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Akustische Unterwassertelefonie

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(Weitergeleitet von Gertrude (Telekommunikation))

Akustische Unterwassertelefonie ist ein Verfahren der Unterwasserkommunikation, bei dem Schall als Übertragungsmedium benutzt wird.

Grundlagen

Wasserschall ist aufgrund der schlechten Ausbreitung elektromagnetischer Wellen insbesondere im Salzwasser eine akzeptable Alternative zur Kommunikation. Der Absorptionskoeffizient von Schall beträgt bei unter 20 kHz weniger als 5 dB/km und nimmt mit sinkender Frequenz stark ab.<ref name=„grimm“/>

Schallwandler beruhen heute auf dem Piezoeffekt, früher auch auf dem magnetostriktiven Effekt. Siehe hierzu auch Unterwassermikrofon und Unterwasserlautsprecher.

System Gertrude

Das System wurde zwischen deutschen U-Booten im Zweiten Weltkrieg eingeführt und praktiziert und war hier unter dem Decknamen Gertrude bekannt.<ref>A. Quaz, W. Konrad: Underwater acoustic communications – UQC-1B "Gertrude", IEEE Communications Magazine, Volume 20 Issue, 2. März 1982, Seiten 24–30, Verlag IEEE Press Piscataway, NJ, USA doi:10.1109/MCOM.1982.1090990</ref> Das Sprachsignal wurde über Amplitudenmodulation in einen höheren Frequenzbereich verschoben, um einen besseren Störabstand zu erreichen. Es handelte sich um Einseitenbandmodulation (oberes Seitenband) mit 9 kHz Trägerfrequenz. Es wurde das in der Telefonie gebräuchliche Frequenzband 300 Hz bis 3 kHz übertragen. Insbesondere im Flachwasser war der Empfang wegen der Mehrwegeausbreitung äußerst schlecht. Es stand auch nur dieser eine Frequenz-Kanal zur Verfügung. Die Reichweite war stark begrenzt und von der Wassertiefe und -temperatur abhängig. Gertrude funktionierte nicht durch die Thermokline. Inzwischen wird Unterwasserkommunikation im Frequenzbereich von 10 Hz bis 1 MHz<ref>AKYILDIZ, I. F. ;POMPILI, D. ; MELODIA, T.: „Underwater acoustic sensor networks: research challenges“ in Ad Hoc Networks 3 (2005), Nr. 3, S. 257–279</ref> mit Reichweiten bis 1000 km<ref name=„grimm“>https://www.net.in.tum.de/fileadmin/TUM/NET/NET-2011-07-1/NET-2011-07-1_07.pdf M. Grimm: Akustische Unterwasserkommunikation, Arbeit an der TU München, Juli 2011, Seite 45</ref> eingesetzt. Die geringe verfügbaren Bandbreite, die große Latenzzeit, die Mehrwegeausbreitung, die Dämpfung, die Dispersion und der Dopplereffekt stören die Übertragung und lassen oft nur geringe Reichweiten und Datenraten zu.

Anwendungen in der Gegenwart

Heute ist zum Beispiel Unterwassertelefonie zwischen Tauchern mittels Ultraschall gebräuchlich<ref>http://www.profrie-dive.de/produktdetails/product/ultraschall-kommunikation-ocean-reef-gsm-dc.html Mitteilung der Firma Wolfgang Friebe/Profrie-Dive</ref>. Außer zur Sprachverständigung sind Datenübertragungen das Hauptanwendungsgebiet der Unterwasserkommunikation. Neben vorwiegend militärischen Anwendungen sei das Tsunami-Frühwarnsystem GITEWS genannt, welches aus einem Drucksensornetz auf dem Meeresboden besteht. Das Kommunikationssystem Deep Siren verspricht einige von Hunderten Kilometern Reichweite.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.defensenews.comDeep Siren holds key to US submarine communications problem (Seite dauerhaft nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juli 2024. Suche im Internet Archive ) www.defensenews.com</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Herstellerbroschüre (Memento vom 31. Juli 2009 im Internet Archive)</ref>

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />