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Heine-Park

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Datei:Heine-Park Eingang.JPG
Eingang des Heine-Parks (Elbchaussee) und die zurzeit in Renovierung befindliche Villa des Parks

Der Heine-Park ist eine 1984 eröffnete, öffentlich zugänglich Parkanlage am nördlichen Ufer der Elbe im Hamburger Bezirk Altona an der Elbchaussee 31–45. Namensgeber ist der Hamburger Bankier Salomon Heine (1767–1844), der hier zu Lebzeiten ebenso wie sein Sohn Carl Heine ein Landhaus in den Sommermonaten bewohnte und einen parkähnlichen Garten mit Gartenhaus unterhielt. Eine Fußgängerbrücke verbindet den benachbarten Donners Park.

Geschichte

Datei:Heine-Park Aussicht.JPG
Aussicht vom Heine-Park auf den Hamburger Hafen

Bevor Salomon Heine 1812 Eigentümer des ca. 14.000 m² Grundstücks wurde, hatte es der englische Kaufmann John Blacker um 1780 erworben. Nachdem er 10 Jahre das Amt eines Courtmaster der Merchant Adventurers innegehabt hatte, war er 1798 verstorben.<ref>John Blacker verstarb am 16. März 1798 im 69. Lebensjahr. (Kaiserlich privilegirte Hamburgische neue Zeitung. 20. März 1798, S. [6] (Digitalisat)) Die Herkunft des in zahlreichen Texten zu den Ursprüngen des „Heine’schen Gartens“ genannte Sterbejahr 1803 ist unbekannt.</ref> Als sein gleichnamiger Sohn 1810 insolvent ging, kaufte der Hamburger Versicherungsmakler Peter Rücker das Grundstück,<ref>Hiesige Vorfälle. Oeffentlich verkaufte Erben. In: Königlich privilegirte Altonaer Adreß-Comtoir-Nachrichten. 8. September 1810, S. [2], (Digitalisat). Die Herkunft des in zahlreichen Texten zu den Ursprüngen des „Heine’schen Gartens“ genannte Jahr 1806 der Insolvenz John Blacker (jun.) ist unbekannt. Als Isolvenzverwalter (=Curator. bonorum) wurden die Herren William Alexander Burrowes, John Thornton und Peter Rücker & Co erwählt. (Handels-Berichte. In: Privilegirte Liste der Börsen-Halle (Börsen-Halle), 19. Mai 1810, S. [4], (Digitalisat)).</ref> der es 1812 an Salomon Heine veräußerte. Heine vergrößerte zweimal das Grundstück: 1830 um ein angrenzendes Flurstück und 1837 um ein Stück benachbartes Land der Rainvilleterrasse, dessen Eigentümerin Jeanne Rainville, die Ehefrau von César Rainville war. Die Gesamtfläche betrug nun nahezu 20.000 m².

Blacker hatte zunächst die als Ackerland erworbenen Grundstücke in parkähnliche Gärten im englischen Stil verwandeln<ref> „Er ist auf die geschmackvollste Weise in Englischen Partien angelegt, mit vorzüglich schöne, hohen Linden, Tannen, Eichen und Kastanienbäumen versehen …“ (Beschreibung der obigen Grundstücke. In: Hamburgische neue Zeitung. 15. August 1810, S. [8])</ref> und zusätzlich ein „geschmackvoll eingerichtetes Wohnhaus“ errichten lassen.<ref>„… in einem neu erbaueten, geschmackvoll eingerichteten Wohnhause mit Diele, 11 Zimmern, einem schönen trocknen Keller unter dem ganzen Hause, mit Küche und mehreren Zimmern, nebst geräumigen Boden;“ (Beschreibung der obigen Grundstücke. In: Hamburgische neue Zeitung. 15. August 1810, S. [8]) Die von Julia Berger aufgestellte Schlussfolgerung, Blacker habe keine Häuser erbauen lassen, (Julia Berger: Salomon Heines Landhaus und Gärtnerhaus in Ottensen, S. 78) da sie nicht auf der von Joseph Ramée angefertigten Karten („Jardin Heine á Ollenesen près Altona“. In: Julia Berger: Salomon Heines Landhaus und Gärtnerhaus in Ottensen, S. 77) zu erkennen sind, hat sich als falsch erwiesen.</ref> Dies Landhaus wurde auch u. a. von Salomon Heine und dessen Sohn Carl bewohnt. Als Carl Heine, der mit der aus Paris stammenden Cécile Charlotte Furtado verheiratet war, 1865 starb, verwaiste der parkähnliche Garten. Dieser Umstand führte dazu, dass es zu nicht wohlmeinenden Äußerungen in den Tageszeitungen kam,<ref>Ueber die französische Familie Heine … In: Der Freischütz. 29. Februar 1872. S. [2], (Digitalisat); der dort zitierte Artikel: Die französische Familie Heine. In: Magazin für die Literatur des Auslandes. Band 41, Nr. 8, S. 100ff., (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D6nEDAAAAYAAJ~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3DPA100~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D)</ref> als im Herbst 1871 das Landhaus abgerissen wurde.<ref>„Die Villa des verstorbenen Herrn Carl Heine an der Flottbecker Straße in Ottensen ist im Auftrage der bekanntlich in Frankreich lebenden Wittwe zum Abruch verkauft“. Tagesbericht. In: Hamburgischer Correspondent. 19. Oktober 1871, S. 9, (Digitalisat)</ref>

Das zweite Landhaus soll der Tochter Therese (1807–1880) und ihrem Mann Adolph Halle (1798–1866) als Sommerhaus gedient haben.<ref>Julia Berger: Salomon Heines Landhaus und Gärtnerhaus in Ottensen. S. 80"</ref> Sie verließen 1860 Hamburg in Richtung Dresden. 1890/91 wurden über 2000 m² Grundfläche für die Verbreiterung der heutigen Elbchaussee enteignet.

1903 ging der Besitz an den Kommerzienrat und Mühlenindustriellen Georg Plange über.<ref>Flottbecker Chaussee 43, heute: Elbchaussee 43</ref> Er veranlasste 1913 die Errichtung der „Plange’schen Villa“ für seinen Sohn Carl, der 1914 wärhend des Ersten Weltkrieges fiel. Daraufhin bezog Georg Planges Tochter Clara mit ihrem Ehemann Hans Korndörfer die Villa. Anläßlich der Verleihung der Stadtrechte an Altona vor 250 Jahren fand im Donners Park die Gartenbauausstellung 1914 statt. Plange stellte für die Ausstellung von „Sondergärten“ Teile seines Anwesens zur Verfügung. Vereinzelt wurde in den Anzeigen der Zeitungen vom „Plange’schen Park“ geschrieben.

1929 wurde das Anwesen von dem preußischen Staat gekauft, um im östlichen Teil die neue Altonaer Seefahrtschule zu bauen.<ref>Seefahrtschule auf der Rainville-Terrasse. In: Altonaer Nachrichten. 28. Juni 1929 S. [6], (Digitalisat)</reF> Sie wurde Ende August 1935 fertiggestellt.

In den Jahren 2007 bis 2010 wurde die ehemals Plange’sche Villa umfangreich saniert. Heute trägt sie den Namen „Villa im Heine-Park“ oder „Heine-Park Villa“, dient dem Business Club Hamburg (BCH) als Clubhaus und wird für Veranstaltungen genutzt.

Datei:Elbhang Neumühlen (Karte von 1895) .JPG
Karte von 1889

Das Ensemble „Heine-Park“ wurde wegen seiner Bedeutung als „Dokument der Geschichte der Landhauskultur an der Elbchaussee und als Zeugnis der Bau- und Wohnkultur des frühen 19. und 20. Jahrhunderts sowie aus ortsgeschichtlichen Gründen“ im März 2007 in die Denkmalliste der Stadt Hamburg eingetragen. Das Ensemble (Elbchaussee 31a–43) besteht aus dem Wohngebäude, der 1913 errichteten Villa und dem Heineschen Gärtnerhaus, das heute als Museum und Veranstaltungsraum genutzt wird.

