Gleizendorf
Gleizendorf Gemeinde Petersaurach
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(161)&title=Gleizendorf 49° 19′ N, 10° 43′ O
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| Höhe: | 425–445 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 161 (31. Dez. 2022)<ref name="Petersaurach">Infrastruktur > Einwohnerzahlen. In: petersaurach.de. Abgerufen am 15. Mai 2023.</ref> | |||||
| Postleitzahl: | 91580 | |||||
| Vorwahl: | 09872 | |||||
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Gleizendorf (fränkisch: Gleitsa-dorf<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 82. Dort folgendermaßen transkribiert: „gleitsədorf“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Petersaurach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Gleizendorf liegt in der Gemarkung Großhaslach.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Nordöstlich des Kirchdorfes liegt Großhaslach und südwestlich Wicklesgreuth. Bei Gleizendorf entspringt ein kleiner Bach, der bei Untermühle in den Haselbach mündet; der Haselbach entspringt etwas südlich davon beim Gleizendorfer Weiher. Östlich des Ortes befindet sich ein Gewerbegebiet, westlich eine Bauschuttdeponie. Bei der Kirche stehen zwei Rotbuchen, die als Naturdenkmal ausgezeichnet sind. Gemeindeverbindungsstraßen führen zur Kreisstraße AN 22 bei Großhaslach (0,8 km östlich) und zur Bundesstraße 14 in der Nähe von Wicklesgreuth (0,7 km südwestlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 14. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Der Ort wurde 1295 als „Glizendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Glizo, der als Gründer des Ortes anzunehmen ist.<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 82.</ref> Im 13. Jahrhundert wurde eine dem heiligen Mauritius geweihte Filialkirche errichtet.
Das Kloster Heilsbronn kaufte nach und nach die Gefälle von allen dortigen Höfen (damals sechs). Die Verkäufer waren Edelleute und Nürnberger Patrizier.<ref>G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 199 ff.</ref>
Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn aus dem Jahr 1608 wurden für Gleizendorf sechs Mannschaften verzeichnet: Die fünf Höfe und das Köblergut unterstanden dem Klosterverwalteramt Heilsbronn.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 8. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 737.</ref> Im Dreißigjährigen Krieg blieben die sechs Höfe verschont, waren aber danach Jahrzehnte lang unbewohnt und verfielen.<ref>G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 201 ff.</ref>
In den Oberamtsbeschreibungen des Fürstentums Ansbach von Johann Georg Vetter aus dem Jahr 1732 wird der Ort folgendermaßen beschrieben:
„Gleitzendorff, Ein Dorfflein, in welchem 5. Höff, 2 Güthlein und 1. Hürten Haus, die sämtl. ins Closter Heilsbronn gehören, haben ihre eigene Kirche, aber keinen Pfarrer, sondern gehören als ein Filial nach Petersaurach, geben keinen Zehenden, die Güllt aber in das Closter Heilsbronn, wohin auch die GemeindsHerrschaft gehört; den Kirchweyhschutz hat das Schloß Vestenberg. Die hochfraischl. Obrigkeit hingegen, das allhiesige Ober und Castenamt Anßpach, ist eine Gemeind mit dem Weyler Wückleinskreut.“<ref>Johann Georg Vetter: Beschreibung des Oberamts Onoltzbach und der darinn liegenden Orte, S. 158.</ref>
Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Gleizendorf mit Wicklesgreuth eine Realgemeinde. In Gleizendorf gab es sieben Anwesen (4 Höfe, 1 Höflein, 1 Gütlein, 1 Häuslein) und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Klosterverwalteramt Heilsbronn.<ref name="J859">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 859.</ref><ref>Johann Bernhard Fischer: Gleizendorf. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 18 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 332.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.<ref name="J991">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 991.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Gleizendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Großhaslach und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Großhaslach zugeordnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961.</ref> Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Mai 1978 nach Petersaurach eingemeindet.<ref name="J991"/><ref>Petersaurach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 21. Februar 2025.</ref>
Baudenkmal
- evangelisch-lutherische Filialkirche St. Mauritius<ref>Denkmalliste für Petersaurach (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
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Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Peter (Petersaurach) gepfarrt.<ref name="J859"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt,<ref name="OV 1961"/> seit 1976 ist die Pfarrei St. Franziskus (Neuendettelsau) zuständig.<ref>Pfarrverband Heilsbronn. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 13. März 2023.</ref>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Gleizendorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 332 (Digitalisat).
- Vorlage:Dallhammer Petersaurach
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 82.
- Günter P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 2). Deutscher Kunstverlag, München 1958, DNB 451224701, S. 96.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 199–202 (Volltext [Wikisource] – Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
Weblinks
- Infrastruktur > Ortsteile - Gleizendorf. In: petersaurach.de. Abgerufen am 15. Mai 2023.
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Gleizendorf in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Gleizendorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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