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Großseelheim

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Großseelheim
Stadt Kirchhain
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1857)&title=Gro%C3%9Fseelheim 50° 49′ N, 8° 52′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1857) 50° 49′ 3″ N, 8° 51′ 47″ O
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Höhe: 198 (195–210) m ü. NHN
Fläche: 9,51 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 1857 (31. Dez. 2022)<ref> https://www.kirchhain.de/output/download.php?fid=2848.830.1.PDF</ref>
Bevölkerungsdichte: 195 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35274
Vorwahl: 06422
Datei:Marburg Kirchhain Map.png
Karte
Stadtgebiet von Kirchhain mit Lage der zwölf Ortsteile

Großseelheim ist ein Dorf im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf und, neben der Kernstadt, der nach Einwohnerzahl größte Stadtteil von Kirchhain.

Geographische Lage

Großseelheim liegt zwischen den Städten Marburg und Kirchhain am Westrand der Gemarkung der Stadt Kirchhain auf einem Plateau, das die im Amöneburger Becken liegende Ohm­niederung etwas überragt. Zum Schutz der am Fluss Ohm gelegenen Ortschaften liegt östlich des Dorfes das Hochwasserrückhaltebecken Kirchhain/Ohm.

Ortsgeschichte

Datei:Kirche Großseelheim 1.jpg
Kirche
Datei:Brunetscher Hof Großseelheim.jpg
Brunetscher Hof

Mittelalter

Der Name des Dorfes hat fränkischen Ursprung. Zunächst wurde der Ort unter „Seleheim“ erwähnt. Eine Unterscheidung zwischen Großseelheim und Kleinseelheim erfolgte erst ab Mitte des 13. Jahrhunderts.

Die älteste Erwähnung von „Seleheim“ findet sich nach neueren Forschungen 779 n. Chr. (Beleg fehlt) in einer Schenkungsurkunde des Grafen Argoz und seiner Gemahlin an das Kloster Fulda. Dies geschah zur Amtszeit des Fuldaer Abtes Sturmius. Argoz schenkte dem Kloster das Drittel seiner Einkünfte im Ort. Niedergeschrieben wurde es in einem Kopiar aus der Mitte des 12. Jahrhunderts.<ref>Edmund Ernst Stengel: Fuldisches Urkundenbuch. Band 1. Nr. 116.</ref> Am 30. November 920 war Seelheim Standort des Hoftages Heinrichs I.

Im Mittelalter befand sich der Sitz eines Vogteigerichts des Deutschen Ordens im Ort. Hier besaß die Marburger Kommende mehrere Höfe, von denen sie einen in Eigenwirtschaft betrieb.<ref>Ursula Braasch-Schwersmann: Das Deutschordenshaus Marburg. Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft. = Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte 11. Herausgegeben vom Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde. Dissertation. Marburg 1989. S. 151 f.</ref> 1766 verkaufte der Deutsche Orden seine bis dahin bestehenden Rechte in Großseelheim an Hessen.

Neuzeit

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. Juli 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Großseelheim im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die Stadt Kirchhain eingegliedert.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 7 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,0 MB]).</ref><ref></ref> Für Großseelheim, wie für alle ehemals eigenständigen Stadtteile von Kirchhain, wurde je ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 193 kB) § 6. In: Webauftritt. Stadt Kirchhain, abgerufen im November 2020.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten, denen Großseelheim angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>

Gerichte seit 1821

Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Der Kreis Kirchhain war für die Verwaltung und das Justizamt Kirchhain als Gericht erster Instanz für Großseelheim zuständig.<ref name="NK" /> Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Kirchhain.<ref>Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)</ref><ref>Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10509837~SZ%3D237~doppelseitig%3D~LT%3DPr.%20JMBl.%20S.%20221%E2%80%93224~PUR%3D)</ref> Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Großseelheim 1866 Einwohner. Darunter waren 42 (2,3 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 351 Einwohner unter 18 Jahren, 825 zwischen 18 und 49, 384 zwischen 50 und 64 und 306 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 777 Haushalten. Davon waren 210 Singlehaushalte, 228 Paare ohne Kinder und 261 Paare mit Kindern sowie 69 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 123 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 564 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1577: 58 Hausgesesse
• 1747: 69 Hausgesesse
• 1838: Familien: 57 nutzungsberechtigte, 26 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 12 Beisassen
Großseelheim: Einwohnerzahlen von 1768 bis 2019
Jahr  Einwohner
1768
  
380
1800
  
?
1834
  
549
1840
  
604
1846
  
637
1852
  
640
1858
  
667
1864
  
652
1871
  
637
1875
  
683
1885
  
672
1895
  
685
1905
  
785
1910
  
852
1925
  
954
1939
  
1.040
1946
  
1.483
1950
  
1.461
1956
  
1.349
1961
  
1.303
1967
  
1.288
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
1.866
2015
  
1.859
2019
  
1.880
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Kirchhain:<ref name="EW2015" /><ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1861: 0640 evangelisch-lutherische, 7 römisch-katholische Einwohner
• 1885: 0671 evangelische (= 99,85 %), ein katholischer (= 0,15 %) Einwohner
• 1961: 1221 evangelische (= 93,71 %), 67 katholische (= 5,14 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1768: Erwerbspersonen: 9 Leineweber, 4 Schmiede, 5 Wagner, 3 Schneider, 1 Schreiner, 1 Bader, 1 Maurer, 1 Zimmermann, 2 Wirte, 4 Tagelöhner, 8 Tagelöhnerinnen
• 1838: Familien: 57 Ackerbau, 5 Gewerbe, 33 Tagelöhner.
• 1961: Erwerbspersonen: 252 Land- und Forstwirtschaft, 258 Produzierendes Gewerbe, 46 Handel und Verkehr, 55 Dienstleistungen und Sonstiges.

Politik

Für den Stadtteil Großseelheim besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat aus neun Mitgliedern und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Er umfasst das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Großseelheim.<ref name="HS" /> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 56,85 %, dabei wurden fünf Mitglieder der SPD und vier Mitglieder der „Bürgerliste Großseelheim“ in den Ortsbeirat gewählt.<ref>Ergebnis der Ortsbeiratswahlen 2021 in Großseelheim. In: Votemanager. Stadt Kirchhain, abgerufen im September 2023.</ref> Der seit 1991 im Amt befindliche Helmut Hofmann (SPD) wurde vom Ortsbeirat erneut zum Ortsvorsteher gewählt.<ref>Ortsvorsteher der Stadt Kirchhain. In: Webauftritt. Stadt Kirschhain, abgerufen im September 2023.</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Dorfwettbewerbe

  • Mehrfache Beteiligung am Landeswettbewerb Unser Dorf soll schöner werden mit hessischen Landessiegen 1978 und 1983/84
  • Beteiligung am Bundeswettbewerb Unser Dorf soll schöner werden 1986
  • Teilnahme am 34. Hessischen Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft 2011 / 3. Platz im Regionalentscheid
  • 2. Sieger des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ 2015

Bauwerke

Das örtliche Heimatmuseum befindet sich im Brunetschen Hof, einem 1790 errichteten Fachwerkbau mit historischer Schmiede. Die ältesten Teile der evangelischen Kirche sind um 1200 entstanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Vereine

Datei:Feuerwehr Großseelheim.jpg
Altes Feuerwehrhaus (Außerdienststellung im Jahr 2021)

Im Ortsteil herrscht ein reges Vereinsleben mit ca. 20 Vereinen und Vereinigungen.

Veranstaltungen

Seit 2008 findet jährlich am Samstag des ersten Adventswochenendes der Großseelheimer Adventsmarkt statt. Die Besucherzahlen übersteigen die Einwohnerzahl des Ortes regelmäßig.

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Peter Herbener (1834–1913), Gutsbesitzer und Mitglied der kurhessischen Ständeversammlung

Literatur

Weblinks

Commons: Großseelheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Großseelheim, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 21. Oktober 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 28 und 68, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> <ref name="EW2015"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Einwohnerzahlen von 30. Juni 2015. In: Webauftritt Stadt Kirchhain. (Memento vom 23. Dezember 2015 im Internet Archive) </ref> <ref name="KF-Hessen"> Georg Landau: Beschreibung des Kurfürstenthums Hessen. T. Fischer, Kassel 1842, S. 416 (online bei HathiTrust’s digital library). </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 115 f. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="NK"> Neueste Kunde von Meklenburg, Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library). </ref> <ref name="DF">Haushaltsplan 2020. In: Webauftritt. Stadt Kirchhain, S. 3, abgerufen im November 2020.</ref> </references>

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