Gendarmerie (Elfenbeinküste)
Die Gendarmerie der Elfenbeinküste ist die paramilitärische, ivorische Gendarmerie.<ref>https://www.defense.gouv.ci/defense/gendarmerie_territoriale</ref> Sie war bis Anfang 2011 ein Teil der Streitkräfte (FDS). Seit der Festnahme Laurent Gbagbos im Zuge der Regierungskrise 2010/2011 ist ihr Status ungeklärt.
Geschichte
Im Oktober 2000 fanden, im Zuge der Präsidentschaftswahlen in ganz Abidjan heftige Straßenschlachten statt. Danach wurde in Yopougon das sogenannte Charnier de Youpogon (französisch für „Massengrab von Yopougon“) gefunden. Darin befanden sich die Leichen von mehr als 50, hauptsächlich aus dem Norden stammenden, Menschen. Die Täter wurden in den Reihen der Gendarmerie vermutet.<ref name="FAZRechnungen">Thomas Scheen: Unzählige alte Rechnungen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 23. Dezember 2010, abgerufen am 12. Mai 2011.</ref>
Gendarmerieeinheiten kämpften aktiv im Bürgerkrieg 2002–2007 auf Seite des Südens mit. Während des Bürgerkriegs kam es auch zu Massakern an Gendarmeriemitgliedern. So wurden in Bouaké 95 Gendarmeriebeamte mitsamt ihrer ganzen Familie getötet.<ref name="FAZRechnungen"/>
Die Gendarmerie beteiligte sich auch an den Kämpfen im Zuge der Regierungskrise in der Elfenbeinküste 2010/2011. In der Nacht vom 3. auf den 4. Dezember 2010 gab es in Port-Bouët heftige Schusswechsel zwischen der Gendarmerie und unbekannten Angreifern, vermutlich von den Commandos Invisible.<ref name="ZeitUnruhen">Unruhen an der Elfenbeinküste. In: Die Zeit. 4. Dezember 2010, abgerufen am 6. Mai 2011.</ref> Am 24. Februar 2011 erklärte Gendarmeriechef Edouard Kassaraté, dass seine Truppen Abobo, einen Stadtteil von Abidjan, von Rebellen säubern würden.<ref name="Leichen">Dominic Johnson: „Überall liegen Leichen“. In: die tageszeitung. 25. Februar 2011, abgerufen am 29. März 2011.</ref>
Vor dem 28. März fanden Gespräche zwischen der Gendarmerieführung und der ivorischen Armee (FANCI) einerseits und dem Lager von Alassane Ouattara andererseits statt.<ref name="FAZBrutale">Thomas Scheen: Brutaler Kampf um Abidjan. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 1. April 2011, abgerufen am 11. April 2011.</ref> Der Chef der Opération des Nations Unies en Côte d’Ivoire (ONUCI), Choi Young-Jin, behauptete am 1. April die 50.000 Gendarmen und Polizisten in Abidjan hätten sich auf die Seite Ouattaras geschlagen.<ref name="FAZBrutale"/>
Einzelnachweise
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