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Groß Glienicker See

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Groß Glienicker See
Datei:Groß Glienicker See Bootsanleger 4+.jpg
Groß Glienicker See mit Bootsanleger an einem Sommerabend
Geographische Lage Mitteleuropa, Deutschland, Brandenburg, Berlin
Orte am Ufer Berlin, Potsdam
Daten
Koordinaten 52° 27′ 57″ N, 13° 6′ 39″ OKoordinaten: 52° 27′ 57″ N, 13° 6′ 39″ O
 {{#coordinates:52,465968|13,110872|primary
dim=2000 globe= name=Groß Glienicker See region=DE-BE/DE-BB type=waterbody
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Höhe über Meeresspiegel 30,85 m ü. NHN<ref name="Putkunz"/>
Fläche 66,707 2 ha<ref name="Gewässeratlas">Gewässeratlas von Berlin (PDF; 5,2 MB). Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin 2005.</ref>
Länge 2 km
Breite 530 m
Volumen 4,530.633 Mio. m³<ref name="Gewässeratlas"/>
Umfang 5,235 km<ref name="Gewässeratlas"/>
Maximale Tiefe 11,25 m<ref name="Gewässeratlas"/>
Mittlere Tiefe 6,79 m<ref name="Gewässeratlas"/>
Einzugsgebiet 10 km²<ref name="Putkunz"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ökologisch-landschaftsplanerisches Gutachten. Groß-Glienicker See in Berlin Spandau (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive) (PDF; 3,4 MB). Putkunz-Landschaftsplanung, Berlin 2013, S. 19.</ref>

Besonderheiten

mittlere Sichttiefe ca. 3,4 m

Der Groß Glienicker See ist ein je hälftig in Berlin und Potsdam gelegener See. Zusammen mit der Ortschaft Groß Glienicke wurde der dortige See 1945 in der Mitte in einen Westteil und einen Ostteil aufgeteilt. Der Ostteil des Ortes und des Sees wurde in den Berliner Ortsteil Kladow eingegliedert, während der Westteil zunächst beim übrigen, eigenständigen Ort verblieb. Im Zuge einer späteren Eingemeindung wurde dann der Westteil des Ortes und des Sees zum Potsdamer Stadtteil Groß Glienicke.

Name

Der See wird im Jahr 1320 als stagnum Glyneke erstmals schriftlich erwähnt. Der Name stammt vom altpolabischen Wort *glina für 'Lehm' ab und nimmt entsprechend Bezug auf den lehmhaltigen Boden.<ref>Vorlage:Greule-DGNB</ref>

Geografie

Der See erstreckt sich in nord-südlicher Richtung über eine Länge von 2,0 km mit einer maximalen Breite von 530 m und 240 m an der schmalsten Stelle. Er wird aus Grundwasser gespeist und ist an der tiefsten Stelle 11,25 Meter tief. Er ist fast vollständig von Berliner und Potsdamer Siedlungsgebiet umschlossen. Der See wurde seinerzeit in der Mitte geteilt, als auch der gesamte Ort in einen Ost- und einen Westteil getrennt wurde und liegt heute daher mit der Westhälfte auf Potsdamer und der Osthälfte auf Berliner Gebiet. Die Örtlichkeiten heißen in Potsdam weiterhin Groß Glienicke, mit dem Status eines Stadtteils und in Berlin Groß-Glienicke, hier jedoch mit Bindestrich geschrieben und als Ortslage in den Ortsteil Kladow eingegliedert. Bis 1990 verlief mitten über den See die Grenze zwischen der DDR und West-Berlin und war mit Grenzsicherungsanlagen entsprechend der Berliner Mauer abgeriegelt.

Geologie

Zusammen mit dem Seeburger Fenn und dem wesentlich tieferen, 0,7 km weiter südlich liegenden Sacrower See bildet er eine Kette ursprünglich in direkter Verbindung stehender Seen, die in einer glazialen Rinne liegen, in die sich auch der fünf Kilometer südlich gelegene Heilige See einordnet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Landschaftsplan (Memento des Vorlage:IconExternal vom 26. Mai 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.potsdam.de (PDF; 5,4 MB). Landeshauptstadt Potsdam, Stand 19. September 2012.</ref> Der Graben zwischen dem Groß Glienicker und dem Sacrower See ist allerdings seit 1996 ausgetrocknet.<ref>Der Groß Glienicker See. Auf dem Weg zum ökologischen Gleichgewicht (PDF; 6,2 MB). Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und für Gesundheit, Berlin 2011, S. 25.</ref>

Natur

Die Ufervegetation des Groß Glienicker Sees wird überwiegend von Röhricht, alten Weiden und Schwarzerlen geprägt und ist daher naturnah. Das Röhricht und die offene Wasserfläche sind Lebensraum von Wasservögeln wie Höckerschwan und Zwergtaucher.

Hydromorphologie

Der Groß Glienicker See ist ein kalkreicher, geschichteter Flachlandsee ohne oberirdischen Abfluss. Er ist fast vollständig grundwassergespeist. Sein Wasserspiegel erreichte mit 32,11 m ü. NHN am 23. April 1970 seinen Höchststand<ref name=":0" />; seit 2013 ist er um einen Meter gesunken und erreichte sein bisheriges Allzeittief mit 29,81 m ü. NHN am 25. September 2020<ref name=":0">Wasserportal Gewässerkundliche Messdaten. Abgerufen am 4. August 2021.</ref>, nur noch 40 cm über dem Pegel der Havel. Der Groß-Glienicker See wurde auch zur Trinkwassergewinnung herangezogen.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Zur Wasserqualität (Memento vom 8. September 2009 im Internet Archive) auf berlin.de</ref>

Der See zur Zeit der Deutschen Teilung

Datei:Groß Glienicker See Berlin Wall - Dez 1982.jpg
Groß Glienicker See mit Berliner Mauer im Dezember 1982

Nachdem durch einen Gebietsaustausch der östliche Teil der Gemeinde Groß Glienicke 1945 nach Berlin abgegeben worden war (siehe dazu in Groß Glienicke, Geschichte), verlief die genaue Grenze zwischen (West-)Berlin und der sowjetischen Besatzungszone bzw. ab 1949 der DDR durch den See in der Mitte des Sees und war durch Bojen gekennzeichnet. Die ab 1961 massiv ausgebauten DDR-Sperranlagen verliefen direkt am westlichen bzw. südlichen Seeufer, so dass dieses von der DDR-Seite aus (Seepromenade Groß Glienicke) weder betreten noch auch nur gesehen werden konnte. Für West-Berliner hingegen war der See ein beliebtes Badegewässer. Man durfte bis zu den Bojen schwimmen bzw. im Winter bis dorthin über die Eisfläche gehen. Anders als unerlaubte Grenzübertretungen oder Fluchtversuche durch die eigene Bevölkerung wurden versehentliche Übertretungen durch West-Berliner seitens der DDR zwar selten geahndet (soweit dies nur DDR-Territorium außerhalb der Sperranlagen betraf), doch kam es gelegentlich auch zu Zwischenfällen.

Touristische Infrastruktur

Das Südufer ist mit Badestelle, Bootsanleger, Biergarten und großem Parkplatz für Erholungssuchende erschlossen.

Konflikte

Seit 2005 wird der gesamte See vom Landesanglerverband Brandenburg bewirtschaftet, auf den beiden Seiten gelten jedoch die jeweiligen Landesfischereigesetze. Der Versuch einer Bürgerinitiative,<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bürgerentscheid zum Groß-Glienicker-See in Spandau – Bisher 5034 Briefabstimmungsunterlagen beantragt. (Memento vom 9. Juni 2008 im Internet Archive) Pressemitteilung vom 18. Jan. 2008</ref> die von der CDU/FDP-Mehrheit in der Spandauer Bezirksverordneten-Versammlung befürwortete Bebauung eines restlichen naturbelassenen Areals an der Ostseite des Sees durch einen Großinvestor mittels eines Volksbegehrens zu verhindern, ist 2008 gescheitert.<ref>Sven Rosig: Wegestreit am Groß Glienicker See eskaliert. In: Berliner Morgenpost, 19. Juli 2009</ref>

Im Frühjahr 2010 gründete sich eine Bürgerinitiative „Freies Ufer am Groß Glienicker See“, um den Uferweg am See zu erhalten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gerangel an den Sperren in Groß Glienicke / Bürgerinitiative gegründet. (Memento vom 20. April 2010 im Internet Archive) In: Märkische Allgemeine</ref> Im April 2010 entfernte die Potsdamer Stadtverwaltung Sperranlagen am Westufer, die Anwohner errichtet hatten.<ref>Potsdam lässt Sperrungen am Glienicker See räumen. In: Tagesspiegel</ref>

2008 forderte das Bezirksamt Spandau die Eigentümer der Seegrundstücke auf, die rund 45 privaten Steganlagen auf der Berliner Seite des Sees abzureißen. Sie befinden sich auf Landesflächen, die an die Grundstückseigentümer verpachtet waren. Aus Gründen des Umwelt- und Naturschutzes sollten sie entfernt werden. Als Reaktion gründete sich der Verein Pro Groß Glienicker See. Organisiert haben sich hier Eigentümer von Seegrundstücken. Sie setzen sich dafür ein, dass die Stege bestehen bleiben, sie möchten einen Uferweg verhindern und engagieren sich gegen das weitere Absinken des Wasserspiegels. 2012 stimmte die Spandauer Bezirksverordnetenversammlung dafür, am Ufer einen Wanderweg anzulegen. 2019 erneuerte das Bezirksamt seine Forderung nach Abriss der Stege, nachdem erst- und zweitinstanzlich das Anliegen für rechtmäßig erklärt wurde.<ref>Ulrike Kiefert: Streit um Stege geht weiter. In: Spandauer Volksblatt. 17. Februar 2020, abgerufen am 30. August 2024.</ref>

Trivia

Im Jahre 1943 verunglückte Friedrich August Georg von Sachsen, letzter Kronprinz von Sachsen, beim Baden im See tödlich.

Auf der brandenburgischen Seite des Sees liegt das Alexander-Haus. Es wurde in den 1920er-Jahren als Wochenendhaus von der jüdischen Familie Alexander aus Berlin errichtet. Nach unterschiedlichsten Nutzungen hat der Alexander-Haus e. V. das Gebäude vor dem Verfall gerettet und macht es der Öffentlichkeit zugänglich. Die Geschichte des Hauses und des Groß Glienicker Sees wird in dem Buch Sommerhaus am See von Thomas Harding, einem Nachfahren der Familie Alexander, beschrieben.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Groß Glienicker See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />