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Gladenbach

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Gladenbach
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(4820)&title=Gladenbach 50° 46′ N, 8° 35′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(4820) 50° 46′ 5″ N, 8° 34′ 58″ O
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Höhe: 262 m ü. NHN
Einwohner: 4820[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Postleitzahl: 35075
Vorwahl: 06462
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Gladenbach (mundartlich Gloarebach, im Ortsdialekt Gladebach, seltener auch Groß-Gladenbach zur Unterscheidung von Kleingladenbach) ist eine Kleinstadt im Südosten des Hessischen Hinterlandes und als solche ein Ortsteil der gleichnamigen Stadtgemeinde im Westen des mittelhessischen Landkreises Marburg-Biedenkopf. Er ist mit knapp 5000 Einwohnern der größte der Gemeinde, deren Zentrum und Sitz der der Gemeindeverwaltung. Gladenbach ist nach Biedenkopf der zweitgrößte Ort des Hessischen Hinterlandes.

Geographie

Geographische Lage

Gladenbach liegt im nach ihr benannten Gladenbacher Bergland, im Naturpark Lahn-Dill-Bergland.

Naturräumliche Zuordnung

Die Stadt liegt im Naturraum Salzbödetal der Haupteinheit 320 – Gladenbacher Bergland.

Geschichte

Datei:Gladenbach 1849.jpg
Gladenbach 1849
Datei:Blankenstein De Merian Hassiae 032.jpg
Burg Blankenstein
Datei:Gedenkstein für die jüdischen Mitbürger und der Synagoge in Gladenbach.JPG
Gedenkstein für die jüdischen Mitbürger und der Synagoge in Gladenbach

Gladenbach wurde im Jahr 1237 als Gerichtsort erstmals urkundlich erwähnt. Zuvor, etwa in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, hatten vermutlich Gladenbacher Ritter (von Gladenbach) die heute nur noch als Ruine vorhandene Burg Blankenstein erbauen lassen. Die Besatzung der Burg hatte auch den Auftrag, den nördlich vorbei führenden bedeutenden hochmittelalterlichen Fernhandelsweg von Leipzig nach Köln, Brabanter Straße genannt, zu sichern.

Die Burg wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Zuletzt wurde 1647 anstelle des Schlosses ein Amtshaus errichtet. Ab 1775 wurden die Mauerreste als Steinbruch genutzt. 1821 bis 1832 war Gladenbach Sitz des Landratsbezirks Gladenbach. Erst 1937 erhielt Gladenbach das Stadtrecht.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verleihungsurkunde (Memento vom 22. Juli 2013 im Internet Archive)</ref>

Gladenbach 1830

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Gladenbach:

„Gladenbach (L. Bez. gl. N.) Marktflecken; liegt 412 St. nordwestlich von Giessen, so wie an der von Giessen nach Biedenkopf ziehenden Chaussee, und 780 Hess. (600 Par.) Fuß über der Meeresfläche. Gladenbach hat 179 Häuser 1030 Einwohner, die außer 10 Kath. und 104 Juden evangelisch sind, und ist der Sitz des Landraths, des Landrichters, des Rentamtmanns, des Steuerkommissärs und eines Grenznebenzollamts I. Classe. Man findet eine Posthalterei, eine Mahlmühle, eine Tabaksfabrik, die nur geringe Sorten liefert; sodann in der Gemarkung die geringen Ueberreste der Burg Blankenstein, ein verlassenes Silberbergwerk im Kirchberg, mehrere Brüche von Schieferwacke, die aber wegen ihrer Sprödigkeit nur als Mauersteine benutzt werden können, und endlich einen Dachschieferbruch. Letzterer, der zwar einen vorzüglich guten Stein, aber keine reiche Ausbeute liefert, wird durch eine Privatgesellschaft betrieben, und könnte, bei gehöriger Unterstützung, nicht nur ergiebiger, sondern auch für die dortige Gegend, ein nicht unwichtiger Erwerbszweig werden. Jährlich werden 5 Märkte, und darunter 3 Viehmärkte, gehalten. – Schon 913 kommt ein Gladenbach, welches ohne Zweifel das gegenwärtige war, vor. Ein Priester überließ damals seine, sowohl hier als in Breidenbach gelegenen Güter, zu welchen 42 Leibeigene gehörten, dem Stifte Weilburg. Die Entstehung der Kirche ist im Dunkeln; sie besaß ein sehr ausgedehntes Kirchengebiet, aus welchem wahrscheinlich die ehemalige Cent Gladenbach hervorging. Vermuthlich kam diese von dem Gisonischen Hause, nebst Biedenkopf, an die Landgrafen. Auf die Gerichtsbarkeit machten noch 1237, die Herrn von Merenberg (Erben der Grafen von Gleiberg) Ansprüche, entsagten aber ihren Rechten durch einen Vergleich im Jahr 1323. Des Bergbau's im Kirchberg gedenkt Landgraf Philipp der Großmüthige in seinem Bergpatent vom Jahr 1537. Im größten Flor war dieses Werk unter Landgraf Ludwig von Marburg, der auch die Münze, da wo jetzo das Amthaus stehet, hatte bauen lassen und in welcher 1558 die jetzo sehr seltenen Gladenbacher Thaler geschlagen wurden. Seit der Zerstörung des Schlosses Blankenstein, 1770, ist Gladenbach der Beamtensitz.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

