Gräfensteinberg
Gräfensteinberg Gemeinde Haundorf
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(716)&title=Gr%C3%A4fensteinberg 49° 9′ N, 10° 49′ O
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| Höhe: | 502 (461–513) m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 716 (31. Dez. 2016)<ref>Nahverkehrspläne – Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen – Endbericht 2019 – Tabellen. (PDF; 1,62 MB) In: vgn.de. Verkehrsverbund Großraum Nürnberg, S. 11, abgerufen am 4. November 2024.</ref> | |||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1972 | |||||
| Postleitzahl: | 91729 | |||||
| Vorwahl: | 09837 | |||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Gräfensteinberg ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Haundorf im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Gräfensteinberg hat eine Fläche von 21,740 km². Sie ist in 2176 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 9990,67 m² haben.<ref>Gemarkung Gräfensteinberg (093620). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 17. Oktober 2024.</ref> In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Brand, Brombach, Geiselsberg, Geislohe und Röthenhof.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 17. Oktober 2024.</ref> Bis zur Gebietsreform in Bayern, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, war Gräfensteinberg eine selbständige Gemeinde. Im Fränkischen Seenland gelegen, ist der Ort seit 1996 mit seinen ehemaligen Gemeindeteilen ein staatlich anerkannter Erholungsort.<ref name="Kurorte">Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der anerkannten Kurorte, Luftkurorte und Erholungsortein Bayern. 28. August 2025, S. 39 (PDF).</ref>
Geografische Lage und Verkehr
Gräfensteinberg liegt auf einer Anhöhe in Westmittelfranken im Nordwesten des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen. Nachbarorte sind (im Uhrzeigersinn, beginnend mit Norden) Seitersdorf, Stixenhof, Igelsbach, Geiselsberg, Brombach, Geislohe, Brand und Eichenberg. Haundorf liegt etwa vier Kilometer Luftlinie weiter nordwestlich, Absberg etwa fünf Kilometer Luftlinie weiter östlich.<ref name="BayernAtlas">Topographische Karte 1:25.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 17. Oktober 2024 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Der Igelsbachsee liegt einige Kilometer entfernt im Osten, der Kleine Brombachsee im Südosten, der Altmühlsee im Südwesten. Nördlich von Gräfensteinberg entspringt der Laubenzedeler Mühlbach, der westlich des Ortes den Branderweiher, Speckweiher, Eichenberger Weiher und Schnackenweiher mit Wasser speist. Ferner befinden sich in der näheren Umgebung noch der Koppenweiher und der Kästleinsweiher, beide ebenfalls im Westen. Südwestlich befindet sich die Quelle des Brombachs, eines Nebenflusses der Schwäbischen Rezat und Namensgeber des nahen Brombachsees. Nordöstlich befindet sich die Quelle des Schafweihergrabens, eines Nebenflusses des Igelsbachs. Nordöstlich entspringt der Erlbach, ein Nebenfluss der Fränkischen Rezat. Die Europäische Hauptwasserscheide verläuft mitten durch den Ort und trennt damit das Abflussgebiet der Altmühl und der Donau mit dem Abflussgebiet der Rezat und des Mains voneinander.<ref>Europäische Hauptwasserscheide – Verlauf im Landkreis WUG, Westabschnitt, abgerufen am 21. Februar 2015.</ref> Südlich befindet sich der große, nach dem Ort benannte Gräfensteinberger Wald, nördlich der zum Mönchswald gehörende Haundorfer Wald.<ref name="BayernAtlas" />
Nordöstlich führt die Kreisstraße WUG 21 zur Kreisstraße WUG 1. Diese wiederum verläuft direkt an der nördlichen Seite Gräfensteinbergs angrenzend und führt unweit östlich zur Bundesstraße 466. Mehrere Ortsstraßen verbinden den Ort mit den umliegenden Dörfern.<ref name="BayernAtlas" />
Geschichte