Die Heine-Park-Villa samt Parkanlage wird unter Kostenbeteiligung eines Investors renoviert, der das Areal der ehemaligen Seefahrtsschule bebaut. Die Pläne für die Renovierung sind an die Original-Pläne des Gartenarchitekten Joseph Ramée von Anfang des 19. Jahrhunderts angelehnt.

Heine-Haus

Datei:Heine-Haus 004.jpg
Das Heine-Haus im Oktober 2009

Das 1832 erbaute Gärtnerhaus, heute Heine-Haus genannt, ist ein klassizistischer Putzbau mit pfannengedecktem Satteldach. Es besteht aus einem 34 Quadratmeter großen, ovalen Gartensaal mit Kuppeldecke und Stuckverzierung. Das Gebäude hatte Salomon Heine als Refugium gedient.

1975 gründete sich der Verein Heine-Haus e. V., um das Gebäude instand zu halten. Seitdem führt es den Namen Heine-Haus und beherbergt eine Galerie mit Erinnerungsraum. Der Verein führt Ausstellungen sowie umfangreiche Vortragsreihen durch, die sich hauptsächlich aus jüdischen, literarischen, musikalischen und topographischen Themen zusammensetzen.

Das Heine-Haus gehört seit dem 1. Januar 2001 als Außenstelle zum Altonaer Museum. Im Jahr 2009 wurde es aufgenommen in das Programm Orte jüdischen Lebens und jüdischer Geschichte in Hamburg.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Jüdischer Stadtplan (Memento des Vorlage:IconExternal vom 16. Dezember 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dighamburg.de (PDF-Datei), abgerufen am 2. Januar 2010</ref>

Literatur

  • Julia Berger: Salomon Heines Landhaus und Gärtnerhaus in Ottensen. In: Bärbel Hedinger, Julia Berger (Hg.): Joseph Ramée. Gartenkunst, Architektur und Dekoration; ein internationaler Baukünstler des Klassizismus. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2003, ISBN 3-422-06436-2, S 75–89 (Altonaer Museum in Hamburg / Jenisch Haus).
  • Renata Klee Gobert: Gartenhaus Heine. In: Altona. Elbvororte (= Die Bau- und Kunstdenkmale der Freien und Hansestadt Hamburg. Band 2). 2. Auflage. Christians, Hamburg 1970, S. 169.
  • Paul Theodor Hoffmann: Die Elbchaussee. Ihre Landsitze, Menschen und Schicksale. IV Auflage. Broschek, Hamburg 1952, Rainville, der »Weinberg« und der Plangesche Gartenbesitz, S. 52–58 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3DvZ_T5bbG6nwC~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3DPA52~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  • Wilhelm Volckens, Peter Hoppe: Der Heine’sche Garten. In: Neumühlen und Oevelgönne. Historische Skizzen von Wilhelm Volckens und Mittheilungen aus dem Archive der Oevelgönner und Neumühlener Lootsen-Brüderschaft von Peter Hoppe. Schlütersche Buchhandlung, Altona 1895, S. 75 (uni-hamburg.de).

Weblinks

  • Heine Park. In: Hamburgs Grün Parkanlagen. hamburg.de, abgerufen am 23. Januar 2026.
  • Heine Haus Hamburg. Heine-Haus e. V., abgerufen am 11. März 2017.
  • Joachim Schnitter: Heinepark. In: Gartenhistorien. Joachim Schnitter, 8. Januar 2010, abgerufen am 7. Februar 2026.

Einzelnachweise

<references/>

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Koordinaten: 53° 32′ 43″ N, 9° 55′ 47″ O

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