Heidi Chocolat AG, Niemetz Schwedenbomben
| Heidi Chocolat AG, Niemetz Schwedenbomben | |
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| Rechtsform | |
| Gründung | 1930er Jahre (aktuelle Rechtsform)<ref name="schwedenbombe">Kontakt</ref> |
| Sitz | Wien |
| Leitung | Alexander Grund |
| Mitarbeiterzahl | 70 (2014)<ref>KSV1870 Auszug (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2018. [https://web.archive.org/web/
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| Umsatz | 18 Mio. EUR (2019)<ref>Schwedenbomben-Umsatz auf 18 Mio. Euro vervierfacht. Niederösterreichische Nachrichten, 19. Juni 2019, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref> |
| Branche | Nahrungsmittelhersteller |
| Website | www.niemetz.at |
Die Heidi Chocolat AG, Niemetz Schwedenbomben,<ref name="schwedenbombe" /><ref>Presseaussendung Richtigstellung</ref> vormals Walter Niemetz Süßwarenfabrik – Fabrikation von Zucker-, Schokolade-, Konditorei- und Dauerbackwaren GmbH & Co KG<ref name="firmenabc" /> ist ein österreichischer Süßwarenhersteller.<ref>Schwedenbomben</ref><ref>Die Schwedenbombe verlässt Wien, Der Standard, 9. September 2015</ref>
Das auch als Walter Niemetz Süßwarenmanufaktur bekannte Unternehmen geht auf die von Edmund Niemetz im Jahr 1890 – in einer Zeit, in der die Wiener Kaffeehäuser entstanden – in Linz gegründete Café-Konditorei zurück. Im Mai 2013 wurde die Produktion an die schweizerische Heidi Chocolat AG verkauft,<ref name="HeidiSchweiz"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Handelsregisterauszug ( des Vorlage:IconExternal vom 7. November 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Handelsregister des Kantons St. Gallen</ref> die über die rumänische Holding KEX Confectionery eine indirekte Tochter der österreichischen Meinl-Gruppe ist.<ref name="pres">Die Presse</ref>
Bekannt ist Niemetz in Österreich vor allem für die Erzeugung von Schwedenbomben, von Manja (einem Haselnuss-Creme-Riegel mit kakaohaltiger Fettglasur) und von Swedy (einem Erdnuss-Creme-Riegel mit kakaohaltiger Fettglasur). Erzeugt wird nur in Wiener Neudorf<ref name="WienerNeudorf" />, vertrieben werden die Produkte in fast allen Ländern Europas. Die ehemalige Konditorei Niemetz Konditorei-Café Linz wurde bis zum 27. November 2014 mit einer Filiale an der Ecke Fadingerstraße/Mozartstraße betrieben<ref>Linz Wiki</ref>. In Salzburg befand sich bis 2019 mit dem Niemetz Konditorei-Café Salzburg eine ehemalige Zweigniederlassung am Herbert-von-Karajan-Platz 11.<ref name="firmenabc" /><ref name="Website" /><ref name="Edikte">Edikte</ref><ref>Susanna Berger: Nach mehr als 30 Jahren sperrte das Traditionscafé Niemetz zu. In: sn.at. 31. Januar 2019, abgerufen am 29. Februar 2024.</ref>
Geschichte
Edmund Niemetz’ Sohn Walter Niemetz gründete 1930<ref name="Website">Laut Angaben auf der Unternehmenswebsite.</ref> (nach anderer Quelle 1935<ref name="Wirtschaftsblatt-1996">Vgl. Wirtschaftsblatt, April 1996.</ref>) in Wien-Landstraße die Manufaktur. 1926 kreierte Walter Niemetz mit seiner Frau Johanna die Schwedenbombe.<ref name="Frauen-Who-is-Who">Niemetz Ursula. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Eintrag im Who is Who der europäischen Frauen. Abgerufen am 27. September 2011.</ref>
Mit Anfang Jänner 1940 wurde die Walter Niemetz Süßwarenfabrik – Fabrikation von Zucker-, Schokolade-, Konditorei- und Dauerbackwaren OHG gegründet. Im April 2008 wurde die OHG in die heutige operative Firma Walter Niemetz Süßwarenfabrik – Fabrikation von Zucker-, Schokolade-, Konditorei- und Dauerbackwaren GmbH & Co KG umgewandelt, Komplementär ist die 2006 gegründete Niemetz Süßwaren Produktion GmbH.<ref name="firmenabc" />
1985 eröffnete Ursula Niemetz, die Tochter des Firmengründers Walter, in Salzburg das Konditoreicafe W. u. J. Niemetz zur Pferdeschwemme. 1989 ging sie nach New York und eröffnete dort eine Niederlassung zum Vertrieb von Süßwaren in Tiefkühlform.<ref name="Frauen-Who-is-Who" />
Nach dem Tod des Vaters 1992<ref>Schwedenbomben: Ursula Niemetz teures Hobby</ref> kehrte Niemetz nach Wien zurück und übernahm gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Steve A. Batchelor das Familienunternehmen.<ref name="Wirtschaftsblatt-1996" /> Dieser war seit 2011 Geschäftsführer und hielt 20 Prozent des Unternehmens. Ursula Niemetz hält 80 Prozent des Unternehmens.<ref name="Cash - Das Handelsmagazin"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( des Vorlage:IconExternal vom 5. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Cash – Das Handelsmagazin, cash.at, 1. Februar 2013, nicht mehr abrufbar 19. Dezember 2019.</ref><ref name="firmenabc">W. Niemetz Süßwarenfabrik - Fabrikation von Zucker-, S.-, K.- u. D. GmbH & Co KG, FN 6946s. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2023. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Eintrag im firmenabc.at, abgerufen am 27. September 2011.</ref> Auslandsgesellschaften wurden in Wolfratshausen in Deutschland (Niemetz GmbH) und in New York in den USA (Niemetz USA Inc.) betrieben.
Im Jahre 2012 geriet das Unternehmen in so gravierende finanzielle Schwierigkeiten, dass es seinen Mitarbeitern die Löhne nicht mehr auszahlen konnte. Kurz vor dem Jahreswechsel stellte schließlich das Finanzamt wegen Steuerschulden Konkursantrag, woraufhin Niemetz den Abschluss eines Sanierungsplans beantragte. Zunächst legte das Unternehmen einen Sanierungsplan mit einer Barquote von 20 % für die Gläubiger vor, zahlbar in zwei Jahren, erhöhte dann aber das Angebot auf eine Barquote von zunächst 75 % und schließlich 95 %, wohl deshalb, weil es zahlreiche Kaufinteressenten gab (unter anderem Manner und die Confiserie Heindl). Hierfür hätte das Unternehmen also Geld in Höhe von fast den gesamten Firmenschulden, nämlich knapp 4,2 Millionen Euro, aufbringen müssen. Da dies bis zur gesetzten Frist am 21. Mai 2012 nicht gelang, wurde das Konkursverfahren eröffnet. Sehr kurz darauf, nämlich bereits am 22. Mai, erwarb Heidi Chocolat die Insolvenzmasse für angeblich 5,25 Millionen Euro.<ref>Niemetz: Die Chronologie. ORF.at, 9. April 2013, abgerufen am 3. Januar 2020.</ref><ref>Felix Hörlsberger, Christian Ritschka: Praktische Aspekte eines Unternehmenskaufs aus der Insolvenz. In: Newsletter 2/2013. DORDA Rechtsanwälte GmbH, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. November 2017; abgerufen am 3. Januar 2020. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Nachdem das Gebäude von Niemetz noch zu Zeiten des alten Besitzers verkauft wurde und geräumt werden musste, übersiedelte Heidi Chocolat AG nach Wiener Neudorf in das Industriezentrum Niederösterreich Süd, wo seit 2016 die Produktion stattfindet.<ref name="WienerNeudorf">Niemetz wandert nach Wiener Neudorf orf.at, 30. Juli 2014, abgerufen am 30. Juli 2014.</ref> 2016 arbeiteten 100 Mitarbeiter im Unternehmen.<ref>https://www.vienna.at/wiener-traditionsunternehmen-niemetz-die-geschichte-der-schwedenbombe/4834021</ref>
Es kam zu einem Rechtsstreit über die Verwendung des Namens Niemetz, den die Tochter des Firmengründers, Ursula Niemetz, weiterverwenden wollte. Heidi Chocolat hat diesbezüglich alle materiellen und immateriellen Güter gekauft.<ref>Rechtstreit um Niemetz in der NÖN vom 12. Juli 2016, abgerufen am 15. Juli 2016.</ref>
Anfang 2017 kaufte Heidi Chocolat den Schokoladenhersteller Schwermer Dietrich Stiel und wandelte diesen in ein eigenständiges Tochterunternehmen um.<ref>Konstanze Richter: Heidi Chocolat übernimmt mit Lindenau Prior Confiserie Schwermer. 14. Februar 2017, abgerufen am 13. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Jahr 2017 wurde eine umfassende Recherche zur Eigentümerstruktur der Heidi Chocolat AG veröffentlicht. Darin wurde aufgedeckt, dass unter Nutzung einer aufwendigen Schachtelkonstruktion die Eigentumsverhältnisse über Subfirmen auf den Cayman Island und in Malta verschleiert werden. Aufgekommen war dies durch die Paradise Papers.<ref>Günter Hack, Kaspar Fink: Schwedenbomben in der Karibik. 6. November 2017, abgerufen am 5. Januar 2023.</ref>
Im Mai 2022 übergab der CEO Gerhard Schaller, der das Unternehmen seit 2014 geleitet hat, an Bernhard Kletzmair.<ref>Heidi wechselt den Geschäftsführer aus. In: cash.at. Abgerufen am 13. Juli 2023.</ref>
Ende 2022 schloss das Unternehmen den Luzerner Standort in der Schweiz, Teile der Produktion wurden von der Aeschbach Chocolatier AG übernommen. Laut Heidi Chocolat war der Grund für die Schließung hohe Energiepreise sowie zusätzliche Preissteigerungen in anderen Bereichen.<ref>Heidi Chocolaterie Suisse in Luzern wird schliessen. In: zentralplus.ch. Abgerufen am 13. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Weblinks
- Offizielle Webpräsenz der Niemetz Süßwarenmanufaktur
- Gabriela Schnabel: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Niemetz hat Troubles mit der Schwedenbombe. ( vom 17. November 2015 im Internet Archive) In: Wirtschaftsblatt, 16. April 1996
- Solidarität für Niemetz, Februar 2013
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:österreichbezogen
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Infobox Unternehmen/Unternehmensform
- Wikipedia:Weblink offline IABot
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Botmarkierungen 2018-12
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2019-05
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2025-06
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Botmarkierungen 2023-05
- Lebensmittelhersteller (Österreich)
- Manufaktur
- Produzierendes Unternehmen (Wien)
- Essen und Trinken (Wien)
- Hersteller von Kakao- und Schokoladenwaren (Österreich)
- Hersteller von Feinen Backwaren
- Hersteller von Zuckerwaren
- Gegründet in den 1930er Jahren