Eine erste Kirche im Ort wurde im 11. Jahrhundert durch Bischof Gundekar II. geweiht. Ab 1146 leistete Gräfensteinberg dem Kloster Heilsbronn den Zehent ab. 1286 übergab Rudolph dem Eichstätter Bischof den Forst- und Wildbann über den nahen Gräfensteinberger Wald.<ref name="retzat" /> 1375 verkauften Ulrich und Conrad von Muhr ihre Güter im Ort an den Eichstätter Bischof. 1378 übergab Heinrich von Buckersheim sein Lehen den Oettingern. 1480 hatte der Hochstift Eichstätt den Groß- und Kleinzehent im Ort.<ref>Gräfensteinberg, in: Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. Historisch-statistische Beschreibung, auf Grund der Literatur, der Registratur des Bischöflichen Ordinariats Eichstätt sowie der pfarramtlichen Berichte, II. Band; Eichstätt 1938, S. 835.</ref> Bis 1565 gehörte Gräfensteinberg zur Pfarrei Laubenzedel. Die Reformation wurde 1592 eingeführt.<ref name="simon">Gräfensteinberg, in: Matthias Simon: Heft 1: Die evangelische Kirche, Bd. 1; München 1960, aus der Reihe: Kommission für bayerische Landesgeschichte (Hrsg.): Historischer Atlas von Bayern; ISBN 3 7696 9852 5 (Beschreibung), S. 315.</ref> Im Salbuch des Spalter Kollegiatstiftes von 1619 werden für Gräfensteinberg drei Güter aufgelistet, die alle 1598 vom Nürnberger Eigenherrn Hans Rieter eingetauscht wurden.<ref>Friedrich Eigler: Schwabach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 28). Michael Laßleben, Kallmünz 1990, ISBN 3-7696-9941-6, S. 114.</ref>
Aufgrund der Wirren des Dreißigjährigen Krieges wurde bis 1654 von Dornhausen aus die Pfarrei Gräfensteinberg versehen.<ref>Wilhelm Lux: Dornhausen. In: Landkreis Gunzenhausen, München/Assling 1966, S. 206.</ref> 1598 tauschten die Rieter von Kornburg ihre Güter im Ort mit dem Eichstätter Bischof.<ref name="retzat" /> Die Landesherrschaft übten die Markgrafen von Ansbach aus, die Kirchengewalt der Hochstift Eichstätt.<ref name="simon" /> Nach der Abdankung Karl Alexanders kam Gräfensteinberg 1791/1792 an Preußen. Mit der Rheinbundakte fiel der Ort 1806 durch Tausch an das Königreich Bayern. 1871/1873 lebten im Ort 371 Menschen, fünf Pferde und 244 Rinder.<ref name="Ortsverzeichnis 1871" /> Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Gräfensteinberg in die Gemeinde Haundorf eingegliedert.<ref></ref>
Einwohnerentwicklung
Gräfensteinberg ist der bevölkerungsreichste Gemeindeteil der Gemeinde Haundorf und hat auch mehr Einwohner als der Gemeinde-Hauptort Haundorf.
Gemeinde Gräfensteinberg (einschließlich aller damaligen Gemeindeteile)
- 1871: 731 Einwohner<ref name="Ortsverzeichnis 1871" />
- 1885: 773 Einwohner<ref name="Ortsverzeichnis 1885" />
- 1900: 702 Einwohner<ref name="Ortsverzeichnis 1900" />
- 1910: 676 Einwohner<ref>M. W. Ehrenreich (Zusammensteller): Regierungsbezirk Mittelfranken: Bezirksamt Gunzenhausen. In: Gemeindeverzeichnis 1900. U. Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. Dezember 2013; abgerufen am 21. Februar 2015 (Einwohner Dezember 1910).</ref>
- 1925: 683 Einwohner<ref name="Ortsverzeichnis 1925" />
- 1933: 679 Einwohner
- 1939: 616 Einwohner<ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- 1950: 797 Einwohner<ref name="Ortsverzeichnis 1950" />
- 1961: 631 Einwohner<ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982"></ref>
- 1970: 664 Einwohner<ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982" />
Ort Gräfensteinberg
- 1829: 280 Einwohner<ref name="retzat">Vorlage:Hohn Rezatkreis 1829</ref>
- 1846: 334 Einwohner mit 64 Häusern<ref>Eduard Vetter: Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern Ansbach, 1846.</ref>
- 1871: 371 Einwohner mit 173 Gebäuden<ref name="Ortsverzeichnis 1871">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1199, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref>
- 1885: 388 Einwohner mit 70 Gebäuden<ref name="Ortsverzeichnis 1885">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1130 (Digitalisat).</ref>
- 1900: 348 Einwohner mit 70 Wohngebäuden<ref name="Ortsverzeichnis 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1198–1199 (Digitalisat).</ref>
- 1925: 320 Einwohner mit 64 Wohngebäuden<ref name="Ortsverzeichnis 1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1236 (Digitalisat).
</ref>
- 1950: 379 Einwohner mit 66 Wohngebäuden<ref name="Ortsverzeichnis 1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1068 (Digitalisat).</ref>
- 1961: 290 Einwohner mit 68 Wohngebäuden<ref name="Ortsverzeichnis 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 784 (Digitalisat).</ref>
- 1970: 321 Einwohner<ref name="Ortsverzeichnis 1970">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 181 (Digitalisat).</ref>
- 1987: 403 Einwohner mit 125 Wohngebäuden<ref name="Ortsverzeichnis 1987">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 351 (Digitalisat).</ref>
Bauwerke
Die Chorturmanlage der heute evangelischen Kirche St. Martin stammt aus dem Jahr 1449, wurde aber im Dreißigjährigen Krieg durch einen Brand schwer beschädigt und später in mehreren Abschnitten renoviert. Das Langhaus wurde in den Jahren 1653 und 1681 restauriert. Das Innere der Kirche ist im Stil der Neogotik gehalten; der Altar stammt aus dem Jahr 1897. Drei Epitaphen aus dem 16. und 17. Jahrhundert befinden sich außen an der Südseite der Kirche.<ref>Beschreibung der Kirche auf pointoo.de</ref>
Der Wasserturm Gräfensteinberg wurde 1977 errichtet. Er ist über 30 Meter hoch und verfügt über zwei ringförmige Wasserkammern, die zusammen 900 Kubikmeter Wasser fassen,<ref>Beschreibung des zuständigen <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Zweckverbands ( vom 25. Juni 2009 im Internet Archive)</ref> sowie eine Aussichtsplattform.<ref>Ortsbeschreibung</ref>
Östlich von Gräfensteinberg befindet sich ein Steinkreuz namens Wolfskreuz, das aus dem Mittelalter stammt. Im Ort befindet sich ein Ziehbrunnen aus dem Mittelalter, der 1949 erneuert wurde.
Für die Baudenkmäler Gräfensteinbergs siehe Liste der Baudenkmäler in Haundorf#Gräfensteinberg.
Bodendenkmäler
Siehe: Liste der Bodendenkmäler in Haundorf
Infrastruktur
In Gräfensteinberg sitzt die Schulleitung der Gemeinde Haundorf und des Schulverbands Absberg-Haundorf. Es gibt eine Bücherei, einen Kindergarten mit einer Gruppe und eine Mittelschule.
Persönlichkeiten
- Die Familie des späteren bayerischen Ministerpräsidenten Wilhelm Hoegner (SPD) stammt aus Gräfensteinberg.
- Der Zeichner Johannes Mertens verbrachte seine Kindheit als Pfarrerssohn in Gräfensteinberg.
- Der Diplomat Harald Loeschner lebte zuletzt in Gräfensteinberg.
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Gräfensteinberg. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 371–373 (Digitalisat).
- Vorlage:Gröber Bezirksamt Gunzenhausen
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Gottfried Stieber: Gräfen-Steinberg. In: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach. Johann Jacob Enderes, Schwabach 1761, OCLC 231049377, S. 413–414 (Digitalisat).
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Gräfensteinberg in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Gräfensteinberg im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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Aue | Brand | Brombach | Dematshof | Eichenberg | Geiselsberg | Geislohe | Gräfensteinberg | Gutzenmühle | Haundorf | Leidingendorf | Lindenbühl | Neuhof | Obererlbach | Oberhöhberg | Röthenhof | Seitersdorf | Stixenhof | Straßenhaus | Straßenwirthshaus | Thierhof | Unterhöhberg
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- Ortsteil von Haundorf
- Ort im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
- Ehemalige Gemeinde (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen)
- Fränkisches Seenland
- Staatlich anerkannter Erholungsort in Bayern
- Gemeindeauflösung 1972
- Kirchdorf (Siedlungstyp)
- Gemarkung im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen