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Hannoversche Eisengießerei und Maschinenfabrik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Hannoversche Eisengießerei)
Datei:1910 Hannoversche Eisengiesserei, Anderten, Postamt Misburg. Illustrierter Katalog. Seite 00k "Guß eines großen Stückes".jpg
Illustration „Guß eines großen Stückes“;
aus dem Katalog der Eisengießerei von 1910

Die Hannoversche Eisengießerei und Maschinenfabrik AG<ref name="SLH">Waldemar R. Röhrbein: Hannoversche Eisengießerei ... (siehe Literatur)</ref> (kurz: Hannoversche Eisengießerei<ref name="Meyer & Sohn">Peter Schulze: Bankhaus Ephraim Meyer & Sohn. In: Stadtlexikon Hannover, S. 47</ref><ref>Anmerkung: Die im Stadtlexikon angegebene Literaturangabe Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahr 1927, Leipzig: Jubiläums-Verlag Walter Gerlach, 1927, S. 210f. ist falsch; in dem Buch findet sich lediglich eine Erwähnung des Bankhauses</ref> oder HEAG<ref>Matthias Schmitt (Vorstand): Los 798 einer Auktion; zuletzt abgerufen am 13. Juli 2012</ref>) in Hannover war eine während der Industrialisierung gegründete Gießerei und Apparatebau-Fabrik.<ref name="SLH" />

Geschichte

Datei:Stadtplan Hannover von 1871 (Ausschnitt).png
Stadtplan aus dem Hannoverschen Adressbuch von 1871 (Ausschnitt): Die Eisengießerei ist mit der Zahl 106 markiert.
Datei:Rohrreiniger von Nowotny, D.R.P. Nr. 117277, Hannoversche Eisengießerei, vormals Deutsche Röhrenreinigungsgesellschaft O. Mierisch & Co. in Dresden.jpg
Skizze des Rohrreinigers von Nowotny, aus dem Lexikon der gesamten Technik von 1904
Datei:Lister Straße Ecke Ferdinand-Wallbrecht-Sraße Kanaldeckel Regenrohrdeckel Hannoversche Eisengiesserei Misburg.jpg
Regenrohr mit Reinigungsdeckel, Inschrift „Hannoversche Eisengiesserei - Misburg“;
gesehen in Hannover-List, Ferdinand-Wallbrecht-Straße Ecke Lister Straße
Datei:HEAG 1933.jpg
Aktie über 100 RM der Hannoverschen Eisengießerei und Maschinenfabrik AG vom Juni 1933

Die Hannoversche Eisengießerei wurde 1857 zur Zeit des Königreichs Hannover gegründet auf Initiative von Julius Meese, dem Besitzer des Hotels de Russie. An der Gründung der Kapitalgesellschaft beteiligt war auch die Eisengroßhandlung Franz Juncken und Companie (siehe Georg von Cölln) beteiligt<ref name="SLH" /> sowie das Bankhaus Ephraim Meyer & Sohn.<ref name="Meyer & Sohn" />

Nach der Inbetriebnahme der Fabrikgebäude im Jahr 1858 auf dem Gelände zwischen der heutigen Gellertstraße (vormals teilweise Eisenstraße) und Leisewitzstraße (vormals Fabrikstraße) im heutigen Zooviertel beschäftigte das Unternehmen bereits nach wenigen Jahren rund 200 Mitarbeiter. Die Aktiengesellschaft<ref>Historisches Wertpapier</ref> spezialisierte sich schon ab Anfang der 1860er Jahre erfolgreich auf die Herstellung von Röhren. Auf der hannoverschen Gewerbeausstellung 1878 präsentierte das Unternehmen ihre „anerkannt vorzüglichen Großrohre von teilweise gewaltigen Dimensionen“, teilweise senkrecht stehend gegossene Muffen-Rohre ohne Naht.<ref name="SLH" />

1898 wurde der Betrieb mit seinen nunmehr 300 Mitarbeitern nach Anderten verlegt. Dort wurden zusätzlich nun auch Generatoren-Anlagen hergestellt, später auch Apparate zur Reinigung verkrusteter Rohrleitungen.<ref name="SLH" /> Zur Reinigung ganzer Rohrnetze berichtete das Lexikon der gesamten Technik von Otto Lueger von dem „Rohrreiniger von Nowotny“, der unter der Deutsches Reichspatentnummer D.R.P. 117277<ref>Patent DE117277C: Vorrichtung zum Reinigen langer Rohrleitungen. Angemeldet am 21. Januar 1900, veröffentlicht am 5. Februar 1901, Erfinder: Franz Nowotny.</ref> von der Hannoverschen Eisengießerei, „vor[mals] Deutsche Röhrenreinigungsgesellschaft O. Mierisch & Co. in Dresden“, zur Anwendung kam.<ref>A. Widmaier.: Rohrreiniger. In: Otto Lueger (Hrsg.): Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 7 Stuttgart, Leipzig 1909, S. 488–489; online über Zeno.org</ref> 1924 wurde bei der Sanierung der Wasserleitungen der Stadtwerke Radevormwald ein Reinigungskasten mit Turbine eingesetzt. Sie wurde durch Wasserdruck angetrieben durch das Rohr gepresst, wodurch die zuvor abgesperrte Leitung förmlich ausgebohrt und von Rostansätzen befreit wurde.<ref>N.N.: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />1924: Reinigung des Wasserleitungsnetzes und Errichtung einer Entsäuerungsanlage (Memento des Vorlage:IconExternal vom 3. Januar 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.s-w-r.de auf der Seite der Stadtwerke Radevormwald GmbH (SWR)</ref>

In Anderten war jedoch auch die Gießerei weiterbetrieben worden: Bereits 1910 wurden Gussstücke bis zu einem Gesamtgewicht von 25.000 Kilogramm hergestellt. Eine Spezialabteilung produzierte komplette Armaturen für Gas-, Wasser- und Dampfleitungen, während andere Erzeugnisse weniger erfolgreich abgesetzt werden konnten,<ref name="SLH" /> etwa der Landmaschinenbau.<ref>Matthias Schmitt (Vorstand): Los 702; Auktion der HWPH Historisches Wertpapierhaus AG, zuletzt abgerufen am 13. Juli 2012</ref>

Das Unternehmen bestand bis nach dem Zweiten Weltkrieg und wurde 1961 geschlossen.<ref name="SLH" />

Persönlichkeiten

Literatur

  • o. V.: Hannoversche Eisengiesserei, Anderten, Postamt Misburg. Illustrierter Katalog, Hannover: Edler & Krische, 1910
  • o. V.: Hannoversche Eisengiesserei in Hannover. In: Hannover u. Umgegend. Entwicklung und Zustände seiner Industrie und Gewerbe. Dargebracht den Theilnehmern der XV. Hauptversammlung des Vereins deutscher Ingenieure vom Hannoverschen Bezirks-Verein, Hannover: Th. Schulze’s Buchhandlung, 1874, S. 226–229
  • Paul Hirschfeld: Die Hannoversche Eisengießerei in Hannover In ders.: Hannovers Grossindustrie und Grosshandel, mit Unterstützung des Königlichen Oberpräsidiums und der Provinzialbehörden der Provinz Hannover herausgegeben von der Deutschen Export-Bank, Berlin, Leipzig: Duncker u. Humblot, 1891, S. 87; Digitalisat über Bayerische Staatsbibliothek
  • Albert Lefèvre: Der Beitrag der hannoverschen Industrie zum technischen Fortschritt. In: Hannoversche Geschichtsblätter, Neue Folge 24 (1970), S. 211f.
  • Waldemar R. Röhrbein: Hannoversche Eisengießerei und Maschinenfabrik. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 259.

Weblinks

Commons: Hannoversche Eisengiesserei Misburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen

<references />

Koordinaten: 52° 22′ 40,9″ N, 9° 52′ 26,5″ O

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