Geschwänzte Brennnessel
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| Geschwänzte Brennnessel | ||||||||||||
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| Datei:Urtica dubia 2006.03.29 17.30.34-p3290394.jpg
Geschwänzte Brennnessel (Urtica membranacea) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Urtica membranacea | ||||||||||||
| Poir. |
Die Geschwänzte Brennnessel (Urtica membranacea), auch Häutige Brennnessel oder Breitblättrige Brennnessel<ref>Straka, Haeupler, Llorens García, Orell, Führer zur Flora von Mallorca, Gustav Fischer Verlag Stuttgart 1987, ISBN 3-437-20374-6, Seite 93</ref> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Brennnesseln (Urtica). Sie kommt im Mittelmeergebiet vor.
Beschreibung
Die Geschwänzte Brennnessel ist eine einjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 80 Zentimetern<ref name="FE1-2" /> erreicht. Der aufrechte, einfache oder kurz verzweigte<ref name="Weddell" /> Stängel ist spärlich<ref name="Weddell" /> mit Brennhaaren besetzt. Die gegenständigen Laubblätter sind eiförmig, spitz, mit leicht herzförmigem Grund<ref name="FE1-2" /> und grob gesägtem Rand. Sie werden 2 bis 6 (bis 10) Zentimeter lang<ref name="FE1-2" /> und bis 5 Zentimeter breit. Auf der Blattspreite und an den Blattstielen treten kugelige Perldrüsen auf.<ref name="Perldrüsen" /> Die Nebenblätter je zweier gegenüberstehender Blätter sind paarweise verwachsen, so dass es pro Knoten scheinbar nur zwei lanzettliche Nebenblätter gibt. Die Zystolithen<ref name="FloraIberica" /> sind verlängert.
Die Geschwänzte Brennnessel ist einhäusig mit männlichen und weiblichen Blüten in getrennten Teilblütenständen an derselben Pflanze,<ref name="FE1-2" /> seltener auch zweihäusig.<ref name="FloraIberica" /> Die Teilblütenstände stehen jeweils paarweise in den Blattachseln.<ref name="FT7" /> Im oberen Teil der Pflanze befinden sich die dünnen, nicht verzweigten,<ref name="FE1-2" /> schwanzartig abstehenden ährenartigen<ref name="FloraIberica" /> Blütenstände mit den violett überlaufenen<ref name="FlAfrN" /> männlichen Blüten, deren Blütenstiele sehr kurz sind und die sich alle auf der Oberseite der deutlich geflügelten Hauptachse befinden. Sie sind mit einer Länge von 3 bis 9 cm<ref name="FloraIberica" /> so lang wie die Tragblätter oder überragen diese. Die traubigen Teilblütenstände mit den weiblichen Blüten befinden sich im unteren Teil der Pflanze. Sie sind mit einer Länge von 1 bis 4 cm<ref name="FloraIberica" /> kürzer als die Tragblätter und besitzen eine weniger stark geflügelte Hauptachse.
Die glänzenden Achänenfrüchte sind eiförmig-zusammengedrückt und messen 1,25–1,5 × 0,7–0,9 mm.<ref name="FloraIberica" />
Die Geschwänzte Brennnessel blüht von Februar bis September.<ref name="FloraIberica" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22, 24 oder 26.<ref name="FloraIberica" />
Vorkommen
Die Geschwänzte Brennnessel ist im ganzen Mittelmeergebiet (Portugal bis Israel) verbreitet, hat aber im östlichen Mittelmeergebiet größere Verbreitungslücken<ref name="FT7" /> und fehlt<ref name="Euro+Med" /> in Albanien, Syrien, Jordanien und Ägypten.<ref name="FE1-2" /><ref name="Dobignard" /> Sie kommt außerdem mit unterschiedlich bewertetem Status<ref name="Euro+Med" /> auf jeweils allen Hauptinseln<ref name="Som" /> der Kanaren (außer Lanzarote), Madeira und der Azoren vor. Von der portugiesischen und spanischen Atlantikküste reicht die Verbreitung nordwärts bis zur Bretagne.<ref name="AFE" /> Mehr oder weniger stabile neophytische Vorkommen existieren in Belgien<ref name="Dumortiera" /> und auf den Britischen Inseln (dort insbesondere in London).<ref name="Stace" />
Sie wächst an stickstoffreichen Stellen in Gärten, an Wegrändern und an Ruderalstellen.
Taxonomie
Urtica membranacea wurde 1789 von Jean Louis Marie Poiret erstveröffentlicht.<ref name="Lamarck" /> Synonyme sind Urtica dubia <templatestyles src="Person/styles.css" />Forssk. nom. inval.<ref name="ICBN" /> und Urtica caudata <templatestyles src="Person/styles.css" />Vahl non <templatestyles src="Person/styles.css" />Burm.f.
Verwendung
In Sizilien wird die Geschwänzte Brennnessel als Blattgemüse verwendet. Die Blätter werden gekocht in Form von Brennnessel-Spinat gegessen oder es kann auch eine Suppe (oft in Kombination mit anderen Wildkräutern) hergestellt werden.<ref name="Lentini-Venza2007" />
Die Samen der Geschwänzten Brennnessel können auch medizinisch angewandt werden. So wird ihr, obwohl sie aus Ägypten nicht nachgewiesen ist,<ref name="Dobignard" /><ref name="Euro+Med" /> von dort in verschiedenen Publikationen eine Verwendung als Aphrodisiakum<ref name="Meyers" /> sowie bei Brusterkrankungen oder auch bei ausbleibender bzw. zu schwacher Menstruation nachgesagt.<ref name="Kluge" /><ref name="Strumpf" /> In Griechenland wurde sie im 19. Jahrhundert sowohl gegessen als auch in der Medizin bei Brustleiden eingesetzt.<ref name="Heldreich" />
Literatur
- Hanno Schäfer: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Markgraf, Weikersheim 2002, ISBN 3-8236-1368-5, S. 50.
Einzelnachweise
<references> <ref name="ICBN"> J. McNeill, F. R. Barrie, H. M. Burdet, V. Demoulin, D. L. Hawksworth, K. Marhold, D. H. Nicolson, J. Prado, A. J. Silverside, J. E. Skog, J. Wiersema, N. J. Turland (Hrsg.): International Code of Botanical Nomenclature (Vienna Code) adopted by the Seventeenth International Botanical Congress Vienna, Austria, July 2005. In: Regnum Vegetabile. Band 146, 2006, Art. 23.6b, Beispiel 10 online. </ref> <ref name="FE1-2"> Peter W. Ball, Dimitri V. Geltman: Urtica. In: </ref> <ref name="Dobignard"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Alain Dobignard: Base de Données de la Flore d'Afrique du Nord (BDFAN). Tela Botanica (Zugriff am 15. August 2010) ( des Vorlage:IconExternal vom 23. Juli 2010 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. </ref> <ref name="Lamarck"> In: Jean-Baptiste de Lamarck: Encyclopédie méthodique: Botanique. Band 4, 1798, S. 638, Digitalisat. </ref> <ref name="FloraIberica"> Jorge Paiva: Urtica. In: Santiago Castroviejo, Carlos Aedo, Santos Cirujano, Manuel Laínz, Pedro Montserrat, Ramón Morales, Félix Muñoz Garmendia, Carmen Navarro, Jorge Paiva, Carlos Soriano (Hrsg.): Flora Ibérica. Plantas vasculares de la Península Ibérica e Islas Baleares, Vol. III. Plumbaginaceae (partim) – Capparaceae. Real Jardín Botánico, CSIC, Madrid 1993, ISBN 84-00-07375-4, S. 263, 267 (floraiberica.es [PDF]). </ref> <ref name="Euro+Med"> Pertti Uotila: Urticaceae. Urtica membranacea In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011. </ref> <ref name="FT7"> C. C. Townsend: Urtica. In: </ref> <ref name="Som"> Alfred Hansen, Per Sunding: Flora of Macaronesia. Checklist of vascular plants. In: Sommerfeltia. 4. Auflage. Band 17, 1993, S. 192–193. </ref> <ref name="Kluge"> Heidelore Kluge: Brennessel: Heilpflanze und mehr. Haug, Heidelberg 1999, ISBN 3-7760-1751-1, S. 24. </ref> <ref name="Meyers"> Urtica. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 16, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 18. </ref> <ref name="Lentini-Venza2007"> Francesca Lentini, Francesca Venza: Wild food plants of popular use in Sicily. In: Journal of Ethnobiology and Ethnomedicine. Band 3, 2007, S. 15, doi:10.1186/1746-4269-3-15 (englisch). </ref> <ref name="Heldreich"> Theodor von Heldreich: Die Nutzpflanzen Griechenlands. Athen 1862, S. 80 (Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Strumpf"> Ferdinand Ludwig Strumpf: Systematisches Handbuch der Arzneimittellehre. Band 2, Th. Chr. F. Enslin, Berlin 1855, S. 431 (Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Perldrüsen"> Gabriella Corsi, Francesca Maffei: Urtica membranacea pearl glands. I. Morpho-ontogenetic and histochemical aspects. In: Phyton (Horn). Band 32, 1992, S. 235–245 (Vorlage:ZOBODAT/URL [PDF; 2,7 MB; abgerufen am 20. April 2023]). </ref> <ref name="Weddell"> Hugh Algernon Weddell: Monographie de la famille des Urticées. In: Archives du Muséum d'Histoire Naturelle, Paris. Band 9, Nr. 1–2, 1856, S. 1–592 (hier: S. 93), Digitalisat </ref> <ref name="AFE"> Jaakko Jalas, Juha Suominen (Hrsg.): Atlas Florae Europaeae. Distribution of Vascular Plants in Europe. 3. Salicaceae to Balanophoraceae. Akateeminen Kirjakauppa, The Committee for Mapping the Flora of Europe & Societas Biologica Fennica Vanamo, Helsinki 1976, ISBN 951-9108-02-5, S. 92. </ref> <ref name="FlAfrN"> René Maire (Begr.), Pierre Quézel (Hrsg.): Flore de l'Afrique du Nord. Volume VII: Dicotyledonae: Clé générale, Archichlamydeae: Casuarinales - Polygonales. Lechevalier, Paris 1961, S. 153 <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />(PDF; 16,7 MB). ( des Vorlage:IconExternal vom 22. Januar 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. </ref> <ref name="Stace"> Clive A. Stace: New Flora of the British Isles. 3. Auflage. Cambridge University Press, Cambridge/New York 2010, ISBN 978-0-521-70772-5, S. 285. </ref> <ref name="Dumortiera">Antoon de Rycke, Wouter van Landuyt, Ivan Hoste: Mediterrane brandnetels in Gent: Urtica pilulifera en Urtica membranacea. In: Dumortiera. Band 100, 2012, S. 29–32, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF ( des Vorlage:IconExternal vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..</ref> </references>
Weblinks
- Die Geschwänzte Brennnessel als Giftpflanze
- Geschwänzte Brennnessel (Urtica membranacea). In: FLORON Verspreidingsatlas Planten (Verbreitungsatlas der Flora der Niederlande) (niederl.)
- Thomas Meyer, Michael Hassler: Mittelmeerflora. [1]