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Küsten-Tanne

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Küsten-Tanne
Datei:GrandFir 7591.jpg

Küsten-Tanne

Systematik
Ordnung: Koniferen (Coniferales)
Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)
Unterfamilie: Abietoideae
Gattung: Tannen (Abies)
Sektion: Grandes
Art: Küsten-Tanne
Wissenschaftlicher Name
Abies grandis
(Douglas ex D.Don) Lindl.
Datei:Abies grandis Rogów 6.jpg
Abies grandis
Datei:Abgragra-top.jpg
Zweig der Küstentanne

Die Küsten-Tanne (Abies grandis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Douglas ex D.Don) Lindl., Syn.: Abies excelsior <templatestyles src="Person/styles.css" />Franco), auch Riesen-Tanne genannt, ist eine Pflanzenart der Gattung Tannen (Abies) aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae).

Verbreitung

Datei:Abies grandis range map 1.png
Verbreitungskarte der Küsten-Tanne mit den beiden Varietäten; grün var. grandis; blau var. idahoensis

Die Küsten-Tanne ist im westlichen Nordamerika heimisch. Ihr Verbreitungsgebiet reicht entlang der Pazifikküste von Vancouver Island und von British Columbia über Washington und Oregon bis Nordwestkalifornien. Davon abgetrennt kommt sie auch im Inland östlich bis Idaho und West-Montana vor.

Die Küsten-Tanne steigt bis in Höhenlagen von 1600 Meter. Sie bevorzugt tiefgründige, nährstoffreiche, feuchte, aber gut drainierte Böden. Oft wächst sie entlang von Flüssen. Sie bildet Reinbestände oder Mischwälder mit der Douglasie, der Westamerikanischen Lärche, der Sitka-Fichte und der Westamerikanischen Hemlocktanne.

In Mitteleuropa ist die Küsten-Tanne eine der forstlich wichtigsten und nicht invasiven fremdländischen Holzarten, vor allem im atlantischen Klimabereich. Zum einen ist sie sehr raschwüchsig: Ab dem fünften Lebensjahr bildet sie Jahrestriebe bis zu einem Meter Länge und nimmt dementsprechend auch rasch am Stammdurchmesser zu. Sie kann innerhalb von 50 Jahren eine Höhe von 40 Meter und einen Durchmesser von 50 Zentimeter erreichen. Zum anderen ist sie gegenüber dem Standort toleranter als die Weißtanne. Es besteht allerdings eine Anfälligkeit gegenüber wurzelpathogenen Pilzen wie dem Hallimasch.

Die Küsten-Tanne wird zunehmend als Forstgehölz angepflanzt, das resistenter gegen klimatische Veränderungen und Trockenheit sein soll als heimische Nadelbaumarten.<ref>Bundesforschungzentrum für Wald (BFW): Die Große Küstentanne (Abies grandis). Abgerufen am 14. Juli 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach den sehr trockenen Sommern in den Jahren 2019 und 2020 in Europa erweist sich der Baum jedoch als sehr anfällig gegen Borkenkäferbefall.<ref>S. W. R. Aktuell, S. W. R. Aktuell: So bedroht ist der Wald in der Region Trier. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. Juli 2021; abgerufen am 14. Juli 2021.</ref>

Beschreibung

Die Küsten-Tanne ist ein immergrüner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 85 Meter und Stammdurchmesser (BHD) von meist 1,55, selten bis 2,5 Meter erreicht. Ihr Höchstalter liegt bei 300 Jahren. Die Baumkrone bleibt bis ins hohe Alter, anders als bei der Weißtanne oder der Colorado-Tanne, stets spitz kegelförmig – die abgeflachte, rundliche „Storchennest-Krone“ ist äußerst selten. Ebenfalls charakteristisch für die Küsten-Tanne ist, im Gegensatz etwa zur europäischen Rotfichte, ein sehr vollholziger bzw. wenig abholziger Stamm. Die Borke ist bei jungen Bäumen bräunlichgrau mit Harzblasen und bleibt auch bei einer Gesamtwuchshöhe von über 30 Metern noch lange glatt. Die Borke im unteren Stammdrittel alter Bäume ist stumpf-grau bis purpur-grau und in kleine Felder zerbrechend.

Die dunkelpurpurnen, harzverklebten Knospen sind mit 2 mm sehr klein und unter den Nadeln verborgen. Die Nadeln sind sehr flach gescheitelt und in zwei Ebenen angeordnet. Die obere Reihe ist mit 1,6 bis 3 Zentimeter kürzer als die untere mit 2,5 bis 5,5 Zentimeter. Die Nadeln duften zerrieben aromatisch nach Orangen. Als Unterscheidungsmerkmal zur heimischen Weiß-Tanne können neben dem intensiven Duft der Nadel auch die jungen Triebe dienen: Bei der Küsten-Tanne sind die jungen Triebe nie behaart, während bei der Weiß-Tanne zwischen den Nadelansätzen deutlich weiße, filzige Härchen zu erkennen sind.

Die Blütezeit der Küsten-Tanne liegt von April bis Mai. Die Küsten-Tanne ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die männlichen Zapfen sind bläulich-rot, purpurfarben, orange, gelb oder grün. Die weiblichen Zapfen sind während der Blütezeit hellgrün, dunkelblau oder dunkelpurpurfarben. Die reifenden, zylindrischen Zapfen weisen eine Länge von 5 bis 12 Zentimeter und einen Durchmesser von 3 bis 3,5 Zentimeter auf; sie sind zuerst hellgrün oder grau und im reifen Zustand rotbraun. Die 6 bis 8 × 3 bis 4 Millimeter großen Samen reifen im September und besitzen einen Flügel, der etwa eineinhalb mal so lang ist wie das Samenkorn. Die Keimlinge besitzen meist fünf bis sechs (vier bis sieben) Keimblätter (Kotyledonen).

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.<ref name="Tropicos" />

Holznutzung

Datei:Küstentanne.jpg
Jünge Küsten-Tanne aus Kunstverjüngung in Oberbayern

Ähnlich wie Fichtenholz ist das Holz der Küsten-Tanne eher weich und wird daher häufig zur Papierherstellung, für Transportkisten und als Bauholz genutzt. Für die Qualität des Holzes ist die waldbauliche Behandlung entscheidend.

Große Küsten-Tannen-Exemplare

Datei:59 Meter Küsten-Tanne.jpg
Küsten-Tanne im Schlossgarten Friedelhausen, Höhe ca. 59 Meter

Weblinks

Commons: Küsten-Tanne – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

  • Christopher J. Earle: Abies grandis. In: The Gymnosperm Database. 22. Mai 2011, abgerufen am 4. November 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
  • Ernst Röhrig (Hrsg.): Neuere Grundlagen für den Anbau von Abies grandis. Schriften aus der Forstlichen Fakultät der Universität Göttingen und der Niedersächsischen Forstlichen Versuchsanstalt, Band 71. Sauerländer, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-7939-5071-9.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Tropicos"> Tropicos. [1] </ref> </references>