und über das am 1. Januar 1929 eingemeindete Ammenhausen<ref name="lagis2" />:

„Ammenhausen (L. Bez. Gladenbach) evangel. Filialdorf; liegt einige Minuten von Gladenbach, wohin es auch eingepfarrt ist, hat 13 Häuser und 72 Einw. die evangelisch sind und alle dem Bauernstand angehören.“<ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Gladenbach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichte seit 1821

Die Rechtsprechung ging 1821 im Rahmen der Trennung von Justiz und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte über. „Landgericht Gladenbach“ war daher von 1821 bis zur Abtretung an Preußen 1866 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Gladenbach. Für die Provinz Oberhessen wurde das „Hofgericht Gießen“ als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Nach der Abtretung des Kreises Biedenkopf an Preußen infolge des Friedensvertrags vom 3. September 1866 zwischen dem Großherzogtum Hessen und dem Königreich Preußen wurde der Landgerichtsbezirk Gladenbach preußisch.<ref>Art. 14 des Friedensvertrages zwischen dem Großherzogthum Hessen und dem Königreiche Preußen vom 3. September 1866 (Hess. Reg. Bl. S. 406–407)</ref> Im Juni 1867 erging eine königliche Verordnung, die die Gerichtsverfassung im vormaligen Herzogtum Nassau und den vormals zum Großherzogtum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu ordnete. Die bisherigen Gerichtsbehörden wurden aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt.<ref>Verordnung über die Gerichtsverfassung in dem vormaligen Herzogthum Nassau und den vormals Großherzoglich Hessischen Gebietstheilen mit Ausschluß des Oberamtsbezirks Meisenheim vom 26. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1094–1103)</ref> Im Zuge dessen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Landgerichts in Amtsgericht Gladenbach. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Dillenburg und das Appellationsgericht Wiesbaden.<ref>Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 26. Juni d. J. in dem vormaligen Herzogthum Nassau und den vormals Großherzoglich Hessischen Gebietstheilen, mit Ausschluß des Oberamtsbezirks Meisenheim, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 218–220)</ref> Vom 1. Oktober 1944<ref>Erlaß zur Änderung von Oberlandesgerichtsbezirken vom 20. Juli 1944 (RGBl. I S. 163)</ref> bis 1. Januar 1949<ref>Betr.: Gerichtsorganisation; hier Änderung von Oberlandesgerichtsbezirken (Punkt 728 Abs. a)) vom 14. Dezember 1948. In: Der Minister der Justiz (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1948 Nr. 52, S. 563 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,4 MB]).</ref> gehörte das Amtsgericht Gladenbach zum Landgerichtsbezirk Limburg, danach aber wieder zum Landgerichtsbezirk Marburg. Am 1. Juli 1968 erfolgte die Aufhebung des Amtsgerichts Gladenbach,<ref>Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 6 b) und Artikel 2, Abs. 8 a) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref> welches fortan nur noch als Zweigstelle des Amtsgerichts Biedenkopf fungierte.<ref>Betrifft: Gerichtsorganisation (Errichtung von Zweigstellen der Amtsgerichte) (§1 Abs. 5) vom 1. Juli 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1968 Nr. 28, S. 1037–1039 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 2,8 MB]).</ref> Am 1. November 2003 wurde diese Zweigstelle schließlich aufgelöst.<ref>Dritte Verordnung zur Anpassung gerichtsorganisatorischer Regelungen (Ändert GVBl. II 210–33; GVBl. II 210–86) vom 10. Oktober 2003. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2003 Nr. 16, S. 291, Artikel 1, Abs. 3) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 531 kB]). bezieht sich auf Anordnung über die Errichtung und Zuständigkeit von gerichtliche Zweigstellen (Ändert GVBl. II 210-33) vom 24. Mai 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 18, S. 539 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,6 MB]).</ref>

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1502: 0015 Männer
• 1577: 0040 Hausgesesse
• 1630: 0032 Hausgesesse
• 1677: 0011 Männer, 3 Jung-Mannschaften, 2 ledige Mannschaften
• 1742: 0026 Haushalte
• 1791: 0805 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 0799 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 0889 Einwohner, 156 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 1030 Einwohner, 179 Häuser<ref name="GW" />
Gladenbach: Einwohnerzahlen von 1791 bis 1967
Jahr  Einwohner
1791
  
805
1800
  
799
1829
  
1.030
1834
  
1.084
1840
  
1.112
1846
  
1.164
1852
  
1.180
1858
  
1.211
1864
  
1.217
1871
  
1.119
1875
  
1.115
1885
  
1.280
1895
  
1.398
1905
  
1.533
1910
  
1.513
1925
  
1.513
1939
  
1.953
1946
  
2.971
1950
  
3.154
1956
  
3.161
1961
  
3.176
1967
  
3.573
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; (1939: Bevölkerungszahl mit dem 1929 eingemeindeten Ammenhausen)

Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1829: 0916 evangelische (= 88,92 %), 10 römisch-katholische (= 0,97 %), 104 (= 10,40 %) jüdische Einwohner
• 1885: 1100 evangelische (= 85,94 %), 34 katholische (= 2,22 %), 146 jüdische (= 11,41 %) Einwohner
• 1961: 2229 evangelische (= 70,18 %), 883 katholische (= 27,80 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit

• 1867: Erwerbspersonen: 46 Landwirtschaft, 5 Forstwirtschaft, 15 Bergbau und Hüttenwesen, 51 Gewerbe und Industrie, 44 Handel, 24 Verkehr, 156 persönliche Dienstleistungen, 8 Gesundheitspflege, 3 Erziehung und Unterricht, 3 Kirche und Gottesdienst, 5 Staatsverwaltung, 9 Justiz, 5 Gemeindeverwaltung, 23 Personen ohne Berufsausübung, 8 Personen ohne Berufsangabe.<ref name="lagis" />
• 1961: Erwerbspersonen: 79 Land- und Forstwirtschaft, 663 produzierendes Gewerbe, 296 Handel und Verkehr, 303 Dienstleistungen und Sonstiges.<ref name="lagis" />

Politik

Ortsbeirat

Sitzverteilung im Ortsbeirat nach den Kommunalwahlen 2021
    
Insgesamt 9 Sitze

Für den Ortsteil Gladenbach wurde ein eigener Ortsbeirat installiert. Für die Sitzverteilung siehe die nebenstehende Grafik.

Wappen

Das Wappen wurde Gladenbach anlässlich Feier der 700. Wiederkehr der Ersterwähnung zugleich mit den Stadtrechten durch den Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau am 24. Juli 1937 amtlich verliehen.

Wappen von Gladenbach
Wappen von Gladenbach
Blasonierung: „Geteilt von Blau und Grün; oben ein wachsender, golden gekrönter und golden bewehrter, dreimal von Silber und Rot geteilter Löwe, unten ein goldener Schragen.“<ref name="Wappen">Deutsche Wappen Bundesrepublik Deutschland bearbeitet im Auftrage der HAG Aktiengesellschaft in Bremen von Dr. Klemens Stadler Angelsachsen-Verlag Bremen 1967 Band 3 Die Gemeindewappen des Landes Hessen Seite 39</ref>
Wappenbegründung: Mit dem hessischen Löwen ist zum Ausdruck gebracht, dass der Ort seit 1323 zu Hessen gehört hat; dessen Vorgänger im Besitz des Gladenbacher Gerichtes, die Dynasten von Merenberg, haben das Schrägkreuz als Wappen geführt. Ein eigenes Siegel hat Gladenbach in älterer Zeit nicht besessen; als Sitz des Amts Blankenstein hat es mitunter dessen Amtssiegel (mit dem gekrönten hessischen Löwen) mitverwendet.

