Gauchheilblättriges Weidenröschen
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| Gauchheilblättriges Weidenröschen | ||||||||||||
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| Datei:Alpine willowherb, Epilobium anagallidifolium (26236661857).jpg
Gauchheil-Weidenröschen (Epilobium anagallidifolium) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Epilobium anagallidifolium | ||||||||||||
| Lam. |
Das Gauchheilblättrige Weidenröschen, Gauchheil-Weidenröschen<ref name="FloraWeb" /> oder Alpen-Weidenröschen<ref name="InfoFlora" /> (Epilobium anagallidifolium) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Weidenröschen (Epilobium) innerhalb der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae). Sie ist zirkumboreal und in den Gebirgen auf der Nordhalbkugel verbreitet.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Das Gauchheil-Weidenröschen ist eine ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 3 bis 10 (2 bis 15) Zentimetern.<ref name="FloraVascular" /> Es hat ein bogiges, mehrere Zentimeter langes Rhizom, es bildet häufig Rasen. Am Grunde werden zur Blütezeit oberirdische, beblätterte Ausläufer gebildet. Die zu mehreren stehenden Stängel weisen einen Querschnitt von 0,3 bis 1 Millimetern auf,<ref name="FloraVascular" /> sind kantig und haben zwei bis vier schwach erhabene Längsleisten; sie sind kahl und nur an den Kanten sind behaart; zur Anthese hängt ihr oberes Ende über.
Die bis zum Blütenstand hinauf gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist 1 bis 3 Millimeter lang.<ref name="FloraVascular" /> Die einfache, kahle Blattspreite ist bei einer Länge von 1 bis 2, selten bis 2,5 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 8 Millimetern eiförmig-länglich mit keilförmigem Spreitengrund. Der Blattrand ist ganzrandig, es gibt keine deutlichen Zähne.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Der nickende Blütenstand enthält ein bis sechs Blüten.
Die zwittrigen Blüten sind 4 bis 5 Millimeter lang, radiärsymmetrisch und haben eine lange Röhre. Der Achsenbecher ist zerstreut mit Drüsenhaaren besetzt oder fast kahl. Die Krone ist trichterförmig. Die Kronblätter sind 3 bis 5, selten bis zu 6 Millimeter lang<ref name="FloraVascular" /> und stumpf ausgerandet. Der aufrechte Griffel endet in einer kopfigen Narbe.
Die Fruchtstiele sind 7 bis 15, selten bis zu 25 Millimeter lang.<ref name="FloraVascular" /> Die Kapselfrucht 2 bis 4 Zentimeter lang, im jungen Zustand zerstreut behaart, später verkahlend. Die glatten Samen sind bei einer Länge von 0,9 bis 1,5 Millimetern<ref name="FloraVascular" /> spindelförmig und besitzen am oberen Ende kurzes, durchscheinendes Anhängsel.
Chromosomensatz
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 18; es liegt Diploidie mit Chromosomenzahl von 2n = 36 vor.<ref name="BiolFlor" /><ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
Beim Gauchheil-Weidenröschen handelt es sich um einen Hemikryptophyten.<ref name="InfoFlora" />
Die Bestäubung erfolgt durch Insekten oder durch Selbstbestäubung.
Die Pilzart Septoria epilobii lebt auf Epilobium anagallidifolium.<ref name="Hegi1965" />
Vorkommen
Epilobium anagallidifolium ist zirkumboreal und in den Gebirgen auf der Nordhalbkugel verbreitet. Das Gauchheil-Weidenröschen kommt zerstreut in den Gebirgen Europas vor, u. a. Alpen, Schwarzwald, Bayerischer Wald, Erz-, Iser- und Riesengebirge. In Österreich fehlt es nur in Wien und im Burgenland.
Es wächst in Mitteleuropa an quelligen Orten und auf ruhendem, durchfeuchtetem Schutt. Es bevorzugt sickerfeuchte, nährstoffreiche Tonböden und kommt vorwiegend über Silikatgestein vor. Es ist auf die alpine Höhenstufe beschränkt, in die montane Höhenstufe kommt es nur als Schwemmling herab. In den Bayerischen Alpen wächst es in den Höhenlagen von 1500 bis 2300 Metern. In den Allgäuer Alpen steigt es von 1540 Metern östlich des Riedberger Horns bis zu einer Höhenlage von 2200 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" /> Es erreicht in Graubünden am Piz Beverin Höhenlagen von 2650 Meter und im Kanton Wallis 2900 Meter.<ref name="Hegi1965" /> Auf der Iberischen Halbinsel erreicht Epilobium anagallidifolium Höhenlagen von 3030 Meter.<ref name="FloraVascular" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4+w (nass aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 1+ (unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />
Pflanzensoziologisch ist es in Mitteleuropa eine Art der Schneeboden-Gesellschaften (Salicetea herbaceae), der Steinschutt- und Geröll-Gesellschaften (Verband Androsacion alpinae) oder der kalkarmen Quellfluren (Verband Cardamino-Montion).<ref name="Oberdorfer2001" />
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung von Epilobium anagallidifolium erfolgte 1786 durch Jean-Baptiste de Lamarck in Encyclopédie méthodique. Botanique .., Band 2 (1), Seite 376.<ref name="Euro+Med" /> Das Artepitheton anagallidifolium bedeutet „Anagallis (Gauchheil)-blättrig“. Ein Synonym von Epilobium anagallidifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam. ist Epilobium alpinum subsp. anagallidifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lam.) Čelak.<ref name="Euro+Med" />
Literatur
Einzelnachweise
<references> <ref name="BiolFlor"> Gauchheilblättriges Weidenröschen. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland. </ref> <ref name="FloraWeb"> Epilobium anagallidifolium Lam., Gauchheil-Weidenröschen. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Epilobium anagallidifolium Lam. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 252–253. </ref> <ref name="Hegi1965"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2. Verlag Carl Hanser, München 1965. S. 848–850. </ref> <ref name="Euro+Med"> E. von Raab-Straube (2018+): Onagraceae. Datenblatt Epilobium anagallidifolium In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="FloraVascular"> Datenblatt bei Flora Vascular. </ref> </references>