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Gerechte-Welt-Glaube

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(Weitergeleitet von Gerechte-Welt-Hypothese)

Der Gerechte-Welt-Glaube (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) bezeichnet in der Psychologie eine generalisierte Erwartung, dass die Welt prinzipiell gerecht ist und dass alle Menschen ihren Taten entsprechend entlohnt werden. Der Wunsch dahinter ist eine Hoffnung, durch die Art der eigenen Taten die Sicherheit zu befriedigen, dass sich daraus ableiten lasse, dass einem Positives widerfährt, wenn man selbst Gutes tut. Zunächst wurde dieses Konzept von Lerner (1980) nach durchgeführten Laborexperimenten postuliert, dann von C. Dalbert (1996) fortgeführt.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref><ref>Lerner, M.J.: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.. Plenum, New York 1980.</ref><ref>Montada, L. & Lerner, M.J.: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.. Plenum, New York 1998.</ref><ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Psychologische Perspektive

In der Sozialpsychologie betrachtet man den Glauben an eine gerechte Welt als eine Strategie der Selbstbestätigung durch defensive Attribution. Schlechte Dinge können einem selbst nicht zustoßen, sondern nur schlechten Menschen oder nur Leuten die dumme Fehler begehen oder schlechte Entscheidungen treffen. Ein erhöhter Gerechte-Welt-Glauben kann zu tragischen Folgen wie zur Täter-Opfer-Umkehr bei Vergewaltigungen und der Herabsetzung Armer führen. Entsprechend der Dissonanztheorie von Festinger ist der Mensch ein rationalisierendes Wesen und versucht durch die Opfer-Abwertung, die Dissonanz mit seinem Gerechte-Welt-Glauben zu reduzieren.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Diese Attributionsverzerrung hilft zudem, angstauslösende Gedanken zu verdrängen, wie z. B. selbst ein zufälliges Opfer von tödlichen Unfällen oder Verbrechen zu werden.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref><ref>Aileen Lovitt, Murray G. Millar, R. Shane Westfall: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden., SAGE Publications, 8. März 2018.</ref> Sie ist also eng mit dem menschlichen Kontrollmotiv verbunden.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Es wurden Verfahren entwickelt, um den Gerechte-Welt-Glauben als Persönlichkeitsmerkmal zu messen.<ref>Dalbert, C. (1999): Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.. Social Justice Research, 12, 79-98.</ref><ref>Rubin, Z. & Peplau, L.A. (1975): Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Journal of Social Issues, 31(3), 65-89.</ref>

Mögliche Bedeutung hat der Glaube an eine gerechte Welt für die Verarbeitung von Unfallfolgen und auch Psychotraumata. Wichtig erscheint, ob der Unfall durch das Opfer als faires oder unfaires Schicksal betrachtet wird und ob negative Emotionen vorherrschen (im Sinne von „das Opfer hadert mit seinem Schicksal“).<ref>Montada, L.: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. In: L. Montada, S.H. Filipp & M.J. Lerner (Hrsg.): Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Erlbaum, Hillsdale (NJ) 1992, S. 133–161.</ref> Der Gerechte-Welt-Glaube kann eine wichtige persönliche Ressource bei der Bewältigung von kritischen Lebensereignissen sein.<ref>Dalbert, C.: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Kluwer Academic, New York 2001.</ref> Ein anderes Beispiel ist die Bewältigung von Arbeitslosigkeit.<ref>Dalbert, C.: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. In: C. Dalbert & H. Sallay (Hrsg.): Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Routledge, London 2004, S. 175–188.</ref>

Weltanschauliche Aspekte

Ein Gerechte-Welt-Glaube ist in die übergreifende philosophische Weltanschauung einer Person eingebettet. Er bildet die Basis von persönlichen, aber auch sozio-kulturellen moralischen Wertemaßstäben. Thematisch wird sowohl in theologischen als auch in atheistischen Weltanschauungen dazu Stellung genommen.

Im Christentum

Die Unterscheidung zwischen Recht und Unrecht wird im christlichen Glauben in letzter Instanz auf eine welterschaffende Göttlichkeit zurückgeführt. Nach christlichem Maßstab ist vor Gott keiner gerecht und Gerechtigkeit kann nur durch den Sühnetod Jesu erlangt werden. In den Berichten der neutestamentlichen Autoren wird deshalb eine Wertung von Leid als gerechte Strafe für das unrechte Handeln einer Person abgelehnt und darauf verwiesen, dass jeder unrecht handelt. Siehe z. B. Jesu Aussagen im Lukas-Evangelium:

„Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms am Schiloach erschlagen wurden - meint ihr, dass sie größere Schuld auf sich geladen hatten als alle anderen Einwohner von Jerusalem? Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle ebenso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt.“

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Die Aufforderung, ein „gerechtes“ Leben anzustreben, zieht deshalb keinen Anspruch auf eine „gerechtere“ Behandlung oder gar einen höheren Status nach sich. Davon abweichende sozio-kulturell bedingte Interpretationen des christlichen Glaubens führten wiederholt zu korrigierenden Glaubensbewegungen.

Literatur

  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />