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Georgi Wassiljewitsch Tschitscherin

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Datei:Bundesarchiv Bild 102-12859A, Georgi Wassiljewitsch Tschitscherin.jpg
Georgi Wassiljewitsch Tschitscherin, 1925

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}} in Karaul im Gouvernement Tambow; † 7. Juli 1936 in Moskau) war ein sowjetischer Politiker. Von 1918 bis 1930 war er Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten, also faktisch Außenminister, zunächst der RSFSR und dann der Sowjetunion.

Leben

Tschitscherin war der Sohn des Legationsrats Wassili Tschitscherin († 1882) aus russischem Kleinadel und seiner deutsch-baltischen Ehefrau Karoline Georgine, geb. von Meyendorff (1836–1897). Peter von Meyendorff war sein Großonkel.<ref>Siehe Genealogisches Handbuch der livländischen Ritterschaft Band 1, Görlitz 1919 Digitalisat, S. 503–532.</ref> 1904 schloss sich Georgi Tschitscherin den Sozialrevolutionären an, musste dann für 12 Jahre ins Exil gehen und wurde dort Sozialdemokrat. Er lebte 1905–1907 in Berlin, wo er sich nach dem Scheitern der Russischen Revolution mit Karl Liebknecht befreundete, 1907–1914 in Paris, wo er sich als Sekretär des Auslandsbüros der SDAPR Lenin und seinen Anhängern entgegenstellte, und 1914–1917 in London. In London wurde er nach der Russischen Revolution des Jahres 1917 verhaftet und später ausgewiesen.

Von 1918 bis 1930 war Tschitscherin Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten zunächst der RSFSR und dann der Sowjetunion. Er plädierte engagiert für engere Beziehungen zum im Ersten Weltkrieg besiegten Deutschland, was 1922 nach der Konferenz von Genua zum Vertrag von Rapallo führte. Die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik und das Deutsche Reich unterzeichneten in diesem Vertrag nicht nur die gegenseitige Anerkennung, was dem sowjetischen Regime in Russland erstmals völkerrechtliche Anerkennung und damit internationale Aufwertung brachte. Beide Staaten bekräftigten auch das Interesse an Zusammenarbeit, und Russland verzichtete auf Reparationsforderungen gegenüber dem Deutschen Reich.

Datei:Bundesarchiv Bild 183-R14433, Vertrag von Rapallo.jpg
Tschitscherin (2. von rechts, mit Aktentasche) in Rapallo 1922, u. a. mit Joseph Wirth (2. von links) und A. A. Joffe (ganz rechts)

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Mit Ulrich Graf von Brockdorff-Rantzau, der ab November 1922 den Posten des deutschen Botschafters in Moskau innehatte, pflegte Tschitscherin eine enge Zusammenarbeit bis zu dessen Tod im Jahre 1928. Tschitscherin, bis in die späten Zwanzigerjahre für sein ungeheuerliches Arbeitspensum bekannt,<ref>Vgl. Alexander Barmine: Einer der entkam, Wien: Verlag Neue Welt, 1945, S. 172–173.</ref> war ab 1928 krankheitshalber zunehmend geschwächt und wurde 1930 durch seinen Stellvertreter Maxim Litwinow abgelöst.

Trivia

Das besonders in Ostdeutschland verwendete Scherzwort Tschitscheringrün wird fälschlicherweise mit Georgi Tschitscherin und der vermeintlichen Farbe seines Anzuges während der Unterzeichnung des Vertrages von Rapallo in Verbindung gebracht.

Siehe auch

Literatur

Datei:03 chicherin.JPG
Grabmal Tschitscherins auf dem Nowodewitschi-Friedhof Moskau

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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