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Gisela Lück

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Gisela Lück (* 1957 in Bremerhaven<ref name=":0">»Lust auf Chemie machen«. In: Westfalen-Blatt. 8. November 2012, abgerufen am 30. August 2025.</ref>) ist eine deutsche Pädagogin, Professorin im Ruhestand für die Didaktik der Chemie und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Sie forschte zu der Naturwissenschaftsvermittlung im Vorschul- und Grundschulalter.

Leben

Lück studierte Chemie und Philosophie auf Lehramt an der Universität zu Köln und schloss 1982 mit dem ersten Staatsexamen ab. Anschließend begann sie ihre Promotion in Philosophie an der Universität Köln zum Thema „Nietzsches Kritik der Erkenntnis als Verfestigung – Untersuchung zu Nietzsches Analyse von Philosophie, Sprache und Historie“. Im Jahr 1985 wurde Lück zum Dr. phil. promoviert.<ref name=":0" /><ref name=":1">Ehemalige Arbeitskreisleitende Prof'in i. R. Dr. Gisela Lück. Universität Bielefeld, abgerufen am 30. August 2025.</ref> Anschließend war sie von 1986 bis 1995 bei der Henkel KGaA tätig, ab 1990 als Leiterin der Abteilung Wissenschaftspublizistik.<ref name=":2">Ingo Lohuis: Bundesverdienstkreuz für Professorin Dr. Gisela Lück. Universität Bielefeld, 15. November 2012, abgerufen am 30. August 2025.</ref> Während dieser Zeit war sie zudem von 1988 bis 1999 freie Mitarbeiterin beim Thieme-Verlag als Mitautorin des Römpp-Chemie-Lexikons und von 1992 bis 1994 Mitglied der Enquête-Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt“<ref>Komission: Schutz des Menschen und der Umwelt. In: Lexikon der Nachhaltigkeit. Aachener Stiftung Kathy Beys, abgerufen am 30. August 2025.</ref> des 12. Deutschen Bundestags. Nach dieser Zeit war sie ab 1995 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Chemiedidaktik der Universität Kiel tätig und befasste sich mit der Fragestellung, wie Kindern im Vorschulalter chemische Inhalte vermittelt werden können. Dort habilitierte Lück sich 1999 zum Thema „Naturwissenschaften im frühen Kindesalter. Untersuchungen zur Primärbegegnung von Vorschulkindern mit Phänomenen der unbelebten Natur“.<ref name=":1" /><ref name=":2" /><ref>PROF. DR. PHIL. GISELA LÜCK. pluspunkt - Zentrum für Prävention, Therapie und Weiterbildung AG, abgerufen am 30. August 2025.</ref>

Von 2000 bis 2002 war sie C3-Professorin für Didaktik der Chemie an der Universität GH Essen. Seit April 2002 war Lück C4-Professorin für Didaktik der Chemie an der Universität Bielefeld – als Nachfolgerin von Helmut Wenck auf diesen Lehrstuhl. Von 2002 bis 2013 hatte sie zudem einen Lehrauftrag an der Freien Universität Bozen. Sie war von 2004 bis 2006 Dekanin der Fakultät für Chemie und vom Wintersemester 2004 bis Sommersemester 2008 Senatorin der Universität Bielefeld.<ref name=":1" /> Im Jahr 2022 ging Lück in den Ruhestand und ihre Nachfolgerin auf dem Lehrstuhl ist Stefanie Schwedler.<ref>Gisela Lück. HERDER Verlag, abgerufen am 30. August 2025.</ref><ref>Stefanie Schwedler. Universität Bielefeld, abgerufen am 30. August 2025.</ref>

Lück war im Vorstand der Fachgruppe Chemieunterricht (FGCU) der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) von 1994 bis 1997 und 2003 bis 2008 tätig. Seit 2000 ist sie Mitglied der Arbeitsgruppe „Schulförderung“ des Fonds der Chemischen Industrie.<ref name=":1" /> In diesem Förderwerk des Verbands der Chemischen Industrie setzt sie sich unter anderem dafür ein, den Chemieunterricht an Schulen in Deutschland stärker experimentell auszurichten.<ref name=":3">Ministerpräsidentin Hannelore Kraft überreicht Bundesverdienstorden an 15 Bürgerinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen. Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen, 15. November 2012, abgerufen am 30. August 2025.</ref>

Forschungsleistungen

Der Schwerpunkt von Lücks Forschung liegt auf der Naturwissenschaftsvermittlung im Vorschul- und Grundschulalter. In ihren Forschungsbemühungen wollte sie dem späteren Interessenabfall in den Klassen 7 und 8 gegenüber den Fächern Chemie und Physik entgegenwirken, indem eine frühe, experimentorientierte Heranführung an naturwissenschaftliche Themenfelder stattfindet. Dazu arbeitete sie unter anderem eng mit Erzieherinnen und Erziehern zusammen, um einerseits einen direkten Bezug zur Praxis zu haben und andererseits den Erzieherinnen und Erziehern das Fach Chemie näherzubringen. So entwickelte sie Fortbildungen für Kitas, um die naturwissenschaftliche Bildung stärker in der Erziehungsarbeit zu verankern.<ref name=":3" /> Zudem entwickelte sie Experimente, die speziell für Vorschulkinder bspw. für Vierjährige ausgelegt sind. Ebenfalls hat sie dafür gesorgt, dass in Kindergärten mittlerweile die naturwissenschaftliche Bildung verbindlich festgeschrieben ist.<ref name=":0" /> Die Schule für kranke Kinder ist unter anderem ein neues Forschungsfeld.<ref>Prof. Dr. Gisela Lück, Professorin. In: interaktive fachdidaktische Landkarte. wissenschaftlichen Nachwuchs der GDCh Fachgruppe Chemieunterricht, abgerufen am 30. August 2025.</ref>

Ehrungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Handbuch naturwissenschaftliche Bildung: Theorie und Praxis für die Arbeit in Kindertageseinrichtungen. 10., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Herder, Freiburg Basel Wien 2022, ISBN 978-3-451-82806-5.
  • Neue leichte Experimente für Eltern und Kinder (= Herder-Spektrum. Nr. 5538). Orig.-Ausg., 5. Auflage. Herder, Freiburg im Breisgau Basel Wien 2010, ISBN 978-3-451-05538-6.
  • mit Martin Püttschneider: Die Rolle des Animismus bei der Vermittlung chemischer Sachverhalte. In: CHEMKON. Band 11, Nr. 4, 2004, ISSN 1521-3730, S. 167–174, doi:10.1002/ckon.200410014.
  • Naturwissenschaften im frühen Kindesalter. In: Frühpädagogik international: Bildungsqualität im Blickpunkt. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2004, ISBN 978-3-322-95041-3, S. 331–343, doi:10.1007/978-3-322-95041-3_22.

Weblinks

Einzelnachweise

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