Halberstädter Würstchen- und Konservenvertrieb
| Halberstädter Würstchen- und Konservenfabrik GmbH & Co. KG
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Halberstädter Logo.svg | |
| Rechtsform | Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Co. KG |
| Gründung | 2002 / Eigendarstellung 1883 |
| Sitz | Halberstadt, Deutschland |
| Leitung | Silke Erdmann-Nitsch |
| Mitarbeiterzahl | 52<ref name="Bundesanzeiger">Suche im elektronischen Bundesanzeiger Halberstädter Würstchen- und Konservenvertriebs GmbH: Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010</ref> |
| Umsatz | 3,3 Mio. EUR (2010)<ref name="Bundesanzeiger" /> |
| Branche | Lebensmittelindustrie |
| Website | www.halberstaedter.de |
Die Halberstädter Würstchen- und Konservenvertriebs GmbH & Co. KG ist ein Hersteller von Fleisch- und Wurstwaren sowie Suppen und Fertiggerichten in Halberstadt.
Geschichte
Gegründet wurde das Unternehmen 1883 von Friedrich Heine, zunächst unter dem Namen Heine & Co. 1896 bot diese als weltweit erstes Unternehmen Brühwürste in Konservendosen an und gilt damit als Erfinder der Dosenwurst.<ref>Marianne Bietsch: Würstchen in der Dose. Das Kalenderblatt: 23. November 1883. In: br.de. 23. November 2015, abgerufen am 16. April 2016.</ref><ref>Gregor Papsch: Die ersten Dosenwürste. Das Kalenderblatt: 18. Juni 1896. In: br.de. 18. Juni 2014, abgerufen am 16. April 2016.</ref> 1929 starb Heine und das Unternehmen wurde in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Unter der sowjetischen Besatzungsmacht wurden die Besitzer 1948 enteignet und das Unternehmen unter dem Namen VENAG, ab 1954 VEB Halberstädter Fleischwaren, weitergeführt. Die Produkte galten in der DDR als Bückware und waren äußerst beliebt. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung änderte sich die Gesellschaftsform erneut zu einer GmbH. 1992 wurde sie von dem aus Lehrte stammenden Kaufmann und Fleischermeister Ulrich Nitsch übernommen und wird jetzt von seiner Tochter geführt. 1995–1999 wurde das Werk in drei Schritten saniert. 2003 erfolgte die Umwandlung in eine GmbH & Co. KG; neuer Name: Halberstädter Würstchen und Konservenfabrik GmbH & Co. KG.
Das Tochterunternehmen Halko GmbH, das die Würstchen am Standort Halberstadt produziert, stellte Anfang Dezember 2023 einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Als Grund wurden Liquiditätsengpässe genannt. Der Produktionsbetrieb lief uneingeschränkt weiter.<ref>Produktionsbetrieb von Halberstädter Würstchen ist insolvent. Leipziger Volkszeitung, 8. Dezember 2023, abgerufen am 3. Januar 2024.</ref> Im Frühjahr 2024 wurde das Tochterunternehmen unter dem Namen Halberstädter Konserven GmbH neugegründet, der Standort und alle 57 Arbeitsplätze blieben erhalten. Auch diese Neugründung beantragte Ende Dezember 2024 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.<ref>https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/magdeburg/harz/halberstaedter-wuerstchen-tochterfirma-insolvent-optimistisch-102.html</ref>
Schwerpunkt des Produktsortiments sind seit der Firmengründung Brühwürste wie Bockwurst in Dosen und Gläsern. Heute gehören auch Suppen, Eintöpfe, Fleischkonserven und Fertiggerichte sowie frische Produkte wie Bratwürste zum Angebot.
Die Produktionsstätte in Halberstadt steht unter Denkmalschutz und kann nach Anmeldung besichtigt werden. Dem Familienbetrieb angeschlossen sind das Vier-Sterne-S-Hotel Villa Heine (seit 1999), das in der renovierten Gründer-Villa untergebracht ist, das Waldhotel Humboldt in Salzhemmendorf (Niedersachsen) sowie die Gasthausbrauerei Brauhaus Heine.
Am 28. April 2026 kündigte die Unternehmerfamilie Nitsch an, die Halberstädter Würstchen- und Konservenfabrik aufgrund finanzieller Schwierigkeiten und steigender Kosten zu verkaufen.<ref name=":0">Moritz Arand: Nach fast 35 Jahren - Halberstädter Würstchen: Produktionsbetrieb samt Marke soll verkauft werden. In: mdr.de. 28. April 2026, abgerufen am 29. April 2026.</ref><ref name=":1">Schock für Traditionsbetrieb - Halberstädter Würstchen: Unternehmerfamilie steigt aus. In: t-online.de. 29. April 2026, abgerufen am 29. April 2026.</ref> Trotz eines Schutzschirmverfahrens und Sanierungsversuchen konnte keine nachhaltige Lösung gefunden werden.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Rund 150 Mitarbeiter sind von der Situation betroffen.<ref name=":0" /><ref name=":1" />
Halberstädter Würstchen
Der rauchige Geschmack der Halberstädter Würstchen wird durch die patentierte „Kaminräucherung“ mit Buchenholzfeuer und die langen Reifezeiten von 24 bis 36 Stunden erreicht. Seit 1913 wurde das Produkt mehrmals von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft DLG prämiert,<ref>DLG-Preis für langjährige Produktqualität – Schinken & Wurst. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. Juni 2017; abgerufen am 24. Mai 2023.</ref> seit der Wiedervereinigung kamen weitere Goldmedaillen hinzu. Bei Stiftung Warentest wurden bei einer Bewertung im Jahr 2009 Halberstädter Wiener Würstchen und ein Konkurrenzprodukt als Testsieger bewertet.<ref>Stiftung Warentest: Wiener Würstchen im Test test 8/2009</ref> Halberstädter Würstchen stehen seit einer Entscheidung im Oktober 2010 unter Namensschutz der Europäischen Union. Diese Produkte der Halberstädter Würstchen- und Konservenfabrik dürfen seit dem 28. Oktober 2010 das EU-Siegel „geschützte geografische Angabe“ tragen, damit dürfen nur noch Produkte, die in Halberstadt hergestellt werden, mit dem Adjektiv „Halberstädter“ versehen sein.
Die Jahresproduktion von Halberstädter Würstchen beträgt 1200 Tonnen.<ref>Sächsische Zeitung vom 2. Juli 2013</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 51° 53′ 49,9″ N, 11° 4′ 31,5″ O
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