Das Wappen wurde von dem Heraldiker Otto Hupp aus Oberschleißheim gestaltet.

Flagge

<templatestyles src="Mehrere Bilder/styles.css" />

Am 8. Mai 1956 genehmigte der Hessische Minister des Innern die Flagge mit folgender Beschreibung:

„Die hängende Flagge zeigt im oberen Drittel in gelbem Feld das Wappen der Stadt Gladenbach und darunter eine Dreistreifenbahn von Grün - Gelb - Grün (1:1:1).“<ref>Genehmigung einer Flagge der Stadt Gladenbach, Landkreis Biedenkopf vom 26. Mai 1956. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1956 Nr. 21, S. 494, Punkt 454 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF]).</ref>

Eine amtliche Hissflagge führte die Stadt nicht. Lokal wird jedoch, angelehnt an die Bannerflagge, eine grün-gelb-grüne Flaggenbahn, belegt mit dem Stadtwappen verwendet.

Sonstiges

Im Jahr 2004 gab es vier mit großem Polizeischutzaufgebot durchgeführte, legal angemeldete Aufmärsche von auswärtigen Neonazis, die größere Gegendemonstrationen auslösten. Zu letzteren hatte das Bürgerbündnis Gladenbach, ein auf Anregung des Schulleiters Siegfried Seyler gegründeter Zusammenschluss von Kirchen, Jusos, DGB und Bürgern, aufgerufen. Zentrum der rechtsextremistischen Aktivitäten waren Gladenbach, Kirtorf (Vogelsberg) und Marburg. Die größte Gruppe der Rechtsextremisten mit einer Personenanzahl von ca. 30 Rechtsextremisten sowie einem großen Sympathisantenumfeld ist das Aktionsbündnis Mittelhessen (ABM), ein Zusammenschluss regionaler freier Kameradschaften. Ende 2004 löste sich das ABM eigenständig auf, um ein Verbot durch das hessische Innenministerium zu umgehen. Deren Aktivisten führten die Aktivitäten in anderen neonazistischen Gruppen fort. Das Aktionsbündnis Mittelhessen (ABM) war die aktivste und größte neonazistische Gruppe in Hessen (vergl. Verfassungsschutzbericht Hessen 2004).

Im Juli 2024 veranstaltete Martin Sellner, Aktivist der Neuen Rechte, eine Lesung mit etwa 50 Teilnehmern in Gladenbach, nachdem diese ursprünglich in Marburg angekündigt worden war. Unterstützt wurde Sellner bei der Organisation von ehemaligen Akteuren des ABM.<ref>Rechtsextremist Martin Sellner liest in Gladenbach. 29. Juli 2024, abgerufen am 2. August 2024.</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Evangelische Pfarrkirche (ehemals St. Martin) ursprünglich romanische flachgedeckte Pfeilerbasilika aus fünf schmalen Langhausjochen mit einem Chorquadrat.
  • Altes Pfarrhaus am Bornrain, stattlicher Fachwerkbau von 1607
  • Am westlichen Stadtrand von Gladenbach befindet sich die Ruine der Burg Blankenstein. Eine ehemalige Hügelburg, die vermutlich im 12. Jahrhundert erstmals errichtet wurde.

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Parks

Datei:Georg-Ludwig-Hartig-Park Gladenbach 02.jpg
Georg-Ludwig-Hartig-Park

Der Georg-Ludwig-Hartig-Park ist eine weitläufige Parkanlage mit zahlreichen Rasenflächen. Sie erinnert an den in Gladenbach geborenen Forstwissenschaftler Georg Ludwig Hartig (1764–1837). Durch den Park führt der Georg-Ludwig-Hartig-Weg, an dem auch ein Gedenkstein für Hartig zu finden ist.

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

Eine wichtige durchgehende Verkehrsachse in ost-westlicher Orientierung ist die Bundesstraße 255, die Gladenbach aus Richtung Marburg kommend quert. Im Siedlungsgebiet mündet die Bundesstraße 453 von Norden aus Richtung Biedenkopf kommend ein.

