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GEWOFAG

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GEWOFAG Holding GmbH

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Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 6. Juni 1928
Auflösung 31. Dezember 2023
Auflösungsgrund Fusion zur Münchner Wohnen
Sitz München, Deutschland
Leitung Doris Zoller;<ref>Geschäftsführung. In: www.gewofag.de. 2023, abgerufen am 30. Oktober 2023.</ref> Vorsitz vakant<ref name="Costanzo" />
Mitarbeiterzahl 599 (2020)
Umsatz 281,5 Mio. Euro (2020)
Branche Wohnungswirtschaft
Website www.gewofag.de
Stand: 2020

Die GEWOFAG war eine 1928 gegründete Münchner Wohnungsbaugesellschaft. Sie verfügte (Stand 2018) über einen Bestand von mehr als 36.000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten<ref name="ueber die gewofag">Website der GEWOFAG, Profil. Abgerufen am 12. Juni 2018.</ref> in und um München. Am 1. Januar 2024 wurde sie durch Fusion in die neu gegründete Gesellschaft Münchner Wohnen überführt. Die wichtigsten Aufgaben des ehemaligen und des neuen Unternehmens sind Neubau, Vermietung, Sanierung und Instandsetzung des Wohnungsbestands.

Der GEWOFAG-Konzern mit dem Tochterunternehmen Heimag München GmbH<ref name=":0">Website der GEWOFAG, Konzernstruktur. Abgerufen am 12. Juni 2018.</ref> beschäftigte (Stand 2018) in München rund 600 Mitarbeiter. Die Bilanzsumme betrug im Jahr 2020 rund 2.793 Mio. Euro.<ref>Daten und Fakten: GEWOFAG Holding GmbH. Abgerufen am 31. März 2018.</ref> Die GEWOFAG befand sich zu 100 Prozent im Besitz der Landeshauptstadt München. Aufsichtsratsvorsitzende der GEWOFAG war die 3. Münchner Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD), die dieses Amt auch bei der Münchner Wohnen innehat.

Geschichte

Das Unternehmen wurde im Juni 1928<ref name="gewofaggründer">GEWOFAG Historie</ref> als Gemeinnützige Wohnungsfürsorge AG auf Initiative von Karl Sebastian Preis gegründet, dem damaligen Leiter des Münchner Wohnungs- und Siedlungsreferats und Stadtrat der Münchner SPD. Unter seiner Führung errichtete das Unternehmen in den folgenden Jahren rund 11.000 neue Wohnungen, wodurch die damalige Wohnungsnot in München gelindert werden konnte.<ref>Geschäftsbericht 2016 der GEWOFAG, Seite 31. (PDF; 4,8 MB) Abgerufen am 13. Juni 2018.</ref>

Preis verstand Kunst am Bau als wichtigen Bestandteil der neuen Siedlungen und ließ Fresken und Reliefs an den Hauswänden anbringen. Die großzügigen Innenhöfe der GEWOFAG-Gründersiedlungen wurden mit Brunnen und Skulpturen ausgestattet.<ref>Broschüre Karl Preis – Visionär und Pionier des sozialen Wohnungsbaus und Wiederaufbaus in München, Seite 35. (PDF; 4 MB) Abgerufen am 13. Juni 2018.</ref>

Das Vorgängerunternehmen der GEWOFAG wurde schon früh zum größten Bauherrn der Stadt München und errichtete vor dem Ersten Weltkrieg in den Großsiedlungen Neuharlaching, Neuramersdorf, Neuhausen, Walchenseeplatz und Friedenheim bis 1931 5.429 Wohnungen,<ref>Historisches Lexikon Bayerns: Wohnungspolitik (Weimarer Republik)</ref> die heute teilweise unter Denkmalschutz stehen.

