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Gespinst- und Knospenmotten

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Gespinst- und Knospenmotten
Datei:Yponomeuta evonymellus-01 (xndr).jpg

Traubenkirschen-Gespinstmotte (Yponomeuta evonymellus)

Systematik
Unterstamm: Sechsfüßer (Hexapoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Unterordnung: Glossata
Überfamilie: Yponomeutoidea
Familie: Gespinst- und Knospenmotten
Wissenschaftlicher Name
Yponomeutidae
Stephens, 1829
Datei:Yponomeuta evonymella Dscn6955.jpg
Gespinst in der Bodenvegetation
Datei:Gespinstmottenlarven.Landschaftsschutzgebiet.Grossbeeren.jpg
Raupen im unteren Teil eines Gespinstes im Landschaftsschutzgebiet Diedersdorfer Heide und Großbeerener Graben
Datei:Gespinnstmottenraupen.JPG
Sich abseilende Raupen der Gespinstmotte

Die Gespinst- und Knospenmotten (Yponomeutidae) sind eine Familie der Schmetterlinge. Weltweit gibt es etwa 900 Arten. Davon sind aus Europa 116 Arten bekannt,<ref name="www.faunaeur.org"> Yponomeutidae. Fauna Europaea, abgerufen am 22. Juni 2007.</ref> 74 kommen auch in Mitteleuropa vor.<ref name="www.lepiforum.de"> Yponomeutidae. Lepiforum e. V., abgerufen am 22. Juli 2007.</ref> Hauptverbreitungsgebiet sind die Tropen.

Beschreibung

Ihre Vorderflügel sind häufig weißlich mit dunklen Punkten, ihre Hinterflügel grau; geschlossen bilden diese eine steile Dachform. Die Falter haben eine Flügelspannweite von bis zu 25 Millimetern. Nach der Eiablage erfolgen 4–5 Larvenstadien mit unterschiedlicher Färbung.

Die Raupen mancher Gespinstmottenarten minieren in Blättern und Nadeln. Andere ernähren sich auch von Knospen oder entfaltetem Laub, auch von Blüten. Namengebend sind die Gespinste, in denen sie sich, je nach Art einzeln oder in Gruppen, verpuppen. Insgesamt kann man die Raupen der Gespinst- und Knospenmotten auf etwa 50 Pflanzenfamilien finden, sie ernähren sich hauptsächlich von Süßgräsern (Poaceae) oder Laubgehölzen. Gespinste können ganze Bäume und auch Bänke umfassen. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden die Gespinste als Malgrund für Spinnwebenbilder verwendet.

Einige Arten wie die Apfelbaumgespinstmotte schädigen Obst- und Gartengehölze und werden deshalb bekämpft.

Bevorzugt bei trockener und heißer Witterung kommt es schon seit Jahrhunderten immer wieder zu Massenvermehrung und Kahlfraß der jeweiligen Raupenfutterpflanzen.

Systematik (Auswahl)

Scythropiinae

Yponomeutinae

  • Cedestis gysseleniella (<templatestyles src="Person/styles.css" />Zeller, 1839) an Wald- und Küstenkiefer
  • Ocnerostoma friesei <templatestyles src="Person/styles.css" />Svenson, 1966 an Waldkiefer
  • Paraswammerdamia nebulella (<templatestyles src="Person/styles.css" />Goeze, 1783) an Weißdorn und Vogelbeere
  • Prays
    • Eschen-Zwieselmotte (Prays fraxinella) (<templatestyles src="Person/styles.css" />Bjerkander, 1784) an Esche
    • Prays ruficeps (<templatestyles src="Person/styles.css" />Heinemann, 1854) an Esche
  • Swammerdamia compunctella (<templatestyles src="Person/styles.css" />Herrich-Schäffer, 1855) an Weißdorn und Vogelbeere
  • Swammerdamia pyrella (<templatestyles src="Person/styles.css" />de Villers, 1789) an Apfel, Birne und Weißdorn
  • Yponomeuta
    • Pfaffenhütchen-Gespinstmotte (Yponomeuta cagnagella (<templatestyles src="Person/styles.css" />Hübner, 1813)) an Pfaffenhütchen
    • Traubenkirschen-Gespinstmotte (Yponomeuta evonymella (<templatestyles src="Person/styles.css" />Linnaeus, 1758)) an Gewöhnlicher Traubenkirsche
    • Yponomeuta irrorella (<templatestyles src="Person/styles.css" />Hübner, 1796)
    • Apfel-Gespinstmotte (Yponomeuta malinellus <templatestyles src="Person/styles.css" />Zeller, 1838) an Apfel
    • Pflaumen-Gespinstmotte (Yponomeuta padella (<templatestyles src="Person/styles.css" />Linnaeus, 1758)) an Schlehe, Weißdorn, Pflaume und Kirsche
    • Faulbaum-Gespinstmotte (Yponomeuta plumbella (<templatestyles src="Person/styles.css" />Denis & Schiffermüller, 1775)) an Pfaffenhütchen, Faulbaum, und Schlehe
    • Yponomeuta rorrella (<templatestyles src="Person/styles.css" />Hübner, 1796)
    • Sedum-Gespinstmotte (Yponomeuta sedella (<templatestyles src="Person/styles.css" />Treitschke, 1833)) an Fetthenne
  • Zelleria hepariella <templatestyles src="Person/styles.css" />Stainton, 1849

Argyresthiinae

Eindämmung

Die Schadwirkung ist meist gering. Einige Schlupfwespen und Erzwespen sind natürliche Gegenspieler. Spezifische Pheromone können eingesetzt werden. Wird eine Pflanze jedes Jahr befallen, so kann man sie im April mit dem Bakterium Bacillus thuringiensis behandeln, welches einen Stoff produziert, der sich durch den Verdauungsprozess in Schmetterlingsraupen zu einem Gift umwandelt, woraufhin die Raupen sterben. Da das Gift nur für Schmetterlingsraupen tödlich ist, bleiben viele andere Insekten davon verschont.<ref>Bekämpfung der Gespinstmottenraupe</ref>

Verwendung der Gespinste in der Kunst

Datei:Johann Burgmann - Agnus Dei.jpg
Agnus Dei. Aquarell auf Raupengespinst von Johann Burgmann, um 1790

Anders als der Name suggeriert, wurden für Spinnwebenbilder die Gespinste von Gespinstmotten verwendet, nur in Ausnahmefällen tatsächlich Spinnweben.<ref name="Witzmann">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Quellen

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • Hans-Joachim Hannemann: Federmotten, Gespinstmotten, Echte Motten.- Tierwelt Deutschlands Teil 63, 1977
  • Thomas Kaltenbach, Peter Victor Küppers: Kleinschmetterlinge. Verlag J. Neudamm-Neudamm, Melsungen 1987, ISBN 3-7888-0510-2

Weblinks

Commons: Gespinst- und Knospenmotten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien