Grüne Mamba
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| Grüne Mamba | ||||||||||||
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| Datei:Dendroaspis viridisPCCA20051227-1885B.jpg
Grüne Mamba (Dendroaspis viridis) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Dendroaspis viridis | ||||||||||||
| (Hallowell, 1844) |
Die Grüne Mamba (Dendroaspis viridis) ist eine Art der Mambas, die in Benin, Gambia, Ghana, Guinea, Kamerun, Liberia, Senegal, Sierra Leone, Togo und der Zentralafrikanischen Republik beheimatet ist.
Merkmale
Diese in der Regel bis zu zwei Meter lange Giftschlange ist hellgrün und am Schwanz gelblich gefärbt. Am Schwanz und Kopf sind die Schuppen schwarz umrandet. Die Rückenschuppen dieser Schlange sind ungewöhnlich groß.
Lebensweise
Die Grüne Mamba hält sich ausschließlich auf Bäumen und Sträuchern in Gebieten Afrikas auf und ernährt sich vorwiegend von Vögeln, Eiern, baumbewohnenden Eidechsen und Fröschen. Die Schlangen sind scheue Tiere und ziehen die Flucht einer Auseinandersetzung vor. Nach der Paarung werden vom Weibchen 10 bis 15 Eier gelegt, aus denen nach 80–100 Tagen die Jungtiere schlüpfen.
Systematik
Neben der Grünen Mamba gibt es drei weitere Arten in der Gattung Dendroaspis:
- Schwarze Mamba (Dendroaspis polylepis)
- Gewöhnliche Mamba (Dendroaspis angusticeps)
- Jamesons Mamba (Dendroaspis jamesoni)
Giftwirkung
Das Gift der Grünen Mamba hat sowohl kardiotoxische als auch neurotoxische Komponenten. Ebenfalls lassen sich Antikoagulative Effekte nachweisen, die aber gegenüber den anderen Wirkungen in den Hintergrund gelangen.<ref>Medizinexpert*innen bei DocCheck: Gewöhnliche Mamba. Abgerufen am 3. Februar 2026.</ref>
Calcicludin ist ein aus 60 Aminosäuren bestehendes Polypeptid mit 6 mal die Aminosäure Cystein die insgesamt 3 Disulfidbrücken bilden was mit hoher Affinität L-Typ Ca2+ Kanäle im Herzen und in der Großhirnrinde blockiert. Von der Struktur ist Calcicludin den Dendrotoxinen sehr ähnlich. Vor allem im Bulbus Olfaktorius und im Gyrus dentatus findet man eine besonders hohe Dichte an betroffenen Kanälen wieder<ref>H. Schweitz, C. Heurteaux, P. Bois, D. Moinier, G. Romey, M. Lazdunski: Calcicludine, a venom peptide of the Kunitz-type protease inhibitor family, is a potent blocker of high-threshold Ca2+ channels with a high affinity for L-type channels in cerebellar granule neurons. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America. Band 91, Nr. 3, 1. Februar 1994, ISSN 0027-8424, S. 878–882, doi:10.1073/pnas.91.3.878, PMID 8302860, PMC 521415 (freier Volltext) – (nih.gov [abgerufen am 3. Februar 2026]).</ref>. Es handelt sich bei der blockierung der Kanäle um einen partiellen Block, da bei voller Calcicludin konzentration nur 58 % der Aktivität des Kanales blockiert ist was darauf schließen lässt, dass diese nicht vollständig verschlossen werden. Es scheint ebenfalls sehr spezifisch für den L-Typ Kanal (alpha(1)(C)) zu sein, da andere ähnliche Kanäle nur sehr dürftig auf das Calcicludin reagieren. Der Kalzium-Kanal (alpha(1)(C)) ist sehr wichtig für den Kalzium-Influx in Herzmuskelzellen, Neuronen und glatten Muskelzellen. Wenn diese Kanäle am Herzen gehemmt werden, führt das zu einer fehlenden Erregbarkeit der Herzmuskelzellen, was zu gefährlichen Tachyarrythmien führen kann besonders in der Kombination mit anderen Toxinen der Grünen Mamba. In glatten Muskelzellen sind diese Kanäle für die Kontraktion der Gefäße und des Magendarmtraktes verantwortlich, also kann das Gift ebenfalls zu gefährlichen Hypotonien führen. In Neuronen sind diese Kanäle maßgeblich an der Protein Expression beteiligt und ebenfalls an der Erregbarkeit, was in der Regel jedoch nicht spontan zum Tode führt.<ref>Calcicludine, a venom peptide of the Kunitz-type protease inhibitor family, is a potent blocker of high-threshold Ca2+ channels with a high affinity for L-type channels in cerebellar granule neurons. Abgerufen am 3. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>S. C. Stotz, R. L. Spaetgens, G. W. Zamponi: Block of voltage-dependent calcium channel by the green mamba toxin calcicludine. In: The Journal of Membrane Biology. Band 174, Nr. 2, 15. März 2000, ISSN 0022-2631, S. 157–165, doi:10.1007/s002320001040, PMID 10742459 (nih.gov [abgerufen am 3. Februar 2026]).</ref>
Das Neurotoxin der Grünen Mamba ist auch für den Menschen sehr gefährlich. Nach einem Biss ist eine sofortige Behandlung mit einem artspezifischen Schlangenserum absolut überlebensnotwendig. Das Gift umfasst eine Vielzahl an Inhaltsstoffen. Neben der neurotoxischen Wirkung kommen auch Kardio- und Zytotoxine (Gifte, die auf den Herzmuskel und Gewebe wirken) vor. Die nur im Gift der Mambaarten enthaltenen Dendrotoxine (nach dem lateinischen Namen der Schlange Dendroaspis) blockieren die Kaliumkanäle in den Zellmembranen des Opfers, was eine Störung der elektrischen Reizausbreitung im Herzen zur Folge hat. Dadurch besteht die Gefahr einer Herzrhythmusstörung.<ref>Wolfgang Forth u. a. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. 7. Auflage. Spektrum Verlag, 1996, S. 891, Kapitel 32.10.</ref> Die letale (tödliche) Dosis dieses Giftes beträgt bei einem durchschnittlichen Menschen bereits 10–20 mg.
Quellen
Einzelnachweise
<references/>
Weblinks
- Dendroaspis viridis In: The Reptile Database
- [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.1. Eingestellt von: Luiselli, L. & Segniagbeto, G., 2012. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.