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Disphenoid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Gleichschenkliges Tetraeder)
Datei:Rhombic disphenoid no text.png
Ein Disphenoid. Gegenüberliegende Kanten (gleiche Farbe) haben die gleiche Länge.

Ein Disphenoid (auch gleichschenkliges Tetraeder<ref>Eric W. Weisstein: Isosceles Tetrahedron. In: MathWorld (englisch). </ref>) ist ein Polyeder mit vier kongruenten Dreiecken als Seitenflächen. Ein Disphenoid besteht aus zwei Sphenoiden (zu {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) „Keil“), das sind offene Formen mit je zwei Flächen (Dieder).

Der Begriff „gleichschenkliges Tetraeder“ bedarf einer Erklärung: Ein Disphenoid ist ein Tetraeder im allgemeinen Wortsinn, nicht notwendigerweise ein Tetraeder im Sinne des gleichnamigen platonischen Körpers. Das Adjektiv „gleichschenklig“ bezieht sich nicht auf seine Dreiecksflächen, sondern auf die Eigenschaft des Körpers, dass von seinen sechs Kanten die jeweils einander gegenüberliegenden die gleiche Länge haben.

Charakterisierungssätze

Nach dem Satz von Bang<ref>Ross Honsberger: Mathematische Juwelen. Verlag Vieweg, 1982, ISBN 3-528-08475-8, S. 82.</ref> ist ein Disphenoid ein dreidimensionales Simplex mit einer der folgenden äquivalenten Charakterisierungen:

  • Die jeweils gegenüberliegenden (unverbundenen) Kanten haben die gleiche Länge.
  • Die 4 Dreiecke sind kongruent.
  • Die 4 Dreiecke haben denselben Umfang.
  • Die 4 Dreiecke haben dieselbe Fläche.

Ein anderer Charakterisierungssatz ist der folgende:

Ein Tetraeder ist genau dann ein Disphenoid, wenn die Inkugel und die Umkugel konzentrisch sind.<ref name="lit">N. Altshiller-Court: Modern Pure Solid Geometry. 1964, S. 105–108.</ref>

In voller Allgemeinheit gilt sogar folgender Charakterisierungssatz:

Ein Tetraeder ist genau dann gleichschenklig, wenn von den vier Punkten:
Mittelpunkt der Inkugel
Mittelpunkt der Umkugel
Monge-Punkt
Schwerpunkt
mindestens zwei zusammenfallen. In diesem Falle fallen sogar alle vier Punkte zusammen.<ref name="lit" />

Bemerkung:
Die Dreiecke haben alle dieselbe Orientierung.

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Spezialfälle

Ist eines der Dreiecke (und damit alle) gleichschenklig, so spricht man von einem tetragonalen Disphenoid. Dann sind 4 Kanten des Disphenoids gleich lang und die übrigen 2 stehen windschief senkrecht aufeinander.

Sind die Dreieckseiten verschieden, so wird das Disphenoid rhombisch genannt.

(Diese Begriffsbildungen stammen aus der Kristallographie.)

Ist ein Dreieck (und damit jedes) gleichseitig, dann ist das Disphenoid ein regelmäßiges Tetraeder.

Berechnung eines beliebigen Disphenoids

Ein Disphenoid ist durch eines der 4 kongruenten Dreiecke bestimmt. Da ein Dreieck durch 3 voneinander unabhängige Angaben zur Größe seiner Seiten und/oder Winkel bestimmt ist, ist ein Disphenoid ebenfalls durch 3 voneinander unabhängige Angaben bestimmt.

Beispiele

Disphenoide kommen in der Natur als Kristallform vor: Sie sind die allgemeine Flächenform der Kristallklassen 222 (rhombisch-disphenoidische) und 4 (tetragonal-disphenoidische Klasse).

Weblinks

Commons: Disphenoids – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Nathan Altshiller-Court: Modern Pure Solid Geometry. 2. Auflage. Chelsea Publishing Company, Bronx, NY 1964, ISBN 0-8284-0147-0.
  • Adolf Schmidt, Das gleichseitige Tetraeder, Zeitschrift für Mathematik und Physik XXIX, S. 321–343. Teubner, Leipzig (1884).

Einzelnachweise

<references />