Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Nordisches Labkraut – Wikipedia Zum Inhalt springen

Nordisches Labkraut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Galium boreale)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Nordisches Labkraut
Datei:Galium boreale - värvmadar Keilas.jpg

Nordisches Labkraut (Galium boreale)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)
Gattung: Labkräuter (Galium)
Art: Nordisches Labkraut
Wissenschaftlicher Name
Galium boreale
L.

Das Nordische Labkraut (Galium boreale) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Labkräuter (Galium) innerhalb der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Es wird auch als Trichogalium boreale <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Fourr. in die Gattung Trichogalium gestellt.<ref name="POWO" />

Beschreibung

Datei:69 Galium boreale.jpg
Illustration
Datei:Galium boreale (s. str.) sl72.jpg
Habitus

Das Nordische Labkraut wächst als überwinternd grüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die meist Wuchshöhen von 15 bis 50 cm erreicht. Sie bildet ein Rhizom als Überdauerungsorgan, aus dem oft etwas verholzende Stängel gebildet werden. Es wurzelt bis 50 Zentimeter tief.<ref name="Oberdorfer" /> Der kahle oder kurz behaarte, vierkantige Stängel wächst steif aufrecht und ist meist verzweigt.

Die Blätter stehen zu viert quirlig am Stängel angeordnet. Die einfachen, derben, dreinervigen und dunkelgrünen Blattspreiten sind mit einer Länge von 15 bis 40 mm und einer Breite von 3 bis 6 mm lineal-lanzettlich geformt und zur Spitze hin lang verschmälert, besitzen aber keine Stachelspitze. Der Blattrand ist zurückgerollt und rau.

Das Nordische Labkraut blüht vorwiegend in den Monaten Juni bis August. Der dichte Blütenstand ist pyramiden- oder eiförmig und reichblütig. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die weiße, vierzipfelige Krone erreicht eine Breite von etwa 3 mm.

Die meistens 2,5 mm lange Frucht ist in der Regel von gekrümmten Haaren bedeckt.

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 44.<ref name="Oberdorfer" />

Datei:Galium boreale Kemi, Finland 15.07.2013.jpg
Nordisches Labkraut (Galium boreale) in Finnland

Vorkommen

Das Nordische Labkraut kommt in den gemäßigten und subarktischen Zonen der ganzen Nordhalbkugel vor.<ref name="WCSP" /> In Europa fehlt es nur in den Ländern Portugal, Griechenland und im europäischen Teil der Türkei. In Asien kommt es von der Türkei und Pakistan bis China, Japan und Kamtschatka vor. In Nordamerika kommt es von Alaska bis Texas und auf Grönland vor.<ref name="POWO" /> Es ist in Mitteleuropa aber nur gebietsweise verbreitet. In Deutschland ist Galium boreale im östlichen Gebiet recht verbreitet, während es im Westen selten ist und über große Strecken fehlt.

In Österreich ist das Nordische Labkraut in allen Bundesländern häufig zu finden. In der Schweiz kommt das Nordische Labkraut zerstreut vor. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w+ (mäßig feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Galium boreale wächst sowohl in Feuchtwiesen als auch auf Halbtrockenrasen. Auch ist es in lichten Kiefern- oder Eichenwäldern zu finden. Es bevorzugt wechselfeuchte und meist kalkhaltige Lehm-, Ton- oder Torfböden. Es ist in Mitteleuropa eine Molinion-Verbandscharakterart, kommt aber auch in Gesellschaften des Mesobromion oder des Potentillo-Quercenion vor.<ref name="Oberdorfer" />

In den Allgäuer Alpen steigt sie im Tiroler Teil am Südhang des Häselgehrbergs bei Häselgehr bis zu 1700 m Meereshöhe auf.<ref name="Dörr und Lippert" />

Taxonomie

Das Nordische Labkraut wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 108 als Galium boreale erstbeschrieben. Synonyme sind Rubia borealis <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Baill. und Trichogalium boreale <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Fourr.

Literatur

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • August Binz, Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
  • Christian August Friedrich Garcke: Illustrierte Flora, 1972, Verlag Paul Parey, ISBN 3-489-68034-0
  • Nordisches Labkraut. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum (Abschnitt Beschreibung)

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer">Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. Seite 769. ISBN 3-8001-3131-5</ref> <ref name="Dörr und Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1.</ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="InfoFlora">Galium boreale L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="POWO">Trichogalium boreale. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> </references>

Weblinks

Commons: Nordisches Labkraut (Galium boreale) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien