahrhunderts seinem Schwiegervater Friedrich Wilhelm von Thulemeyer gehört hatte, sowie seit 1868 auf Fritzow mit dem Nebengut Raddack, beide Landkreis Cammin.<ref name="AnnDR" />
Er hatte am 2. Mai 1862 in Charlottenburg Anna von Haza-Radlitz (* 30. November 1844 in Samter, Pommern; † 1. Mai 1899 in Meran, Südtirol) geheiratet, die Tochter des Gustav von Haza-Radlitz (1795–1852), königlich preußischen Landrats des Kreises Samter, und der Marie von Braunschweig (1818–1901). Aus dieser Ehe hervorgegangen war die Weimarer Hofdame und spätere Autorin Wanda von Puttkamer.
Literatur
- Ellinor von Puttkamer (Bearbeiterin): Geschichte des Geschlechts v. Puttkamer (= Deutsches Familienarchiv, Band 83–85). 2. Auflage, Degener, Neustadt an der Aisch 1984, ISBN 3-7686-5064-2, S. 453.
- Genealogisches Handbuch des Adels, Adelige Häuser A Band XIII, Seite 221, Band 60 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1975.
- Wolfgang Neugebauer: Puttkamer. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 21. Duncker & Humblot, Berlin 2003, ISBN 3-428-11202-4, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de). (Eintrag im Familienartikel)
Weblinks
- Henning von Puttkamer in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten
- Henning von Puttkamer auf der Seite des Verbandes des Geschlechts von Puttkamer
Fußnoten
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Puttkamer, Henning von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Appellationsgerichtsrat, Gutsbesitzer und Politiker (NLP), MdR |
| GEBURTSDATUM | 26. Februar 1826 |
| GEBURTSORT | Gut Deutsch-Karstnitz, Landkreis Stolp, Pommern |
| STERBEDATUM | 30. Dezember 1907 |
| STERBEORT | Gut Deutsch-Karstnitz, Landkreis Stolp, Pommern |
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- Familienmitglied des Adelsgeschlechts Puttkamer
- Richter (deutsche Geschichte)
- Reichstagsabgeordneter (Norddeutscher Bund)
- Mitglied des Zollparlaments
- Reichstagsabgeordneter (Deutsches Kaiserreich)
- NLP-Mitglied
- Person (Pommern)
- Deutscher
- Geboren 1826
- Gestorben 1907
- Mann