Zum Inhalt springen

Großobringen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Großobringen
Landgemeinde Am Ettersberg
Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben!
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(870)&title=Gro%C3%9Fobringen 51° 2′ N, 11° 20′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(870) 51° 1′ 53″ N, 11° 20′ 8″ O
 {{#coordinates:51,031388888889|11,335555555556|primary
dim=10000 globe= name=Großobringen region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 288 m
Fläche: 7,65 km²<ref name="Gindex">Gemarkung Großobringen, Landgemeinde Am Ettersberg. In: GEOindex. Abgerufen im November 2025.</ref>
Einwohner: ca. 870 (15. Mai 2022) HW<ref name="EZ2022">Großobringen: Ortsteil der Landgemeinde Am Ettersberg. (Aus 100 Meter-Gitter sowie Geometrien für "Ortslagen" berechnet). In: www.citypopulation.de - Population Statistics. Online-Dienst für Statistiken, abgerufen im November 2025.</ref>
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2019
Postleitzahl: 99439
Vorwahl: 03643

Großobringen ist eine Ortschaft der Landgemeinde Am Ettersberg im Landkreis Weimarer Land.

Lage

Das Straßendorf Großobringen liegt im Norden des Landkreises Weimarer Land an der Nordostabdachung des Großen Ettersberges und am Südrand des Thüringer Beckens. Durch die Gemeinde führt die Bundesstraße 85 von Weimar kommend nach Kölleda und zum Endpunkt Kelbra zur Bundesautobahn 38 führend.

Geschichte

Schon in der Jungsteinzeit war das Umland besiedelt. Auch die damals schon über den Ettersberg führende Straße war Anlass zur Besiedlung. Die Funde aus der Gegend, allen voran das Erdwerk von Großobringen, gehören zu den Kulturen der mittleren und jüngeren Steinzeit.<ref>Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag Köhler, Jena 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 119.</ref>

Der Ort Großobringen wurde erstmals 1221 in einer Urkunde des Klosters Heusdorf erwähnt. Im Jahr 1367 wandelt sich der Ortsname zu Grossin Oberingen. Der mittelalterliche Grundbesitz entfiel zum überwiegenden Teil auf das Adelsgeschlecht von Obringen. Diese Familie ist von 1294 bis 1353 geschichtlich nachweisbar und zählte zur Ministerialität der Grafen von Weimar-Orlamünde.

Das Rittergut besaß keine eigene Patrimonialgerichtsbarkeit und wechselte mehrmals den Besitzer. Es gehörte bis 1489 zum Besitz der Herren von Meusebach (Amt Buttelstedt).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte von Stadt und Amt Buttelstedt (Memento des Vorlage:IconExternal vom 23. November 2022 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/geo.viaregia.org.</ref> Nach dem Erwerb durch den ernestinischen Kurfürsten gehörte Großobringen zum Amt Weimar. Am 2. April 1680 erwarb Friedrich Wilhelm von Harras Großobringen von Philipp Heinrich und Otto Heinrich von Eberstein. Die von Harras besaßen das Rittergut über drei Generationen. Erst nach einem lehenrechtlichen Prozess 1778 wurden sie durch den Herzog von Sachsen-Weimar und Eisenach enteignet und das Rittergut in ein herzogliches Schatullgut verwandelt.<ref>lt. Akten des Hauptstaatsarchiv Weimar.</ref>

Im Jahr 1714 wurde das Herrenhaus durch einen Brand zerstört.

Seit dem 21. Juni 1943 war Großobringen mit der Bahnstrecke Weimar–Buchenwald, auch Buchenwaldbahn genannt, an den Schienenverkehr angeschlossen. Über Strecke fanden die Häftlingstransporte zum KZ Buchenwald und zu anderen Konzentrationslagern statt. Vom 4. Mai 1947 bis zum 3. Oktober 1953 wurde der Bahnhof Großobringen durch die Deutsche Reichsbahn im Personenverkehr bedient. Ende 1951 verkehrten zwei Zugpaare von Montag bis Samstag, eins von Montag bis Freitag und eins nur mittwochs und samstags zwischen Weimar Nord und Großobringen.<ref>Ministerium für Verkehrswesen der DDR, Amtliches Kursbuch der Deutschen Reichsbahn, Winterfahrplan 1951/52</ref> Mindestens bis in die 1960er Jahre wurde der Bahnhof Großobringen noch im Güterverkehr angefahren. Danach wurden die Gleise abgebaut.

Am 1. Januar 2019 wurde die Gemeinde Großobringen mit weiteren Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Nordkreis Weimar zur Landgemeinde Am Ettersberg zusammengeschlossen.

Sehenswürdigkeiten

Datei:Großobringen Kirche außen.JPG
Evangelische Dorfkirche

Folgende Objekte sind nach der Denkmalliste des Kreises Weimarer Land geschützt:

  • Kirche mit Kirchhof

Die spätmittelalterliche Dorfkirche stammt aus dem Jahr 1431. Sie setzt sich aus einem rechteckigen Langhaus mit polygonal geschlossenem Chor und Sakristeianbau an der Nordostecke sowie einem rechteckigen Westturm zusammen. Der Innenraum wurde 1934 grundlegend restauriert. Hierbei wurde der im Jahr 1855 eingebaute Kanzelaltar durch eine 1755 geschaffene Kanzel ersetzt, welche aus der Schlosskapelle in Schwarzburg stammt. In der Vorhalle der Kirche steht ein ursprünglich aus der Kirche in Wohlsborn stammender Flügelaltar. Eine Glocke des dreiteiligen Geläutes aus dem 14. Jahrhundert blieb erhalten. Der Kirchturm ist teilweise sanierungsbedürftig (2011).

  • Friedhof Grabstätte Paul Schander
  • Gehöft, Am Plan 91
  • Hofmauer mit Tor und Portal, Am Plan 97
  • Tor und Portal, Im Oberdorfe 78
  • Tor und Portal, Im Oberdorfe 86
  • 2 Inschrifttafeln von 1591, Im Oberdorfe 88
  • Pfarrhof, Obere Pfarrgasse 100

Des Weiteren sind der Kirchhof mit historischen Grabdenkmälern und Kriegerdenkmal, die Pfarrei, die Brücke und die Gehöftbegrenzungen an der Unteren Pfarrgasse als Denkmalensemble geschützt. Ein weiteres Denkmalensemble bildet der Ortskern mit den Objekten Im Oberdorf 50, 52, 71–86 und 88 Im Unterdorf 14, 15, 90, 91, 93–107 und 109–122


Persönlichkeiten

Weblinks

Commons: Großobringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Ortsteile von Am Ettersberg


Vorlage:Hinweisbaustein