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Bromchlordifluormethan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Halon 1211)
Strukturformel
Strukturformel von Bromchlordifluormethan
Allgemeines
Name Bromchlordifluormethan
Andere Namen
Summenformel CBrClF2
Kurzbeschreibung

nicht brennbares farbloses Gas mit süßlichem Geruch<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 206-537-9
ECHA-InfoCard 100.005.944
PubChem 9625
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 165,36 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte
Schmelzpunkt

−160,5 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

−3,3 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck
  • 2,294 bar (20 °C)<ref name="GESTIS" />
  • 3,3 bar (30 °C)<ref name="GESTIS" />
  • 5,6 bar (50 °C)<ref name="GESTIS" />
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 280​‐​420
P: 403<ref name="GESTIS" />
Treibhauspotential

2070 (bezogen auf 100 Jahre)<ref>G. Myhre, D. Shindell et al.: Climate Change 2013: The Physical Science Basis. Working Group I contribution to the IPCC Fifth Assessment Report. Hrsg.: Intergovernmental Panel on Climate Change. 2013, Chapter 8: Anthropogenic and Natural Radiative Forcing, S. 24–39; Table 8.SM.16 (ipcc.ch [PDF]).</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Bromchlordifluormethan, auch Halon 1211 genannt, gehört zur Gruppe der Halogenkohlenwasserstoffe (Halone).<ref name="Roempp">Eintrag zu Halone. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> Dieses Gas fand hauptsächlich Verwendung als Löschmittel in Löschanlagen und Feuerlöschern.<ref name="Joachim Buddrus">Joachim Buddrus: Grundlagen der Organischen Chemie. Walter de Gruyter, 2011, ISBN 978-3-11-024640-7, S. 253 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> In Deutschland jedoch sind Halon-Feuerlöscher für die meisten Einsatzzwecke nicht mehr erlaubt, da Halone eine schädliche Wirkung auf die Ozonschicht zeigen.<ref>Praxishandbuch für den betrieblichen Brandschutz. ISBN 978-3-8111-4471-2 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Gewinnung und Darstellung

Bromchlordifluormethan kann in einer Ausbeute von 91 % durch Erhitzen von Silberchlordifluoracetat mit Brom bei 180 bis 260 °C hergestellt werden.<ref name="Alan R. Katritzky, Thomas L. Gilchrist, Otto Meth-Cohn, Charles Wayne Rees">Alan R. Katritzky, Thomas L. Gilchrist, Otto Meth-Cohn, Charles Wayne Rees: Comprehensive Organic Functional Group Transformations. Elsevier, 1995, ISBN 978-0-08-042704-1, S. 223 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

<chem>CClF2CO2Ag + Br2 -> CBrClF2 + CO2 + AgBr</chem>

Auch die Reaktion von 1,3-Dichlor-1,1,3,3-tetrafluoraceton mit Brom bei 580–650 °C und weitere Reaktionen ergeben Bromchlordifluormethan.<ref name="Alan R. Katritzky, Thomas L. Gilchrist, Otto Meth-Cohn, Charles Wayne Rees" />

<chem>CHClF2 + Br2 + O2 -> CBrClF2 + CBr2F2 + CHClF2</chem>

Eigenschaften

Datei:Chlorbromdifluormethan, flüssig.jpg
Unter Druck verflüssigtes Bromchlordifluormethan (Halon 1211)

Bei für Brände typischen Temperaturen erfolgt eine Abspaltung von Bromatomen, die in den Radikalkettenmechanismus eines Verbrennungsvorgangs antikatalytisch eingreifen.<ref name="Roempp" />

Verwendung

Die Verbindung wurde wie andere Halone als Löschmittel verwendet. Allerdings wurden nur etwa 10 % der Halone bei Bränden freigesetzt. Die überwiegend freigesetzte Menge resultierte aus Übungen und Prüfungen.<ref name="Roempp" /> Entsprechend den Regelungen des Montrealer Protokolls wurde die Produktion in den Industriestaaten schon zum 1. Januar 1994 eingestellt.<ref name="Roempp" /> In Entwicklungsländern war die Produktion noch bis 2010 möglich.<ref name="Roempp" /> In der EU wird der Umgang über eine EG-Verordnung zum Ozonabbau geregelt. Hier ist eine Einfuhr nur zu im Montrealer Protokoll festgelegten essentiellen Anwendungen erlaubt.<ref name="Roempp" /> In Deutschland ist die Herstellung und die Verwendung als Löschmittel entsprechend der Chemikalien-Ozonschichtverordnung schon seit dem 1. Januar 1992 verboten.<ref name="Roempp" />

Einzelnachweise

<references />