Acker-Mannsschild
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| Acker-Mannsschild | ||||||||||||
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| Datei:Androsace maxima sl49.jpg
Acker-Mannsschild (Androsace maxima) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Androsace maxima | ||||||||||||
| L. |
Der Acker-Mannsschild<ref name="InfoFlora" /> (Androsace maxima), auch als Riesenkelch-Mannsschild, Riesen-Mannsschild,<ref name="FloraWeb" /> Großer Mannsschild<ref name="InfoFlora" /> und Kelch-Mannsschild bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Mannsschild (Androsace) innerhalb der Familie der Primelgewächse (Primulaceae).<ref name="Euro+Med" /><ref name="Ferguson1972" />
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Acker-Mannsschild wächst als einjährige,<ref name="FoC1996" /><ref name="BiolFlor" /> krautige Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe von 3 bis meist 5 bis 15 Zentimetern.<ref name="InfoFlora" /> Es wird eine dünne Pfahlwurzel gebildet.<ref name="FoC1996" /> Er besitzt keine nichtblühende Rosetten.
Alle Laubblätter sind in einer grundständigen Rosette angeordnet.<ref name="InfoFlora" /> Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von meist 1 bis 3 (0,5 bis 3,5) Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 5, selten bis zu 20 Millimetern mehr oder weniger schmal eiförmig, verkehrt-lanzettlich<ref name="FoC1996" /> oder länglich-lanzettlich<ref name="InfoFlora" /> mit spitzem bis fast stumpfem oberen Ende.<ref name="FoC1996" /> Die Blattspreite ist an ihrer Basis in einen kurzen und breiten Blattstiel zusammengezogen<ref name="Hegi1966" /> oder es ist kein Blattstiel erkennbar.<ref name="FoC1996" /> Der Blattrand ist im oberen Bereich gezähnt.<ref name="Hegi1966" /> Die Blattfläche ist zottig behaart bis verkahlend.<ref name="FoC1996" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit beginnt teilweise im März und reicht bis April oder April bis Mai<ref name="BiolFlor" />. Je Pflanzenexemplar werden zwei bis viele mit einfachen, krausen Trichomen<ref name="InfoFlora" /> und winzigen weißen Drüsenhaaren flaumig behaarten<ref name="FoC1996" /> 2 bis 7,5 Zentimeter lange Blütenstandsschäfte gebildet,<ref name="FoC1996" /> die sich in den Achseln der oberen Laubblätter befinden.<ref name="Hegi1966" /> Der doldige Blütenstand enthält mehrere Blüten.<ref name="InfoFlora" /><ref name="FoC1996" /> Die spärlich zottig behaarten Tragblätter ähneln den Laubblättern und sind mit einer Länge von 1 bis, meist 5 bis 15 Millimetern<ref name="FoC1996" /> gleich lang oder länger als der Blütenstiel<ref name="Hegi1966" /> und einer Breite von 1 bis 4,5 Millimetern elliptisch bis verkehrt-eiförmig.<ref name="FoC1996" /> Der Blütenstiel ist 4 bis 8 Millimeter lang.<ref name="InfoFlora" />
Die zwittrigen<ref name="BiolFlor" /> Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf spärlich zottig gehaarten, während der Anthese 5 bis 6 Millimeter lange und sich bis zur Fruchtreife auf 8 bis 10 Millimeter vergrößernde<ref name="InfoFlora" /><ref name="FoC1996" /> Kelchblätter sind nur ein Drittel,<ref name="FoC1996" /> aber auf alle Fälle weniger als die Hälfte ihrer Länge glockenförmig verwachsen und ihre fünf Kelchzipfel sind eiförmig-dreieckigen oder dreieckig-lanzettlich mit spitzen<ref name="Hegi1966" /> oder zugespitzten<ref name="FoC1996" /> oberen Enden. Die weißen, teils hell-rosafarbenen<ref name="InfoFlora" /> Blütenkronen besitzen im Schlund fünf kurze, gelbe, beim Verblühen meist rötlich werdende Schuppen. Sie sind etwa 4 Millimeter lang.<ref name="Hegi1966" /> Die Kronröhre ist gegen den Schlund zu verengt. Die fünf am oberen Ende gerundeten Kronzipfel sind bei einer Länge von meist 2 bis 3<ref name="InfoFlora" /> (1 bis 5) Millimetern länglich<ref name="FoC1996" /> und sind wenig kürzer oder deutlich länger als die Kronenröhre. Die Blüten sind nicht verschiedengriffelig (keine Heterostylie bei dieser Art).
Die Kapselfrucht ist bei einer Länge von 4,5 bis 6 Millimetern<ref name="InfoFlora" /> kugelig und halb so lang wie der Kelch und enthält nicht viele Samen. Die Samen sind mit einer Länge von 2 bis 2,5 Millimetern relativ groß und dreikantig.<ref name="Hegi1966" />
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 10; es wurden Chromosomenzahlen 2n = von 20,<ref name="BiolFlor" /> etwa 36 bis 38, 40, 52, 54, 58 bis 60<ref name="InfoFlora" /><ref name="FoC1996" /> oder bis 80 gefunden.<ref name="Oberdorfer2001" /><ref name="FoC1996" />
Ökologie
Beim Acker-Mannsschild handelt es sich um einen Therophyten.<ref name="BiolFlor" />
Vorkommen und Gefährdung
Der Acker-Mannsschild ist in Süd-, Mittel- sowie Osteuropa, über West- sowie Zentralasien bis China und Nord- und Westafrika weitverbreitet.<ref name="FoC1996" /><ref name="GRIN" /> Es gibt Fundortangaben für Algerien, Marokko, Tunesien, Spanien, Andorra, Frankreich, Italien, die Schweiz, Österreich, Deutschland, Polen, Ungarn, die Slowakei, Serbien, Kroatien, Bulgarien, Rumänien, Moldawien, die Ukraine, Belarus, Griechenland, Zypern, die Türkei, Syrien, Israel, Jordanien, Libanon, Armenien, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan, Russland, Afghanistan, die Mongolei, die Innere Mongolei und die chinesischen Provinzen Gansu, Ningxia, Shaanxi, Shanxi sowie nördliches Xinjiang.<ref name="FoC1996" /><ref name="GRIN" /> Der Acker-Mannsschild kommt in Mitteleuropa selten bis sehr selten vor. Im deutschsprachigen Raum der Acker-Mannsschild in Österreich und der Schweiz heimisch.<ref name="Euro+Med" /> In Österreich tritt der Acker-Mannsschild nur im pannonischen Gebiet der Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland selten auf. In Österreich gilt der Acker-Mannsschild als vom Aussterben bedroht.
Der Acker-Mannsschild gedeiht in Mitteleuropa auf steinig-lückige Getreideäcker, Weingärten, Böschungen, Bahndämme und trockene Ruderalstellen der collinen bis submontanen Höhenstufe. Der Acker-Mannsschild ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Verbandes Caucalidion lappulae, kommt aber in Osteuropa auch im Verband Alysso-Sedion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental), Salztoleranz 1 = tolerant.<ref name="InfoFlora" />
Systematik
Die Erstveröffentlichung von Androsace maxima erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 141.<ref name="GRIN" /><ref name="Euro+Med" /><ref name="FoC1996" /> Das Artepitheton maxima bedeutet „der/die Größte“ und bezieht sich bei dieser Art auf den Blütenkelch.
Je nach Autor gibt es Unterarten:<ref name="Euro+Med" />
- Androsace maxima <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. maxima
- Androsace maxima subsp. turczaninovii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Freyn) Fed. (Syn.: Androsace turczaninowii <templatestyles src="Person/styles.css" />Freyn): Sie kommt in Moldawien, Russland, Belarus und in der Ukraine vor.<ref name="Euro+Med" />
Einzelnachweise
<references> <ref name="BiolFlor"> Acker-Mannsschild. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland. </ref> <ref name="FloraWeb"> Androsace maxima L., Riesen-Mannsschild. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Androsace maxima L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="FoC1996"> Qiming Hu, Sylvia Kelso: Primulaceae. In: Wu Zheng-yi Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 15: Myrsinaceae through Loganiaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1996, ISBN 0-915279-37-1.Androsace maxima, S. 80 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011+: Primulaceae.: Datenblatt Androsace maxima In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Ferguson1972"> Ian Keith Ferguson: Androsace L. S. 20–23. In: Thomas Gaskell Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Band 3: Diapensiaceae to Myoporaceae. Cambridge University Press, Cambridge, 1972, ISBN 0-521-08489-X. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3, Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 1810–1812. </ref> </references>
Literatur
Weblinks
- Günther Blaich: Datenblatt mit Fotos.
- Thomas Meyer: Mannsschild Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben.)
- Datenblatt Androsace maxima - Acker-Mannsschild / Riesenkelch-M. / Riesen-M. / Großer M. / Kelch-M. mit Fotos bei Botanik im Bild / Flora von Österreich, 2008.