Zentrale Ereignisse in der Geschichte der GEWOFAG in den folgenden Jahrzehnten waren unter anderem:<ref>Gemeinnützige Wohnungsfürsorge AG (Hrsg.): Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Gemeinnützigen Wohnungsfürsorge AG; 50 Jahre GEWOFAG 1928 – 1978. München 1978 (48 Seiten).</ref><ref name=":1">Gemeinnützige Wohnungsfürsorge AG (Hrsg.): Die Gemeinnützige Wohnungsfürsorge AG München begeht 1968 Ihr 40 jähriges Jubiläum. München 1968 (15 Seiten).</ref><ref>GEWOFAG (Hrsg.): 70 Jahre Wohnungsbau, 70 Jahre Kunst am Bau; 1928 – 1998. Juni 1998 (65 Seiten).</ref>

1948: Im Auftrag der amerikanischen Besatzer beginnt die GEWOFAG mit dem Bau der Siedlung Ramersdorf-Süd („Ami-Siedlung“) mit rund 500 Wohnungen für amerikanische Streitkräfte und ihre Familien.<ref>Ulrike Haerendel; Historikerin und freie Fachautorin: 50 Jahre "Ami-Siedlung" München – Entstehung und Geschichte. Hrsg.: ZdW Bay. Nr. 3. München 2000.</ref>

1954–1967: Auf einem ehemaligen Kasernengelände in Neuhausen entsteht die Siedlung Max II mit über 1.200 Wohnungen.

1959–1970: Die GEWOFAG baut die Siedlungen Fürstenried und Forstenried mit insgesamt über 1.300 Miet- und Eigentumswohnungen.

1968: Die Verwaltung der GEWOFAG zieht von der Schwabinger Schackstraße in die neu errichtete Unternehmenszentrale in der Kirchseeoner Straße.<ref name=":1" />

1968–1973: Errichtung der Siedlung „Am Wald“ mit etwa 1.800 Wohnungen in Taufkirchen.

1987: Die Bauarbeiten für die Siedlung Westpark mit über 500 Wohnungen beginnen.

1995: Der Bestand der GEWOFAG zählt ca. 25.000 Wohnungen.

2001: Baubeginn in der Messestadt Riem. Rund 1.300 Wohnungen errichtet die GEWOFAG hier in den folgenden Jahren.

Im Jahr 2006 übernahm die GEWOFAG eine Beteiligung an der HEIMAG München GmbH<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gesellschafter der HEIMAG München GmbH (Memento vom 20. August 2008 im Internet Archive)</ref> und 2008 die Mehrheit an der HEIMAG Holding AG<ref>Konzernstruktur der GEWOFAG.</ref> von der GAGFAH. Zum 1. Januar 2010 wurde die GEWOFAG in eine Holding,<ref name="konzernstruktur">GEWOFAG Konzernstruktur. Abgerufen am 31. März 2018.</ref> die sich zu 100 Prozent im Besitz der Landeshauptstadt München befindet, und fünf Einzelgesellschaften umgewandelt.

Zuvor hielt die Landeshauptstadt 92,3 Prozent der Anteile an der GEWOFAG AG, die in die Konzerngesellschaft GEWOFAG Wohnen GmbH übergegangen ist.<ref name="konzernstruktur" />

2011: Der soziale Dienstleister Wohnforum GmbH wird eine 100%ige Tochter der GEWOFAG.<ref name=":0" />

2012: Wissenschaftliches Projekt für das Wohnen der Zukunft: In den Forschungshäusern in der Messestadt Riem wird zum Thema Energieverbrauch in Wohngebäuden geforscht.<ref>Website der GEWOFAG, Quartiersentwicklung in Riem. Abgerufen am 14. Juni 2018.</ref>

2015: Mit dem Erwerb der restlichen 30 Prozent der HEIMAG-Anteile ist die GEWOFAG alleinige Eigentümerin.<ref name="ueber die gewofag" />

2016: Pilotprojekt: Die GEWOFAG stellt nach nur einem Jahr Planungs- und Bauzeit die erste Parkplatzüberbauung Münchens fertig<ref>Pressemitteilung der GEWOFAG vom 11. Januar 2017. Abgerufen am 14. Juni 2018.</ref>. Das Projekt mit 100 Wohnungen wird 2018 mit dem Deutschen Bauherrenpreis ausgezeichnet.<ref>Website Deutscher Bauherrenpreis. Abgerufen am 14. Juni 2018.</ref>

Datei:GEWOFAG-Dantebad.jpg
Wohnung über einem Parkplatz: Pilotprojekt am Münchner Dantebad

2017: Start des strategischen Programms „Zurück zu den Wurzeln“, mit dem Ziel nach dem Vorbild von Unternehmensgründer Karl Preis schnell und kostengünstig möglich viel bezahlbaren und zugleich hochwertigen und ästhetischen Wohnraum zu errichten.<ref>Pressemitteilung der GEWOFAG vom 13. April 2017. Abgerufen am 14. Juni 2018.</ref>

2018: Umzug der GEWOFAG an den neuen Standort am Gustav-Heinemann-Ring 111 in Neuperlach.<ref>Pressemitteilung der GEWOFAG vom 7. Juni 2018. Abgerufen am 14. Juni 2018.</ref>

2023: Im März 2023 wurde Klaus-Michael Dengler nach einer Affäre um ein Gutachten als Geschäftsführer entlassen.<ref>Heiner Effern und Anna Hoben: Oberster Wohnbau-Manager muss gehen. In: www.sueddeutsche.de. 17. März 2023, abgerufen am 30. Oktober 2023.</ref> Am 21. März 2023 folgte Doris Zoller als Alleingeschäftsführerin.<ref>Dr. Doris Zoller übernimmt Gesamtleitung des GEWOFAG-Konzerns. In: www.gewofag.de. 22. März 2023, abgerufen am 30. Oktober 2023.</ref> Andreas Lehner als neu ernannter Vorsitzender der Gewofag-Geschäftsführung reichte Ende Oktober 2023 nach nur einem Monat im Amt die Kündigung ein.<ref name="Costanzo">David Costanzo und Ulrike Steinbacher: Münchens Wohnungsbau-Chef schmeißt nach nur einem Monat hin. In: www.sueddeutsche.de. 30. Oktober 2023, abgerufen am 30. Oktober 2023.</ref>

Wohnanlagen

Datei:GEWOFAG Sanierung Siedlung Friedenheim Fürstenriederstraße.jpg
GEWOFAG-Gründersiedlung Friedenheim in Laim
Datei:Innsbrucker Ring Nacht01.jpg
Lichtprojekt der GEWOFAG am Innsbrucker Ring
Datei:GEWOFAG-Neubau-Quartier-Hochaeckerstr-Perlach.jpg
Neubau-Quartier an der Hochäckerstraße in Perlach
Datei:Schlüsselanhänger von GEWFAG 02.jpg
Schlüsselanhänger von GEWOFAG

Wohnanlagen der GEWOFAG gibt es in jedem Stadtbezirk Münchens. Das Unternehmen ist an rund 100 Standorten vertreten.<ref>Website der GEWOFAG, Konzern. Abgerufen am 14. Juni 2018.</ref> Ansprechpartner vor Ort sind die Mitarbeitenden der fünf Mieterzentren<ref>Website der GEWOFAG, Mieterzentren. Abgerufen am 14. Juni 2018.</ref> in Ramersdorf, Giesing, Sendling/Laim, Neuhausen und Riem sowie der Geschäftsstelle in Taufkirchen.<ref>Geschäftsbericht 2016 der GEWOFAG, Umschlag. (PDF; 4,8 MB) Abgerufen am 14. Juni 2018.</ref> Nach eigenen Angaben ist es das Ziel der GEWOFAG, bezahlbaren Wohnraum für die Münchner Bevölkerung zu schaffen, und zugleich lebenswerte Quartiere zu errichten, in denen die Menschen gerne zu Hause sind. In den Wohnanlagen leben Familien, Singles, Paare und Menschen aller Altersschichten mit unterschiedlichem sozialem und kulturellem Hintergrund. 2020 bezahlten Mieter für Wohnungen aus dem Bestand der GEWOFAG durchschnittlich 7,59 Euro pro Quadratmeter.

Die GEWOFAG bietet ein Beratungs- und Mieterservice mit Angeboten wie Nachbarschaftstreffs oder der Mobilen Mieterunterstützung.<ref>Flyer "Planen. Bauen. Wohnen." (PDF; 230 kB) Abgerufen am 14. Juni 2018.</ref>

Die öffentlich geförderten Bestände der GEWOFAG und 85 Prozent der freifinanzierten Wohnungen (Belegungsbindungsvertrag mit der Landeshauptstadt München) werden über die Wohnungsplattform „Soziales Wohnen online“ (SOWON)<ref>Website der Stadt München, Geförderte Wohnungen. Abgerufen am 14. Juni 2018.</ref> des Amts für Wohnen und Migration vergeben.

Die mehr als 36.000 Wohnungen der GEWOFAG verteilen sich auf insgesamt 52 Wohnanlagen<ref name="wohnanlagen">GEWOFAG Kennzahlen. Abgerufen am 31. März 2018.</ref> in Stadt und Landkreis München. Die ältesten Wohnanlagen datieren dabei in das Jahr 1928 zurück.

Mietpreis für GEWOFAG-Wohnungen

Im Jahr 2020 bezahlten Mieter für ihre Wohnung aus dem Bestand des GEWOFAG-Konzerns in München durchschnittlich etwa 7,59 Euro pro Quadratmeter an Miete. Von 2015 bis 2020 erhöhte sich die Miete in den GEWOFAG-Wohungen um 0,65 Euro was einem Mietanstieg um ca. 9,4 Prozent im Zeitraum von fünf Jahren entspricht.<ref>Durchschnittliche Miete für Wohnungen der GEWOFAG bis 2020. statistica.com, 5. September 2022, abgerufen am 14. Dezember 2022.</ref> Im Vergleich dazu lag 2020 laut Mietspiegel in München die Miete für Wohnungen pro Quadratmeter (Kaltmiete) bei durchschnittlich 18,58 Euro.<ref>Informationen zum Mietspiegel München 2022. mietspiegeltabelle.de, abgerufen am 28. Mai 2020.</ref> Von 2020 bis 2022 stieg laut Mietspiegel der durchschnittliche Mietpreis in München auf 19,77 Euro pro Quadratmeter.

Fusionierung der städtischen Wohnbaugesellschaften

München hat neben der GEWOFAG noch eine zweite gemeinnützige Wohnbaugesellschaft, die zu hundert Prozent der Stadt gehört, die GWG. Wiederholt gab es im Münchner Rathaus Bestrebungen, die GEWOFAG mit der GWG zusammenzulegen. Ernsthaft diskutiert wurde die Fusion erstmals im Jahr 2005, ein weiterer Vorstoß erfolgte 2016, seitens der Koalition von SPD und CSU im Münchner Stadtrat.<ref>Dominik Hutter, Heiner Effern: Die Koalition denkt an einen Zusammenschluss der Wohnungsbaugesellschaften -. sueddeutsche.de, 2. Februar 2016, abgerufen am 11. Dezember 2020.</ref> Eine gute Gelegenheit hierfür sahen die Parteien seinerzeit in einem bevorstehenden Geschäftsführerwechsel in beiden Firmen. Sowohl CSU als auch SPD hatten jedoch Bedenken und sahen vor allem die unterschiedlichen Strukturen der beiden Unternehmen als Hinderungsgrund.

Ende 2020 beschlossen unter Federführung der 3. Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD), die beiden Regierungsfraktionen Grüne/Rosa Liste und SPD/Volt die Fusionierung der städtischen Wohnbaugesellschaften GEWOFAG und GWG. Wie schon bei den früheren Ansätzen sehen sie als Hauptziel der beschlossenen Fusionierung, den Wohnungsbau in München anzukurbeln.<ref>Bernd Kastner: Stadt fusioniert Wohnbaugesellschaften. sueddeutsche.de, 10. Dezember 2020, abgerufen am 11. Dezember 2020.</ref> Angestrebt ist eine Steigerung von durchschnittlich rund 1250 neu gebauten städtischen Wohnungen im Jahr auf 2000. Mit der Fusion sollen auch die Kosten gesenkt werden. Synergieeffekte verspricht sich das Münchner Rathaus vom Abschaffen der bisherigen Doppelstrukturen in den Bereichen Personalstruktur, Projektentwicklung, Verwaltung und IT. Angepeilt ist, jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag einzusparen. Die Stadtverwaltung wurde von der Grün-Roten Koalition im Dezember 2020 beauftragt, konkrete Vorschläge für eine künftige Unternehmensstruktur der fusionierten Wohnbaugesellschaften auszuarbeiten. Die Zusammenlegung erfolgte am 1. Januar 2024.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />