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He lücht

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Barkasseglp.JPG
Hamburger Hafenbarkasse auf der Norderelbe.

He lücht ist eine in Hamburg gebräuchliche Bezeichnung für Fremdenführer, insbesondere die Barkassenführer bei Hafenrundfahrten,<ref name="Hamburgisches Wörterbuch 2004"/> die den Touristen neben sachlichen Informationen auch Übertreibungen, Anekdoten, harmlose Unwahrheiten und sonstiges Seemannsgarn erzählen.

Entstehung

Als die HADAG im Jahre 1921 mit Hamburger Hafenrundfahrten begann, war die Anzahl der im Hafen und auf den Schiffen Beschäftigten sehr viel höher. Die Boote kamen auf ihren Rundfahrten regelmäßig in Rufnähe der Hafenarbeiter und Seeleute, die dadurch auch die Döntjes (Anekdoten) und den Tünkram (Flunkereien), mit dem die Barkassenführer ihre zumeist ahnungslosen Passagiere unterhielten, zu hören bekamen. Sie riefen den Touristen deshalb früher häufig auf plattdeutsch „He lücht!“, hochdeutsch „Er lügt!“, zu. Der Ausruf wandelte sich bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts zur Berufsbezeichnung. Schriftlich dokumentiert wurde dieses im Jahre 1956.<ref name="Hamburgisches Wörterbuch 1956">Christoph Walther, Agathe Lasch: Hamburgisches Wörterbuch. Wachholtz-Verlag, Neumünster 1956, S. 72.</ref>

Herkunft

Der Begriff „He lücht!“ ist niederdeutsch und heißt: „Er lügt!“<ref name="Hamburgisches Wörterbuch 2004">Christoph Walther, Agathe Lasch: Hamburgisches Wörterbuch. 3. Band, L–R. Wachholtz-Verlag, Neumünster 2004, ISBN 3-529-04603-5, Spalte 71–72.</ref> Da das Plattdeutsche keine genormte Rechtschreibung und Aussprache besitzt, sind auch andere Schreibweisen wie „Hey lücht“ gelegentlich zu lesen.<ref name="Matrosen-Slang">Huby Breitscheid: Matrosen-Slang. In: hubys-sailorseite.de. S. 2 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF (Memento vom 19. Februar 2009 im Internet Archive); 36 kB). Abgerufen am 4. Februar 2009.</ref><ref name="Abendblatt 2009-01-31">Jens Meyer-Odewald: Herr Müller kokettiert mit dem Klabautermann. In: Hamburger Abendblatt. 31. Januar 2009, abgerufen am 4. Februar 2009.</ref>

Beispiele für Anekdoten und Unwahrheiten

Belege

  • Daniel Tilgner: Kleines Lexikon Hamburger Begriffe. 6. Auflage, Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2004, ISBN 3-8319-0190-2, S. 66–67.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />