Azinphos-methyl
| Strukturformel | |||||||||||||||||||
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| Struktur von Azinphos-methyl | |||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Azinphos-methyl | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C10H12N3O3PS2 | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
brennbares, kristallines, farb- und geruchloses Pulver<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 317,33 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Dichte |
1,44 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
72,4 °C<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
Zersetzung bei Temperaturen >200 °C<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
praktisch unlöslich in Wasser (28 mg·l−1 bei 25 °C)<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| MAK |
DFG/Schweiz: 0,2 mg·m−3 (gemessen als einatembarer Staub)<ref name="GESTIS" /><ref>Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva): Grenzwerte – Aktuelle MAK- und BAT-Werte (Suche nach 86-50-0 bzw. Azinphos-methyl)Vorlage:Abrufdatum</ref> | ||||||||||||||||||
| Toxikologische Daten |
4,4 bis 16 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)<ref>Eintrag zu Azinphos-methyl bei Extoxnet.</ref> | ||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Azinphos-methyl ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Dithiophosphorsäureester und Triazine. Es wird als Breitband-Organophosphat-Insektizid im Anbau verschiedener Früchte und Gemüse eingesetzt. Es wirkt (wie andere Stoffe dieser Gruppe) als Acetylcholinesterasehemmer. In die Schlagzeilen geriet die Verbindung, als die Firma Bayer (welche der weltweit größte Hersteller der Verbindung ist) 1998 in Schottland ihre Auswirkungen auf Menschen in einem Versuch direkt testete.<ref>Protest gegen Pestizidtests an Menschen. Auf CBGnetwork, abgerufen am 13. Oktober 2024.</ref> Da Azinphos-methyl in vielen Staaten eingesetzt wird, fanden sich Rückstände davon in nach Deutschland importierten Lebensmitteln.<ref>Pestizid-Rückstände in Lebensmitteln (PDF; 377 kB).</ref>
Geschichte
Azinphos-methyl wurde bei der Untersuchung von Alkylphosphaten, welche als Nervengifte im Zweiten Weltkrieg verwendet wurden, entdeckt. Als Insektizid wurde es in den USA 1958 zum ersten Mal angemeldet.<ref>Interim Reregistration Eligibility Decision for Azinphos-Methyl (PDF; 867 kB).</ref>
Zulassung
In den USA ist die Zulassung am 30. September 2012 ausgelaufen.<ref>EPA: Azinphos-Methyl Phase-out, abgerufen am 7. Juni 2017.</ref> In den EU-Staaten wie Deutschland und Österreich sowie in der Schweiz ist das Mittel nicht zugelassen.<ref name="PSM">Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs und DeutschlandsVorlage:Abrufdatum</ref> Die EU prüft jedoch, das Mittel unter strengen Auflagen zuzulassen.<ref>Vorschlag zur Änderung der Richtlinie 91/414/EWG (PDF)Vorlage:Abrufdatum.</ref> Das Europäische Arzneibuch legt als Grenzwert für Azinphos-methyl-Rückstände in pflanzlichen Drogen 1 mg·kg−1 fest.<ref>Europäisches Arzneibuch 10.0. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7692-7515-5, S. 432.</ref>
Azinphos-methyl ist unter dem Rotterdamer Übereinkommen über das Verfahren der vorherigen Zustimmung nach Inkenntnissetzung für bestimmte gefährliche Chemikalien sowie Pestizide im internationalen Handel (Anlage III) geregelt.<ref>Annex III Chemicals. In: pic.int. Abgerufen am 6. Januar 2026.</ref>
Verwandte Verbindungen
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
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- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ChemSpider abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Gefährlicher Stoff mit harmonisierter Einstufung (CLP-Verordnung)
- Giftiger Stoff bei Verschlucken
- Giftiger Stoff bei Einatmen
- Giftiger Stoff bei Hautkontakt
- Sensibilisierender Stoff
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Insektizid
- Pflanzenschutzmittel (Wirkstoff)
- Thiophosphorsäure-O-ester
- Lactam
- Dihydrobenzazin
- Gefährliche Chemikalie nach dem Rotterdamer Übereinkommen
- Thiophosphorsäuremethylester
- Thiophosphorsäure-S-ester