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Aland (Fisch)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Goldorfe)

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Aland
Datei:LeuciscusIdusWindeIde56cm 21-4-2009 16-46-58.JPG

Aland (Leuciscus idus)

Systematik
ohne Rang: Otophysa
Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
Unterordnung: Karpfenfischähnliche (Cyprinoidei)
Familie: Weißfische (Leuciscidae)
Gattung: Leuciscus
Art: Aland
Wissenschaftlicher Name
Leuciscus idus
(Linnaeus, 1758)
Datei:LeuciscusIdus.JPG
Jungfisch
Datei:LeuciscusIdusHead.JPG
Aland – Kopfpartie
Datei:IdeLeuciscusIdus50cm.JPG
Kapitaler Aland

Der Aland (Leuciscus idus), auch Orfe oder Nerfling genannt, ist eine Fischart aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae).

Verbreitung

Der Aland ist in fast ganz Mittel- und Osteuropa nördlich der Alpen und auf dem Balkan heimisch. Die nördliche Grenze reicht in Finnland bis an den Polarkreis.<ref>NatureGate / Fische / Aland – Leuciscus idus (L.). Luontoportti.com, abgerufen am 19. Juni 2010.</ref> Er gehört zu den charakteristischen Leitfischarten im Unterlauf von langsam fließenden Tieflandsflüssen und -strömen wie Rhein, Weser, Elbe, Oder und Weichsel, die in Nord- und Ostsee münden. Er ist nicht nur im Süßwasser, sondern auch im Brackwasser, beispielsweise in der Ostsee heimisch. Unter allen Weißfischen ist er am unempfindlichsten gegenüber Salzwasser. Alande finden sich aufgrund des nur leichten Salzwasseranteils sehr häufig in der Küstenzone der Ostsee (Wismarbucht, schwedische Schären, um die Insel Åland und am Fehmarnsund).<ref>BLINKER | Praxis | Zielfische. Blinker.de, 21. August 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. März 2016; abgerufen am 19. Juni 2010.</ref> Alande kommen auch immer häufiger im Gewässernetz der Donau und in großen Strömen des europäischen Teils Russlands bis an die Lena<ref>Aland auch Orfe oder Nerfling (Leuciscus idus). Fischlexikon.info, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. Februar 2015; abgerufen am 25. Februar 2015.</ref> und nach Jakutsk in Sibirien vor.<ref>Leuciscus idus, Orfe : fisheries, gamefish, aquarium. Fishbase.org, abgerufen am 25. Februar 2015.</ref> Vor allem in Osteuropa hat der Aland eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung.<ref>Andreas Hauffe: Leuciscus idus (Goldorfe). Familie-hauffe.de, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Mai 2008; abgerufen am 19. Juni 2010.</ref> In Polen werden Alande zusammen mit Karpfen in größeren Teichwirtschaften gehalten.<ref>M. Ciesla, R. Wojda: Effect of domestication on ide Leuciscus idus L. reproductive parameters. In: Journal of Fish Biology. Vol. 65, UK. (online)</ref> Außerhalb ihrer natürlichen Verbreitung in Eurasien wurden Alande auch in der Neuen Welt vom nördlichen Kanada bis zum südlichen Mexiko verbreitet.<ref name="zipcodezoo1">Leuciscus idus (Golden Orfe). Zipcodezoo.com, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. Februar 2013; abgerufen am 19. Juni 2010.</ref>

Biologie

Der 30 bis 85 Zentimeter lange Aland hat einen gestreckten und seitlich abgeflachten Körper sowie ein endständiges Maul. In seinem Habitus ähnelt er dem Döbel (Leuciscus cephalus), hat aber kleinere Schuppen und eine nach innen gebogene Afterflosse. Die Tiere sind auf dem Rücken grau-bläulich gefärbt, die Flanken sind silbern. Die Flossen haben einen rötlichen Schimmer. Daneben gibt es eine goldfarbene Zuchtform, die als Goldorfe bekannt ist und im Zoohandel erhältlich ist. Ihre Lebensdauer kann in ihrem natürlichen Habitat bis zu 18 Jahre, in Gefangenschaft bis zu 22 Jahre betragen.<ref name="zipcodezoo1" />

Unterarten

In der Literatur<ref>WoRMS – World Register of Marine Species – Leuciscus idus (Linnaeus, 1758). Marinespecies.org, abgerufen am 19. Juni 2010.</ref> wurden folgende meist lokale Unterarten von Leuciscus idus beschrieben:

  • Goldorfe (Leuciscus idus auratus Bade 1901) s. u.
  • Leuciscus idus idus (Linnaeus, 1758)
  • Sibirischer Aland (Leuciscus idus idus natio sibiricus Kirillov 1958 synonym)
  • Lappländischer Aland (Leuciscus idus lapponicus Günther, 1868)<ref>Leuciscus lapponicus – Günther 1868. Fishwise, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. Juli 2012; abgerufen am 25. Februar 2015.</ref>
  • Leuciscus idus oxianus (Kessler, 1877)

Heute gilt als Taxon allein die Bezeichnung Leuciscus idus.

Lebensweise

Alande sind Schwarmfische in Flüssen der Brachsenregion und werden meist im Mittelwasser gefangen. Sie bilden eine typische Fischart im Unterlauf norddeutscher Flüsse. Der Aland lebt oberflächennah in Flüssen und Seen, vor allem Jungfische kommen bei der Futtersuche auch in Ufernähe. Größere Exemplare halten sich ähnlich wie Döbel in kleineren Fließgewässern bevorzugt unter überhängenden Bäumen oder Sträuchern auf und warten dort auf vorbeitreibende Nahrung. Als Jungfisch ernährt er sich von Zooplankton, später von Insektenlarven, Schnecken, Muscheln und kleineren Fischen. Der Aland zeichnet sich durch eine große Anpassungsfähigkeit an verschiedene Gewässerhabitate aus und zählt zu den Nahrungsopportunisten.

Die Fische wandern im Frühjahr (März bis Mai) in strömungsberuhigte Flussbereiche, um dort zu laichen. Dabei legen die Tiere, abhängig von der Wassertemperatur, in den Monaten April bis Juni bis zu 100.000 Eier. Danach wandern die meisten von ihnen wieder in den Unterlauf der Flüsse zurück. In den mit der Ostsee verbundenen Flüssen laichen Alande im Flusssystem ab, verbringen dort ihr Jugendstadium und leben als adulte Tiere im küstennahen Bereich. Die Geschlechtsreife erreichen die Tiere mit fünf bis sechs Jahren. Alande erreichen im Durchschnitt eine Länge von 30–50 cm; dabei bringen sie zwischen 0,25 und 2 kg auf die Waage. Maximal sind Gewichte von 6 kg und 80 cm Länge bekannt. Der deutsche Rekordfisch wurde im Jahr 2000 im Rhein auf Pistazien-Boilie gefangen und wog 4 kg. In der Schwinge können die als sehr scheu und vorsichtig geltenden Alande während der warmen Sommermonate mit Weißbrotflocken gefangen werden.

Goldorfe

Datei:Goldorfe (retuschiert).jpg
Goldorfe

Bei der Goldorfe handelt es sich um eine weißgolden bis orangerot glänzende Variation des Alands, die besonders zum Besatz von Teichen in Parks und Gärten gezüchtet wird. Dieser beliebte Zierfisch ist ein Allesfresser und wird als Vertilger von Mücken und unerwünschten Jungfischen geschätzt. Die Goldorfe lebt gesellig meist knapp unter der Wasseroberfläche, so dass sie gut zu beobachten ist. Sie benötigt sauerstoffreiches und sauberes Wasser. Im Winter zieht sie sich in tiefere Bereiche zurück.

Die normalerweise scheuen Tiere gewöhnen sich schnell an Zufütterung. Goldorfen sind beliebt, da sie ihre Nahrung hauptsächlich im Freiwasser oder an der Oberfläche aufnehmen und anders als Karpfen, Karauschen oder Goldfische das Wasser weniger durch Gründeln trüben.<ref>Fische im Gartenteich: Fischteich – Teich – Fischarten – Koi – Goldorfe – Moderlieschen. Gartenteich-Info.com, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. September 2014; abgerufen am 25. Februar 2015.</ref>

In einem Teich bei Dinkelsbühl wurde die spontane Farbänderung von jungen Silberorfen in Goldorfen beobachtet.<ref>Günther Sterba: Süßwasserfische der Welt. Weltbild Verlag, Augsburg 2002, S. 309.</ref> Goldorfen können in Naturgewässern infolge der natürlichen Selektion durch Raubfische wieder ihre Farbe als Wildtyp annehmen.<ref>Ecology of Leuciscus idus in <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento des Vorlage:IconExternal vom 20. Oktober 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.issg.org</ref>

Außer Gold- und Silberorfen gibt es noch die auf dem Rücken bläulich gefärbte Farbvariation der Blauorfe.<ref>Kaarster Fischbottich: Blauorfe. Fischbottich.de, abgerufen am 19. Juni 2010.</ref>

Goldorfen reagieren ähnlich empfindlich wie Zebrabärblinge auf Gewässerverschmutzung und werden in Laboratorien oft zur Messung der Toxizität bestimmter Stoffe und zur Wassergütemessung per Fischtest verwendet.<ref>030424 tierschutztag.PDF. (PDF; 83 kB) Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. September 2011; abgerufen am 19. Juni 2010 (Archivversion unvollständig).</ref> Diese Versuche wurden seit 2005 abgesetzt und durch den Fischeitest ersetzt.<ref>Kaarster Fischbottich: Goldorfe. Fischbottich.de, abgerufen am 19. Juni 2010.</ref>

Weiteres

Der Aland wird in der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN geführt, aber als derzeit nicht gefährdet (Least Concern)<ref>[[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2009. Eingestellt von: Freyhof, J. & Kottelat, M., 2008. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> beurteilt.

Der Aland war in Österreich Fisch des Jahres 2004.

Literatur

  • Günther Sterba: Süßwasserfische der Welt. Weltbild Verlag, Augsburg 2002, ISBN 3-89350-991-7, S. 309.
  • R. M. McDowall: The Reed field guide to New Zealand freshwater fishes. Reed FishBase, Auckland, Neuseeland 2004, ISBN 0-7900-0725-8.

Weblinks

Commons: Aland – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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Äsche (2002) | Nase (2003) | Nerfling (2004) | Seesaibling (2005) | Koppe (2006) | Schleie (2007) | Bitterling (2008) | Aal (2009) | Karausche (2010) | Äsche/Rutte (2011) | Huchen (2012) | Forelle/Seeforelle (2013) | Sterlet (2014) | Nase (2015) | Elritze (2016) | Seesaibling (2017) | Wels (2018) | Edelkrebs (2019) | Bachforelle (2020) | Äsche (2021) | Barbe (2022) | Huchen (2023) | Schleie (2024) | Europäischer Hausen (2025)

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