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Graues Sonnenröschen

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Graues Sonnenröschen
Datei:Helianthemum canum sl8.jpg

Graues Sonnenröschen (Helianthemum canum)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Zistrosengewächse (Cistaceae)
Gattung: Sonnenröschen (Helianthemum)
Art: Graues Sonnenröschen
Wissenschaftlicher Name
Helianthemum canum
(L.) Hornem.

Das Graue Sonnenröschen (Helianthemum canum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Sonnenröschen (Helianthemum) innerhalb der Familie der Zistrosengewächse (Cistaceae).

Beschreibung

Datei:Helianthemum canum 180513.jpg
Habitus
Datei:Helianthemum canum sl12.jpg
Stängel mit Laubblättern. Diese weisen keine Nebenblätter auf.
Datei:Helianthemum canum sl15.jpg
Die Laubblätter sind unterseits dicht graufilzig.

Das Graue Sonnenröschen ist in Bezug auf die Größe aller Teile, den Wuchs und die Behaarung (Indument) sehr veränderlich. In Unterfranken finden sich Formen, deren Laubblätter klein, dick und flachrandig sind und die unter anderem dadurch starke Annäherungsformen an die nordeuropäische Art Helianthemum oelandicum darstellen.

Erscheinungsbild und Blatt

Das Graue Sonnenröschen wächst als Halbstrauch und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 20 Zentimetern. Die blütentragenden Äste sind meist aufrecht oder aufsteigend und locker oder dichter angedrückt filzig behaart. Die Laubblätter sind lineal- bis eilanzettlich geformt, bis zu 3 cm lang, etwa 6 mm breit und in einen kurzen, etwa 1 cm langen Stiel verschmälert. Sie sind beiderseits oder mindestens unterseits grau- bzw. weißfilzig behaart, am Rand auch büschelig. Nebenblätter sind in der Regel keine vorhanden.

Generative Merkmale

Die Blütezeit liegt im Mai und Juni. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die inneren Kelchblätter sind breit-eiförmig, stumpf oder spitz, die äußeren mehr linealisch geformt. Die Kronblätter sind gelb, selten auch gelblichweiß, etwa 3 bis 8 mm lang und bis doppelt so lang wie die inneren Kelchblätter. Der Griffel ist am Grund S-förmig gekrümmt und gegen die Spitze verdickt. Die Fruchtstiele stehen aufrecht oder waagerecht ab.

Die lichtbraune Kapselfrucht ist eine dreikantig, eiförmig-kugelig und enthält mehrere Samen. Die rotbraunen Samen sind rundlich bis vieleckig und meist glatt.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Helianthemum canum kommt in Mittel-, West- und Südeuropa vor; östlich bis Südrussland, Kleinasien und Armenien vordringend. Die größte Population in Westeuropa ist im Kalksteingebiet des Burren im Westen Irlands zu finden. Es ist ein submediterranes Florenelement. In Österreich kommt es im pannonischen Gebiet zerstreut vor, ansonsten ist es selten, in der Schweiz ist es allgemein zerstreut zu finden. Das Graue Sonnenröschen ist in Deutschland selten; es kommt in Thüringen, Unterfranken, Baden-Württemberg<ref name="Graswüsten">Graswüsten. In: Schwarzwälder Bote. 3. Juni 2017, abgerufen am 5. Oktober 2017.</ref> und im Saale-Unstrut-Gebiet im südlichen Sachsen-Anhalt vor.

Das Graue Sonnenröschen wächst auf Trockenrasen und in Kiefern-Trockenwäldern. Es gedeiht am besten auf warmen, kalkreichen und steinigen Böden. Es ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Verbandes Xerobromion, kommt aber auch in Gesellschaften des Verbands Erico-Pinion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Es steigt in Südtirol bis 1080 Meter, im Schweizer Jura bis 1650 Meter Meereshöhe<ref name="Hegi1966" /> und im Wallis bis 1750 Meter auf.<ref name="Hegi21966" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 1 (sehr nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Artenschutz

Gefährdung in Deutschland: Kategorie 3 = gefährdet. Das Graue Sonnenröschen ist nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) „besonders geschützt“.

Ökologie

Im Maintal wurden Wurzeltiefen von mehr als 75 Zentimeter beobachtet.<ref name="Hegi1966" /> Karl Bertsch beobachtete auf der Schwäbischen Alb am Schafberg zweierlei Blütenformen. Die kleinblütigere Form begann die Blüte erst zu öffnen, nachdem die großblütige Form schon abgeblüht war. Ähnliche Beobachtungen waren auch in Öland bei dem nur dort vorkommenden Öland-Sonnenröschen (Helianthemum oelandicum) gemacht worden.<ref name="Hegi1966" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="InfoFlora"> Helianthemum canum (L.) Hornem. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Hegi1966"> </ref> <ref name="Hegi21966"> </ref> </references>

Weblinks