Öffentliche Verkehrsmittel

Gladenbach ist mit Bussen an das ÖPNV-Netz des RMV über die Haltestellen Vorgartenstraße, Sinkershäuser Weg, Schule/Rathaus, Busbahnhof, Bornrainstraße, Amtsgericht, Würtenberg, Mornshäuser Straße und Alter Bahnhof angebunden.

Außerdem steuern die Schulbuslinien MR-37, MR-39, MR-43 und MR-53 über die Haltestelle Schule/Leinweberstraße die örtliche „Europaschule“ an.

Folgende Linien fahren den Ort regulär an:

  • 383: Marburg–Niederweimar–Gladenbach–Schlierbach (und zurück)
  • 400: Bischoffen/Wilsbach–Gladenbach (und zurück)
  • X37: Gladenbach–Bischoffen–Mittenaar–Herborn (und zurück) (Expressbus)
  • X38: Gladenbach–Niederweimar–Marburg (und zurück) (Expressbus)
  • X40: Gladenbach–Dautphetal–Biedenkopf (und zurück) (Expressbus)
  • MR-30: Niederwalgern–Lohra–Gladenbach–Bad Endbach (und zurück)
  • MR-40: Gladenbach–Dautphetal–Biedenkopf (und zurück)
  • MR-42: Angelburg–Bottenhorn–Bad Endbach–Gladenbach (und zurück)
  • MR-45: Gladenbach–Sinkershausen–Nesselbrunn–Elnhausen–Marbach (und zurück)
  • MR-55: Gladenbach–Bottenhorn–Niedereisenhausen (und zurück)

Der Bahnhof Gladenbach lag an der Aar-Salzböde-Bahn. Im Januar 1992 wurde der Güterverkehr eingestellt; im Mai 1995 folgte der Personenverkehr und damit die Gesamtstilllegung. Seit 2018 wird eine Reaktivierung der Strecke diskutiert; laut Vorstudie würde dann der Busbahnhof zum Bahnhof verlegt werden, um einen Verknüpfungspunkt mit der Bahn zu schaffen. Das Gelände und das ehemalige Bahnhofsgebäude sollen unabhängig davon umgenutzt und verkauft werden.<ref>Sascha Valentin: Ortsbeirat Gladenbach fordert: Bahnhofsgelände schnell neu nutzen. In: mittelhessen.de. VRM Mittelhessen GmbH & Co KG, 6. Juli 2023, abgerufen am 7. Juli 2023.</ref> Im Rahmen einer „Hinterlandbahn“ von Wetzlar nach Biedenkopf war geplant, den Gladenbacher Bahnhof zum Kreuzungspunkt auszubauen. Darüber hinaus sollte die Stadt einen Haltepunkt „Gladenbach Nord“ erhalten. Aus Kriegsgründen wurden diese Planungen aber nie realisiert.<ref>Otto Acker: Von der Postkutsche zum Dampfroß.</ref>

Persönlichkeiten

In Gladenbach geborene Persönlichkeiten

Persönlichkeiten, die in Gladenbach gelebt oder gewirkt haben

  • Dieter Blume (1920–2004), Lehrer und Ornithologe, verstorben in Gladenbach
  • Jürgen Runzheimer (1924–2012), Historiker, Heimatforscher, Buchautor und Lehrer, verstorben in Gladenbach
  • Walter Reschny (1931–2011), Unternehmer, erster Ehrenbürger der Stadt Gladenbach, verstorben in Gladenbach

Literatur

  • Dieter Blume, Jürgen Runzheimer: Gladenbach und Schloß Blankenstein; hrsg. von der Kur- und Verkehrsgesellschaft mbH anlässlich der 750-Jahrfeier; W. Hitzeroth Verlag, Marburg 1987, ISBN 3-925944-15-X.
  • Karl Huth: Gladenbach: Eine Stadt im Wandel der Jahrhunderte. Hrsg.: Magistrat der Stadt Gladenbach. 1974, DNB 790637227.
  • Randolf Fügen: Highlights in Mittelhessen. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2003, ISBN 3-8313-1044-0.
  • Jörg W. Palm: Gladenbach – Ein langer Weg zur Stadt. 2012 (ob-gladenbach.de).
  • Vorlage:HessBib
  • Suche nach Gladenbach. In: Archivportal-D der Deutschen Digitalen Bibliothek

Weblinks

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Gladenbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="lagis2"> Ammenhausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 188 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 200 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 243 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> </references>

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